Die Leitenden Notärzte und die Leitende Notärztin mit Landrat Arne von Boetticher (6.v.r.), dem stellvertretenden Dezernatsleiter Dr. Thomas Mönig (5.v.l.), Amtsleiter Thomas Hagen (4.v.r.) und dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Dr. Florian Breuer (2.v.r.) Foto: Joachim Rieger/ Rheinisch-Bergischer Kreis

Vor 30 Jahren wurde der Bereitschaftsdienst Leitender Notärzt:innen im Rheinisch-Bergischen Kreis ins Leben gerufen. Bei schweren Verkehrsunfällen mit mehreren Verletzten unterstützen diese Notärzt:innen den Rettungsdienst und koordinieren den Einsatz. Zwei der Gründungsmitglieder gehören noch immer zum Team.

Wir veröffentlichen eine Pressemitteilung des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis leisten seit 30 Jahren an 365 Tagen im Jahr Leitende Notärztinnen und Notärzte (LNA) Bereitschaftsdienst, um bei großen Einsätzen mit vielen verletzten oder betroffenen Personen, auch Massenanfall von Verletzten genannt, schnell die medizinisch-organisatorische Leitung übernehmen zu können.

1996 ging die Gruppe mit fünf Notärzten an den Start, heute sind es neben dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Dr. Florian Breuer, sieben weitere Medizinerinnen und Mediziner, die sich rund um die Uhr neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit im Bereitschaftsdienst abwechseln. Zwei davon sind Gründungsmitglieder, das heißt, sie sind schon seit 30 Jahren als Leitende Notärzte im Dienst.

Vorreiterrolle des Rheinisch-Bergischen Kreises

Schon lange bevor sich rettungsdienstliche Einsatzleitungen bundesweit etabliert haben, hat der Rheinisch-Bergische Kreis Leitende Notärztinnen und Notärzte bestellt. „In den 1990er Jahren waren Leitende Notärzte noch nicht überall im Einsatz. Der Kreis hatte hier eine Vorreiterrolle. Seit 30 Jahren wird die Bereitschaft im Kreisgebiet rund um die Uhr sichergestellt, ohne dass es jemals einen unbesetzten Dienst gab.

Das ist ganz besonders der Initiative und dem Engagement der damaligen fünf Gründungsmitglieder zu verdanken, die neben der Sicherstellung des Dienstbetriebs viele weitere Aufgaben übernommen haben“, erklärt Landrat Arne von Boetticher. Mitte der 1990er-Jahre waren viele Rahmenbedingungen, die heute festgelegt sind, noch nicht gegeben.

Neuaufstellung des Dienstes

Im Lauf der Jahre haben die LNA gemeinsam daran gearbeitet, das System zu etablieren und zu verbessern. Auch die Ausstattung, zum Beispiel mit eigenen Fahrzeugen, wurde optimiert.

In den vergangenen Jahren haben der Rheinisch-Bergische Kreis und die Stadt Leverkusen ein gemeinsames LNA-System betrieben. Seit diesem Jahr werden sowohl der Rheinisch-Bergische Kreis als auch die Stadt Leverkusen den LNA-Dienst nur noch für die eigene Gebietskörperschaft vorhalten. Durch diese Neuaufstellung sind im Kreis vier neue LNA dazugestoßen. 2025 waren die LNA insgesamt 22 Mal im Einsatz.

Ergänzung zum Rettungsdienst

LNA ergänzen den bestehenden Rettungsdienst, der auf die Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten ausgerichtet ist. Bei Einsätzen mit vielen verletzten und betroffenen Menschen, zum Beispiel schweren Verkehrsunfällen, leitet und koordiniert der Leitende Notarzt oder die Leitende Notärztin den rettungsdienstlichen Einsatz und behält den medizinischen und organisatorischen Überblick.

Er oder sie überwacht gemeinsam mit dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst alle medizinischen Maßnahmen. Bei größeren Einsätzen mit vielen Verletzten müssen die LNA schnellstmöglich erfassen, welche Personen lebensbedrohlich verletzt sind und zuerst Hilfe benötigen. Zu den Aufgaben gehört es daher auch, die Art und Schwere der Verletzungen zu bestimmen und einzuschätzen.

Ablauf eines Einsatzes

LNA setzen andere Notärzt:innen, sowie Notfallsanitäter:innen vor Ort ein und bestimmen, welche Rettungsmittel zum Einsatz kommen und welches Material benötigt wird. Auch geben sie vor, in welche Krankenhäuser die Patient:innen gebracht werden. Für unverletzt Betroffene, die durch ein solches Ereignis direkt oder indirekt beeinträchtigt sind, wird psychische Erste Hilfe sichergestellt. Vor Ort koordiniert der oder die LNA die Zusammenarbeit im rettungsdienstlichen Einsatz zwischen Rettungsdienst und anderen Institutionen oder den Einheiten des Sanitätsdienstes.

Dabei sind die LNA aus nicht nur im Kreisgebiet im Einsatz. In der Vergangenheit haben sie zum Beispiel beim Loveparade-Unglück und überregional bei der Flut 2021 unterstützt.

Anforderungen für den Einsatz

LNA müssen einen großen Erfahrungsschatz und eine entsprechende Qualifikation mitbringen. Es sind nicht nur eine Facharztausbildung, mehrjährige Berufserfahrung als Notarzt oder Notärztin sowie umfassende Kenntnisse der Notfallmedizin gefragt, sondern auch zum Beispiel präzise Kenntnisse der regionalen Versorgungslandschaft.

Die Voraussetzungen zum Einsatz als Leitende Notärztin oder Leitender Notarzt sind deutschlandweit einheitlich geregelt. Dies beinhaltet auch eine Weiterqualifikation zum Leitenden Notarzt oder zur Leitenden Notärztin auf der Basis eines einheitlichen umfassenden Lehrgangs.

Rheinisch-Bergischer Kreis

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  1. …als OrgL (außerhalb RBK) begrüße ich das tolle Engagement! Hoffentlich bleibt das System nur in Bereitschaft. Viele Grüße und Danke für den #Einsatz für GL.