Die Gebäude des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums sind über die Jahrzehnte verwahrlost, dabei war der Bau einmal eine Architektur-Ikone. Das zeigen die Fotos von Leon Wörmann sehr eindrücklich. Er hatte das NCG als Schüler erlebt, er hatte es 2017 als angehender Fotograf porträtiert und er dokumentiert jetzt den Teilneubau.

In seiner Schulzeit bis 2013 am NCG habe sich sein Wunsch herausgebildet, Fotograf zu werden, berichtet Wörman jetzt. Schon zu Beginn seiner Zeit an der Reuterstraße habe er registriert, dass das „sehr schöne und architektonisch interessante Gebäude leider ziemlich in die Jahre gekommen” sei.

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Hautnah bekam er mit, wie der schleichende Verfall sogar in der Idee mündete, das NCG komplett zu schließen und mit anderen Schulen zusammenzulegen. Was dank des Aufbegehrens der Schüler:innen, der Elternschaft und breiteren Kreisen der Bevölkerung verhindert worden sei, erinnert er sich.

Wörmann hatte sich nach der Schulzeit bei Markus Bollen in Bensberg zum Fotografen ausbilden lassen. Seit 2015 bestritt er mehrere Ausstellungen, u.a. im Kölner Rathaus, dem Stadtmuseum Köln und zur Internationalen Photoszene Köln. Inzwischen hat er sich neu orientiert und gerade das Bachelorstudium der Fächer Erziehungswissenschaft und Islamwissenschaft an der Universität zu Köln beendet.

Mit dem Wissen, das er sich dabei angeeignet habe, schaue er nun gespannt auf die weitreichenden Veränderungen, die dem NCG mit dem Teilabriss und Neubau bevorstehen.

Er hoffe, so sagt er, dass das neue, inklusiv gestaltete Raum- und Geländekonzept den Schüler:innen zugute kommen wird – und dass das Kollegium „mit viel Interesse, Kreativität und Engagement die Chancen im Sinne der Lernenden nutzen wird, die die Umgestaltung der Schule für Lehren und Lernen bereithält.

Allerdings sei diese Hoffnung auch mit etwas Wehmut vermischt. Er verbinde viele Erinnerungen mit dem nun zu großen Teilen abgerissenen Altbau, sagt Wörmann. Und er sei sich sicher, dass dies auch „bei allen Generationen der Fall ist, die vor mir an das NCG gegangen sind”.

Seine eigene Wehmut manifestiere sich in der fortlaufenden fotografischen Dokumentation der Umbaumaßnahmen – von der hier nur ein erster Einblick zu sehen sein.

Copyright für alle Fotos: Leon Wörmann

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Ich habe 1980 Abitur gemacht. Wie die Schul-Zeit und Jugend doch vergeht.
    Ich habe mit meinen Eltern in Schildgen in der Kempenerstraße, neben dem Haushaltswarengeschäft Daume gewohnt.
    Wir, die damaligen NCG Schüler erreichen nun langsam das Rentenalter.
    Welch ein besonderer erinnerungswerter Lebensabschnitt war doch die Schulzeit auf dem NCG. Meine Kunstlehrer waren Herr Podgurski und Herr Altmann.
    Er hat mich sehr unterstützt und Ich habe Ihn sehr geschätzt. Ich habe damals bei der Bühnengestaltung für die Theater AG mitgewirkt. Schade, dass nun die ursprüngliche Architektur nicht erhalten wird. Die Sanierung zieht sich hin. Das Leben und die Schule gehen weiter Ihren Lauf.
    Herzliche Grüße aus meiner neuen Heimat München.

  2. Wehmut allerdings! Und vieles auf den Fotos ist schon anders als zu meiner Zeit. Da hieß das NCG noch Städtisches Gymnasium und beherbergte ebenfalls die Frauenoberschule. Zu Beginn meiner Zeit war im Atrium, das in den Anfängen als Aula diente, ein in die Wand eingelassenes Terrarium die Sensation, in dem ein (nicht allzu lange leider) lebendiges Chamäleon saß, und statt Keith Haring hatten wir Reliefs mit Gestalten aus den Antiken Sagen an der Wand. Diverse Büsten gab’s auch noch. Ob es aus dieser Zeit noch Fotos gibt? Der Phoenix kommt mir allerdings bekannt vor. Wir hatten die 60er. Eine wunderbare Zeit und eine wunderbare Schulzeit … so im verklärten Rückblick.