Medienscouts der IGP beraten Senior:innen in der Stadtteilbücherei Pffrath (in der IGP)

Regelmäßig helfen Schüler:innen der Integrierten Gesamtschule Paffrath älteren Menschen bei Problemen mit Smartphones und anderen digitalen Geräten. Die Handyberatung für Senior:innen in der Stadtteilbücherei ist ein Beispiel dafür, wie sich Generationen gegenseitig unterstützen. Die Nachfrage ist groß.

Die ältere Dame ist ratlos. Sie hat ein neues Smartphone geschenkt bekommen und weiß nicht, wie sie es bedienen soll. Oder wie sie es einschaltet. Kein Problem für den Jugendlichen, der ihr in der Bücherei in Paffrath gegenüber sitzt. Er ist Medienscout der Integrierten Gesamtschule Paffrath (IGP) – und wartet genau auf solche Fälle.

Die Medienscouts der IGP bieten einmal im Monat eine kostenlose Handyberatung für Senior:innen an. Dort können diese Fragen zu ihren Problemen mit dem Handy stellen und bekommen Unterstützung – etwa bei der Einrichtung von Apps oder beim Umgang mit WhatsApp. Die Beratung findet in der Stadtteilbücherei Paffrath statt, die in die IGP integriert ist.

Zur Sache: Medienscouts

An vielen weiterführenden Schulen und Förderschulen im Rheinisch-Bergischen Kreis sind Medienscouts unterwegs. Als digitale Lotsinnen und Lotsen helfen sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern dabei, Konflikte im digitalen Raum, wie durch Cybermobbing und Hatespeech, zu erkennen und dagegen vorzugehen, um sich und andere zu schützen. 

Ebenso vermitteln die jungen Expertinnen und Experten wichtige Informationen in Themenfeldern wie Datenschutz, Fake News und Privatsphäre. Dafür wurden sie unter anderem im Bildungsnetzwerk des Rheinisch-Bergischen Kreises im Zusammenspiel mit der Landesanstalt für Medien NRW ausgebildet.

Mehr Beiträge zu Medienscouts finden Sie hier

Die Idee stammt von der Leiterin der Stadtteilbücherei, Claudia Wanoucek-Schenk. Seit über einem Jahr organisiert sie dieses Angebot, gemeinsam mit den Medienscouts und deren begleitendem Lehrer Stefan Rosenthal.

Die Probleme der Senior:innen

Schon um 11.30 Uhr betreten die ersten Senior:innen die Bücherei und versammeln sich an einem großen Tisch. Kurz darauf kommen die neun Medienscouts. Nach und nach füllt es sich. Das Angebot werde gut angenommen, berichten die Jugendlichen. Einige der Senior:innen kämen immer wieder. „Ich bin schon von Anfang an dabei“, sagt ein Besucher. Die Hilfe der Medienscouts nutze er regelmäßig.

Jeder Medienscout setzt sich zu einem oder einer der Senior:innen und bespricht das jeweilige Problem. Die Themen an diesem Tag sind vielfältig: Manche haben Fragen zu Textbearbeitung und Drucken, zu Online Banking oder Kleinanzeigen, andere zu Themen wie Datenroaming oder mobilem Netz. Ein Besucher hat Probleme mit Spam-Mails.

Die Dame mit dem neuen Smartphone hat dieses inzwischen zum ersten Mal eingeschaltet – nachdem ein Medienscout es an den Strom angeschlossen hat.

Häufig möchten die Senior:innen etwas zu den Einstellungen ihrer Geräte wissen oder darüber, wie sie verschiedene Apps nutzen. Andere gängige Probleme seien die Übertragung der Daten von einem alten Handy auf ein neues.

Die Medienscouts der IGP mit ihrem begleitenden Lehrer Stefan Rosenthal

Die Hilfe der Medienscouts

Es gebe nur selten Probleme, bei denen sie nicht helfen könnten, berichten die Schüler:innen. Wenn es zum Beispiel um Konten oder persönliche Daten gehe. „Da achten wir natürlich auch auf Datenschutz“, sagt die Büchereileiterin Wanoucek-Schenk.

Die Senior:innen sind sehr zufrieden mit der Hilfe der Medienscouts. Niemand geht an diesem Tag nach der einen Stunde nach Hause, ohne das Problem zusammen mit den Medienscouts gelöst zu haben. „Er hat mir ganz toll geholfen“, sagt die Frau mit dem neuen Handy und bedankt sich.

Hilfe wird gut angenommen

Rosenthal lobt die Arbeit der Schüler:innen und betont, dass sie ihre Zeit – eine Lernzeit-Stunde – dafür opferten. Das Projekt Handyberatung bezeichnet der Lehrer als großen Erfolg.

Auch Wanoucek-Schenk zeigt sich begeistert. Als ausgebildete Medienscouts seien die Schüler:innen für diese Aufgabe bestens gerüstet. Das Programm ist aus ihrer Sicht auch deshalb so beliebt, „weil man sich nicht anmelden muss. Die Senioren können kommen, wenn sie wollen und bekommen hier Hilfe“. Auch die Schüler:innen profitierten, da sie mit der Zeit lernten, auf die älteren Menschen einzugehen.

Das Angebot der IGP-Schüler:innen steht allen offen und ist nicht nur auf Handys beschränkt. Andere mobile Geräte können ebenfalls mitgebracht werden. Und meistens können die Medienscouts helfen.


Die nächsten Termine der Handyberatung:
Dienstag, 24. Februar
Dienstag, 24. März
Dienstag, 28. April
Dienstag, 19. Mai
Dienstag, 30. Juni
jeweils von 11.45 bis 12.30 Uhr

Stadtteilbücherei Paffrath
Borngasse 86
51469 Bergisch Gladbach

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  1. Tja, sicher eine gute Sache… Respekt vor den jungen Leuten! Nun aber etwas weiter gedacht. Was ist mit den Menschen, welche ein physikalisches Problem mitbringen, z.B. eine starke Sehstörung, welche das Ablesen von kleinen Displays überaus schwierig macht?

    In Hamburg wollte ich mir mal an einer ÖPNV-Verkaufsstelle ein Nahverkehrsticket kaufen. Dort wurde mir von einem sehr agilen jungen Mann empfohlen, mir doch schnellstens ein Smartphone zuzulegen, Papiertickets würden, wie jeder weiß, schließlich abgeschafft und das mit einem Hinweis auf Schulungsangebote für Senioren… Und die Smartphoneabstinenten sind dann die Volldeppen, die übrig bleiben… Selbst Schuld und lebensuntauglich?

    Mein Berufsleben hatte ich übrigens über 40 Jahre lang als Organisationsprogrammierer von Großrechnern bei Krankenkassenspitzenverbänden zugebracht. Man sollte sich unbedingt den Innovationen der Neuzeit anpassen? Ich bin erschüttert, mit was für grotesken Macken die s.g. Apps heutzutage auf den Markt kommen… Solche Qualitätsmängel hätten zu meiner Zeit zu einem Verlust der Berufsehre geführt. Woher ich das weiß? PC mit Großbildschirm sind für mich alltägliche Arbeitsmittel- und Informationsmittel. No Problem…

    Im Übrigen bin ich allerdings der Meinung, dass die analoge Lebensgestaltung als Grundrecht in die Verfassung aufgenommen wird.
    Dieter Richter (75), Bergisch Gladbach

  2. Das ist ein ganz prima Angebot, das die Schüler- und Lehrerschaft der IGP gemeinsam mit der Bücherei hier auf die Beine gestellt haben!

    Ein Gewinn für alle.

    Wirklich super!