Immer wieder wird an den Container für Kleidung und Glas jede Art von Müll entsorgt. Foto: Redaktion

Mit einem halben Jahr Verzug hat die Stadtverwaltung eine Reihe von Fragen der CDU zu den Zuständen rund um die Altkleider- und Altglascontainer beantwortet und gleichzeitig auf eine aktuelle Anfrage des Bürgerportals reagiert. Zur Altglas-Flut zur Jahreswende gibt es Erklärungsansätze, bei den Altkleidern erwägt die Stadt eine radikale Lösung.

Bei der Analyse sind sich alle einig: Die Vermüllung der Standorte für die Wertstoffsammlung ist eine Katastrophe. Beim Altglas kommt es (wie besonders eklatant zur Jahreswende) zu massiven Überfüllungen, bei den Altkleidern herrscht völlige Verwahrlosung.

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Auch die Verwaltung teile die Einschätzung der CDU-Fraktion, „dass die zunehmende Vermüllung im Umfeld von Glas- und Altkleidercontainern ein sehr ernstzunehmendes Problem darstellt. Neben dem negativen Erscheinungsbild entstehen hygienische und ordnungsrechtliche Herausforderungen, die die Akzeptanz der getrennten Sammlung in der Bevölkerung beeinträchtigen“.

So lautet die Vorbemerkung der Stadt zu einer Mitteilung für die Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Umwelt, Sicherheit und Ordnung (AIUSO) am 24. Februar (siehe Dokumentation unten).

Damit reagiert die Verwaltung auf eine Anfrage der CDU vom 23. Juni 2025, nachdem die CDU in den vergangenen Tagen mit zwei Pressemitteilungen Druck gemacht hatte. Die 15 Fragen werden beantwortet, zudem hat die Stadt nun auch auf eine Nachfrage des Bürgerportals reagiert.

Beim Altglas setzt die Stadt vor allem darauf, dass die beauftragten Entsorgungsfirmen ihren Job machen, bei den Altkleidern könnte es zu einer grundlegenden Änderung kommen.

So sieht es beim Altglas aus

Zur völligen Überfüllung der Altglascontainer um die Jahreswende haben offenbar mehrere Umstände geführt. Zum einen sind die Container, das geht aus den Antworten der Stadt auf die Bürgerportal-Anfrage indirekt hervor, zwischen Weihnachten und Neujahr nicht mehr geleert worden. Offenbar deshalb, weil sich die Zuständigkeiten für Betrieb und Entleerung unter dem Dach des Dualen Systems just zu Jahresanfang geändert hatten.

Altglascontainer vor der Grundschule in Hebborn zu Jahresbeginn. Foto: Redaktion

Hinzu kamen Schnee und Eis sowie Standorte, die so mit Flaschen zugestellt waren, dass die Container kaum noch zu erreichen waren und es noch länger dauerte, bis die Rückstände aufgearbeitet waren.

Was unternimmt die Stadt gegen das grundsätzliche Problem?

Sie habe die Überfüllung der Altglas-Container gleich zu Jahresanfang bei den Firmen „ausdrücklich angesprochen“ sowie auf „Gefahren und Probleme hingewiesen“, heißt es in der Stellungnahme für das Bürgerportal. Dabei habe die Stadt gefordert, dass auch zwischen Weihnachten und Neujahr entleert wird.

Weitere Lösungsansätze sind in den Stellungnahmen nicht zu erkennen; eine Reduzierung oder Verlagerung der Standorte sei kaum möglich.

So sieht es bei den Altkleidern aus

Auch für die Reinigung der Standorte seien diese Firmen zuständig. Allerdings bilden die Standorte für Altglas und Altkleider in der Regel eine Einheit – und die Altkleidersammlung sieht der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) als Kern des Problems. Sie seien „ein wesentlicher Störfaktor“ – weil dort ständig Müll jeder Art abgeworfen wird.

Für die Entsorgung und Sauberkeit ist der städtische AWB) in den meisten Fällen selbst zuständig. Hinzu kommen einige Container von privaten Anbietern.

Egal, wer zuständig ist – sie alle kämpfen mit immer größeren Problemen. Denn nicht nur die Qualität der eingeworfenen Altkleider werde immer schlechter, im Umfeld der Containern lande zunehmend auch Hausmüll, Sondermüll und Bauschutt. Das berichtet die Stadt in den Antworten auf die CDU-Anfrage.

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Wie will sie nun damit umgehen? Zum einen hatte Bürgermeister Marcel Kreutz in seiner Haushaltsrede bereits angekündigt, an zehn Standorten eine Videoüberwachung einzuführen.

Sollten auch das nicht erfolgreich sein müsste eine Straßensammlung ins Auge gefasst werden. Wie das konkret aussehen könnte, beschreibt die Stadt in den Antworten an das Bürgerportal: Die eigenen Altkleidercontainer werden ganz abgebaut, statt dessen werden Altkleidersäcke ausgegeben und zu regelmäßigen Terminen auf den Straßen eingesammelt.

Zudem würde es weiterhin dauerhafte Abgabepunkte an den Standorten des AWB (wie etwa dem Wertstoffhof) geben. Diese Option werde derzeit „fachlich geprüft“.

Die Hoffnung der Fachleute: Kameraüberwachung und Straßensammlung lösen die „Anonymität“ der Containerentsorgung auf, die „Fehlwurfquote“ sinkt.

Die Anfrage der CDU und die Antworten der Stadt stehen nun bei der Sitzung des AIUSO am 24. Februar auf der Tagesordnung.

Dokumentation

Die Fragen der CDU vom 23.6.2025, die Antworten der Stadtverwaltung vom 5.2.2026:

Pressemitteilung der CDU vom 2.2.2026

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Die Glascontainer nach Neujahr sind kein Problem der Stadt, sondern der alkoholgestörten Gehirnträger und Gehirnträgerinnen. Es tritt schließlich seit zig Jahren jedes Jahr auf. Und alle wissen es. Wieso warten diese Personen nicht, bis der Container geleert ist? Es war Platz für die vollen Flaschen, somit ist auch Platz für die leeren Flaschen. Haben diese Leute schon einmal gesehen, wie lange der Entsorger braucht, um die riesige Menge losen Glases wegzumachen? Der bekommt nicht einmal 45 % seines normalen Tages-Pensums erledigt. Alles wegen diesen …!

  2. Dumme Frage – aber warum werden die Dinger nicht einfach häufiger geleert? Zu selten leeren und dann sagen “Mach ich nicht mehr!” ist ja ein wenig schwierig.

    1. Vielleicht gibt es da eine ganz einfache Erklärung für. Firmen finden kein Personal mehr.

    2. Da muss man wohl die beiden Sammlungen trennen. Beim Altglas könnte man das machen, wenn man eine entsprechende Personal- und Fahrzeugausstattung aufbauen kann und sich das auch rechnet. Altglas bringt Geld und mehr Altglas bringt im Prinzip mehr Geld – irgendwo ist man aber an einem Punkt, an dem man nur noch die Betriebsausgaben erhöht und deshalb nicht mehr Umsatz macht.

      Bei den Altkleidern sieht die Sache anders aus. Bundesweit werden Altkleidersammlungen eingestellt, einzelne Verwertungsbetriebe haben auch schon ihr Geschäft aufgegeben, weil die Container mit nicht verwertbarer Einwegkleidung (etwa von Shein) geflutet werden. Hier gibt es ein interessantes Interview mit dem Bundesumweltminister dazu: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Die-Altkleidercontainer-sind-voll-mit-diesem-Schrott-id30322884.html
      Wenn die Stadt die Sammlung in dieser Form aufgibt, dann deshalb, weil ein defizitärer Betrieb letztlich alle Bürger belastet. Und einen privaten Betreiber wird man nur schwer finden, wenn der von vornherein absehen kann, dass er mit der Sammlung in die Miesen kommt.

  3. Die Problematik mit der Entleerung der Glascontainer wird sich wohl lösen lassen, wobei es bemerkenswert ist, wenn bei überfüllten Containern das Glas daneben abgestellt wird, den dann die Mitarbeiter der beauftragten Entsorgungsfirma mühevoll aufsammeln dürfen. Straßensammlungen und Abgabemöglichkeit auf dem “Wertstoffhof”, das dürfte für Altkleider der Weg sein. Wie einer auf die Idee verfallen kann, 5-Euro-Klamotten in den Altkleidercontainer zur Wiederverwertung einzuwerfen, ist mir ein Rätsel. Die Container werden verstopft mit Müll, der sich nirgends verkaufen lässt und nur Ärger schafft. Oder meinen die Leute, dass dieses Zeug, das nach ein bis zwei Wäschen hinüber ist, noch als Kleidung für Bedürftige ausreicht? Wir haben hierzulande schon merkwürdige Vorstellungen.

  4. Guten Morgen, ein leidiges Thema. Wenn mir ein Auftrag erteilt wird und ich diesen auch abrechne, darf mein Auftraggeber verlangen, dass ich diesen Auftrag auch ordnungsgemäß erfülle. Wenn die Vergabe der Leerung und auch das Reinigen der Wertstoffcontainerplätze in Auftrag gegeben wurde, darf man erwarten, dass die Firmen ihren Auftrag erfüllen. Entweder stimmt der vergebene Auftrag nicht, oder die Firmen arbeiten nicht korrekt.

    1. Soso, der “Auftrag” stimmt nicht oder die Firmen arbeiten nicht korrekt.

      “im Umfeld der Containern lande zunehmend auch Hausmüll, Sondermüll und Bauschutt”
      Und wem würden Sie hierfür gerne die Schuld in die Schuhe schieben?
      Soll da vielleicht täglich jemand aufräumen/hinterherräumen kommen?

      1. Die wilden Müll Plätze werden sich wohl mit oder ohne Kleiderboxen weiter halten.
        Was da hin geworfen wird ist Müll und Schrott.
        Das einzige was hilft Licht und eine Video Überwachung.

        Sehr wahrscheinlich wird dann aber im dunklen der Nacht alles in den Wald gekippt.

        Der Müll in dem Wald Bonschlade, Oberheidkamperstr. Vor Wochen gemeldet, 3 x per App,keine Antwort wird auch immer mehr.
        Vor allem die Abgestellten Lkw und Anhänger bringen die netten Menschen dazu einfach alles in den Wald zu kippen.
        Müll bringt Müll….
        Es kümmert auch niemand das unbeleuchtet LKW oder Anhänger außerhalb der Ortschaft stehen.
        Ja ja der Opa nörgelt wieder was hat der heute wieder… Super App….