Der Ausschuss tagte im Rathaus Bensberg. Foto: Redaktion

Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport deckt ein breites Feld ab, das zeigte sich auch in der ersten Sitzung der neuen Legislaturperiode. Die Stadt präsentierte eine neue Variante für die Aufwertung des Stadion-Areals an der Paffrather Straße, blieb bei Aussagen zum Bergischen Museum aber vage. Zudem ging es um das Schulmuseum und die Musikschule.

Wir fassen die Debatten und Ergebnisse der Sitzung des Ausschusss für Bildung, Kultur und Sport (ABKS) in einem adhoc-Protokoll knapp zusammen.

Der neue Vorsitzende des Ausschusses, Frank Reisender (CDU), appellierte zum Auftakt der Sitzung, gemeinsam und sachlich für die Kultur und den Sport in Bergisch Gladbach zu arbeiten. So verlief die Sitzung dann auch, weder zwischen CDU, SPD und Grünen noch zwischen Ausschuss und Verwaltung traten spürbare Dissonanzen auf.

Fachbereichsleiterin Barbara Kirschner gab zum Start einen kurzen Überblick über den Sachstand bei der Wiederinbetriebnahme der aufgrund von Sicherheitsmängeln gesperrten Sporthallen der Schulen:

  • Die Mehrfachhalle der IGP ist wieder offen, die Geräteräume müssen jedoch noch geschlossen bleiben. Die Böden sollen in den Osterferien erneuert werden.
  • Bei den Otto-Hahn-Schulen gehen die Hallen 1, 5 und 6 jetzt wieder gehen in die Nutzung. In den Hallen 2 bis 4 werde zur Zeit die Beleuchtung erneuert, sie sollen voraussichtlich nach Osterferien zum Teil wieder nutzbar sein.
  • Die Sporthalle der Nelson-Mandela-Gesamtschule bleibt für längere Zeit gesperrt, im Moment würden die Angebote für eine Sanierung geprüft.

Schulmuseum Katterbach hat Potenzial

Der (nicht mehr ganz) neue Leiter des Schulmuseums, Dominik Olbrisch, stellte sich im Ausschuss vor. Sein erstes Jahr sei von einer Bestandsaufnahme und Vernetzung mit anderen Kulturakteuren geprägt gewesen, die Zahl der Besucher sei nach einem führungslosen Jahr bereits wieder um 25 Prozent auf über 4000 erhöht worden. Viele Projekte seien in Vorbereitung, die nun nach und nach umgesetzt werden sollen – darunter auch eine Auffrischung der Dauerausstellung.

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Was gibt’s Neues im Schulmuseum, Herr Olbrisch?

Seit einem Jahr hat das Schulmuseum Katterbach einen neuen Leiter: Dominik Olbrisch, 35 Jahre alt, voller Ideen und Tatendrang. Zeit ihn zu fragen, was in diesem Jahr passiert ist – und sich gleich vor Ort konkrete Updates zeigen zu lassen. So viel vorab: Es wird gefühlig. Und kurios.

Die 6. Variante für das Stadion-Areal

Eine weitere, inzwischen sechste Variante für die Sanierung und Erweiterung des Sportareals rund um das Stadion an der Paffrather Straße stellte die Stadt vor. Eigentlich war geplant gewesen, den alten Ascheplatz nach der jetzt erfolgten Schadstoffsanierung in einen großen Kunstrasenplatz umzubauen. Inzwischen habe sich aber herausgestellt, dass dafür eine Entgasungs- und Entwässerungsanlage hätte eingebaut werden müssen – was die Kosten von 2,5 auf 3,6 Millionen Euro getrieben hätte, berichtete der zuständige Dezernent Stephan Dekker.

„Den teuersten Kunstrasenplatz Deutschland“ wollte sich die Stadt dann doch nicht leisten und hat einen neuen Plan erarbeitet:

  • Auf den großen Kunstrasenplatz wird verzichtet, dafür wird ein verkleinertes Feld (das aber immer noch den DFB-Richtlinien entspricht) auf der unteren Ebene neben dem alten Kunstrasenplatz gebaut.
  • Der ehemalige Ascheplatz wird im hinteren Teil nach und nach zu einer multifunktionalen Fläche für den Freizeitsport ausgebaut.
  • Der vordere Teil des Ascheplatzes wird mit einer Schotterschicht überzogen und stehe „für sportive Nutzungen“ und bei Veranstaltungen doch wieder als Parkplatz zur Verfügung.
  • Als mögliche Sportarten, die auf der Schotterfläche stattfinden können, nennt die Stadt Parcour, Beachvolleyball, Dirtbike, Jumpbike, Bogenschießen oder Calisthenics.

Von den im vergangenen Jahr beschlossenen 2,5 Millionen Euro stehen damit voraussichtlich noch 450.000 Euro zur Verfügung. Die dürften nicht für Kostensteigerungen draufgehen, sondern sollten wie versprochen für die Sanierung des bestehenden Basketballplatzes und der Weitsprunganlage eingesetzt werden, forderte Dettlef Rockenberg als Vorsitzender des Stadtsportverbandes.

Das wurde von der CDU unterstützt – und von der Verwaltung zugesichert.

Dem Vorschlag der Verwaltung für das Gesamtpaket stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

Dokumentation

Unklare Perspektiven für das Bergische Museum

Nach der plötzlichen Schließung des Bergischen Museums in Bensbeg aufgrund von Sicherheitsmängel im elektrischen System hatte die CDU einen umfangreichen Fragenkatalog zu Art und Ursachen der Mängel sowie der Perspektiven für eine Wiedereröffnung gestellt – die die Stadtverwaltung schriftlich im Detail beantwortete.

Demnach wurden die dort demnächst anstehenden Trauungen (in einer sehr überschaubaren Zahl) ins historische Rathaus verlegt. Ob eine schrittweise Wiedereröffnung möglich sei, werde geprüft.

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TÜV legt Bergisches Museum still

Die Liste der städtischen Einrichtungen mit massiven (bau-)technischen Problemen wächst. Bei einer routinemäßigen Prüfung durch den TÜV sind gravierende Mängel im Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg entdeckt worden. Die Stadt hat das Museum vorerst geschlossen, für die Trauungen im Museum muss eine Ausweichlösung gefunden worden.

Grüne und CDU bemängelten, dass die Antworten zwar nachvollziehbar seien, aber keine konkrete zeitliche Perspektive für das Museum und seine Mitarbeiter:innen bietet. Mehr sei im Moment aber noch nicht möglich, bestätige Dezernent Dekker. Bei einer allerersten Bestandsaufnahme sei man von einer sechs- bis achtwöchigen Schließung ausgegangen. Ob das noch haltbar sei, sei im Moment aber offen.

Die Finanzierung der Reparaturen müsse über den regulären Haushalt laufen; eine gründliche Sanierung des Museums habe ja ohnehin angestanden.

Keine Barrierefreiheit in der Musikschule

Die Grünen hatten in einer Anfrage erneut das Problem auf die Tagesordnung gebracht, dass inklusive Angebote der Musikschule nicht richtig greifen, weil der einzige größere Raum im ersten Stock liegt und nur über eine Treppe zu erreichen ist. Das bereite nicht nur dem inklusiven Ensemble, sondern auch dem in die Jahre gekommenen Chor große Probleme.

Fachbereichsleiterin Kirschner erinnerte daran, dass nur der Bau eines Aufzugs eine Lösung bringen können. Das sei schon mehrfach geprüft worden, erfordere jetzt jedoch weitere Brandschutz- und Statikgutachten und am Ende einen Bauantrag.

Damit aber, warnte die CDU, verliere das Gebäude seinen Bestandsschutz und könne womöglich ganz verloren gehen.

Aus den Reihen der Grünen kam die Frage, ob der Chor nicht an einem anderen Ort, zum Beispiel in einer Schule, proben könne. Diese Idee werde man prüfen, sagte Kirschner zu.

Hinweis der Redaktion: Die komplette Tagesordnung und alle Dokumente finden Sie im Ratsinformationssystem.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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