Die Seniorenbegegnungsstätte Mittendrin in der Innenstadt. Foto: Caritas

Voraussichtlich Mitte August muss die Seniorenbegegnungsstätte ihren langjährigen Standort in der Bergisch Gladbacher Innenstadt verlassen. Das Gebäude, in dem das „Mittendrin“ untergebracht ist, wurde verkauft. Der Caritasverband sucht dringend eine neue Bleibe, um die beliebten Angebote fortzuführen.

Die beliebte Seniorenbegegnungsstätte „Mittendrin“ verliert ihre bisherigen Räume im Zentrum von Bergisch Gladbach und muss voraussichtlich Mitte August ausziehen. Das bestätigt die Caritas RheinBerg auf Nachfrage in einer Pressemitteilung. 

Demnach wurde das Gebäude in der Hauptstraße 249, in dem sich das „Mittendrin“ befindet, verkauft. Der Caritasverband habe Ende Januar 2026 die Kündigung erhalten, die zum 15. August 2026 wirksam werde. „Mittendrin wird damit aller Voraussicht nach sein langjähriges Zuhause verlassen müssen“, teilt der Verband mit. Die Suche nach neuen Räumen laufe, ebenso Gespräche über eine mögliche Übergangslösung.

Zur Sache: Begegnungsstätte Mittendrin

Das „Mittendrin“ ist seit 2005 eine feste Institution für ältere Menschen in der Stadt und steht laut Caritas „für Gemeinschaft, Bildung, Lebensfreude und ein offenes Miteinander“. Als „praktisch wirksames Angebot gegen Einsamkeit“ biete die Begegnungsstätte vielen Menschen ein zweites Zuhause. 

Die Angebote richten sich an Menschen ab 55 Jahren, die soziale Kontakte, Unterstützung und Begegnung suchen. Rund 10.000 Besucher:innen verzeichnete die Einrichtung im vergangenen Jahr – darunter auch Senior:innen umliegender Gemeinden.

Neben gemeinsamem Kochen und Essen, Ausflügen, Spielrunden und Festen bietet das „Mittendrin“ Vorträge, Computerkurse und Handy-Beratungen an, um eine soziale und digitale Teilhabe zu ermöglichen. Gymnastik- und Gesundheits-Kurse sowie kulturelle Veranstaltungen stehen ebenfalls regelmäßig auf dem Programm.

Das aktuelle Programm der Begegnungsstätten finden Sie immer im Bürgerportal sowie auf der Website der Caritas (download, ganz unten).

Schon länger steht die Finanzierung der Begegnungsstätte auf wackligen Füßen. Zuletzt musste die Caritas die Öffnungszeiten deutlich verkürzen, um die Einrichtung überhaupt erhalten zu können. Die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen sind seitdem nur noch an drei statt fünf Tagen als Ansprechpartnerinnen vor Ort. Montags und freitags bleibt das Büro geschlossen. 

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Sparzwang: Senioren sorgen sich um ihr „zweites Zuhause“

Die Seniorenbegegnungsstätte „Mittendrin“ ist ein Ort, an dem sich Menschen treffen, anfreunden und einander im Alter unterstützen. Die Kosten für den Betrieb sind stark gestiegen, mehr Geld gibt es von der Stadt aber nicht. Daher ist der Fortbestand – ebenso beim „Treffpunkt im Anna-Haus“ – gefährdet. In einem ersten Schritt kürzt die Caritas nun den Einsatz der hauptamtlichen Kräfte massiv. Kathy Stolzenbach und Thomas Merkenich haben sich vor Ort umgeschaut.

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Bethe-Stiftung setzt sich für Erhalt des „Mittendrin“ ein

Die Finanzierung der beliebten Seniorenbegegnungsstätte „Mittendrin“ im Zentrum von Bergisch Gladbach steht auf wackligen Füßen. Um die jährliche Unterfinanzierung zu überbrücken, startet die Caritas RheinBerg eine dreimonatige Spendenkampagne. Die Bethe-Stiftung unterstützt diese mit einer Verdopplungsaktion.

Spendenaktion der Bethe-Stiftung

Um die jährliche Unterfinanzierung zu überbrücken, hatte die Caritas RheinBerg eine dreimonatige Spendenkampagne gestartet, die von der Bethe-Stiftung mit einer Verdopplungsaktion unterstützt wurde. Es wurden knapp 24.000 Euro gespendet. Die Bethe-Stiftung hatte angekündigt, alle Spenden bis zu einem Gesamtbetrag von 20.000 Euro zu verdoppeln. 

Die Spendensumme kommt laut Caritasverband zu einem „Zeitpunkt, an dem Unterstützung besonders wichtig ist“. Sie gebe „wichtigen Rückenwind und zeigt, wie sehr das Mittendrin in der Region benötigt wird“.

Gespräche mit dem neuen Eigentümer haben laut Caritas „völlig neue Bedingungen“ für eine Fortfühung des Mietverhältnisses ergeben: Vorgesehen war demnach die „Mitmietung bislang ungenutzter, maroder Räume“ im Obergeschoss – ohne eigenen Zugang „und damit auch nicht extern vermietbar“. Die sich daraus ergeben neue Quadratmetergröße wäre mit höheren Mietkosten verbunden und „ist somit für den Verband nicht mehr tragbar“. 

Suche nach neuen Räumen

Die Suche nach neuen Räumen läuft laut Caritas „auf Hochtouren“; mehr als zehn potenzielle Immobilien seien bereits besichtigt und auf ihre Eignung geprüft worden. Der Verband sucht barrierefreie Räume mit einer Gesamtgröße zwischen 140 und 180 Quadratmetern. Benötigt würden mindestens zwei Räume und eine Küche. Vor dem Hintergrund steigender Mieten „hofft man auch auf die Unterstützung der Stadt“.

Trotz dieser „schwierigen Ausgangslage“ bleibe das Verhältnis zum neuen Eigentümer „konstruktiv“, so die Caritas. Weitere Gespräche – auch über eine mögliche Übergangslösung – seien demnach offen. Die Vorstände der Caritas RheinBerg informierten die Besucher:innen der Begegnungsstätte vor Ort über die Situation.

Mehrere Senior:innen äußerten im Gespräch mit dem Bürgerportal ihre Sorgen um die Zukunft des „Mittendrin“. „Was passiert denn mit uns, wenn sich keine anderen bezahlbaren Räume finden?“, fragte eine ältere Dame. „Wo sollen wir denn dann hin?“

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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