Wollen ihr Stammesheim am Quirlsberg nicht verlieren: Chris, Lilli, Janis und Felix (von links) vom Pfadfinderstamm Folke Bernadotte Bergisch Gladbach. Foto: Redaktion

Der Stamm Folke Bernadotte kämpft für den Erhalt seiner bisherigen Räume im maroden Gebäude auf dem Quirlsberg. Vor der Ratssitzung, in der über die Zukunft des Q1 entschieden wird, wollen die Pfadfinder vor dem Bensberger Rathaus demonstrieren. Sie kritisieren die Verkleinerung der Räume für die Jugendarbeit im geplanten Neubau.

Die Pfadfinder kämpfen weiter dafür, dass das sanierungsbedürftige Q1-Gebäude am Quirlsberg erhalten bleibt und sie ihre bisherigen Räume dort weiter nutzen können. Unter dem Motto „Quirlsberg der Jugend erhalten“ ruft der Pfadfinderstamm Folke Bernadotte zu einer Kundgebung am Dienstag, 24. März, auf.

Sie findet um 16 Uhr vor dem Bensberger Rathaus statt – unmittelbar vor der Ratssitzung, in der über die Zukunft des Gebäudes entschieden werden soll. Auf diese Weise wollen die Pfadfinder die Ratspolitiker:innen von ihren Argumenten überzeugen. Außerdem haben die Kinder und Jugendlichen des Pfadfinderstamms an fast alle Mitglieder des Stadtrates einen kurzen, persönlichen Brief geschrieben.

Deutlich kleinerer Neubau

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses hatten die Mitglieder mehrheitlich dafür gestimmt, kurzfristig und übergangsweise nur die notwendigsten Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen. Dadurch soll die Sicherheit der Besucher:innen gewährleistet und der Betrieb aufrechterhalten werden. 

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Kommunal, kurz und knapp: Jugend verlässt das Q1-Gebäude

Das Jugendzentrum zieht vom Quirlsberg aufs Zanders-Gelände, Pfadfinder und Kindergartenmuseum teilen sich einen deutlich kleineren Neubau. Bis dahin saniert die Stadt nur das absolut Notwendigste im maroden Q1-Gebäude. Das hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen – zum großen Unmut der Pfadfinder. Offen bleibt, was künftig am bisherigen Standort passiert.

Langfristig sollen Pfadfinder und Kindergartenmuseum in einen deutlich kleineren Neubau an der Hauptstraße ziehen. Das Jugendzentrum Q1 soll im künftigen sozio-kulturellen Zentrum in der Zentralwerkstatt auf dem Zanders-Gelände unterkommen. Unklar bleibt, was perspektivisch mit dem alten Gebäude passiert, das der Stadt gehört.

„Der Ansatz der Stadt, welcher im Jugendhilfeausschuss so angenommen wurde, kann für uns nicht funktionieren“, heißt es im Aufruf zu der Kundgebung. „Wir sehen dadurch unsere Vereinsarbeit massiv gefährdet.“

Hauptkritikpunkt der Pfadfinder ist die aus ihrer Sicht massive Verkleinerung der Fläche für die Kinder- und Jugendarbeit: Im bisherigen Gebäude stehen den Nutzer:innen – vor allem das Jugendzentrum Q1 – insgesamt 1287 Quadratmeter zur Verfügung.

Im geplanten Neubau, das sich Pfadfinder und Kindergartenmuseum (sowie möglicherweise weitere Jugendverbände) teilen sollen, werden es 250 Quadratmeter sein. Dazu muss die Fläche in der Zentralwerkstatt hinzugerechnet werden; dazu gibt es von der Stadt noch keine klare Angaben.

Kampagne in den Sozialen Medien

Um ihre Argumente noch einmal öffentlich darzustellen, haben die Pfadfinder eine Kampagne auf Social Media gestartet. Auf Facebook und Instagram stellen sie bis zur Ratssitzung jeden Tag Argumente für den Erhalt oder Mythen rund um das geschichtsträchtige Q1-Gebäude vor. Nach der Kundgebung planen die Pfadfinder gemeinsam die Ratssitzung zu besuchen.

„Wir wollen uns, um unserer Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen, die Mitglied bei uns sind oder in den letzten 80 Jahren waren, noch nicht geschlagen geben“, heißt es im Aufruf der Pfadfinder.

 

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  1. Jetzt bin ich fast ein wenig traurig, dass ich es noch nicht hinbekommen habe, den Mitgliedsantrag bei den Grünen abzuschicken. Nach deren Abstimmungsverhalten (natürlich auch dem der SPD und der CDU) hätte ich freudig die Kündigung der Mitgliedschaft geschrieben. Unfassbar. Und das nach den Wahlergebnissen der Jungwähler in RLP mit über 30% FCKAFD. Da möchte sich Bergisch Gladbach wohl auch hinbewegen.

  2. Jugendarbeit in GL verkommt zur Fußnote. Ein Schlag ins Gesicht der nächsten Generation.

  3. Gute Jugendarbeit braucht mehr als ein altes Haus: Warum die Stadt den Pfadfindern verlässliche Räume, aber keinen musealen Erhalt schuldet.

    Die Pfadfinder rufen mit ihrer Demo „Quirlsberg der Jugend erhalten“ zu emotionaler Mobilisierung auf. Das ist eine nachvollziehbare Reaktion auf den Vorschlag der Stadt, das marode Q1-Gebäude durch ein modernes Jugendquartier zu ersetzen. Doch gute Jugendarbeit lebt nicht von Folklore und sentimentaler Bindung an ein historisch gewachsenes Gebäude, mit der allein noch keine Haushaltsmittel im knappen Kommunalhaushalt entstanden sind. Die Stadt Bergisch Gladbach ist verpflichtet, allen Kinder- und Jugendgruppen eine tragfähige Infrastruktur bereitzustellen. Das schließt die Pfadfinder mit ein, aber daraus folgt kein Anspruch auf genau diese 1.287 m² in genau diesem Altbau, der eine teure Generalsanierung erfordern würde.

    Stattdessen geht es um verlässliche, sichere und barrierefreie Räume, die den realen Bedürfnissen der Gruppenstunden, Lager-Vorbereitungen und Materiallager entsprechen, ohne überdimensionierte Flächen aus einer anderen Zeit zu konservieren. Die Pfadfinder kritisieren eine Reduzierung auf 250 m² im Neubau. Doch Flächen, die heute zum Teil leerstehen oder ineffizient beheizt werden, lassen sich in einer verschuldeten Kommune mit Investitionsstau bei Schulen, Kitas und Sporthallen nicht rechtfertigen. Das gilt schon gar nicht, wenn dadurch beispielsweise Schulbaumaßnahmen oder andere Jugendangebote gekürzt werden müssten. Ein Neubau setzt auf Mehrfachnutzung und Effizienz, senkt Betriebskosten und schafft zukunftsfähige Strukturen, die pädagogisch sogar wertvoller sein können als ein sanierungsbedürftiges Großobjekt.

    Die emotionale Verbundenheit mit dem Quirlsberg ist menschlich verständlich, nach Jahrzehnten Jugendarbeit dort. Politische Entscheidungen müssen jedoch zwischen Tradition und gesamtstädtischer Verantwortung abwägen. Die Stadt schuldet den Pfadfindern echte Beteiligung an der Planung, transparente Zeitpläne und angemessene Flächen, aber kein Vetorecht gegen Lösungen, die nicht der Wunschvorstellung der Pfadfinder entsprechen. Fairness gegenüber allen Jugendhilfe-Angeboten, von offener Arbeit bis inklusiven Projekten, erfordert Priorisierung öffentlicher Mittel für funktionale Räume statt für überfordernde Altlasten.

    Wer den Quirlsberg als Symbol der Jugend retten will, sollte nicht nur an ein Haus denken, sondern an alle jungen Menschen in Bergisch Gladbach. Sie brauchen engagierte Ehrenamtliche, starke Inhalte und solide Infrastruktur, bezahlt aus einem Haushalt, der mit Folklore allein nicht ausgeglichen wird.

    1. Lieber Jakob Altenrath, es freut mich zu hören, dass du scheinbar sehr gut die Bedürfnisse der Kinder und Jugendarbeit kennst und auch den Zustand des Q1 Gebäudes beurteilen kannst. Vielleicht kannst du uns mit deinem Wissen und Engagement mal in Gruppenstunden oder so aushelfen

      Jetzt aber inhaltlich zu deinem Kommentar:

      1. Das Gebäude ist nicht marode! Wir können uns jetzt ewig über eine genaue Definition dieses Wortes streiten, ich glaube aber dass ein Großteil der Bevölkerung damit nicht meint, dass in ein so großes Gebäude nach 20 Jahren mal wieder 250.000€ gesteckt werden müssten, damit es wieder Sicherheitsstandards entspricht

      2. Es lässt sich natürlich die Frage stellen, ob man ein so großes Gebäude noch braucht, wenn es aktuell nicht zu seiner Kapazität genutzt wird. Die Antwort darauf ist aber schlicht: Ja!

      Es gibt schon einen Grund, warum in den letzten zwei Jahren alle anderen Parteien das Haus verlassen haben und keine neuen angeworben wurden. Es liegt nicht an der fehlenden Nachfrage oder daran, dass der Standort anderen nicht gefallen würde, es liegt schlicht an der Unsicherheit über die Zukunft des Gebäudes. Sollte dieses wieder längerfristig gesichert sein, wird sich der Platz schneller füllen als so mache denken (sieht man ja bereits daran, dass die Zentralwerkstatt bereits massiv überbucht ist).

      3. Geht es uns nicht nur darum was uns (Pfadfindern)”Die Stadt schuldet”, sondern um eine allgemeine, zukunftsgerichtete Jugendpolitik. Dass wir kein Veto-Recht haben, ist uns klar. Trotzdem haben wir, wie alle anderen in diesem Land das Recht, unsere Meinung nach außen zu tragen. Ein 250qm Haus und ein Verlust um 1000qm (Minus dem Anteil des Q1 in der Zentralwerkstatt) ist genau nicht zukunftsfähig. Nicht nur, dass sich in Gründung befindenden Organisationen oder bestehenden Organisationen mit Platzproblemen so die Hoffnung auf Räumlichkeiten genommen wird, gibt es für bspw. die Theateraufführungen des Jungen Ensembles gar keine Pläne!

      Im gesamten Diskurs wird gerne über Effizienz geredet. Für mich ist es sehr fraglich ob es Effizient ist, einen Neubau für 2,5 Millionen zu bauen, welcher 250qm enthält (also einem qm preis von 10.000€) oder im absoluten worst case eine komplette Neu-Sanierung für 9 Millionen Euro für 1287qm (Also einem qm Preis von ca. 7000€ im absoluten worst case).

      Hier ist erstmal zu sagen, dass aktuell einfach noch nicht klar ist, ob diese Generalsanierung überhaupt nötig ist. Mit 250.000€ lassen sich schon die akuten Mängel beheben, danach müsste also erst wieder etwas gemacht werden, wenn etwas kaputt geht oder allgemein Ersetzt werden muss. Dieser Preis wurde aber leider noch von niemandem geschätzt, kann aber sehr gut unter den 9 Millionen bleiben. Dazu muss noch beachtete werden, dass in den 2,5 Millionen für den Neubau noch keinerlei Folgekosten für das alte Gebäude enthalten sind. Wenn man dieses aufgeben würde, müsste auch mit erheblichen Abrisskosten zu rechnen sein

      All das gesagte zusammen lassen der Stadt zwei Möglichkeiten:

      Entweder es wird der schnelle und unüberlegte Weg genommen und es wird ein Haus für 2,5 Millionen Euro gebaut, welches nicht den Bedürfnissen der Jugendarbeit nachkommt (nicht nur dem der Pfadfinder) und von Anfang an überbelegt war oder man nimmt sich dem Haus in perfekter Lage an und investiert hier Geld in unsere Zukunft, welches die Kinder und Jugendlichen vor Ort nun Mal sind!

    2. Darf ich Sie, Herr Altenrath, auf den Kommentar vom 09. Dezember 2025 des Herrn Tobias Brunner hinweisen, der deutlich wohlwollender den Jugendlichen gegenüber ausfällt als der Ihrige abwertende (Folklore, überfordernde Altlasten, emotional etc.)

      Herr Brunner ist als Energieberater und Sachverständiger für Energieeffizienz und Gebäudeautomation womöglich kompetenter unterwegs als Sie? ;-)
      Außerdem hat er an der Begehung des Jugendzentrums Q1 am Quirlsberg teilgenommen.

      https://in-gl.de/2025/11/21/stadt-schiebt-entscheidung-ueber-schicksal-des-q1-auf/

      Außerdem leben wir offenbar in einer Stadt, in der sich ältere Anwohner für ihre “gewachsenen Wohnstraßen” aggressiv ins Zeug legen und “tragfähige Infrastruktur” oder Neubauten sowieso verhindern wollen.

      Die “Anwohner” wollen alle nur ihre Ruhe haben! Die wollen weder Veränderung noch junge Leute in ihrer Nachbarschaft!

      Somit sollten die Jungen Leute lieber auch dort bleiben, wo sie immer schon waren, das ist auch konfliktfreier (wg. der älteren Bevölkerung) finde ich.

    3. Herr Altenrath schreibt manches Richtige – zieht daraus aber ein komplett falsches Fazit.
      Es brauche “verlässliche, sichere und barrierefreie Räume, die den realen Bedürfnissen … entsprechen”, die Stadt schulde “angemessene Flächen”, junge Menschen brauchen “solide Infrastruktur”. So weit, so unstrittig – aber der vorgeschlagene Neubau von 250 qm ist das genaue Gegenteil.

      Es geht nicht um “Folklore” oder “emotionale Bindung”, sondern um geeignete Räumlichkeiten in gut erreichbarer Lage. Wenn sich eine adäquate Alternative (z.B. auf Zanders) findet, auch gut – aber solange das nicht der Fall ist, ist es dumm und fahrlässig, eine Sanierung des Q1 auszuschließen.

  4. Bei Zeitperspektiven gilt zu bedenken, dass eine Jugendgeneration fünf Lebensjahre umfasst, vom 14. bis zum 19. Lj. In diesem Zeitraum finden die das Erwachsenenleben prägenden Reifungsprozesse statt. Nicht nur körperlich-geistig-psychisch, sondern auch sozial. Das bedeutet Loslösung vom Elternhaus, Hinwendung zu Menschen der eigenen Altersgruppe. Schließlich wird man sich mit dieser “eigenen Generation” den Rest seines Lebens am meisten identifizieren.
    Wenn also nicht für den aktuellen Zeitraum eine Lösung gefunden wird, könnte diese Generation, welche jetzt offensichtlich zu Recht eine Demo plant, bei , “von der Fahne” gehen. Solch ein Bruch sollte mit Blick auf die nachfolgende(n) Generation(en) verhindert werden.
    Für Seniorenheime hat unsere Gesellschaft doch auch reichlich Mittel zur Verfügung – oder hinkt der Vergleich?
    MfG Dieter Richter (75) , Bergisch Gladbach

  5. 250 Quadratmeter im Verhältnis zu 1287 ist doch keine Lösung eines Platzproblems, sondern klingt eher nach dem Beginn eines Auflösungsprozesses.

    Wenn wir uns daran zurückerinnern, was aus den breit aufgestellten Jugendangeboten (FDJ) der DDR geworden ist (wie immer man über sie denken mag) und was sich aufgrund grober Ignoranz daraus entwickelt hatte, können wir heute schon absehen, dass der Zukunft rechtsnationaler Gruppen auch hier in Bergisch Gladbach jetzt der rote Teppich ausgerollt wird.

    Die AFD kann sich entspannt zurücklehnen. Deren Rattenfänger wissen wie es geht. Schauen wir uns doch an, wie hochaktuell wandlungsfähig sie sind, wenn der Verfassungsschutz seinen Stempel „verfassungsfeindlich“ aufgedrückt hat:

    https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/rechtsextremismus/radikalisierung-junter-akteure.html

    Oder werfen wir einen Blick auf den Internetauftritt der Bundeszentrale für Bildung:

    https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/41740/rechtsextreme-jugendkulturen/

    Zitat daraus: Rechtsextremisten ködern vor allem unter Jugendlichen ihren Nachwuchs. Das typische Einstiegsalter liegt zwischen 12 und 15, als Einstiegdroge Nummer eins gilt Musik von Nazibands wie “Landser” oder “Stahlgewitter”. Aber auch Faktoren wie Kameradschaft und Abenteuertum, Geltungsdrang und Protest spielen eine große Rolle bei der jugendlichen Zielgruppe. In manchen Orten hat der Rechtsextremismus bereits die Vorherrschaft in den Jugendmilieus erobert und ist zur prägenden Ideologie geworden – über die Grenzen von Subkulturen hinaus. Zitatende.
    Welcher Gegenentwurf an freier und gesunder Demokratieentwicklung könnte denn perfekter aussehen, als das Konzept der Pfadfinderschaft “Graf Bernadotte”?

    Bleibt uns jetzt nur noch, auf die richtigen Erkenntnisse der Entscheidungsträger zu hoffen. Die fallen, wie wir alle wissen, leider nicht vom Himmel.

    MfG Dieter Richter, Bergisch Gladbach

    1. Wie gesagt, der Vergleich von 250 zu 1287 qm entspricht nicht den Fakten. Das Jugendzentrum Q1 bekommt neue Flächen in der Zanders Zentralwerkstatt, die müssen bei dieser Rechnung berücksichtig werden.

      1. Sorry, ich ging davon aus, dass Beitrag, den letzten Stand widergibt. Ich dachte tatsächlich, die Zentralwerkstatt, sei – von mir unbemerkt – aus der Planung herausgenommen worden. Ob die Demoankündigung der Pfadfinder tatsächlich berechtigt ist, kann ich jetzt nicht mehr beurteilen.

      2. @Redaktion

        Solange nur Willensbekundungen und keine konkreten Pläne vorliegen und wie Herr Richter sogar schreibt “aus der Planung herausgenommen worden”, sind solche Aussagen, wie sie sie treffen echte Luftnummern.

        Damit möchte ich nicht anzweifeln, dass irgendwann in ferne Zukunft die Umsetzung eins Jugendhauses auf dem Zanders-Areal angedacht ist und sogar umgesetzt werden könnte. Bis das aber geschehen wird, wird es Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, wie bei andere Konversionsprojekte in dieser Größe nachgewiesen werden kann.

        Wir brauchen jetzt eine Lösung in der Stadtmitte, die auch funktioniert und von der Jugend angenommen wird.

        Und tatsächlich ist das jetzige Gebäude am Quirlsberg die beste Option, um das zeitnah umzusetzen. Die Position der Pfadfinder ist zu unterstützen.

        Tomás M. Santillán Mitglied des Stadtrats Die Linke

      3. Lieber Herr Richter,
        wie genau was in der Zentralwerkstatt aussieht, wissen wir auch noch nicht. Wir wissen aber auf jeden Fall dass wir als Pfadfinder dort nicht eingeplant sind. Sicher ist auch, dass das Jugendzentrum Q1 (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Gebäude) dort bestimmt keine 1000qm Platz haben wird, zu einer erheblichen Reduktion wird es also trotzdem kommen!

      4. @Redaktion

        Es geht mir ausdrücklich nicht um die grundsätzliche Frage, ob der politische Wille besteht, ein Jugendzentrum auf dem Zanders-Gelände anzusiedeln. Im Gegenteil: Diesen Willen stelle ich nicht in Abrede. Mein Punkt ist ein anderer – nämlich die konkrete und verlässliche Umsetzung eines dauerhaften Projekts in der Stadtmitte.

        Sie schreiben selbst: „Die Räume der Zentralwerkstatt sind Dekker zufolge schon ‚sehr beschränkt‘, auf eine multifunktionale Nutzung ausgelegt und böten nicht ausreichend Lagermöglichkeiten für die Pfadfinder. ‚Wann ist damit zu rechnen, dass aus dem Q1 das Z1 wird?‘, hakt Eschbach nach. ‚Ende 2028 könnte die Zentralwerkstatt fertig sein‘, antwortet Dekker.“ (Zitat vom 11.03.2026, in-gl.de)

        Damit reden wir bereits über einen Zeitraum von mehreren Jahren, ohne dass bislang ein belastbarer und konkret ausgearbeiteter Plan für die endgültige Ausgestaltung vorliegt. Aus vergleichbaren Projekten ist bekannt, dass die Entwicklung und Umnutzung (Konversion) großer Flächen wie des Zanders-Geländes regelmäßig mehr Zeit in Anspruch nimmt als ursprünglich angenommen. Vor diesem Hintergrund erscheint selbst der genannte Zeitrahmen eher optimistisch. Wer ehrlich ist muss von einer Umsetzungszeit von 5-15 Jahren ausgehen.

        Die wiederholten Verzögerungen und Unklarheiten in der Vergangenheit – insbesondere rund um die Jugendarbeit, das Q1 und die Situation der Pfadfinder – haben zudem Vertrauen gekostet. Es ist daher nachvollziehbar, die derzeitigen Ankündigungen mit Zurückhaltung zu bewerten.

        Gerade deshalb halte ich es für richtig und notwendig, den bestehenden Standort des Jugendzentrums zu erhalten, bis eine tragfähige, konkret geplante und realistisch umsetzbare Lösung tatsächlich gesichert ist, an der alle beteiligt werden und das von allen Beteiligten auch gewollt ist.

        Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke

  6. Es ist schon bemerkenswert, wie es Politik und Verwaltungsorgane schaffen, seit Jahren das Thema Jugendarbeit und im Speziellen die des Stammes Folke Bernadotte, permanent zu umgehen, zu vertagen aber nicht anzupacken. Dabei dürfte dies nicht an der Zusammenarbeit mit dem Stamm hapern. Denn das derzeitige Engagement zeigt mir, dass die Pfadfinder Zusammenarbeit wollen und können.
    Bereits vor ca. zwei Jahren droht der Auslauf der Vertragslaufzeit mit dem Träger / Betreiber des Gebäudes. Vor ca. einem Jahr dann das ehr zufällige Bekanntwerden, dass dieser Vertrag nicht verlängert wird.
    Und der einzige Lösungsansatz ist jetzt spontan, eine Verkleinerung um 80%, eine Zusammenlegung mit, in der Nutzung völlig abweichenden Mitmietern, eine Verortung von (bestimmt lauter) Jugendarbeit im dichten Wohngebiet und direkt an einer der Haupt Einfallstraßen in die Innenstadt für eine Altersgruppe die ab 6 Jahren beginnt.
    Ja, ein Neubau….
    Aber eben auch eine Investition von geschätzten 2,5 Millionen Euro (zzgl. €250000 für die Instandsetzung des aktuellen Gebäudes)
    Fast 3 Millionen Euro für 250m²? Warum nicht 3 Millionen für fast 1300m².
    Oder ist die Veräußerung des Gebäudes bereits beschlossene Sache und wird nur wieder mal nicht kommuniziert?
    Meine Erwartung an Politik und Verwaltung: findet GEMEINSAM mit den Nutzern eine Lösung die für ALLE tragbar ist!
    ….und das möglichst bald. Zeit hattet ihr genug!

    1. Die Aussage, die Fläche für die Jugendarbeit werde um 80 Prozent verkleinert, ist nicht korrekt. Das Jugendzentrum Q1 bekommt neue Flächen in der Zanders Zentralwerkstatt, die müssen bei dieser Rechnung berücksichtig werden.

  7. Ich finde es großartig und bewundernswert mit welcher Hingabe und Durchhaltevermögen die Kinder und Jugendlichen des Pfadfinderstammes für eine gesicherte Zukunft ihrer fraglos wichtigen und notwendigen Arbeit kämpfen.

    Ehrenamt ist der Kit aus dem unsere Gesellschaft gemacht ist, warum tritt man dieses Engagement mit Füßen?

    Warum sollen die aktuellen Räume nicht erhalten und weiterentwickelt werden?

    Ich wüsste auf Anhieb eine Hand voll gesellschaftlich engagierter Jugend Organisationen die liebend gern die frei gewordenen Räumlichkeiten auf dem Quirlsberg nutzen würden, die durch den Wegzug des Q1 frei werden.
    Lasst uns alle für die Jugend am 24.03. gemeinsam mit den Pfadfindern auf die Straße gehen und ein Zeichen für eine starke und zukunftsorientierte Jugendarbeit setzen!

    1. Ja, es ist wirklich traurig. Da wundert nicht, wenn die Jugend sicht abgehängt fühlt.
      Lippenbekenntnisse: Kinder und Jugend sind unsere Zukunft!

      Ich bin am Dienstag dabei! Wer noch?