Heinz-Bernd Padberg (Schatzmeister), Dr. Zoryana Ivanyuk (stellv. Krankenhausleiterin), 1. Vorsitzender Ulrich Gürster, Dirk Ballsieper (Beisitzer im Vorstand), Paul Sova (Dolmetscher) und Sören Demann bei der Übergabe der Medikamente im Kinderkrankenhaus Lviv. Fotos: Humanitäre Hilfe Bergisch Gladbach

Medikamente für kranke Kinder, medizinische Hilfsgüter, Generatoren und ein Fahrzeug für die Ostukraine: Fünf Helfer der Humanitären Hilfe Bergisch Gladbach e.V. haben auf ihrer fast 4.000 Kilometer langen Reise erneut Hilfe direkt zu den Menschen gebracht. Hinter ihnen liegen bewegende Begegnungen, bedrückende Schicksale und Momente großer Dankbarkeit. 

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Humanitären Hilfe Bergisch Gladbach e.V.

Seit Wochen ist das Team der Humanitären Hilfe Bergisch Gladbach e.V. nahezu ohne Pause im Einsatz. Kaum war der große Sammeltermin bei EDEKA Hetzenegger erfolgreich abgeschlossen, liefen bereits die letzten Vorbereitungen für den 21. Hilfstransport aus Bergisch Gladbach in die Ukraine. 

Bei strahlendem Spätsommerwetter waren Anfang September zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nach Dürscheid gekommen, um dringend benötigte Sach- und Geldspenden abzugeben. Der Sammeltermin wurde zu einem großen Erfolg, nicht zuletzt dank des engagierten Teams um Dieter Kropp herum, das seit Monaten zuverlässig organisiert, sortiert, packt und transportiert. Der 2. Vorsitzende des Vereins, Dieter Kropp, zeigte sich beeindruckt von der Qualität der abgegebenen Spenden: „All diese Dinge sind sehr wertvoll und werden dringend gebraucht.“ 

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Am Sonntagabend vor der Abfahrt fand in der Kirche St. Laurentius die Abendmesse statt. In deren Rahmen erhielten die fünf Hilfstransporteure Ulrich Gürster, Heinz-Bernd Padberg, Dietmar Schur, Dirk Ballsieper und Sören Demann von Pfarrer Dalhaus den traditionellen Reisesegen für eine sichere Fahrt und eine erfolgreiche Mission.

Wenig später rollte der Hilfstransport gen Osten: drei Fahrzeuge, zwei Anhänger und fünf ehrenamtliche Helfer machten sich auf den langen Weg in die Ukraine. An Bord befanden sich unter anderem medizinische Hilfsgüter, Kleidung, Hygieneartikel, Kerzenreste, Stromgeneratoren sowie zahlreiche weitere dringend benötigte Materialien.Vor den fünf Männern lagen tausende Kilometer Fahrt – und Begegnungen, die sie nicht so schnell vergessen werden. 

Erstes Ziel war das Kinderkrankenhaus in Lviv. Dort übergab die Humanitäre Hilfe Bergisch Gladbach e.V. dringend benötigte Medikamente im Wert von mehr als 20.000 Euro an die stellvertretende Krankenhausleiterin, Frau Dr. 

Dirk Ballsieper (Beisitzer im Vorstand) und Dr. Zoryana Ivanyuk (stellv. Krankenhausleiterin) bei der Übergabe eines Plüschpferds beim Kinderkrankenhaus in Lviv. Foto: Humanitäre Hilfe e.V.

Zoryana Ivanyuk. Sie bedankte sich herzlich für die Unterstützung: „Diese Hilfe ist für uns sehr wichtig, denn viele dieser Medikamente sind in der Ukraine kaum noch zu bekommen. Die medizinische Versorgung ist vielerorts äußerst angespannt.“

Doch die Bergisch Gladbacher hatten nicht nur Medikamente im Gepäck. Für die kleinen Patientinnen und Patienten gab es auch Süßigkeiten – eine kleine Freude in einem Alltag, der vom Krieg überschattet wird. Besonders bewegend wurde es, als Dr. Zoryana Ivanyuk von Kindern des Krankenhauses selbst gemalte Bilder für Schülerinnen und Schüler der Realschule Herkenrath überreichten. Zwischen der Schule und dem Kinderkrankenhaus besteht eine Patenschaft.

Dr. Zoryana übergab die Bilder an Ulrich Gürster, damit sie ihren Weg nach Bergisch Gladbach finden. Und auch sie selbst erhielt eine besondere Überraschung: Dirk Ballsieper schenkte ihr ein großes Plüschpferd – ein kleiner Moment der Freude und Herzlichkeit inmitten eines schwierigen Alltags. Der aus Chmelnyzkyj stammende Paul Sova übersetzte und organisierte vor Ort und begleitete den Transport auf seiner Reise. 

Die Humanitäre Hilfe Bergisch Gladbach e.V. freut sich über Sach-, Fahrzeug- und Geldspenden für die kommenden Hilfstransporte. 

Spendenkonto:
Pax-Bank für Kirche und Caritas
IBAN: DE93 3706 0193 0032 5620 27 

Die nächste Station führte das Team nach Chmelnyzkyj. Dort wurden unter anderem Spielzeug und Plüschtiere für sozial benachteiligte Kinder an die Polizistin Olena Kyrylkova und die Sozialpädagogin Olena Lebedieva übergeben. Gemeinsam mit ihrem Team besuchen sie bedürftige Familien in den umliegenden Dörfern, verteilen Hilfsgüter und bringen insbesondere den Kindern kleine Geschenke und damit ein Stück Freude und Normalität. 

Auch Bischof Eduard Kava dankte den Bergisch Gladbachern für ihren erneuten Einsatz: „Ihre unermüdliche Hilfe ist ein unschätzbares Zeichen der Solidarität.“ Seinen Dank verband er zugleich mit der Bitte, die Menschen in der Ukraine auch in den kommenden Monaten nicht zu vergessen.

Für Ulrich Gürster, den 1. Vorsitzenden der Humanitären Hilfe Bergisch Gladbach e.V., steht fest: „Wir werden die Menschen in der Ukraine weiterhin unterstützen und unser Bestes geben. Gerade jetzt dürfen wir in unserer Hilfe nicht nachlassen.“ 

Anschließend führte die Reise weiter in Richtung moldawische Grenze nach Mohyliw-Podilskyj, wo sich die Kinder noch morgens in Schutzräumen befanden. Eine russische Drohne flog aus Moldawien kommend nach Mohyliw-Podilskyj, Für Schul- und Kinder ist es Pflicht, bei Luftalarm die Schutzräume aufzusuchen, welches mehrmals in der Woche der Fall ist.

Abladen in Mohyliv–Podilskyi an der Moldawischen Grenze. Foto: Humanitäre Hilfe e.V.

Altar von St. Laurentius reist nach Mohyliw-Podilskyj

In diesem Ort unterstützt Pfarrer Wiktor Tkacz unter anderem ein Krankenhaus mit medizinischen Hilfsgütern. Rund 1,7 Tonnen Hilfsgüter im Wert von mehr als 10.000 Euro konnten die Helfer vor Ort übergeben.

Doch bereits während dieser Übergabe wurde über das nächste gemeinsame Projekt gesprochen: Der alte Altar aus der Kirche St. Laurentius soll nach Absprache mit Pfarrer Norbert Hörter künftig in der ukrainischen Pfarrkirche eine neue Heimat finden.

„Dank der Unterstützung durch die Humanitäre Hilfe Bergisch Gladbach können wir unser Gotteshaus weiter ausbauen“, sagte Pfarrer Wiktor sichtlich bewegt. So bekommt ein Altar aus Bergisch Gladbach möglicherweise schon bald ein zweites Leben, mehr als 1.800 Kilometer entfernt, in einer ukrainischen Gemeinde, die trotz des Krieges an ihrer Zukunft festhält. 

Am folgenden Tag ging es weiter nach Kamjanez-Podilskyj. Dort trafen die Helfer Igor Liubinetskyi von der staatlichen Organisation „DVI FORTESI“. Er übernahm einen mitgebrachten Pkw sowie zahlreiche Stromgeneratoren und Lebensmittel. Das Fahrzeug und weitere Hilfsgüter werden von ihm in die Ostukraine gebracht. Dort soll der Pkw künftig dazu eingesetzt werden, lebenswichtige Güter zu den Menschen zu transportieren.

Igor Liubinetskyi machte eindringlich deutlich, wie groß der Bedarf weiterhin ist: „Dringend benötigen wir für die Unterstützung der Menschen in der Ostukraine weitere Transportfahrzeuge, Kranken- und Rettungswagen sowie Feuerwehrfahrzeuge. Eigentlich kann dort fast jedes Fahrzeug gebraucht werden und damit helfen, wertvolles Leben zu retten.“ 

Die Humanitäre Hilfe Bergisch Gladbach e.V. bereitet deshalb bereits weitere Hilfsaktionen und Projekte vor. „Wenn Sie uns mit einer Fahrzeugspende oder einer Geldspende für unseren nächsten Winter-Hilfstransport in die Ukraine unterstützen können, setzen Sie sich sehr gerne mit uns in Verbindung“, bittet Schatzmeister Heinz-Bernd Padberg eindringlich. 

Auch die langjährigen Ukraine-Fahrer Dirk Ballsieper und Dietmar Schur bedanken sich bei den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern: „Wir sorgen dafür, dass Ihre Spenden zielgerichtet dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Geldspenden werden zu 100 Prozent für den Kauf von Hilfsgütern wie Hygieneartikeln, Lebensmitteln, Medikamenten oder Stromgeneratoren verwendet.“ 

Für den 19-jährigen Sören Demann war es der erste Hilfstransport in die Ukraine – eine Reise, die ihn tief bewegt hat: „Die Freundlichkeit und Offenheit, mit der uns die Menschen begegnet sind, haben mich sehr beeindruckt. In vielen persönlichen Gesprächen habe ich von traurigen Einzelschicksalen erfahren. Oft hatte ich Tränen in den Augen. Für mich steht fest: Ich werde auch künftig zusammen mit der Humanitären Hilfe Bergisch Gladbach e.V. Hilfstransport durchführen.“ 

Nach 3.983 Kilometern kehrten die fünf Helfer schließlich wieder nach Bergisch Gladbach zurück. Hinter ihnen liegen lange Fahrten, wenig Schlaf, unzählige Handgriffe beim Be- und Entladen und Begegnungen mit Menschen, deren Alltag vom Krieg geprägt ist. Geblieben sind Bilder von Kindern, 

Familien, Ärzten, Geistlichen und Helfern, die trotz aller Sorgen nicht aufgeben. Und geblieben ist die Gewissheit, dass Hilfe aus Bergisch Gladbach in der Ukraine unmittelbar ankommt. Für die fünf Helfer endet damit zwar der 21. Hilfstransport. Für die Humanitäre Hilfe Bergisch Gladbach e.V. endet der Einsatz jedoch nicht. Denn während der Fahrzeuge wieder in Bergisch Gladbach stehen, beginnen bereits die Vorbereitungen für die nächste Hilfe. 

Weitere Informationen: www.hh-gl.de 

Seit 1994 engagieren wir uns in Litauen und Weißrussland bzw. Belarus. Diese Zeit ist nicht nur geprägt von materieller Hilfe, sondern auch von Freundschaft, Nächstenliebe und Solidarität mit den Menschen jenseits der auch heute zum Teil noch wenig durchlässigen Grenzen. Um auch zukünftig die...

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