Auf der Wiese direkt am „Hebborner Kreuz“ sollen die Drohnen starten und landen. Foto: Redaktion

Um medizinische Proben schnell ins Labor zu transportieren, sollen künftig Drohnen eingesetzt werden. Bis zu sieben Flüge sind zwischen der Wiese am Hebborner Kreuz in Bergisch Gladbach und dem oberbergischen Wehnrath vorgesehen. Bei einer Informationsveranstaltung stellte die Logistik-Firma jetzt den Anwohner:innen ihre Pläne vor.

Drohnen sollen schon bald mehrmals täglich medizinische Laborproben von Bergisch Gladbach aus ins oberbergische Wehnrath transportieren. So sollen etwa Blutproben aus Arztpraxen möglichst schnell ins Labor gelangen. Über ihre Pläne hat die Firma Morpheus Logistik GmbH in dieser Woche Anwohner:innen in Hebborn informiert.

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Im Auftrag der LaborUnion GmbH plant das Dortmunder Logistik-Unternehmen bis zu sieben Flüge am Tag. Die Drohnen mit einer Spannweite von drei Metern sollen auf einem Grundstück in Hebborn direkt an der Kreuzung Odenthaler Straße/ B 506 starten und landen.

Schnellere Befunde

Für viele Untersuchungen müssen medizinische Proben innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Labor eintreffen. Der direkte Flugweg helfe dabei, Staus zu umgehen, teilt Morpheus mit. Proben könnten dadurch schneller ausgewertet werden, Patient:innen müssten kürzer auf Ergebnisse warten und medizinischen Behandlungen könnten schneller begonnen werden. 

Bis zu sieben Mal am Tag sollen die Drohnen zwischen den Labor-Standorten in Bergisch Gladbach und Wehnrath verkehren. Nachtflüge sind laut Morpheus „aktuell nicht vorgesehen“. Die Drohnen starten und landen senkrecht, in Hebborn vom Gelände zwischen Regenrückhaltebecken und B 506 aus. Die Flughöhe beträgt zwischen 70 und 100 Metern. Für Menschen am Boden seien sie nur kurzzeitig sicht- und hörbar. 

Festgelegte Route

Die Drohnen fliegen dem Unternehmen zufolge ausschließlich auf einer festgelegten Flugroute, die durch das Luftfahrtbundesamt genehmigt wurde. Sie dürfen dabei nicht beliebig über das gesamte Stadtgebiet fliegen. Die Laborproben werden in speziell gesicherten Behältern transportiert.

Vor allem in der Nähe des Start- und Landeplatzes könnten die Drohnen zu hören sein, weil die Rotoren für Aufstieg und Landung arbeiten müssten. Sobald sie ihre Reiseflughöhe erreichen, gleiten sie laut Morpheus größtenteils durch die Luft. Ladungen mit einem Gesamtgewicht von bis zu acht Kilogramm können die Drohnen transportieren und bis zu 250 Kilometer zurücklegen.

Zu der Informationsveranstaltung der Firma Morpheus waren alle Bürger:innen eingeladen, die in einem Umkreis von 500 Metern zum Kreuzungsbereich wohnen, berichtet Anwohner Gerd Josmann. 

„Der Einsatz von Drohnen zur Vermeidung unnötiger Autofahrten ist als sinnvolle Innovation zu würdigen“, so Josmann. Das sei auch der Tenor der Besucher:innen der Info-Veranstaltung gewesen. Allerdings seien Fragen offen geblieben, etwa zu möglichen alternativen Standorten und inwieweit die Stadt Bergisch Gladbach bei der Genehmigung des Standortes eingebunden war.

Geringe Lärmbelastung

Dazu teilt die Stadt auf Nachfrage mit, dass sie formal zwar nicht zuständig sei, aber bereits 2024 vom Luftfahrtbundesamt und auch durch die Logistikfirma beteiligt worden sei. Das Projekt bewertet sie positiv: „Der Drohnentransport bietet eine innovative Ergänzung bestehender Logistikstrukturen, stärkt die regionale Wettbewerbsfähigkeit und stellt eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Bergisch Gladbach dar. “

Das Unternehmen Labor-Union habe in Hebborn einen Logistikstandort. „Da nicht über Wohngebiete geflogen werden darf, gibt es keine Alternativstandorte“, heißt es seitens der Stadt. Nur beim Start und der Landung werde es „für maximal 20 bis 80 Sekunden eine Lärmbelastung von 90 Dezibel geben, die bei der Anwohnerschaft kaum spürbar sein wird“. Das sei vergleichbar mit einem vorbeifahrenden LKW. 

Hohe Sicherheitsstandards

Laut Stadt und Morpheus sind zunächst Testflüge geplant. Anschließend könnten die Anwohner:innen Rückmeldungen zur Belastung geben. 

Morpheus betont, dass die Drohnenflüge nach strengen luftfahrtrechtlichen  Genehmigungen und Sicherheitsvorgaben durchgeführt würden. „Der Betrieb erfolgt nach denselben Grundprinzipien der bemannten Luftfahrt, bei denen Sicherheit oberste Priorität hat.“ Die eingesetzten Drohnen seien durch mehrere Systeme abgesichert. Ähnlich wie im Tower eines Flughafens überwachen geschulte Operatoren die Flüge in Echtzeit und könnten jederzeit eingreifen.

Auch wenn die Drohnen mit Kameras ausgestattet sind: Diese dienen dem Unternehmen zufolge ausschließlich der technischen Navigation und der sicheren Durchführung des Fluges. Bilder und Videos würden nicht aufgenommen. 

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Ein tolles, innovatives Projekt, das hilft die durch Kurierfahrten entstehenden Belastungen zu vermeiden! Welche Krankenhäuser ausser dem VPH in Bensberg haben einen HubschrauberLandeplatz? Macht es nicht mehr Sinn, von dort oder sogar vom Dach eines Gebäudes zu starten. Vom Dach des Marienkrankenhaus wäre die Drohne schon beim Start deutlich näher an ihrer normalen Flughöhe.

    1. Hallo Markus Bollen,
      das Unternehmen fährt Arztpraxen an. Daher ist der Standort an einem Krankenhaus sicherlich nicht günstig, da die Verkehrsbelastung an einem Krankenhaus höher ist als z.B. an der geplanten Stelle. Und was die Flugstarthöhe angeht ist man mit der Drohne sicherlich um einiges schneller als zu Fuß oder mit einem hochfrequentierten Aufzug. Hinzu kommen sicherlich auch finanzielle Aspekte.

    2. “Da nicht über Wohngebiete geflogen werden darf, gibt es keine Alternativstandorte“

      Wo gibt es denn ein solches Gebäude/Dach, von dem aus man nicht über Wohngebiete fliegen muss?
      Ich finde es sehr erfreulich, dass diese Firma dort für ihre Zwecke ein Gewerbegrundstück kaufen bzw. anmieten konnte.
      Für welche Zwecke ist ein Mini-Grundstück in dieser Lage, von vielbefahrenen Straßen umgeben, sonst gut?

      Lediglich in Kriegs- und Notzeiten wird man natürlich auch Wohngebiete mit Drohnen überfliegen dürfen.

  2. Im Prinzip finde ich das eine super Sache. Aber ob der Startpunkt direkt an der Kreuzung Hebborn , wenn es beim ehemaligen Steinmetz ist,der richtige ist ? Autoverkehr, Fahrer die dort abgelenkt werden durch Start und Landung der Drohnen. Da sind Unfälle doch gleich vorprogrammiert. An einer anderen Stelle wäre das bestimmt gefahrloser für den Autoverkehr und geräuschloser für die Anwohner. Oder Herr Nym Ano wissen Sie auch das wieder besser.

  3. Hallo Thomas, woher wissen Sie, dass Sie nicht eingeladen waren. Eine Einladung muss nicht personenbezogen sein und auch nicht in die Briefkästen verteilt werden.

    1. Eine Einladung sollte so erfolgen, dass die Eingeladenen auch davon erfahren. Können wir uns darauf einigen?
      Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, warum nicht innovativ sein und die Proben per Drohne fliegen statt im Stau zu stehen (bzw. in mit zu verursachen). Bin auch nicht gegen den Standort und gehe auch davon aus, dass man sich seine Gedanken gemacht hat. Aufgefallen war mir schon, dass das besagte / gezeigte Grundstück zuletzt leer stand. Es liegt halt wirklich direkt an 2 stark befahrenen Straßen, was einerseits natürlich gut ist (die Proben müssen ja auch dahin gebracht werden), andererseits stellt sich mir auch die Frage, wie das mit der Ablenkung ist. Gut, die werden kaum direkt über die Kreuzung starten (wenn sie nicht über Wohngebiet fliegen dürfen muss es ja eher nach Norden gehen). Aber zumindest für die Fahrzeuge, die aus Richtung Voiswinkel den Hügel runterkommen dürfte das ganze gut zu sehen sein. Und da gab es ja letztens schon einen größeren Unfall. Durch den Rückstau von der Ampel ist es auch prädestiniert für Auffahrunfälle, aber eben mit höherer Geschwindigkeit…

    2. Hallo Thomas, ich habe nur darauf aufmerksam gemacht, dass eine Einladung nicht persönlich erfolgen muss. Wir müssen uns daher auf nichts einigen.
      Zudem habe ich auch nichts zu dem Standort, irgendwelcher potenzieller Gefahren usw geschrieben.

  4. Wenn es um die Wiese geht, die sie zeigen (wo vormals die Grabmale/Steinmetzarbeiten ausgestellt waren), dann kann das so nicht stimmen – wir wohnen keine 250 m weg und waren def. nicht eingeladen.

    1. Nur zur Klarstellung:
      Ich wollte eigentlich eher darauf hinaus, dass die Beschreibung “zw. Regenrückhaltebecken und B506” natürlich gut auf dieses neuerdings leer stehende Grundstück passt, ich mich aber Frage, ob es dies wirklich ist, weil es halt auch DIREKT an der Kreuzung liegt… 100 m weiter weg wären vielleicht geschickter.