Das Café Grenzenlos gehört zum Netzwerk des CBF. Foto (Archiv): Thomas Merkenich

Seit 1976 setzt sich der Club behinderter Menschen und ihrer Freunde (CBF) im Rheinisch-Bergischen Kreis für Barrierefreiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe ein. Zum 50-jährigen Bestehen blickt der Verein auf zahlreiche Erfolge zurück und lädt zu einem gemeinsamen Jubiläumsfest ein.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung des Clubs behinderter Menschen und ihrer Freunde.

1976 saß eine Handvoll engagierter Menschen zusammen. Sie überlegten, wie das Leben der Menschen in ihrer Stadt Bergisch Gladbach leichter werden könnte. Damals waren viele behinderte Menschen vom selbstbestimmten Leben in der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Es gab keine barrierefreien Beförderungsmöglichkeiten, zu wenig Behindertenparkplätze, kaum abgesenkte Bordsteine und ebenerdige Eingänge, keine öffentlichen Toiletten für Rollstuhlfahrer*innen. An einen Blindenleitweg war gar nicht zu denken. Den Begriff Inklusion kannte niemand – es gab ihn noch nicht.

Die Menschen mit Behinderung fühlten sich von der Bürokratie und von Experten bevormundet. Das sollte sich ändern. Die Menschen wollten die Gesellschaft aktiv mitgestalten, für sich selbst sprechen, weg von der bisherigen Bevormundung hin zu einem Recht auf Teilhabe, Mobilität, den Abbau von Barrieren und ein gleichberechtigtes Miteinander, bei dem alle von den Erfahrungen der jeweils anderen profitieren konnten.

So entstand der CBF – Club behinderter Menschen und ihrer Freunde Rheinisch Bergischer Kreis e. V., der in diesem Monat sein Goldjubiläum feiert.

Gemeinsam Barrieren abbauen

Seit den ersten Tagen arbeitet der Verein unermüdlich und eng zusammen mit Verwaltungen und Beiräten von Stadt und Kreis und anderen Akteuren am damals gesteckten Ziel. Hierdurch hat sich für die Menschen in Bergisch Gladbach Vieles zum Positiven verändert. Die Stadt wurde barriereärmer, Kontakte wurden geknüpft, Freundschaften sind entstanden.

Damit die Mitglieder überhaupt zusammenkommen konnten, wurde ein Fahrdienst eingerichtet. Denn die öffentlichen Verkehrsmittel waren damals völlig ungeeignet, behinderte Menschen mitzunehmen.

Durch die Einrichtung einer Zivildienststelle in 1984 ermöglichte es der Verein, behinderten Mitgliedern weiter im gewohnten zu Hause zu wohnen und betreut zu werden und nicht in ein Heim umziehen zu müssen.

Als weitere Ziele wurde die Beseitigung von baulichen Hindernissen im öffentlichen Raum verfolgt, wie das Absenken von Bordsteinen an Überwegen, Bereitstellen behindertengerechter Toilettenanlagen und die Ausweisung von Parkplätzen für außergewöhnlich gehbehinderte Autofahrer.

Bürgermeister und Landrat waren offen für die Vorschläge des CBF und unterstützten die Arbeit. Das alles machte die behinderten Vereinsmitglieder stärker. Sie begannen sich gegen Ausgrenzung zu wehren, wurden zu gleichberechtigten Partnern und „gesehen“. 1984 wurde der Verein für seine ehrenamtliche Arbeit mit dem Paul-Lücke-Preis ausgezeichnet.

Neue Angebote für mehr Teilhabe

2018 hat der CBF gemeinsam mit der Kette e. V. die damals von der Bundesregierung neu ins Leben gerufene „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung Rheinisch-Bergischer Kreis“ – kurz: EUTB – aus der Taufe gehoben, die örtliche Beratungsstelle aufgebaut, auf den Einzugsbereich Leverkusen erweitert und etabliert.

Um das Recht eines jeden Menschen auf Teilhabe im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis noch besser zu verwirklichen und erlebbar zu machen, gründete der CBF 2018 auch die Tochtergesellschaft Inclusio Rhein-Berg gGmbH, die die Trägerschaft des bereits seit 2016 beim CBF geplanten Projekts einer inklusiven Begegnungsstätte für Menschen im Erwachsenenalter, dem heutigen „Café GrenzenLos“, übernommen hat – den CBF immer an ihrer Seite.

So schafft sie Orte der Begegnung, fördert Spaß und Lebensfreude in der Gemeinschaft und bietet eine Plattform für Austausch, Beratung und Unterstützung.

Mit ihrem „Büro für Leichte Sprache Rheinisch-Bergischer Kreis“ und ihren Barriere-Checker*innen überprüft sie nicht nur die eigenen Angebote auf Barrierefreiheit, sondern bietet auch anderen Akteuren Unterstützung an, deren Angebote barrierefrei zu gestalten.

Gemeinsam mit unterschiedlichen Organisationen führt sie inklusive Schulungen durch, die auf die Bedürfnisse aller Teilnehmer*innen angepasst sind.

Ein halbes Jahrhundert Inklusionsarbeit

Gemessen an der UN-Behindertenrechtskonvention gibt es aber immer noch viel zu tun.

So treffen sich die Mitglieder des Vereins und Interessierte nach wie vor regelmäßig zu gemeinsamen Unternehmungen und Angeboten, an denen die Gründer Ursula und Jürgen Nantke auch heute noch regelmäßig teilnehmen:

Diskussionsrunden, Gedächtnistraining, Kunst und Kultur, Gesundheitskurse, Sport, Spiel, literarischen Nachmittage und Vieles mehr.

Ratsuchende erhalten Beratung auf Augenhöhe (sog. Peer-Counceling). Aber auch das Erzählen bei Kaffee und Kuchen kommt nicht zu kurz.

Jubiläumsfest im November

Mit Stolz kann der CBF nun auf ein halbes Jahrhundert erfolgreiche Inklusionsarbeit zurückschauen. Das soll angemessen gefeiert werden.

Hierzu lädt er am 14.11.2026 herzlich zum Mitfeiern ein. Beginn ist um 15:00 Uhr in den Räumen des CBF und des Café GrenzenLos in der Hauptstraße 293–297.

Wir freuen uns auf ein schönes gemeinsames Fest.

Der Club behinderter Menschen und ihrer Freunde Rheinisch-Bergischer Kreis e.V. setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein, macht auf Barrieren aufmerksam und bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.

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