Der erste Fahnenmast vor dem Rathaus, der die seit Dienstagabend die Flagge Israels trug, ist leer.

Die israelische Flagge vor dem historischen Rathaus in Bergisch Gladbach ist am Donnerstagabend vom Fahnenmast geholt und zerstört worden. Nach Angaben der Polizei haben Augenzeugen drei Jugendliche beobachtet, die zerstörte Flagge sei in einem naheliegenden Waldstück gefunden worden. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Erst am Dienstagabend war die Israel-Flagge offiziell vor dem Rathaus gehisst worden, keine zwei Tage später fehlte sie bereits. Nach Angaben der Kölner Polizei ermittelt der Staatsschutz. Am Donnerstag gegen 19 Uhr seien drei Jugendliche von Augenzeugen beobachtet worden. Sie hätten die Fahne abgerissen und seien damit geflüchtet.

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Die alarmierte Polizei habe die Fahne kurz darauf nur wenige hundert Meter entfernt im Waldstück an der Schnabelsmühle gefunden, mit Brandspuren, teilte ein Sprecher der Kölner Polizei auf Nachfrage mit. Im Umfeld habe die Polizei einige Jugendliche angetroffen und kontrolliert; ob sie an der Tat beteiligt waren werde nun ermittelt.

Hinweis der Redaktion: Wir haben Angaben zu Tatzeit, Tathergang und Verdächtige nach einem Gespräch mit der Polizei Köln ergänzt.

In den vergangenen Wochen waren überall in Deutschland in zig Fällen Israel-Flaggen abgerissen und zerstört worden, u.a. in Leverkusen.

Da es sich um eine politische Straftat handelt ermittelt in diesen Fällen immer der Staatsschutz, für Bergisch Gladbach ist die entsprechende Abteilung der Polizeibehörde Köln zuständig. Sie stuft die Tat als antisemitisch motiviert ein, bestätigte ein Sprecher.

Die Stadtverwaltung hat Strafantrag gestellt und eine neue Flagge bestellt. Es sei aber noch nicht bekannt, wann diese geliefert wird, teilt sie mit.

Ein Foto von Dienstagabend. Foto: Thomas Merkenich

In einer ersten Reaktion zeigt sich Bürgermeister Frank Stein erschüttert und entsetzt über den Vorfall: „Es macht mich wütend, dass unsere Anteilnahme mit den Opfern und ihren Hinterbliebenen mit Füßen getreten wird. Wir werden nicht nachlassen, unsere Solidarität mit den Menschen in Israel zu zeigen. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund unserer tiefen städtepartnerschaftlichen Verbindungen mit Beit Jala und Ganey Tikva.“

Die Fahne war am Dienstagabend als Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Israel gehisst worden. An der Zeremonie hatten einige Ratsmitglieder sowie Vertreter:innen der drei Vereine teilgenommen, die sich in Bergisch Gladbach für Israel und Palästina engagieren. Bergisch Gladbach unterhält in Israel (Ganey Tikva) und im Westjordanland (Beit Jala) offizielle Städtepartnerschaften.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Ritas Beitrag habe ich so verstanden, daß unser Mitgefühl auch den Menschen im Gaza gelten darf, denen Lebensnotwendiges verweigert wird. Ich bitte alle SchreiberInnen, zwischen der Hamas und den Palästinensern zu unterscheiden, wie ich auch zwischen den Israelis und der israelischen Regierung unterscheiden kann. Alles andere schürt den Hass auch hier bei uns.

    1. So wie man richtigerweise zwischen palästinensischen Zivilistinnen und der Hamas sowie zwischen Israelis und israelischer Regierung unterscheiden muss, so muss man auch zwischen Hamas und israelischer Regierung/Militär unterscheiden. Das fällt vielen erstaunlich schwer, dabei sollte es doch allerspätestens seit dem 7. Oktober offensichtlich sein (Anmerkung: War es auch vorher schon).

      Und genau deshalb wäre es falsch, beide Flaggen aufzuhängen. Oder beide Seiten zur Mäßigung aufzurufen.

      PS: Wer verweigert den Menschen in Gaza Lebensnotwendiges? Sind es nicht diejenigen, die immer noch jeden Tag Raketen schießen können, denen Aufrüstung und der Aufbau terroristischer Kapazitäten wichtiger war und ist als die Lebensbedingungen der Menschen, die sie vorgeben zu vertreten?

  2. Die palästinensische Flagge hat da nichts verloren. Es geht um die Solidarität Israel im Zusammen mit dem bestialischen terroristischen Angriff auf den Jüdischen Staat. Und auch wenn nicht alle Russen Putin-Unterstützer sind und auch unter dem russischen Regime leiden, wird die russische Flagge aus Solidarität zu ihnen zurecht nicht gehisst. Und genauso hier. Und jeder Versuch, jetzt noch die Palästina-Flagge neben der Israelischen Flagge zu sehen, ist nichts anderes als Beitrag zur Verharmlosung der beispiellosen Verbrechen der Hamas und aller ihrer Helfer.

  3. Sollte nun, im Versuch diesen gegenseitigen Hass zumindest hierzulande
    zu deeskalieren, nicht auch neben der israelischen Nationalflagge die palästinensische gehisst werden, um unser Mitgefühl auch für die dortige Zivilbevölkerung zum Ausdruck zu bringen?

    1. Das wäre wohl eine Geste, die bei einigen Menschen auf Unverständnis stoßen wird. Diese Personen werfen alle Palästinenser mit Hamas und Hisbollah in einen Topf. Das fühlt sich für mich an, als wenn jetzt alle Deutschen quasi der AFD gleichgestellt werden, oder alle Russen Putin-Anhänger sind. Die Liste ließe sich beliebig erweitern…
      Bei gewaltsamen Konflikten leiden alle Menschen, auf allen Seiten. Umso mehr müssen wir auf Menschlichkeit achten.

      1. @Gabriele Apicella
        Warum sie im Zusammenhang mit der Zerstörung der Israel Flagge hier in Bergisch Gladbach gegen die AfD hetzen müssen, erschließt sich wohl nur ihnen selber.

        (Mit freundlichen Grüßen von einem AfD Mitglied.
        Geben sie sich doch die Gelegenheit uns hier vor Ort kennenzulernen, bevor sie uns pauschal verdammen.)

      2. Frau Schüttler, wo ist denn da die Hetze gegen die AFD?
        Aber wenn Sie das so interpretieren, ….

      3. @Gabriele Apicella

        Ich würde gerne genaueres über ihre diversen Gesprächen in der Fußgängerzone ( sie meinen wohl den monatlichen Infostand dort) mit rechtsradikalem und menschenverachtendem Gedankengut erfahren.
        Mir wäre auch sehr wichtig , mit wem sie dort geredet haben.
        Bitte melden sie sich bei mir:
        mm.schuettler@afd-rbk.de

        Mit freundlichen Grüßen

        Martina Schüttler

      1. @Frau Schüttler, danke für das Angebot. Das können Sie ja nicht wissen, in diversen Gesprächen in der Fußgängerzone habe ich viel rechtsradikales und menschenverachtendes Gedankengut gehört. Das schreckt mich ab.

  4. Die ich rief, die Geister
    Werd’ ich nun nicht los.

    Islamistischer und linker Antisemitismus/Antizionismus auf unseren Straßen.
    Als hätte man es nicht kommen sehen.

    1. Es ist gut, dass inzwischen mehr Menschen das Problem sehen. Schlecht ist allerdings, dass Sie nur Teile des Problems sehen wollen.

  5. Wir sehen ja, was auf deutschen – und nicht nur deutschen – Straßen derzeit passiert: Der gewaltbereite antisemitische Mob zieht durch unsere Städte wie ein tollwütiges Tief, das nicht an der Wahrheit und Gerechtigkeit interessiert ist, sondern vom tausendjährigen, von Generation zu Generation übergebenen Hass gesteuert wird. Dieser Vorfall ist Teil dieses ganzen Bildes der mittelalterlichen Barbarei, die, wenn sie nicht mit den härtesten Maßnahmen erstickt wird, sich immer weiter ausufern wird.

  6. Klare Worte und eine entschlossene Reaktion unseres Bürgermeisters Frank Stein, danke dafür! Da kann man nur mit ihm sagen: “Jetzt erst recht!”- Dieser unsägliche Vorfall ist ein Grund mehr, Solidarität mit Israel und den Menschen dort zu zeigen – denn: “Nie wieder”, das beginnt genau JETZT! – Eine UNTERWERFUNG unter die Verlängerung dieses Terrors auf unsere Straßen – da sollten wir gemeinsam und geschlossen den Anfängen wehren.

    1. Großer Respekt für die DEUTLICHSTEN ANSAGEN gerade und vor allem AUCH seitens der FDP …vorbildlich
      (zum Beispiel von) Justizminister Bussmann und Fraktionschef Dürr
      „Juden gehören zu Deutschland. Wer das nicht aushalten kann , gehört nicht zu Deutschland !“
      Besser/klarer gehts nicht. Chapeau und Danke !
      Liberalismus at itˋs best