Foto: Thomas Merkenich

Stadt Bergisch Gladbach und Polizei sehen beim Stadt- und Kulturfest an diesem Wochenende keine verschärfte Sicherheitslage. Dennoch haben sie einige Vorkehrungen getroffen und werden mit uniformierten Kräften vor Ort sein. Besondere Kontrollen sind nicht geplant, aber trotzdem möglich.

Nach übereinstimmender Einschätzung der Stadtverwaltung und der Kreispolizei Rhein-Berg ist die Innenstadt auch während des Stadt- und Kulturfests an diesem Wochenende kein gefährlicher Ort. Es habe in der Vergangenheit nie Polizei-relevante Einsätze gegeben, die Atmosphäre sei ausgesprochen familiär, sagt Carsten Fischer, der neue Chef der Polizeiwache Bergisch Gladbach.

Mit dem Anschlag in Solingen habe sich die konkrete Terrorgefahr nicht verändert – es habe sie vor Solingen gegeben und gebe sie auch jetzt noch, erläutert Fischer. Eine vollständige Sicherheit werde es daher nie geben, flächendeckende Zugangskontrollen seien bei einer offenen Veranstaltung wie dem Stadtfest weder möglich noch notwendig.

Carsten Fischer leitet die Polizeiwache in Bergisch Gladbach. Foto: Polizei Rhein-Berg

Für eine Videoüberwachung gebe es keine Orte, bei denen Straftaten zu erwarten seien, eine Überwachung der ganzen Innenstadt sei nicht verhältnismäßig.

„100-prozentige Sicherheit wird es nie geben. Daher muss jeder einzelne für sich entscheiden, ob er an dieser oder jener Veranstaltung teilnehmen möchte“, sagt Fischer – und wiederholt damit fast wörtlich eine Aussage des städtischen Beigeordneten Thore Eggert aus der vergangenen Woche.

„Wir wollen gesehen und erkannt werden“

Dennoch reagieren Polizei und Stadt auf das veränderte Sicherheitsgefühl der Bürger:innen und werden während des Stadtfests eine deutliche Präsenz zeigen. Die Polizei werde zum ersten Mal überhaupt mit uniformierten Streifen vor Ort zeigen, kündigt Fischer an. Vor allem, um als Ansprechpartner für die Besucher:innen zur Verfügung zu stehen: „Wir wollen gesehen und erkannt werden.“

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Stadt- und Kulturfest bieten vielfältiges Programm

Von Freitagabend bis Sonntagabend steht Bergisch Gladbach ganz im Zeichen des Stadt- und Kulturfests, mit dem traditionellen Stadtlauf, einer Blaulichtmeile, einem Food-Markt und einer riesigen Vereinsbörse. Auf dem Stadtfest selbst und im näheren Umfeld gibt es eine ganze Reihe von weiteren Veranstaltungen, die einen Besuch in der Innenstadt zwingend nahelegen.

Sollte es konkrete Anlässe oder Hinweise geben, würden auch Kontrollen verdächtiger Personen vorgenommen. Auf eine Debatte, welche Personen welche Messer bei sich führen dürfen, lässt sich Fischer gar nicht ein: „Auf diesem Fest haben Messer grundsätzlich nichts zu suchen!“

Hintergrund: Messerkriminalität

Insgesamt 26 Straftaten mit einem Messer im öffentlichen Raum hatte die Polizei 2023 im Rheinisch-Bergischen Kreis registriert, in diesem Jahr bewegten sich die Zahlen bisher auf einem ähnlichen Niveau. Sie seien damit deutlich höher als in den Vorjahren, aber ähnlich hoch wie bereits 2019 vor Corona, teilt die Kreispolizei auf Nachfrage mit.

Eine ähnliche Entwicklung für das ganze Land NRW hatte ein „Lagebild Messergewalt“ ergeben, die Innenminister Herbert Reul unabhängig vom Anschlag in Solingen in Auftrag gegeben hatte. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie beim WDR.

Auch der Ordnungsdienst der Stadt wird beim Stadt- und Kulturfest verstärkt im Einsatz sein, kündigt der zuständige Beigeordnete Thore Eggert an. Zusätzlich sei ein Sicherheitsdienst beauftragt worden, die eigenen Kräfte zu unterstützen.

Thore Eggert. Foto: Thomas Merkenich

Wie schon bei früheren Veranstaltungen werde ein Müllfahrzeug vor dem Rathaus geparkt, damit keine Fahrzeuge von der Paffrather Straße auf den Konrad-Adenauer-Platz gelangen können.

Auch Eggert wiederholt, dass „niemand eine 100-prozentige Sicherheit garantieren kann. Aber wir haben als Stadtverwaltung alles in unserer Macht stehende getan, um den Besucherinnen und Besuchern ein gutes Gefühl für den Besuch dieses Festes zu geben.“


Das Stadt- und Kulturfest 2024 beginnt am Freitagabend mit dem Stadtlauf mit mehr als 1000 Teilnehmenden, am Samstag und Sonntag gibt es auf dem Konrad-Adenauer-Platz eine Food-Meile und ein großes Bühnenprogramm, hinter dem Bergischen Löwen präsentieren sich die Vereine und Initiativen der Stadt. Hinzu kommen ein vielfältiges Rahmenprogramm, ein verkaufsoffener Sonntag und viele Veranstaltungen im weiteren Umfeld. Alle Infos zum Programm

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Stadt- und Kulturfest mit einem riesigen Programm

Am kommenden Wochenende steht die Bergisch Gladbacher Innenstadt wieder ganz im Zeichen des Stadt- und Kulturfestes mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Los geht es am Freitag mit dem Stadtlauf, am Samstag und Sonntag wird auf dem Marktplatz gefeiert, mit einer Kultur- und Vereinsbörse, großem Bühnenprogramm, Besuch aus den Partnerstädten und den Scottish Highland Games.

Was Sie zum Stadtlauf 2025 wissen müssen

Bereits zum 28 Mal findet der Bergisch Gladbacher Stadtlauf am Freitag als Auftakt des alljährlichen Stadtfestes in der Bergisch Gladbacher Innenstadt statt. Nach dem Erlebnislauf startet der Hauptlauf über zwei Distanzen.

Partnerstädte zu Gast auf dem Stadt- und Kulturfest 

Es ist gute Tradition in Bergisch Gladbach, zum Stadtfest Besuch aus den Partnerstädten einzuladen. In diesem Jahr hat Bürgermeister Frank Stein aus jeder Partnerstadt eine Delegation eingeladen. Sie erwartet ein breites Programm. Dazu gehört auch die feierliche Einweihung des Butscha-Platzes auf dem Zanders-Areal und die Scottish Highland Games im Forum Park.

Beim StadtLauf 2025 gibt es einen zusätzlichen dritten Lauf

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Kette e.V. feiert 40-jähriges Bestehen auf dem Stadtfest

„Wir stärken Menschen. Wir verändern Gesellschaft.“ So lautet der Leitsatz des gemeindepsychiatrischen Vereins Die Kette. Seit 1984 bietet er Dienste für Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Belastungen im Rheinisch-Bergischen Kreis an. Der 40. Geburtstag wird jetzt auf dem Stadtfest gefeiert – u.a. mit einer eigens dafür gegründeten Theatergruppe.

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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Straßenfeste, Floh-. Weihnachts- und Jahrmärkte, Kirchen, Kinos, Theater, Konzerte, Schulen, öffentliche Verkehrsmittel, volle Bahnsteige, Fußgängerzonen – die Liste der Orte, wo viele Menschen zusammenkommen, ist lang. Und es ist praktisch unmöglich, diese “weichen Ziele” allesamt zu kontrollieren und zu schützen. Das geht erstens personell nicht, und zweitens wäre so eine Totalüberwachung auch gar nicht im Sinne einer freien Gesellschaft.

    Ich denke, es ist gut und wichtig, dass man noch aufmerksamer ist, sich noch einmal häufiger umdreht und seine Umgebung im Auge behält. Was aber ganz bestimmt falsch wäre: sich von der Angst steuern zu lassen und Zusammenkünfte zu meiden. Denn wenn wir das täten, hätten die Terroristen ihr Ziel, die Gesellschaft zu entzweien, schon erreicht.

    Zum notwendigen gesellschaftlichen Zusammenhalt gehört m.E. aber auch, keinen Generalverdacht aufkommen zu lassen und nicht in jedem Moslem oder Zugewanderten einen potentiellen Attentäter zu vermuten, denn damit täte man dem ganz überwiegenden Teil dieser Menschen Unrecht. Die Definition unseres Miteinanders muss weit gefasst bleiben.