Fotos: Alexandra Burger

Wenn die Kälte zur Nebensache wird, ist es an der Zeit für das alljährliche Schaulaufen in der Eissporthalle an der Saaler Mühle. In diesem Jahr strömten über 450 Zuschauer zu der rund zweieinhalbstündigen Show und ließen sich verzaubern von den Tänzen auf dem Eis.

„Classic meets Pop“ lautete das diesjährige Motto des Schaulaufens, für das sich die Mitglieder des Eissportvereins Real-Stars aus der Abteilung Eiskunstlauf seit Beginn der Saison im September vorbereitet hatten, alles in Eigenregie. Schon viele Wochen vorher studierte das Trainerteam um Cheftrainerin Beate Lechner die Choreografien ein, in der Freizeit entstanden Bühnenbild und Kostüme und auch am Tag der Show beteiligten sich die Mitglieder am Gelingen des Abends, wo sich die Zuschauer wohlfühlen sollten.

Die erwarteten, eingemummelt in warme Decken und mit Heißgetränken in der Hand voller Vorfreude den Beginn der Show, während hinter den Kulissen die letzten Vorbereitungen liefen und die Maske bei über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von sechs bis etwa 60 Jahren alle Hände voll zu tun hatte.

Dann ging es für die erste Gruppe, nicht zu übersehen in ihren Neon-Outfits, aufs Eis für den Eröffnungstanz „It`s raining men“, während der Nebel mystisch über dem kalten Eis hochstieg. So stieg auch die Aufregung in der Umkleide.

Die 20-jährige Joana fieberte währenddessen ihrem Auftritt entgegen. Sie gehört der neu gegründeten Erwachsenengruppe an und hat erst in dieser Saison mit dem Eiskunstlauf begonnen.

„Ich hatte Bedenken, die Choreo zu vergessen, obwohl wir ja die ganzen Wochen zuvor fleißig geübt haben“, so die Läuferin. „Als ich aufs Eis ging, war die Aufregung weg. Mit dem Applaus am Ende habe ich erst wahrgenommen, wie viele Menschen uns zugeschaut haben. Als ich dann vom Eis wieder runterging und bei allen die Anspannung abgefallen ist, waren wir uns schnell einig, dass wir den Tanz gerne nochmal zeigen würden, weil es so viel Spaß gemacht hat“, waren ihre Eindrücke. Joana freute sich ganz Besonders, als Neuling die Chance zu bekommen, am Schaulaufen teilzunehmen.

Vanessa Baum ist es vom Tanzen her gewohnt, Auftritte zu haben, der auf dem Eis war für sie jedoch ebenfalls ein Debüt. „In dem Moment, wo ich das Eis betreten habe, hat sich meine Aufregung in hohe Konzentration verwandelt. Neu für mich war, dass wir nur unter Scheinwerfern liefen und wir vorher keine Möglichkeit hatten, das Eis unter den Kufen zu fühlen“, resümierte sie.

Vanessa begeisterte wie auch ihre Mitstreiterinnen als leuchtende Spielkarte mit der Mühle zu Lady Gagas „Pokerface“, bei der sich alle einhakten und zeigten, was mit Zusammenhalt möglich ist.

Auch die Solisten mussten nicht alleine im Schweinwerferlicht bestehen. Trainerin und „Girl on Fire“ Lea Kobbe brachte das Feuer auf das Eis und gleich mehrere bezaubernde umherwirbelnde Flämmchen, die mit tosendem Applaus belohnt wurden.

Auf eine weite Reise ging es von Barbieland nach New York und Texas und ohne weitere Umwege ins Gefängnis, wo die Insassen einen gewagten Tango auf dem Eis präsentierten, während das Publikum wenige Phasen hatte, um mit ihrer Anerkennung für die zahlreichen Salchows, Fechter, Axel oder Toeloops auszusetzen.

Unterstützung durch ein Opern-Duo

Unterstützt wurde die Gladbacher Eiskunstlauf-Abteilung nicht nur vom Kölner-Eis-Klub aus dem Lentpark, der mit zirka 35 Darbietenden das Programm noch abwechslungsreicher gestaltete, sondern auch von den Opernsängern Maria und Hauke Möller. Mit ihrem Livegesang untermalten sie die Tänze der Gruppen und Solisten, flogen mit ihnen „Somewhere over the rainbow“ oder entflohen der Nacht mit „Nessun Dorma“.

Auch der Zauber der Vorweihnacht war deutlich zu spüren. Mit „Carol of the bells“ schwebten leuchtende Quallen über das Eis und die kleinen Engel rührten beim „Ave Maria“ von Maria Möller so manchen Zuschauer zu Tränen.

Zuschauerin Jana aus Düsseldorf beobachtete das Schaulaufen von der Tribüne aus und verließ beeindruckt die Eissporthalle. „Die Kostüme und Maske waren gelungen. Ich war aber vor allem überrascht von dieser Menge an Teilnehmern aller Altersklassen. Das Finale hörte ja gar nicht mehr auf“, zeigte sie sich beschwingt und stellte fest, dass sie bis zum Ende des Programmes überhaupt keine Zeit zum Frieren gefunden hat.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. herzlichen Glückwunsch nachträglich! Als ehemalige Teilnehmerin im Eistanz, als Vorsitzende dieser Abteilung, als Gründerin des ESV, dessen Vorsitzende und heute stolzes Ehrenmitglied freue ich mich sehr über die herrlichen Eiskunstlaufaktivitäten. Leider hätte ich mich am Nachmittag des Schaulaufens zerteilen müssen. Umso mehr freue ich mich für alle Mitglieder über den Erfolg.