Seit über 20 Jahren serviert das Restaurant am Waldrand von Schildgen authentische spanische Küche. Ob Tapas-Variationen, aromatische Fischgerichte oder argentinisches Rinderfilet, das „La Hacienda“ überzeugt mit gleichbleibend hoher Qualität und einem angenehmen Ambiente.

Endlich ist der Winter vorbei. Endlich bin weder ich krank noch meine Freundin Antonia noch eines unserer Kinder. Endlich können wir uns mal wieder treffen. Das muss gefeiert werden: mit einem Restaurantbesuch. Und was passt besser zu den aufkeimenden Frühlingsgefühlen als das spanische Restaurant bei uns um die Ecke?

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Seit mehr als 20 Jahren gibt es das La Hacienda. Unauffällig und etwas abseits liegt es am unteren Rand von Schildgen, kurz vor dem Wald zu Schlebusch, im Nittumer Weg. Das ändert aber nichts daran, dass man zumindest am Wochenende gut daran tut, einen Tisch zu reservieren. Vor allem im Sommer, wenn die große Terrasse geöffnet ist.

An diesem Abend ist gerade erst einmal Frühling geworden, aber auch drinnen ist gemütlich und ansprechend. Es ist spät, 20.30 Uhr, früher haben wir berufstätigen Mütter es nicht geschafft. Ich habe über die Webseite reserviert und eine Bestätigung erhalten.

Irgendwo scheint die Information aber durch das Raster gefallen zu sein. Der Kellner, der uns am Eingang empfängt, ist überrascht. Das Restaurant ist fast leer, das Team hätte schon mit dem Aufräumen begonnen. Dann sollen wir aber doch Platz nehmen, die Küche wird für uns noch einmal in Betrieb genommen.

Spanischer Wein, spanisches Bier

Schnell suchen wir uns etwas zu trinken und essen aus, um das Personal nicht zu lange zu strapazieren. Das La Hacienda hat eine schöne Auswahl an spanischen Weinen. Der Hauswein ist ein guter, trockener Rioja, den ich von früheren Besuchen kennen. Antonia bevorzugt Tempranillo.

Antonia mit Tempranillo. Alle Fotos: Laura Geyer

Ich trinke eigentlich auch gerne Wein, doch an diesem Abend habe ich Lust auf Bier. Vielleicht liegt es an den Frühlingsgefühlen. Neben Kölsch gibt es auch ein spanisches Pils vom Fass, Estrella Galicia, das mir sehr gut schmeckt. Auf der Karte steht außerdem das wohl bekannteste spanische Bier, San Miguel, allerdings aus der Flasche, und ein portugiesisches Super Bock.

Und, natürlich, Sangria. Dafür muss es dann aber vielleicht doch erst Sommer werden.

Tapas-Tage im La Hacienda

Was das Essen angeht, sind spanische Restaurants bei uns ja vor allem für eines bekannt: Tapas. Die gibt es hier natürlich auch. Dienstag bis Donnerstag sind Tapas-Tage, dann gibt es vier kleine Köstlichkeiten für 25 Euro oder sechs für 32,90 Euro. Bei Einzelpreisen von sechs Euro (Patatas bravas) bis 9,90 Euro (Pulpo a la gallega, galizischer Tintenfisch) durchaus lohnenswert.

Antonia bestellt Rinderfiletspitzen in Rotweinsauce, Albondigas, also Hackfleischbällchen in Tomatensauce, Champignons in Knoblauch und Ziegenkäse mit Honig und Mandeln.

Natürlich probiere ich alles. Mein absoluter Favorit: der Ziegenkäse, der förmlich auf der Zunge zergeht, süß und cremig, getoppt von leicht knusprigen Mandelraspeln.

Zarzuela Catalana: Fisch über Fisch

Für Fisch-Fans wie mich habe ich auf der Tafel an der Wand das perfekte Gericht ausgemacht: Zarzuela Catalana (32,90 Euro). Ich bekomme vier Fischsteaks, allesamt festfleischig und von ganz unterschiedlichem Geschmack, sowie zwei Riesengarnelen, dazu offenbar ofengegarte, bissfeste Kartoffelhälften und dünne, unwahrscheinlich aromatische Paprikafilets. Zwiebeln und Knoblauch machen die Tomatensoße schön würzig, Chiliringe sorgen für eine angenehme Schärfe (wer das nicht verträgt, bestellt besser ohne).

Die Spinatbeilage, die eigentlich noch dazugehört, enthält Milchprodukte; weil ich die nicht vertrage, bekomme ich stattdessen, ganz unkompliziert, einen bunten Salat.

Das alles ist so üppig, dass ich am Ende mindestens die Hälfte mit nach Hause nehme. Und, man darf es eigentlich nicht laut sagen, aber ich tue es trotzdem: Die Zarzuela schmeckt auch am nächsten Tag noch fantastisch, kalt und direkt aus der To-go-Aluschale.

Aber noch einmal zurück ins Restaurant: Antonia und ich schlemmen und quatschen, auch über das La Hacienda selbst. Wir waren beide schon öfter hier. Antonia fand es früher eher teuer. Doch seit die Essenspreise überall angezogen haben, sticht das Restaurant nicht mehr hervor. Jedenfalls nicht durch seine Preise.

Gleichbleibend hohe Qualität

Wohl aber durch seine gleichbleibend hohe Qualität. Mein Mann schwärmt noch heute von dem Seeteufel, den er vor vielen Jahren einmal im La Hacienda gegessen hat.

La Hacienda
Nittumer Weg 7g
51467 Bergisch Gladbach
02202 / 83074
info@restaurant-hacienda.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 17.30 bis 23 Uhr, Sonntag 12 bis 14.30 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr
Internetseite
Das Restaurant ist barrierefrei zu erreichen.

Darüber hinaus gibt es hier auch sehr gutes Grillfleisch, vom Hähnchenbrustfilet für 18,90 Euro über argentinisches Hüftsteak für 22 Euro bis hin zum argentinischen Rinderfilet für 43,50 Euro, jeweils serviert mit Pommes oder Folienkartoffel.

Außerdem Fischsuppe für 15 Euro, Paella, wahlweise mit Fleisch und Fisch oder nur mit Fisch (ab zwei Personen, ab 25,90 Euro pro Person) und zwei Kindergerichte (Hähnchenbrustfilet oder Rinderfilet mit Beilage, ab 12,50 Euro).

Wer weder Fleisch noch Fisch isst, kommt bei den Tapas auf seine Kosten (Champignons, Manchego- oder Ziegenkäse, weiße Bohnen, Tortilla und andere Kartoffelgerichte,  Artischocken, Paprika und mehr).


Hinweis der Redaktion: Wir testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben wir uns nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.


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ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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  1. “Hinweis der Redaktion: Wir testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben wir uns nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.”

    Die Rechnung der Redakteurin oder auch die der Begleitung?
    Für die, die darunter direkt um einen Beitrag gebeten werden.

    1. Denen, die nicht nur um einen Beitrag gebeten werden, sondern den auch tatsächlich leisten, beantworten wir auch solche Fragen gerne. Aber wahrscheinlich gehören Sie nicht zu diesem Personenkreis.

      1. Danke, das war auch eine Beantwortung, ohne direkte Beantwortung ;)
        Gönnen wir es den jeweiligen Begleitungen einfach und die Beitragszahler denken sich einfach ihren eigenen Teil.

      1. Wir bleiben vor allem unserer Linie treu, für unabhängigen Journalismus einzustehen. Das heißt im Fall von Gastronomie-Kritiken, sich nicht einladen zu lassen. In welchem Umfang wir unseren Autor:innen die Kosten erstatten, ist eine interne Entscheidung, die vielleicht das Finanzamt etwas angeht – aber nicht anonymen Kommentatoren.