Die Umstellung des städtischen FuhrparkFrank Stein (Bürgermeister), Frank Schlimkowski (Prokurist Emova), David Zenz (Leiter Abfallwirtschaftsbetrieb), Jan-Benedikt Thoma (Sachgebietsleitung Fuhrpark und Technik). Foto: Stadt GL

Bei dem Abfallwirtschaftsbetrieb Bergisch Gladbach wurden die Weichen weiter in Richtung Nachhaltigkeitsstrategie gestellt. Am Donnerstag wurde die neue und kreisweit erste Tankstelle für HVO 100 eröffnet. Mit dem alternativen Kraftstoff sollen nahezu alle Müllfahrzeuge der Stadt angetrieben werden.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Stadt Bergisch Gladbach

Bürgermeister Frank Stein hat am Donnerstag in der Hüttenstraße 57 eine Tankstelle für HVO 100 als nachhaltigen Alternativkraftstoff für den Fuhrpark des Abfallwirtschaftsbetriebs Bergisch Gladbach eröffnet.

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Bei HVO 100 handelt es sich um einen Kraftstoff, basierend auf biogenen Rest- und Abfallstoffen. Er erfüllt die gesetzlichen Vorschriften zum nachhaltigen Betrieb eines Fuhrparks im Sinne des „Saubere Fahrzeuge Beschaffungsgesetzes“ und der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung. Durch den Einsatz von HVO 100 kann eine Senkung der CO2 Emissionen um bis zu 90 Prozent im Vergleich zu konventionellem Diesel erreicht werden.

Umgesetzt werden konnte die Umstellung nun in Zusammenarbeit mit einem in Bergisch Gladbacher ansässigen Kraftstoffanbieter. Neben der Ankernutzung durch den AWB wird der HVO-Kraftstoff zukünftig auch für die Öffentlichkeit zur Betankung verfügbar sein. 

Technisch funktionale Zwischenlösung

Bürgermeister Frank Stein lobte die Bemühungen und Fortschritte des Abfallwirtschaftsbetriebes Bergisch Gladbach: „Mit der Einführung des neuen, modernen Kraftstoffes findet der Abfallwirtschaftsbetrieb eine technisch funktionale Zwischenlösung auf dem Weg zu vollelektrischen Lösungen, welche die Aspekte des Klimaschutzes würdigt. Ein weiterer Schritt hin zur nachhaltigeren, technologieoffenen Mobilität in Bergisch Gladbach.“

Auch Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs David Zenz freut sich über die Einführung von HVO 100: „Die Tankstelle ermöglicht uns eine Wirkung über den gesamten Fuhrpark des AWB zu erzielen. Nicht nur unsere Neufahrzeuge, sondern auch nahezu alle Bestandsfahrzeuge können mit HVO100 zukünftig betrieben werden“.

Außerdem sagte Zenz: „Es ist sehr schön, dass wir als Abfallwirtschaftsbetrieb Bergisch Gladbach mit positivem Beispiel voranschreiten können. Nun können wir mit der bestehenden Fahrzeugflotte relevant weniger Emissionen erzeugen, sowie uns auf die bevorstehenden Projekte im Bereich der nachhaltigen Mobilität, bspw. auch Elektro- oder Wasserstoffmobilität, fokussieren.”

Dieser Fokus ist auch dem zuständigen Ersten Beigeordneten Ragnar Migenda sehr wichtig: „Schon jetzt sind Nutzfahrzeuge im vollelektrischen Betrieb in unserem Fahrzeugpark im Einsatz für unsere Stadt. Dieser Anteil wird stetig aufwachsen. Die technologischen Fortschritte im Bereich der Elektro- und Wasserstoffmobilität sind rasant“, freut sich Migenda.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. Eine Frage an die Runde:
    Wir haben 2024 ca. 430 TWh Strom erzeugt, davon 255 TWh aus EE.

    Nun sollen 100 TWh Strom für Autos dazu kommen, dazu noch die Wärmepumpe als weiteres Ziel (mehrere Hundert TWh?).

    Wo soll der Strom herkommen und vor allem, wie soll er vom Sommer aus in den Winter gespeichert werden, wenn dort PV größtenteils wegfällt.

    1. „Nun sollen 100 TWh Strom für Autos dazu kommen“ – Nach und nach, denn die 100 TWh fallen dann an, wenn alle Autos in Deutschland ausschließlich elektrisch fahren. Bis dahin werden sowohl Energiequellen als auch Speicherkapazität zugebaut.

      „Wo soll der Strom herkommen und vor allem, wie soll er vom Sommer aus in den Winter gespeichert werden, wenn dort PV größtenteils wegfällt.“ – PV hat lediglich einen Anteil von 26% an den Erneuerbaren. Das Wegfallen beschränkt sich zudem auf den Zeitraum von etwa Mitte November bis Mitte Februar. Die erforderlichen Speicherkapazitäten lassen sich schaffen.

      „dazu noch die Wärmepumpe als weiteres Ziel (mehrere Hundert TWh?)“ – Dazu gibt es eine interessante Studie aus der Schweiz. Zusammengefasst: https://www.enex.me/blog/energie/waermepumpen-wie-viel-strom-brauchen-wir-zusaetzlich
      Mit dem Thema hat sich auch die TU München befasst, das geht dann tiefer ins Detail: https://www.waermepumpe.de/uploads/tx_bcpageflip/bwp-TU-Muenchen-Energiewirtschaftliche_Bewertung_der_Waermepumpe.pdf

      Zum Verständnis muss man bedenken, dass beim Betrieb einer Wärmepumpe nicht die gesamte Energie des vorher verwendeten Energieträgers (Gas, Öl etc.) durch Strom ersetzt wird, sondern dass die Energie größtenteils aus der Umwelt kommt und lediglich etwa ein Viertel bis ein Fünftel aus der Stromleitung.

    2. Seit 2007 ist der Stromverbrauch um knapp 200 TWh gesunken, auch können parkende e-Autos als Kurzzeitspeicher ans Netz angeschlossen werden und dieses stabilisieren.
      E-Mobilität ist nicht das Thema – der relevante (zusätzliche) Verbrauch fällt in der Industrie an. Eine komplette Elektrifizierung allein der Chemieindustrie würde den Stromverbrauch ca. verdoppeln – wenn sie in der bisherigen Größe erhalten bliebe. Spoiler: Bleibt sie nicht. Energieintensive, exportorientierte Industrien ergeben (nur) dort Sinn, wo Energie billig verfügbar ist, also in sonnenreichen Regionen wie Arabien oder Australien.
      Der Stromverbrauch wird absehbar (wieder) steigen – aber die Schätzungen dazu hängen von zahlreichen Annahmen ab und gehen weit auseinander.

      (Im Winter weht mehr Wind, im Sommer scheint mehr Sonne. Wind und PV ergänzen sich, daher ist es nicht möglich, nur auf das eine oder das andere zu setzen.)

  2. Richtig! Das Tanken mit HVO100 ist ein erster Schritt!
    Es ist der Weg die mit Gesetzesrang auch das für Deutschland gültige “Pariser Klimabkommen” einzuhalten.
    Das soll bewirken, dass das noch vorhandene CO2 Restbudget von 60ppm bis zur Überschreitung der vom IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) angestrebten max. 1,5 Grad Temperaturerhöhung 2050.

    Da CO2 in den nächsten 100 Jahren nach wussenschftlicher Ansicht des IPCC nicht ausreichend abgebaut wird, ist die Umsetzungsvorgabe sämtliche CO2 Fußabdrücke “von der Wiege bis zur Wiege (Cradle to Cradle) zu bilanzieren und damit unnötige CO2 Emissionen zu vermeiden.
    Und genau dagegen wird aus politischen Gründen derart verstoßen, dass die Energie- und Mobilitätspolitik von 3 Parteien in Bergisch Gladbach die o.g. Vorgaben des Pariser Klimabkommens ignorieren.
    Warum nur?

    Insofern sind die Aussagen, dass HVO100 “eine Zwischenlösung” sei, sehr falsch.
    Es ist ehrlich die Cradle to Cradle ca. 90% CO2-Reduzierung!

    Die Aussagen im iGL-Text zur aktuellen HVO100 Tankstelle mit “Zwischenlösung” sind leicht nachweislich falsch:
    1.) Cradle to Cradle ist der CO2-Fußabdruck eines mit fossilen Diesel und e-Mobil bis ca. 200.000 km etwa gleich.

    2.) Mit HVO100 ist der Fußabdruck wesentlich besser als ein Batterie-Fahrzeug. Jeder ausreichend Informierte in der Verwaltung und Politik weiß das oder sollte das wissen.
    Was üblicher Weise von 3 Parteien und auch im iGL-Text erwähnt wird übersieht, dass für die Einhaltung des Pariser Klimabkommens zum Strom-Fußabdruck in Deutschland von ca. 200 bis ca. 400 g/kWh noch die sehr hohen Fußabdrücke der Infrastruktur (Ladesäulen, Leitungen), der Reservekraftwerke und der Speicher das Restbudget unnötiger Weise belasten.

    3.) Die auch politisch bekämpften, besten CO2-ärmsten, CO2-Restbudget-schonende und kostengünstigsten Lösungen sind fast 100% CO2-neutral umsetzbar: Synthetische Diesel-, Benzin- UND Heizungs-Kraftstoffe.
    Diese würden von heutigen Fossil-Lieferanten für 80 ct/Liter bereits geliefert, wenn diese nicht politisch verhindert würden.
    HVO100 ist eine “Zwischenlösung! Aber auf dem Weg zur ehrlichen Schonung des Restbudgets.

    Gerne gebe ich weitere Auskünfte und stelle verlässliche wissenschaftliche Quellen dazu zu Verfügung.

    1. “Lösungen sind fast 100% CO2-neutral umsetzbar”
      Leider irreführend, was Wolfgang Maus hier schreibt. Der derzeitige Verbrauch an fossilen Kraftstoffen kann eben nicht durch synthetische Kraftstoffe ersetzt werden, allein schon nicht aus energetischen Gründen. Das ist also keine umsetzbare Lösung. Stattdessen muss der Verbrauch runter.

      1. @Christian-Andreas
        Warum suchen Sie nicht die Diskussion mit mir?
        Es muss doch möglich sein, die Fakten ehrlich auf den iGL “Tisch” zu legen.
        Nur an dieser Stelle:
        Bio- oder Abfall-basierte Kraftstoffe sind nichts wirklich Neues. B7-Diesel an jeder Tankstelle enthält bereits 7% Bio-Diesel.
        Insgesamt benötigten wir für die vollständige Klima-Lösung der heutigen Verbrenner-Mobilität ca. 550 TWh Kraftstoff.
        Etwa die Hälfte der Bedarfe können nach heutigen Plänen Bio-Kaftstoffe bis 2030 die Bedarfe erfüllen.
        Sobald die EU das Pariser Klimabkommen umsetzt und den CO2-Kreislauf aus der Luft in Nordafrika und wieder ausgestoßen in der EU akzeptiert, wird z.B. aramco in Syntheseanlgen mit PV und Direct Air Capture investieren. Die Informationen sind öffentlich verfügbar.
        Mit dem dortigen Strompreis von <1 ct/kWh ergibt sich ein Kraftstoff-Literpreis von 70 bis 80 ct/Liter.

        Warum haben wir das noch nicht umgesetzt, obwohl alle Prozesse, Anlagen, Kosten und Emissionen bekannt sind.
        Die synthetischen, CO2-neutrale Kraftstoffe bestehen im Gegensatz zu fossilen aus wenigen Molekülen und machen Immissionen-reinigende Verbrenner noch leichter realisierbar.
        Falls Sie hieran Zweifel haben, biete ich Ihnen sehr geehrter Herr @Christian-Andreas eine Demonstrationsfahrt in dem Fahrzeug an, das bereits 1996 weniger Schadstoffe als die aktuelle EU7 vorschreibt, emittiert.
        Diesen Umwelt-Fortschritt hat die EU seinerzeit verhindert, obwohl alle deutschen OEM die Technologie fertig entwickelt hatten.
        Bei eFuels läuft es analog: Politischer Widerstand verhindert Klima-Maßnahmen.

        Nehmen Sie das Gesprächsangebot an?

      2. “Warum haben wir das noch nicht umgesetzt”

        DARUM!! (Formuliert durch KI)
        “Ob Biokraftstoffe eine realistische Alternative zu fossilen Brennstoffen sind, ist komplex und umstritten. Einerseits werden Biokraftstoffe als erneuerbare Energiequelle beworben und können in der Tat weniger CO2-Emissionen verursachen als Benzin oder Diesel. Andererseits gibt es erhebliche Zweifel an ihrer Nachhaltigkeit, insbesondere wenn es um die Flächennutzung und die damit verbundenen Umweltauswirkungen geht. ”

        Es ist halt alles nicht so übersehbar, z.B. auch wenn z. B. aramco (gerne) oder diverse Auto-Zeitschriften uns glauben lassen wollen.
        Ich halte es außerdem für selbstmörderisch, gerade in Zeiten, in denen uns Hitzewellen jedes Jahr bereits irre Mengen an Wäldern/Bäumen verdorren und verbrennen, Flüsse und Seen trockenfallen usw. GLEICHZEITIG auch noch mit solchem, erst einmal NUR umweltschädlichem Wahnsinn loszulegen oder auch nur daran zu denken.
        Sollten wir nicht die Welt erst einmal schonen, anstelle noch einmal mit dem Hammer darauf zu hauen?

      3. @Ulla, wir nutzen schon 8% landwirtschaftlich nutzbaren Flächen für Monokulturen zur Biogas-Erzeugung.
        Das ist auch nicht wirklich umweltfreundlich. Man stelle sich vor, dass diese Fläche zusätzlicher Wald wäre.

      4. Sam Urai: Was sagen Sie nun –> stramme 60% !! Anbau/Nutzfläche verbraucht Deutschland um Futter für die Fleischindustrie herzustellen!
        “Jeden Tag werden auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland etwa 10,6 Millionen Rinder, 21,2 Millionen Schweine und über 167,3 Millionen Hühner, Puten, Enten und Gänse versorgt. 97 Prozent der dafür benötigten Futtermittel stammen aus heimischem Anbau.”

        60% Anbaufläche für Schlachtvieh-Futtermittel! Aber das reicht den nimmersatten Viechern noch nicht einmal!
        2023 mussten auch noch rund 3,2 Millionen Tonnen Soja (überwiegend aus Nord- und Südamerika) als Futtermittel nach Deutschland importiert werden!

        https://www.landwirtschaft.de/tier-und-pflanze/tier/nutztiere-allgemein/woher-kommt-das-futter-fuer-unsere-nutztiere

      5. @Ulla. 97% im heimischen Anbau ist doch ein guter Wert.

        Es ging um die 8% die auch durch andere Energieformen ersetzt werden könnten. Wie sollen wir sonst Futtermittel für die Tiere herstellen?

      6. Sie brachten das Thema auf “8% landwirtschaftlich nutzbaren Flächen”
        Dafür, dass Fleisch kein Grundnahrungsmittel ist, sind 60% Flächenverbrauch nur für Schlachtvieh doch ziemlich hoch.

      7. Zum einen hat Wolfgang Maus hier in den Kommentaren mehrfach krude Thesen zum Vergleich der Klimabilanz von Fahrradfahren und Verbrennerautofahren getätigt. Eine andere krude These ist, dass mehr Autoverkehr mehr Wohlstand bedeutet und deswegen besser sei. Allein deswegen scheidet er für mich als Diskussionspartner aus.

        Was Wolfgang Maus bei den eFuels betreibt, ist Rosinenpickerei. Dabei will er sich auf vermeintliche wissenschaftlich abgesicherten und unumstößlichen Wahrheiten (obwohl es so etwas überhaupt nicht geben kann) berufen. Und wer diese Wahrheiten nicht als unumstößlich hinnehmen möchte, der wird dann als “ideologisch” handelnd bezeichnet. Das finde ich schon recht ärgerlich.

        Allerdings werden von Fachleuten auch gegenteilige Thesen verbreitet, die ebenfalls mit dem Anspruch der „der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz“ präsentiert werden. https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse/2023/presseinfo-05-efuels-nicht-sinnvoll-fuer-pkw-und-lkw.html

      8. „dass Fleisch kein Grundnahrungsmittel ist“ – sagt wer? Die Definition von „Grundnahrungsmittel“ ist kulturabhängig, deshalb ist eine solche absolute Feststellung von vornherein falsch.

      9. Ich will damit nur einmal gesagt haben, dass Fleisch nicht essentiell für eine gesunde Ernährung ist, sondern eher Genussmittel/Luxus ist und auch so betrachtet werden sollte.
        Und dass man nicht krank wird, wenn man wenig/kein Fleisch isst. Im Gegenteil, man verringert das Risiko für bestimmte Krankheiten wie Herzkrankheiten, Diabetes und bestimmte Krebsarten.

      10. Wie gesagt ist das kulturabhängig. Was an einem Ort als Luxus gilt, ist an einem anderen Grundbedarf. Sowohl vom Gebiss her als auch von der Funktion des gastrointestinalen Systems sind Menschen jedenfalls „Allesfresser“, ihr Organismus ist also auf die Aufnahme und Verwertung von Fleisch vorbereitet, der Körper profitiert davon vor allem bei hohem Energiebedarf.

        Was die schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit betrifft, besteht ein wissenschaftlicher Konsens höchstens, was einen übermäßigen Fleischverzehr betrifft. Jeden Tag muss nicht sein, aber der Sonntagsbraten macht uns auch nicht fertig. Eine gesunde Mischung ist wichtig – Sie essen ja auch nicht jedes pflanzliche Grundnahrungsmittel täglich.

      11. @Drucker, Tiere (und Menschen) haben unterschiedliche Ernährungsverhalten, die ihnen helfen, in ihrer jeweiligen Umgebung zu überleben.
        Man kann sie also in Fleischfresser, Pflanzenfresser und Allesfresser unterteilen.
        Wieso man beim Menschen hinsichtlich seines Verhaltens bei der Nahrungsaufnahme von “Kultur” spricht, zumindest wenn sie nicht aus religiösen Gründen so oder so vorgeschrieben/verboten ist, leuchtet mir nicht ein.
        Wir essen halt das, was uns in Mengen zu erschwinglichen Preisen dargeboten wird bzw. was mit wenig Aufwand dem Körper zugeführt werden kann.
        Und warum wir, Sportler und körperliche Arbeit leistende natürlich ausgeschlossen, so viel energiereiches Fleisch benötigen, kann ich nicht nachvollziehen.
        Wir müssen schließlich nicht mehr auf die Jagd!

        Ein ALLES fressendes Tier würde zumindest nicht für das EINE seine Lebensgrundlagen zerstören, nur um an das ANDERE (Fleisch) zu kommen.

      12. Ich weiß nicht, warum Sie mit dem Kulturbegriff an dieser Stelle ein Problem haben. Ich zitiere mal die Definition der Wikipedia:
        „Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alle Erscheinungsformen menschlichen Daseins, die auf bestimmten Wertvorstellungen und erlernten Verhaltensweisen beruhen und die sich wiederum in der dauerhaften Erzeugung und Erhaltung von Werten ausdrücken – als Gegenbegriff zu der nicht vom Menschen geschaffenen und nicht veränderten Natur.“ Soviel dazu.

        „Und warum wir, Sportler und körperliche Arbeit leistende natürlich ausgeschlossen, so viel energiereiches Fleisch benötigen, kann ich nicht nachvollziehen.“
        Die Muskeln sind nicht die einzigen Energieverbraucher im Körper. Alle Organe brauchen Energie und am meisten davon das Gehirn, das etwa 20% der dem Körper verfügbaren Energie verbraucht. Forscher gehen davon aus, dass die erhöhte Energiezufuhr durch Fleischverzehr die Entwicklung des Gehirns zu seiner heutigen Funktionalität begünstigt hat. Außerdem: Was meinen Sie mit „so viel“? Über bestimmte Mengen wurde nicht gesprochen.

        „Ein ALLES fressendes Tier würde zumindest nicht für das EINE seine Lebensgrundlagen zerstören, nur um an das ANDERE (Fleisch) zu kommen.“
        Zum einen zerstören Tiere ständig ihre Lebensräume, etwa durch Kahlfraß und anschließende drastisches Schrumpfen der jeweiligen Population. Das spielt sich aber in Regelkreisen ab, also zyklisch mit ewigem Auf und Ab. Zum anderen führt Fleischkonsum nichts zwangsweise zur Lebensraumzerstörung, sondern nur der übermäßige Fleischkonsum. Fleisch ist zu billig, und das ist schlecht.

    2. 1. Quelle? Es stimmt, dass die Produktion eines e-Autos (Stand heute!) energieaufwendiger ist – aber m.W. gleicht sich das bei etwa 50.000 km Fahrleistung aus.
      Wenn man nicht gerade einen 3-t-Geländewagen betrachtet… Dass Autohersteller vorzugsweise riesige, übermotorisierte e-Autos bauen (siehe Ford), steht auf einem anderen Blatt. Höhere Margen…

      2. Kann sein, ist aber irrelevant, weil HVO100 nicht annähernd in der benötigten Menge verfügbar ist.

      3. Der Aufbau von Produktionskapazitäten für synth. Kraftstoffe benötigt *gigantische Mengen* Rohstoffe und Energie – und deren anschließender Betrieb noch viel mehr Energie. Es ist ein Taschenspielertrick, unter 2. mit den “Fußabdrücken der Infrastruktur” zu argumentieren, diese dann aber bei 3. stillschweigend unter den Tisch fallen zu lassen. Auf längere Sicht ist es vor allem der ca. 6-fache Strombedarf, der die Bilanz von e-Fuels verhagelt.

      Und weil immer wieder argumentiert wird, mit synth. Diesel könnte ja die “Bestandsflotte” betrieben werden, müssten also weniger neue Autos produziert werden: Der Aufbau der Infrastruktur in entsprechender Größenordnung würde – grob geschätzt – 30 Jahre dauern, Minimum. Die “Bestandsflotte” wird bis dahin längst verschrottet sein.

    3. “Gerne gebe ich weitere Auskünfte und stelle verlässliche wissenschaftliche Quellen dazu zu Verfügung.” Verlässlich und wissenschaftlich sollten sie streichen.

      1. 200.000 km? Ja da gab es mal eine Rechnung, da wurden die Batterien mit 100% chinesischen Kohlestrom hergestellt. Beim aktuellen Strommix geht man 35.000km aus.

      2. Made my day. Da bin ich dann endgültig raus. Da fehlt jede Basis für eine sachliche und wissenschaftliche Diskussion.

      3. Politisch bekämpft wurde nur die Energiewende, von der Union.

      Das festhalten am Verbrenner schadet der deutschen Autoindustrie. Klare vorgaben hätten die Transformation zum E Auto beschleunigt. Aber man will ja das angebliche “Verbrenner Aus” verhindern. Wenn die Chinesen den ersten Wagen mit Feststoffakku, zu einem erschwinglichen Preis, ausliefern, dann gehen hier bald die Lichter aus.

    4. Es ist schon erschreckend, wir wirr und faktenfrei hier der Verbrenner- und eFuel-Lobbyist der CDU, Herr Maus, Inhalte kommentiert.

      Herr Maus hat in seinem beruflichen Leben zig Patente (> 700 laut seinem Wikipedia-Eintrag unter https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Maus) sowohl in der Abgasreinigung wie auch in der Herstellung synthetischer Kraftstoffe erworben. Das ist einerseits sehr löblich, denn er hat damit – zu Zeiten als es noch keine bessere Technik gab – für eine Verminderung des Schadstoffausstoßes von Kfz gesorgt.

      Andererseits ist es aber auch kritisch, wenn jemand der direkt oder indirekt noch finanziell vom Fortbestand des Verbrenners oder der Einführung von synthetischen Kraftstoffen profitiert, hier als „Sachkundiger Bürger“ im Verkehrsausschuss der Stadt GL sitzt und fröhlich in seinen Beiträgen und Vorträgen Fakten negiert, auslässt oder gar verdreht und leugnet – in seinen Kommentaren auf dem Bürgerportal noch dazu völlig ohne Quellen o.ä.

      Er behauptet einfach Dinge, stellt unbelegte (und falsche!) Zahlen in den Raum und unterstellt anderen „Ideologie“, wenn sie ihn auf die Falschbehauptungen hinweisen. Dabei ist es seine Verbrenner-Ideologie, die ihn offenbar von wissenschaftlich belegten Tatsachen & Fakten frei- bzw. fernhält.

      Dass er zudem eine Pressemitteilung der Stadt GL – die auf dem Bürgerportal nur veröffentlicht wurde, nicht jedoch von den Journalist:innen des Bürgerportals verfasst – für einen redaktionellen Beitrag hält und auch dort die „Ideologie“ kritisiert, lässt tief blicken…

      Seine Falschaussagen im Überblick und in chronologischer Abfolge gemäß Kommentar-Feed:

      1. „…CO2 Restbudget von 60ppm bis zur Überschreitung der vom IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) angestrebten max. 1,5 Grad Temperaturerhöhung 2050.“

      Das ist falsch! Der IPCC hat für die kritische Schwelle von 2° C Erwärmung eine CO2 Konzentration von 450 ppm in der Atmosphäre geschätzt und festgelegt (http://www.agenda21-treffpunkt.de/lexikon/zwei_Grad_Celsius.htm). Selbst diese Zahl ist mittlerweile aber umstritten und gilt als zu hoch, denn es haben sich Wechseleffekte mit der Stratosphäre herausgestellt (https://www.scinexx.de/news/geowissen/steigt-die-klimawirkung-von-co2-ueberproportional/).

      In 2024 betrug die CO2 Konzentration in der Atmosphäre bereits 422,79 ppm (https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/atmosphaerische-treibhausgas-konzentrationen), Tendenz stark steigend. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die durchschnittliche Erwärmung der Ozeane pro Dekade von ehemals 0,06° auf aktuell 0,27° C erhöht bzw. vervierfacht hat (https://www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/Meeresoberflaechen-erwaermen-sich-immer-schneller-100.html) – und die Ozeane waren bisher der „Dämpfer“ der menschgemachten Klimaerwärmung!

      Die 1,5° C Grenze haben wir bereits in den letzten 14 Monaten gerissen (https://www.tagesschau.de/wissen/klima/globale-erwaermung-100.html) – und selbst für die kritische Schwelle von 2° C, die wir mit 100%-iger Sicherheit in den nächsten 10-15 Jahren reissen werden, würden wir aktuell noch von einem maximalen „Restbudget“ von knapp 27 ppm weltweit reden. Also nicht einmal 50% von dem, was Herr Maus hier sagt.

      Real müssten wir für eine Chance auf 1,5° SOFORT weltweit auf Nullemissionen kommen, für die 2° müsste das spätestens in 10 Jahren der Fall sein. Das wird es aber nicht, ganz im Gegenteil. Mit den Kriegen, die aktuell geführt werden, mit dem Wiedererstarken rechtskonservativer bis rechtsnationaler & faschistischer Kräfte (Putin, Trump, Orban und auch Merz mit der Gaslobbyistin Reiche, dem Bauernverbandlobbyist Rainer u.v.m.) sind die Aussichten auf vernunftbegabte und wissenschaftlich fundierte Klimapolitik gleich Null.

      Wir befinden uns auf dem Weg zu 5-6° Erderwärmung in/um 2100 – was dem Exodus unserer Spezies in weiten Teilen der Welt gleich kommt. Aber immerhin: die Verbrenner- & Fossilwirtschaft wird bis dahin noch ein paar Jahrzehnte Milliardengewinne einfahren!

      2. „Cradle to Cradle ist der CO2-Fußabdruck eines mit fossilen Diesel und e-Mobil bis ca. 200.000 km etwa gleich.“

      Ebenfalls schlicht falsch bzw. die Unwahrheit! Es gibt diverse aktuelle Studien, die diese „Schwellle“ je nach angenommener Nutzungsdauer auf 45.000 (IFEU – https://www.autobild.de/artikel/bessere-co2-bilanz-e-auto-benziner-diesel-3729677.html) bis 90.000 km (VDI – https://www.vdi.de/themen/mobilitaet/vdi-oekobilanz-fuer-pkw-antriebe) berechnen – also grob nach 3 – 6 Nutzungsjahren.

      3. „Mit HVO100 ist der Fußabdruck wesentlich besser als ein Batterie-Fahrzeug. Jeder ausreichend Informierte in der Verwaltung und Politik weiß das oder sollte das wissen.“

      Völliger Nonsens. Zum einen wegen der angenommenen obigen „Cradle to Cradle“ Bilanz, die er schon völlig falsch und um den Faktor 4,4 – 2,2 falsch angibt, zum anderen weil er – faktenfrei – dem HVO100 Diesel die maximal möglichen 90% CO2 „Ersparnis“ im Vergleich zu normalem Diesel anrechnet. Etwas, was die Verbrenner- & Fossillobby sehr gerne macht, was aber falsch und extremes Greenwashing sowie Fakten negierend ist.

      Damit HVO100 seine maximale CO2-Ersparnis erreichen könnte, müsste er zu 100% mit grünem Strom, grünem Wasserstoff und Abfällen aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, die bisher NIEMALS für andere (Industrie- & Energetische) Anwendungen genutzt wurden (in denen sie sonst mit fossilen Stoffen substituiert werden müssen), aus der Region kommen (sonst kommen massive Transportemissionen hinzu), nicht aus extra dafür angebauten Rohstoffen stammen (sonst wird Agrarfläche zweckentfremdet und im Falle von umdeklariertem Palmöl sogar Wälder gerodet u.v.m.).

      All diese Voraussetzungen sind NICHT gegeben – wie u.a. auch er Wissenschaftliche Dienst des Bundestages und das Umweltbundesamt bereits 2020 (unter Unions-Regierung) eindeutig festgestellt hat. Gleiches gilt übrigens auch für die technologieoffenen eFuels, die für Klimaneutralität zu 100% aus erneuerbaren Energien, grünem Wasserstoff und mit der Atmosphäre per DAC entnommenem CO2 produziert werden müssten. Etwas, was ebenso auf absehbare Zeit (und das ist nicht einmal die sehr kurze Zeitspanne, die uns real für Null-Emissionen übrig bleibt) nicht realistisch und zu erreichen ist.

      Zu HVO100 gibt es diverse wissenschaftliche (!!!) Informationen, die alle zu dem gleichen Fazit kommen:

      https://www.zdfheute.de/wissen/hvo100-biokraftstoff-terrax-christian-scharun-kolumne-100.html
      https://assets.adac.de/image/upload/v1669910202/ADAC-eV/KOR/Text/PDF/eFuel-Test_ayoykj.pdf
      https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/hvo100-kraftstoff-diesel-tanken-100.html
      https://www.bundestag.de/resource/blob/816808/2bc0afbe043f3da08b19b0ded9143019/WD-8-078-20-pdf-data.pdf
      https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Pressemitteilungen/Naturschutz/DUH_Factsheet_HVO_31_7_24.pdf
      https://energiefahrer.de/hvo100-mythen-fakten-luegen-zur-angeblichen-nachhaltigkeit/

      Dass sich der Abgasausstoß und dessen Zusammensetzung „am Auspuff“ bei all diesen Kraftstoffen kaum bis gar nicht verändert (teilweise sogar eher zum Nachteil), wurde auch bereits mehrfach getestet und ist belegt. Also selbst wenn es diese 100% eFuels oder HVO100 mit 90% CO2-Ersparnis gäbe (was nicht der Fall ist), würde sich an der Abgasbelastung in unseren Städten und entlang der Straßen rein gar nichts verändern …

      4. „Die auch politisch bekämpften, besten CO2-ärmsten, CO2-Restbudget-schonende und kostengünstigsten Lösungen sind fast 100% CO2-neutral umsetzbar: Synthetische Diesel-, Benzin- UND Heizungs-Kraftstoffe.“

      Nein, einfach nein. Mittlerweile wurden die meisten „Leuchtturmprojekte“ im Bereich DAC, eFuels & Co. sogar wieder eingestellt (auch Lindners Lieblingsprojekt von Porsche), genauso wie aktuell die ehemaligen H2-Tankstellen rückgebaut werden. Sie verbrauchen eine Unmenge an Strom, der aktuell einfach noch nicht 100% regenerativ und „im Übermaß“ zur Verfügung steht.

      Sie sind im Vergleich zu rein elektrischen Lösungen (BEV, eLKW, eBusse, Wärmepumpe u.ä.) völlig ineffizient, da sie die 5 – 10 fache Menge an Strom für die gleiche „Leistung“ benötigen (https://infothek.bmimi.gv.at/verbrenner-aus-effizienz-e-fuels/).

      Zudem sind die Produktionskapazitäten auf absehbare Zeit viel zu gering, um auch nur den Fahrzeugbestand in Deutschland mit dem weltweiten Angebot an diesen „synthetischen Lösungen“ zu betreiben – wir sind aber nicht allein auf der Welt. Hinzu kommt, dass grüner Wasserstoff aus Elektrolyse auch vor dem Problem steht, dass sein „Grundmaterial“ – nämlich sauberes Süßwasser – immer knapper wird. Etwas, was bisher kaum in die Betrachtungen einfließt und was auch nix bringt, wenn große Solarparks in der Wüste stehen – die haben erst gar kein Wasser zur Herstellung von grünem Wasserstoff.

      Die geringen Mengen, die uns absehbar an grünem Wasserstoff, an eFuels u.ä. zur Verfügung stehen, müssen zwingend für die Dekarbonisierung der Bereiche eingesetzt werden, in denen es aktuell & absehbar keine „Batteriealternative“ gibt – und das wären neben Stahlindustrie und Chemie (beim Wasserstoff) auch Schiff- und Luftfahrt, die noch zu den größten CO2-Emittenten gehören.

      5. „Insgesamt benötigten wir für die vollständige Klima-Lösung der heutigen Verbrenner-Mobilität ca. 550 TWh Kraftstoff. Etwa die Hälfte der Bedarfe können nach heutigen Plänen Bio-Kaftstoffe bis 2030 die Bedarfe erfüllen.“

      Nein, einfach NEIN!

      Der Anteil Erneuerbarer Energien im Verkehr betrug in 2020 knapp 7% am Gesamtenergiebedarf (https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/daten-und-fakten/energieverbrauch-und-erneuerbare-energien-im-verkehr) – und das nach einem wirklich beeindruckenden Wachstum in den letzten 30 Jahren. Davon auszugehen, dass sich dieser Anteil nun innerhalb von 5 Jahren mehr als verfünffacht, ist völlig abwegig und auch in vielen Bereichen absolut unmöglich. Weder können die reinen „Grundstoffe“ (Felder für Anbau von Energiepflanzen, grüner Strom für Herstellung) und die industriellen Produktionskapazitäten in so kurzer Zeit derart ausgebaut bzw. skaliert werden, noch ist das ökologisch & energetisch überhaupt sinnvoll.

      Für jede TWh Kraftstoff, die als eFuel oder HVO100 hergestellt wird, benötigt man rd. die 7 bis 10-fache Menge an Energie / Strom für die Herstellung. Somit würden aus 550 TWh bisherigem Energieverbrauch auf einmal 3.850 bis 5.500 TWh Energiebedarf – die natürlich nur aus Erneuerbaren Energien / Öko-Strom stammen dürften!

      Die Gesamtenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energien (inkl. Verkehr, Wärme & Strom) betrug in 2024 517 TWh (https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen#ueberblick-beitrag-erneuerbare) – also selbst das schon deutlich weniger, als der Energieverbrauch im Verkehr aktuell.

      Wie „realistisch“ mag es wohl sein, den Stromanteil davon (284 TWh) in den nächsten 5 Jahren – unter einer Regierung Merz, die Klimaschutz und EE gerade massiv abbauen will – mit dem Faktor 14 – 20 auszubauen?!? ;)

      6. „Und erklären Sie bitte, warum sich bei bestimmten Parteien-Vertreter weiterhin die Falschaussagen halten.“

      Angesichts seiner eigenen Aussagen eine absolute Frechheit, tbh. Sollte das das Niveau der CDU GL sein, dann gute Nacht.

      Ob diese „Zwischenlösung“ tatsächlich eine „Zwischenlösung“ ist oder – wie in der Homöopathie, die hier bei den real verfügbaren Mengen von eFuels / HVO100 im Vergleich zum aktuellen Verbrauch an fossilen Brennstoffen wirklich passt – eher eine „Erstverschlimmerung“, hängt maßgeblich von der Qualität des gelieferten / genutzten HVO100 ab.

      Diese kann man nur beurteilen, wenn der Lieferant bzw. Hersteller seine Produktion und auch die Rohstoffe entsprechend zertifiziert hat und offenlegt. Dazu fanden sich keinerlei Hinweise in der Pressemitteilung der Stadt GL …

      1. @Andreas Weinand – viel Text, aber jeder Absatz wert zu lesen UND zu verinnerlichen.

        DANKE – für den Faktencheck.

      2. Danke für die gute Zusammenfassung. :-)
        Ich bin etwas amüsiert, dass diese Diskussion immer noch geführt wird – die Realität ist längst weiter: Weltweit werden hunderte Milliarden in e-Mobilität & zugehörige Infrastruktur investiert – während es im Bereich “e-Fuels” nur eine handvoll (massiv subventionierte) Pilotprojekte gibt. Die hiesigen Unternehmen haben lange gezögert, versuchen aber jetzt, den Rückstand v.a. gegenüber China aufzuholen. Für den heimischen Markt dürfte das gelingen, global eher weniger.

        (Nur bei den Zahlen zum Strombedarf (5.) bin ich etwas skeptisch. Eine elektrifizierte hiesige Autoflotte würde 75-100 TWh benötigen – ist der Strombedarf für e-Fuels nicht ca. 6-mal so hoch, also 450-600 TWh?)

      3. @Ulf Kleinert “Nur bei den Zahlen zum Strombedarf (5.) bin ich etwas skeptisch. Eine elektrifizierte hiesige Autoflotte würde 75-100 TWh benötigen – ist der Strombedarf für e-Fuels nicht ca. 6-mal so hoch, also 450-600 TWh?”
        Ja, da ist mir tatsächlich ein (Denk-)Fehler unterlaufen, da der Energiebedarf im Verkehr ja bereits in TWh umgerechnet war und die Heizwerte von Benzin & Diesel (pro Liter) in etwa dem entsprechen, was bei ihrer Ersatzproduktion als eFuel & HVO100 wiederum an Strom benötigt wird.
        Ich habe die Rechnung und den Absatz korrigiert und auch um eine Beispielrechnung für BEV ergänzt. Diese Korrektur habe ich – mit der Bitte um Austausch bzw. eben Korrektur in obigem Kommentar – an das Bürgerportal gesandt.
        Mea culpa!

    5. Ich kann Ihnen die neuesten Metastudie zum Thema E-Mobilität empfehlen:
      https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/elektroautos-umweltfreundlich-fraunhofer-institut-studie-100.html

      Wer den Argumenten und den zahlreichen wissenschaftlichen Ausarbeitung wirklich offen gegenüber steht, wird nicht länger in Zweifel ziehen, dass der eingeschlagene Weg richtig ist und konsequent bzw. beschleunigt – ohne wenn und aber – weiter verfolgt werden muss:

      “Es gebe umweltfreundlichere Arten der Fortbewegung (Anm.: z.B. das Fahrrad) als ein Elektroauto, fasst Forscher Wietschel zusammen. Aber ein Elektroauto sei immer noch klar umweltfreundlicher als ein vergleichbarer Verbrenner.”

      https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse/2025/presseinfo-07-policy_brief_batterien_elektroautos_update_faktencheck_handlungsbedarf.html

  3. Ein weiteres gutes Beispiel, dass man nicht genutzte Produktionskapazitäten bei EE-Überschuss durchaus nutzen könnte, anstatt Anlagen abzuregeln und dann per EEG-Gesetz auch noch teilweise vergüten zu müssen.
    Ein schweres Versäumnis der Politik, sich all die Jahre nur auf den Ausbau der Produktionskapazitäten zu konzentrieren.
    In unsere EE-Produktionskapazität steckt noch viel ungenutzten Potential, das sicherlich genau für die kommunale Anwendung, d.h. Feuerwehr, THW, Abfallentsorgung etc. genutzt werden könnte.

    1. Grundsätzlich richtig, wobei die erste Anwendung wohl Wasserstoff für die Stahl- und Chemieindustrie ist. Aber damit sich der Aufbau der entsprechenden Kapazitäten lohnt, braucht es wesentlich höhere EE-Überschüsse, als das heute der Fall ist. Welches Unternehmen würde großtechnische Anlagen aufbauen, die nur wenige Stunden im Jahr genutzt werden?

      1. Das ist leider nicht richtig und eine verfehlte Politik.
        Denn der Wasserstoffpreis wird selbst mit “Abfallstrom” statt Abbregeln etwa 4 Mal so teuer wie der Weltmarktpreis.
        Bitte suchen Sie die Dena-Studie zur Wasserstoff-Strategie von 2019 heraus, die damals schon veröffentlichte, dass der “Grüne” Stahl von ca. 600 €/t nahezu verdoppelt.
        Das ThyssenKrupp Dilemma war den Gewerkschaften also seit wenigstens 2019 bekannt.
        Oder man beachte die kürzliche Abkehr eines Stahlherstellers von der sog “Wasserstoffstrategie”.
        Zur Verifikation stehe ich gerne zur Verfügung

      2. Keinerlei Widerspruch – aber wo ist der Bezug zum von mir Geschriebenen?
        Es ging um den Aufbau von Kapazitäten zur Produktion von Wasserstoff (und darauf aufbauend mglw. synthetischer Kraftstoffe) aus “überschüssiger” EE.
        Dass “Grüner Stahl” Stand heute teurer ist als “konventioneller”, ist offensichtlich – sonst hätten ja alle Hersteller längst umgestellt. Aber die nicht-grüne Stahlproduktion wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die Frage ist, wie der Übergang gestaltet wird – und welche Staaten + Unternehmen die Nase vorn haben (werden).

  4. ‘Zwischennutzung’ ist das entscheidende Wort – gut, dass der Bürgermeister das betont.
    Es fällt nur eine begrenzte Menge “biogener Rest- und Abfallstoffe” an, entsprechend sind der Produktion von HVO 100 Grenzen gesetzt. Die Produktion synthetischer Kraftstoffe (“e-Fuels”) wiederrum benötigt gigantische Mengen elektrischer Energie. Beide sogenannten “Alternativkraftstoffe” werden daher Nischenprodukte bleiben für Anwendungsbereiche, die sich nicht direktelektrisch betreiben lassen. Das mag heute noch für schwere LKW gelten – aber angesichts der rasanten Entwicklung der Batterie- und Ladetechnologien nicht mehr lange. Die nächste Generation von Müllwagen wird batterieelektrisch betrieben werden.

    1. Interessant, haben Sie eine Glaskugel oder Zeitmaschine? Warum können Sie die Zukunft schon heute bei Elektrisch Betriebenen Fahrzeuge sehen, aber nicht bei synthetischen Kraftstoffen? Oder Wasserstoff?
      Korrekt wäre es, alle uns derzeit bekannten Technologien offen zu halten und dann abzuwarten, welche sich durchsetzt und nicht heute schon nur eine anzustreben.

      1. Ich empfehle Ihnen einen Grundkurs Physik. Ihnen fehlen offensichtlich die Grundlagen, daher halten Sie Naturwissenschaft für ‘Magie’.
        Wasserstoff war ein großer Hype in den 80ern/90ern, hat sich aber als zu teuer erwiesen – kein Unternehmen hatte Interesse. Synthetische Kraftstoffe benötigen noch mehr Energie, sind also noch teurer. Daher nur was für Nischen, wo unbedingt flüssiger/ gasförmiger Kraftstoff gebraucht wird und der Preis keine Rolle spielt.
        (Ein Alltagsvergleich: Natürlich *kann* man die Blumen auch mit Champagner gießen…aber aus irgendeinem Grund hat sich Wasser durchgesetzt.)

      2. Lieber Herr Kleinert,
        nein Danke, ich verstehe mich in meinem Bereich ziemlich gut. Das Wasserstoff ein “Hype” war, ist quatsch, Wasserstoff wird schon immer in der Chemischen Industrie produziert und verwendet und die Technologie wird immer besser.
        Experten, zu denen zähle ich Sie nicht, haben in Schulungen berichtet, dass die Effizenz von Wasserstoff immer besser wird, somit könnte auch in naher Zukunft ein günstiger Einsatz bei Großfahrzeugen möglich sein. Beim Heizen und normalen Autos würde ich Ihnen nicht widersprechen.
        Efuels ist erst am Anfang seiner Entwicklung, ob es die Zukunftstechnologie weiß niemand.
        Sie sprechen den ganzen Technologien Ihre Daseinsberechtigung von Anfang an ab, das halte ich für extrem Naiv.

      3. Hmm. Missverstehen Sie mich absichtlich, oder war das tatsächlich so unklar formuliert? Sorry in letzterem Fall.

        ‘Hype’ bezog sich auf Wasserstoff-Brennstoffzellen und ihren Einsatz in Straßenfahrzeugen. BMW, Mercedes und Co. haben in den 80ern/90ern viel Geld in die Forschung gesteckt, Versuchsfahrzeuge gebaut – und es dann fallengelassen mangels Wirtschaftlichkeit. Dass die Chemieindustrie Wasserstoff verwendet (und auch BSZ in Nischen wie U-Booten eingesetzt werden), ist unstrittig.

        Der “Einsatz in Großfahrzeugen” (sprich LKW) war vor einigen Jahren in der Diskussion, ist aber m.W. Schnee von gestern: Zu ineffizient/ teuer, zu riskant bei Transport und Tanken. Die Batterietechnik entwickelt sich rasant, was Ladedichte und Preise angeht – dass Wasserstoff (und erst recht synth. Kraftstoffe) extrem energieaufwendig ist, ändert sich dagegen nicht (bei der “besseren Effizienz” geht es um inkrementelle Fortschritte von einigen Prozent).

        Dass ich “Technologien ihre Daseinsberechtigung abspreche”, ist Unsinn – siehe meine Aussage bzgl. “Nischen”. Fazit: Wir sind beide keine “Experten”, und sollten die Dinge sachlich statt emotional betrachten.

    2. Das passt in eine bestimmte Politik, was Sie schreiben.
      In der unpolitischen Fachwelt sind sämtliche Mythen widerlegt.
      Wie ich schon schrieb, stehe ich Ihnen gerne zur Diskussion zur Verfügung

      1. “In der unpolitischen Fachwelt sind sämtliche Mythen widerlegt.” Gibt es eine alternative, unpolitische Physik? Von welchen Mythen reden Sie? Dass E-Fuels, für PKW und LKW, eine gigantische Verschwendung von elektrischer Energie sind? Das gleiche gilt für Wasserstoff. Nischenprodukte, da wo es aktuell noch(!) keine rein elektrische Lösung gibt.

      2. @Rolf C.
        Es lohnt sich mE im Interesse der nachfolgenden Generationen die bisher von bestimmten Parteien aus politischen oder Gründen des mangelnden Fachwissens an Kommentaren festzuhalten, die in der Fachwelt längst geklärt sind:

        A) Es war eine politische “Wahrheit”, dass bei Verwendung deutschen Stroms mit vielleicht als Beispiel netto-netto 10 ct/kWh der Spritpreis unzumutbar sei.

        B) Es ist auch die “Wahrheit”, dass die Synthese-Verluste im Bereich von 50 Prozent liegen

        C) Es ist auch “wahr”, dass der Gesamt-Wirkungsgrad der E-Mobilität etwa 3 Mal besser als Verbrenner ist (Bilanzgrenzen beachten)

        Die “Wahrheit” ist aber nur die Untermenge der “Ehrlichkeit”!
        Ehrlich ist:

        D) In sonnen- und windreichen Regionen kostet der Strom knapp 1 ct/kWh.

        a)
        Die Verluste des Stromtransports per HGÜ-Leitungen nach D z.B. aus Nordafrika verteuern den Strom lt. Experten auf ca. >5 ct/kWh. Das macht kaum Sinn, da auch die CO2-Emissionen der neuen Infrastruktur gegen das Pariser Klimabkommen verstoßen würden.

        b)
        Den Strom in Nordafrika Vorort per Synthese in Moleküle umzusetzen ergibt einen eFuels Preis (o. Steuern) von 70 bis 80 ct/Liter Benzin bzw. Diesel. Der Transport mit vorhandenen Tankern kommt auf ca. 2 ct/Liter.

        Und warum ist das seit 15 Jahren konkreten Projekten noch nicht umgesetzt?
        Sollten Sie mir Vorstehendes glauben, erklären Sie bitte, warum das bei der Dringlichkeit der Klima-Vorsorge selbst in unserer Stadt 4 Jahre zur Teilumsetzung mit HVO100 benötigte?
        Und erklären Sie bitte, warum sich bei bestimmten Parteien-Vertreter weiterhin die Falschaussagen halten.

        Gerne bin ich bereit Ihnen für ehrliche Auskünfte zur Verfügung zu stehen. Schreiben Sie an info@wmc-d.de!

      3. Warum sollten wir uns wieder von im Ausland hergestellten Treibstoff abhängig machen? Warum sollten wir weiter die Luft in den Städten verpesten? Für beides haben wir eine Lösung: BEV! Hätten wir mit Peter Altmaier nicht die fleischgewordene Bremse der Energiewende gehabt, dann hätten wir heute genügend erneuerbare Energie, samt Speichern, zum günstigen Preisen. Daran sollten wir arbeiten! Und nicht nach Lösungen für den Fortbestand einer archaischen Technologie, laut und stinkend, zu suchen. E-Fuels für Schiffe oder Flugzeuge, vielleicht. Aber nicht für PKW oder LKW!