Theresia Meinhardt (Grüne) und Klaus W. Waldschmidt (SPD). Foto: Thomas Merkenich

Unmittelbar vor der Ratssitzung an diesem Dienstag haben die Fraktionen der Grünen und der SPD ihre Haltungen zu zwei Themen bekräftigt: Sie fordern von CDU und FDP ein klares Bekenntnis zum Klimaschutzkonzept. Und begründen, warum sie die Einführung einer Bezahlkarte für Flüchtlinge ablehnen.

Wir veröffentlichen zwei Mitteilungen von Grünen und SPD

Am 8. Juli muss der Rat Farbe bekennen – Hände weg vom Klimaschutzkonzept!

Der Hauptausschuss tagte in der letzten Woche im wahrsten Sinne des Wortes hitzig – bei 35 Grad Hitze gab es im Ratssaal keine weniger hitzige Debatte. Statt sich endlich zu 100% hinter die beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen zu stellen, wurde wieder gezögert, relativiert und gestrichen. 

Eigentlich hätte es eine Formalie sein sollen. Die nächsten Arbeitspakete aus dem 2023 mühsam im großen Kompromiss ausgehandelten Klimaschutzkonzept, dem kommunalen Wärmeplan und dem Hitzeaktionsplan sollten für die weitere Teilnahme am European Energy Award bestätigen werden. 

Beratung und Kommunikation – gezielt ausgehebelt 

Besonders perfide ist der Versuch, ausgerechnet die kommunikativen und beratenden Maßnahmen zu streichen. Lediglich die Informations- und Beratungsangebote konnten gerade so noch durchgebracht, gegen den Widerstand von CDU und FDP. 

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Kommunal, kurz & knapp: Klima, Bezahlkarte und das Zünglein an der Waage

Ohne die FWG geht nichts, das zeigte sich im Hauptausschuss deutlich bei kleinteiligen Entscheidungen zum Klimaschutz und einem knappen Beschluss zur Bezahlkarte. Eindeutig war dagegen die Ablehnung einer Idee aus dem Stadtmarketing sowie das Bedauern über den Verlust einer wichtigen Fachfrau. Wir bringen die Debatten und Entscheidungen auf den Punkt.

Dabei sind es genau diese Angebote, die Menschen konkret helfen, ihre Häuser zukunftssicher zu machen, Energie zu sparen und Kosten zu senken. Es ist unverständlich, wie CDU und FDP diese Hilfen in Zeiten steigender Energiepreise und zunehmender Hitzebelastung als entbehrlich einstufen können. 

Nicht der erste Rückschritt – Klimaschutz wird scheibchenweise ausgehöhlt 

Besonders alarmierend: Es ist nicht das erste Mal, dass Teile des beschlossenen Klimaschutzkonzepts im Nachhinein gestrichen wurden. Bereits bei der Verabschiedung des Stellenplan für 2025 im letzten Dezember wurden zwei halbe Personalstellen für die Umsetzung des Hitzeaktionsplans aus dem Stellenplan gestrichen – obwohl sie als zentraler Bestandteil des Hitzeaktionsplans für die Umsetzung vor Ort vorgesehen waren. 

Mit jeder gestrichenen Maßnahme wird klarer: Ein Teil dieses Rates will das Klimaschutzkonzept nicht umsetzen, sondern verhindern. Die Beteiligung am European Energy Award verkommt zur Fassade, wenn zentrale Inhalte ausgehöhlt werden. 

Unsere klare Aufforderung an den Stadtrat: 

  • Erhalt aller vereinbarten Maßnahmen im Klimaschutzkonzept, auch der Kommunikations- und Beratungsangebote 
  • Verlässliche Umsetzung des kommunalen Wärme- und Hitzeaktionsplans 
  • Klares Bekenntnis zum European Energy Award – mit Taten, nicht nur mit Worten 

Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen Theresia Meinhardt und Friedrich Bacmeister warnen: „Das Klimaschutzkonzept ist kein Wunschzettel, aus dem man sich nach Stimmungslage bedient. Es ist ein durchgerechneter, fachlich fundierter Plan, der breite Zustimmung erfahren hat. Wer ihn jetzt aushebelt, betreibt Zukunftsverweigerung.“ 

Klaus Waldschmidt, Fraktionsvorsitzender der SPD ergänzt: „Wer aus parteipolitischem Kalkül jetzt zentrale Bausteine bei den Beratungsangeboten des Klimaschutzes streicht, gefährdet nicht nur Glaubwürdigkeit in politische Verlässlichkeit, sondern auch Fördermittel des European Energy Awards.“ 

Klimaschutz braucht Verlässlichkeit, Haltung und Mut. Am 8. Juli wird sich zeigen, ob dieser Rat dazu bereit ist. 

Doch mindestens genauso wichtig wird sein, wie sich künftige Ratsmehrheiten nach der Kommunalwahl am 14. September 2025 zum Klimaschutz positionieren. Wer glaubwürdig für eine lebenswerte, gerechte und zukunftssichere Stadt eintreten will, muss bereit sein, verbindliche Maßnahmen mitzutragen statt sie immer wieder zu sabotieren. 

Grüne und SPD werden sich weiterhin konsequent für die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts einsetzen – mit klarer Haltung und konkreten Lösungen. 

Grüne und SPD lehnen Bezahlkarte ab

 Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD lehnen die Einführung der sogenannten Bezahlkarte für Geflüchtete entschieden ab. Während CDU, FDP, FWG und AfD mit ihrer Zustimmung zur Karte Symbolpolitik betreiben als echte Lösungen zu schaffen, setzen wir uns weiterhin für eine praxistaugliche und menschenwürdige Integrationspolitik ein. 

Großer Aufwand, kein Nutzen – ein bürokratisches Placebo 

Für gerade einmal rund 200 betroffene Menschen sollen in unserer Kommune komplexe neue Verwaltungsstrukturen geschaffen werden – samt Antragsverfahren, Sperrprozessen bei Verlust, Kartenbestellungen und technischer Abwicklung.

Dass ausgerechnet FDP und CDU, die sonst lautstark Bürokratieabbau fordern, hier plötzlich blindlings auf ein bürokratisches Monstrum setzen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. 

Praktisch untauglich – sozial spaltend 

Was hier eine Ratsmehrheit als “effizient” verkaufen will, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als realitätsfern. Klaus Waldschmidt, Fraktionsvorsitzender der SPD führt aus: „Das bestehende System zur Auszahlung von Sozialleistungen funktioniert bereits zuverlässig. Die Einführung der Bezahlkarte würde für Asylsuchende und geflüchtete Menschen erhebliche Einschränkungen im Alltag bedeuten. Gleichzeitig würde sie für die Verwaltung zusätzlichen, vermeidbaren personellen und finanziellen Aufwand verursachen. Zusammengefasst überwiegen die Nachteile deutlich gegenüber den möglichen Vorteilen.“

AfD diktiert die Richtung – und CDU & FDP marschieren mit 

„Dass die AfD, die für Hetze und Abschottung steht, die Bezahlkarte fordert, überrascht niemand“ so Theresia Meinhardt, Co-Vorsitzende der grünen Ratsfraktion „Erschreckend ist aber, dass sich weitere Fraktionen im Rat willig an deren Agenda anhängen. Statt einer verantwortungsvollen Asylpolitik sehen wir hier ein Einknicken vor populistischen Parolen – auf Kosten der Würde und Teilhabe schutzsuchender Menschen.“ 

Vertrauen zerstören statt Integration fördern 

Anstatt Geflüchteten ein Stück Eigenständigkeit zuzugestehen, wird mit der Bezahlkarte ein generelles Misstrauenssignal gesendet. Der Zugang zu Leistungen wird eingeschränkt, Teilhabe erschwert – Integration wird so aktiv behindert. 

Die Position von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und SPD ist klar: 

  • Keine Bezahlkarte in unserer Kommune, 
  • Keine Auslagerung sozialer Verantwortung auf Plastikkarten, 
  • Stattdessen: Investitionen in echte Integrationsarbeit und funktionierende Verwaltung, statt dem Aufbau neuer bürokratischer Strukturen 
  • Und ein klares Bekenntnis zur Menschlichkeit – auch gegen den politischen Zeitgeist von rechts. 

Hier werden gemeinsame Pressemitteilung von Bündnis 90 / Die Grünen und der SPD in Bergisch Gladbach veröffentlicht.

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  1. Mit großem moralischem Gestus lehnen SPD und Grüne im Rheinisch-Bergischen Kreis die Einführung der Bezahlkarte für Geflüchtete ab. Man spricht von Symbolpolitik, von Misstrauenskultur und von einem „bürokratischen Monstrum“. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch: Der moralische Ton ersetzt eine längst überfällige Debatte über Verantwortung, Gerechtigkeit und den Zustand unseres Gemeinwesens.

    Niemand fordert, geflüchtete Menschen ihrer Würde zu berauben oder ihnen Hilfe zu verweigern. Was aber sehr wohl gefordert werden darf – ja, muss! –, ist ein effizienter, gerechter und kontrollierbarer Umgang mit öffentlichen Mitteln. Die Bezahlkarte ist kein Allheilmittel, aber sie ist ein Instrument, das Zweckbindung ermöglicht, Missbrauch erschwert und vor allem die Akzeptanz von Hilfeleistungen in der Bevölkerung sichern kann.

    Unsere kommunalen Ressourcen sind begrenzt. Das betrifft nahezu alle Bereiche: Bildung, Pflege, Infrastruktur, soziale Arbeit, und und und. Wer in diesem Umfeld neue Leistungen einführt, trägt die Verantwortung, deren Wirkung und Verhältnismäßigkeit genau zu prüfen. Es geht nicht darum, Gruppen gegeneinander auszuspielen – sondern darum, realistisch zu bewerten, was ein Staat leisten kann, ohne Vertrauen in seine Steuerungsfähigkeit zu verlieren.

    Dass SPD und Grüne jede Form von Kontrolle reflexhaft als „Misstrauen“ abtun, ist deshalb nicht nur realitätsfern, sondern gefährlich. Wer glaubt, moralische Überlegenheit ersetze praktisches Regieren, überlässt das Thema jenen, die einfache, radikale Antworten liefern. Wenn die politische Mitte nicht mehr in der Lage ist, zwischen Humanität und Selbstverleugnung zu unterscheiden, treibt sie die Wähler in die Arme derer, die Verantwortung mit Härte verwechseln – und Haltung mit Ideologie bekämpfen.

    Eine Bezahlkarte hilft also vor allem ein Mindestmaß an Fairness gegenüber allen Bedürftigen im Kreis bzw. Land zu wahren. Wer das pauschal ablehnt, stellt nicht nur die eigene Überzeugung zur Schau, sondern gefährdet den sozialen Zusammenhalt, den er vorgibt zu schützen.

    Ein Staat, der alles verspricht, aber nichts mehr kontrollieren kann, verliert zuerst die Unterstützung der Vernünftigen. Und mit ihnen die Demokratie.

    1. Nun, mir erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass Menschen von Leistungen, die noch unter dem Existenzminimum liegen (was an sich schon mehr als problematisch ist), nennenswerte Beträge ins Ausland transferieren. Ich habe gerade noch mal KI recherchieren lassen – demnach gibt es bisher keine belastbaren Erkenntnisse dazu, dass es das auch von Ihnen mit viel Verve vorgetragene Problem überhaupt gibt. Es entsteht viel mehr der Eindruck, es geht darum, Menschen die ohnehin schon fast nichts haben so schlecht zu behandeln, dass freiwillig wieder gehen (hier ja auch schon wörtlich durch “Sam Urai” geäußert).

      Und natürlich spricht aus einem solchen Verhalten reines Misstrauen gegenüber Asylbewerberinnen. Warum sonst sollten man ihnen vorschreiben, wo und wofür sie ihre kargen Geldleistungen ausgeben dürfen?

    2. Sie haben nicht unrecht, anderseits, verstehe ich es nicht, warum das ganze so kompliziert aufgesattelt werden musste. Wäre ein Bankkonto nicht am einfachsten gewesen? Gerade bei einem solchen Thema hätte man die öffentlich-rechtlichen Banken einspannen können.

      Zudem hätte man, proaktiv, die Menschen unterstützt, sobald diese Arbeit aufnehmen können, da heute vermutlich kein Arbeitgeber noch mit Lohntüten rumläuft.

  2. Ich dokumentiert hier die Pressemitteilung “Die Linke internationale Liste LIL” im Integrationsrat der Stadt Bergisch Gladbach zum Thema “Bezahlkarte” im Wortlaut.

    “Brandmauer eingerissen: CDU, FDP & FWG stimmen mit AfD – Bezahlkarte droht in Bergisch Gladbach”
    Bezahlkarte für Geflüchtete: Die Linke warnt vor dem Rechtsruck und politischer Täuschung im Stadtrat

    Mit knapper Mehrheit hat der Hauptausschuss der Stadt Bergisch Gladbach eine Verwaltungsvorlage unterstützt, die sich gegen die Einführung der Bezahlkarte für Geflüchtete ausspricht. Doch Die Linke schlägt Alarm: Bei der entscheidenden Abstimmung im Stadtrat am 8. Juli 2025 droht eine Mehrheit aus CDU, FDP, FWG und AfD, das sogenannte Opt-Out-Verfahren zu blockieren – und damit den Weg freizumachen für ein diskriminierendes Sonderzahlungssystem für Geflüchtete.

    „Die Bezahlkarte ist kein harmloses Verwaltungsinstrument, sondern ein Angriff auf die Menschenwürde von Geflüchteten“, erklärt Hale Bagherzadeh für Die Linke internationale Liste – LIL im Integrationsrat Bergisch Gladbach. „Sie steht für Kontrolle, Entmündigung und Misstrauen – und stellt Menschen auf der Flucht unter Generalverdacht. Das ist nichts anderes als rassistische Symbolpolitik und trifft vor allem diejenigen, die ohnehin schon benachteiligt sind. Sie verhindert Integration und zementiert bestehende Ungleichheiten, anstatt sie zu bekämpfen.“

    Im Hauptausschuss stimmten CDU, FDP, FWG und AfD geschlossen gegen die Verwaltungsvorlage, die den Ausstieg aus der landesweiten Einführung ermöglichen würde. SPD und GRÜNE votierten dafür.

    „Dass CDU, FDP und FWG gemeinsam mit der AfD gegen Geflüchtete stimmen, ist ein politischer Dammbruch“, kritisiert Bagherzadeh. „Unwidersprochen hetzte der AfD-Vertreter in der öffentlichen Sitzung offen und pauschal gegen Schutzsuchende – keiner der Ausschussmitglieder widersprach danach – und trotzdem machten CDU, FDP und FWG direkt danach gemeinsame Sache mit der extremen Rechten. Wer so handelt, reißt die Brandmauer zur AfD ein und trägt aktiv zur Normalisierung menschenfeindlicher Politik bei.“

    SPD und GRÜNE: Prinzipientreue oder politisches Abwarten?

    Auch das Verhalten von SPD und Grünen in der Debatte zur Bezahlkarte wird von der Linken mit Sorge betrachtet. Zwar argumentierten und stimmten beide Fraktionen im Hauptausschuss gegen die Einführung der Bezahlkarte – ein wichtiges Signal. Gleichzeitig machten Vertreter*innen beider Parteien in der Diskussion deutlich, dass sie sich im künftigen Stadtrat nach der Kommunalwahl eine andere Position vorstellen könnten.

    Claudia Bacmeister (Grüne) und Kastriot Krasniqi (SPD) brachten kurz vor der Abstimmung einen „vorläufigen Ausstieg“ im Rahmen des Opt-Out-Verfahrens ins Spiel. Dieser solle vorerst gelten, um die Entwicklung auf Landesebene und erste Erfahrungen mit der Bezahlkarte abzuwarten, um es dann im nächsten Stadtrat nochmal abzustimmen. Dies wurde als Kompromissvorschlag bezeichnet.

    Aus Sicht der Linken ist eine solche Haltung problematisch: „Wer heute gegen die Bezahlkarte stimmt, aber gleichzeitig ankündigt, die eigene Haltung nach der Wahl möglicherweise zu revidieren, schafft Verunsicherung in einer ohnehin polarisierten Debatte“, so Hale Bagherzadeh von Die Linke.

    „Gerade die Grünen tragen auf Landesebene in der Koalition mit der CDU die Einführung der Bezahlkarte mit und setzen sie mit einer grünen Ministerin in ganz NRW um. Das steht in einem Spannungsverhältnis zur lokalen Ablehnung – und wir hoffen, dass es hier zu einer eindeutigen Positionsänderung für soziale Gerechtigkeit kommt.“

    Die Linke fordert klare Kante gegen Diskriminierung

    Die Linke fordert, dass sich der Stadtrat am 8. Juli klar und unmissverständlich gegen dieses diskriminierende Sonderrecht stellt. Eine Zustimmung – jetzt oder nach der Wahl – wäre ein Schlag ins Gesicht aller, die sich für soziale Gerechtigkeit und gleiche Rechte engagieren.

    „Die Bezahlkarte ist entwürdigend, teuer, bürokratisch und rassistisch motiviert“, sagt Bagherzadeh abschließend. „Wir brauchen keine Repression gegen Geflüchtete – wir brauchen Solidarität, Teilhabe und Gleichbehandlung. Wer Grundrechte aushöhlt, stellt sich gegen die Demokratie. Die Rechtmäßigkeit der Karte ist unsicher und könnte in Zukunft als teure Symbolpolitik enden.“


    Disclaimer: Tomás M. Santillán ist Ratskandidat und Sprecher Die Linke Bergisch Gladbach. Weiterer Informationen zu seiner Person finden sie durch Klick auf den Namen über dem Kommentar. Bei der vorliegenden Kommentar handelt es sich um eine Pressemitteilung des Ortsverband Die Linke Bergisch Gladbach zum Themenkomplex.

    1. Ganz ehrlich, Herr Santillán,
      Sie tun so, als sei eine Bezahlkarte für Geflüchtete der Anfang vom Faschismus – dabei geht es um zweckgebundene Sozialleistungen in einem überlasteten System.

      Ihre schrille Rhetorik ersetzt jede ernsthafte Auseinandersetzung durch moralische Erpressung: Wer nicht Ihrer Meinung ist, wird gleich zum Rassisten erklärt.
      Dass CDU, FDP und FWG eine Sache ähnlich sehen wie die AfD, heißt nicht, dass sie deren Gesinnung teilen. Es heißt schlicht, dass man auch ohne ideologische Scheuklappen diskutieren kann. Aber genau das scheint Ihnen fremd zu sein. Sie brauchen die Empörung, weil Ihnen offenbar die Argumente fehlen. Wer so Politik macht, spielt den Populisten in die Hände – und nennt das dann Antifaschismus.

    2. Sehr geehrter Herr Santillán,

      Die FWG verwahrt sich ausdrücklich gegen Ihre haltlose Behauptung mit “der extremen Rechten gemeinsame Sache” zu machen. “Menschenfeindlich” ist allenfalls Ihre schamlose Art der Kommunikation. Ich möchte klar stellen, daß die Ratsfraktion der FWG in keiner Weise Kontakte zur AfD oder einer anderen politischen Gruppierung besaß noch anstrebt, die nicht aus voller Überzeugung hinter den Grundwerten unserer demokratischen Ordnung steht. Unsere Wählergemeinschaft steht in der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft unserer Stadt. Wir bedauern es ausdrücklich, wenn die AfD aus Gründen, die wir nicht vertreten, dasselbe Stimmverhalten im Rat und seinen Ausschüssen zeigt wie wir. Darauf haben wir keinen Einfluß.

    3. Sie „dokumentieren“ hier nicht die Pressemitteilung, sondern Sie verbreiten sie durch die Hintertür der Kommentarspalte.

  3. Dass die Gladbacher CDU und FDP nach dem Diktat der AFD marschieren (s. Text der Grünen oben ), ist eine hanebüchende und empörende Unterstellung. Kennen SPD und Grüne nicht die “Verordnung zur Einführung einer Bezahlkarte … NRW vom 7. Jan. 2025” , beschlossen vom Landtag NRW?Haben sich SPD und Grüne mal bei den zuständigen Stellen erkundigt, für wieviele Asylbewerber die Bezahlkarte in Gladbach überhaupt zutrifft? Die Prozentzahl wäre sehr interessant und informativ für eine Diskussion. Oder geht es hierbei nur um kommunales Wahlkampfgetöse?

    1. “Haben sich SPD und Grüne mal bei den zuständigen Stellen erkundigt, für wieviele Asylbewerber die Bezahlkarte in Gladbach überhaupt zutrifft?”
      Aber sicher, lesen hilft!
      —>”Für gerade einmal rund 200 betroffene Menschen sollen in unserer Kommune komplexe neue Verwaltungsstrukturen geschaffen werden – samt Antragsverfahren, Sperrprozessen bei Verlust, Kartenbestellungen und technischer Abwicklung.”
      “Dass ausgerechnet FDP und CDU, die sonst lautstark Bürokratieabbau fordern”

      1. Sagt CDU oder AfD?
        Und die anderen tun empört und freuen sich darüber, wenn die Menschen nicht mehr die 20 – 50 Euro zugunsten ihrer daheim gebliebenen Kinder/Familien abzwacken können. Ihr ergänzt euch wirklich gut.

    2. Die Verordnung, die sie hier ansprechen, stammt von der zuständigen GRÜNEN Ministerin Josefine Paul. Josefine Paul (Bündnis90/Die Grünen) ist seit dem 29. Juni 2022 Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

    3. Wie hier geschrieben ist es wichtig, die Rolle der CDU/GRÜNEN Landesregierung NRW genauer zu betrachten. Die beiden Koalitionspartner im Landtag wollen die Bezahlkarte für Flüchtlinge landesweit durchsetzen.

      Die zuständige grüne Ministerin Paul hat sehr deutliche gemacht, in welche Richtung ihre Politik geht, als sie in einer Pressekonferenz ihres Ministeriums vor wenigen Wochen die gestiegenen Abschiebezahlen aus NRW als ihren Erfolg für sich verbucht und “bejubelt” hat.


      Um dem „Disclaimer“ der Redaktion zuvorzukommen, stelle ich fest, dass auch dieser Kommentar eine rein private und menschliche (ohne KI geschriebene) Meinungsäußerung und keine Pressemitteilung einer Partei ist. Über meine aktive Rolle bei der Partei Die Linke in der Region können sie sich durch Klick auf den Namen über den Kommentar umfassend inkl. Ämter, Mandate, politischen Lebenslauf und Daten informieren.

  4. Ich weiß nicht, ob Beratung und Kommunikation wirklich die zentralen Bausteine eines Klimaschutzkonzeptes darstellen, so wie es SPD/Grüne offenbar sehen. Es gibt doch schon so unendlich viel Geschriebenes und Gesagtes zu diesem Thema…

    Müssten wir nicht handeln, anstatt immer nur weiter zu reden und zu schreiben?

    Mein Vorschlag:

    Die fraglichen Maßnahmen zur Kommunikation und Beratung und werden ersetzt durch „Gezielte Entsiegelung städtischer Flächen“ und „Aufbau eines stabilen Bestandes an Stadt- und Straßenbäumen“.

    Damit könnte der Stadtrat klimawirksam zeigen, dass er gewillt ist selbst zu handeln, anstatt andere zum Handeln aufzufordern. Stadtverwaltung und Rat könnten mit gutem Beispiel voran gehen, so wie im Klimaschutzkonzept zugesagt.

    Ganz ohne politisches Kalkül oder Zukunftsverweigerung.

      1. Wieso sollte die Beratung durch eine Kommune erfolgen?
        Das kann sehr gerne die Privatwirtschaft übernehmen, die ihre Produkte vermarkten will.
        Die Kommune sollte sich lieber auf den Folgenschutz konzentrieren, d.h. Dürre-/Hochwasser- und anderen Präventionen. Das ist Aufgabe einer Kommune. Eigenheim-Besitzer sind selbst in der Lage, sich zu informieren und eine wirtschaftliche Entscheidung zu treffen. Notfalls mit Beratung, die sie selbst bezahlen.

      2. “Eigenheim-Besitzer sind selbst in der Lage, sich zu informieren und eine wirtschaftliche Entscheidung zu treffen”

        Wir sind mit Sicherheit nicht alle so “klug” bzw. mit allen Wassern gewaschen wie Sie.

      3. „Wieso sollte die Beratung durch eine Kommune erfolgen?
        Das kann sehr gerne die Privatwirtschaft übernehmen, die ihre Produkte vermarkten will.“

        Sie liefern die Antwort auf Ihre Frage gleich mit, das ist praktisch.