Michael Metten, Fraktionschef der CDU. Foto: Manfred Esser

Die CDU lehnt geplante Photovoltaik-Flächenausweisung auf der grünen Wiese, insbesondere auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ab – Schutz der regionalen Landwirtschaft und der Kulturlandschaft hat Vorrang.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der CDU

Die CDU-Fraktion hat in der Sitzung des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses den Antrag unter Tagesordnungspunkt Ö10 abgelehnt. Hier sollte ein städtebauliches Entwicklungskonzept zur räumlichen Steuerung von Freiflächen-Solaranlagen erarbeitet werden, in dem auch explizit mögliche Flächen festgelegt werden sollten.

Unsere Entscheidung richtet sich ausdrücklich nicht gegen den Ausbau erneuerbarer Energien – im Gegenteil: Wir unterstützen Photovoltaik ausdrücklich dort, wo sie sinnvoll und nachhaltig integriert werden kann. Dazu gehören insbesondere Dachflächen, bereits versiegelte Flächen sowie Anlagen entlang der Autobahnen.

Was wir jedoch klar ablehnen, ist die zunehmende Inanspruchnahme wertvoller landwirtschaftlicher Nutzflächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Dies widerspricht unserem Ziel, die heimische Landwirtschaft zu stärken, die regionale Versorgung langfristig zu sichern und die bergische Kulturlandschaft zu schützen. Landwirtschaftliche Flächen sind eine begrenzte Ressource. Was einmal mit Solarmodulen bebaut ist, steht der Nahrungsmittelproduktion dauerhaft nicht mehr zur Verfügung.

Stadtentwicklungs- und planungsausschuss

Kommunal, kurz & knapp: Grundfragen zu Stadthäusern vertagt

Bei der Entscheidung über die alten Stadthäuser geht es nicht nur um Erhalt oder Abriss, sondern um die Gestaltung des zentralen Innenstadt-Bereichs. Das wurde bei der Debatte im Planungsausschuss deutlich, bei dem es trotz grundsätzlicher Differenzen am Ende einen einstimmigen Beschluss gab. In der Frage, wie mit Freiflächen-Solaranlagen umzugehen ist, ging jedoch ein Riss durch den Ausschuss.

Über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Kreis befinden sich nicht im Eigentum der Bauern, sondern werden gepachtet. Genau hier entsteht ein gefährlicher Druck: Die Energiewirtschaft kann Pachten zahlen, die mehr als das Zehnfache der üblichen landwirtschaftlichen Pachtpreise betragen. Für viele Landwirte ist das wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig – und langfristig steht damit die landwirtschaftliche Nutzung dieser Flächen auf dem Spiel.

Michael Metten, Vorsitzender der CDU-Fraktion betont: „Unsere Landwirte brauchen Verlässlichkeit – keine Konkurrenz durch die Energiewirtschaft, die mit überhöhten Pachten den Boden unerschwinglich macht.“

Weiter führt er aus: „Wir stehen zu erneuerbaren Energien, aber nicht auf Kosten unserer landwirtschaftlichen Betriebe. Eine verantwortungsvolle Energiepolitik braucht Maß und Mitte. Die Ernährungssicherheit ist für uns mindestens genauso wichtig, wie die Energieversorgungssicherheit.“

Die CDU-Fraktion setzt daher weiterhin auf eine Energiepolitik, die den Ausbau erneuerbarer Energien ermöglicht, ohne die Interessen der Landwirtschaft zu gefährden. Wir stehen klar an der Seite unserer Landwirtinnen und Landwirte und werden uns auch künftig dafür einsetzen, dass landwirtschaftliche Produktionsflächen erhalten bleiben.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

12

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Herr Metten möchte Landwirtschaft und Kulturlandschaft schützen, dabei hat er anscheinend überhaupt nicht begriffen, dass es bald nichts mehr zu schützen gibt. Ich zitiere einfach mal den ARD Meteorologen Karsten Schwanke, der ja nun nicht gerade als radikaler Aktivist bekannt ist: „Wenn wir nicht endlich entschieden handeln, werden wir spätestens zur Jahrhundertmitte Tage mit 45 Grad haben, was eine völlig andere Welt schaffe, auf die Deutschland nicht vorbereitet sei.“ Er hat eindringlich vor den Folgen des Klimawandels in Deutschland gewarnt. In einem Interview des SWR-Videopodcasts „Zur Sache! intensiv“ sagte der 56-Jährige, Deutschland werde „Ende des Jahrhunderts keinen deutschen Wald mehr haben“.
    Besonders drastisch äußerte sich Schwanke zur künftigen Migrationsbewegung. „Wenn ich von Klimaflüchtlingen höre, dann haben alle Menschen Bilder im Kopf von Afrikanern, die zu uns kommen. Nein, wir werden fliehen müssen“, sagte der Meteorologe. Denn bei den prognostizierten klimatischen Veränderungen „werde in Deutschland keine Landwirtschaft mehr möglich sein.“
    Ihre Enkel Herr Metten, werden bereits die Folgen sehr drastisch zu spüren bekommen, spätestens Ihre Urenkel werden keinen deutschen Wald mehr erleben. Sie werden Flüchtlinge sein. Sie als Kommunalpolitiker ignorieren gerade alle wissenschaftlichen Fakten und tun gerade genau das Falsche.

  2. Die “Erneuerbaren” machen alles kaputt. Windkraftanlagen und Solarfelder zerstören das ganze Land.
    Kernkraftwerke waren wesentlich umweltfreundlicher! Sogar Kohlekraftwerke waren umweltfreundlicher

    1. Quatsch. Kohlekraftwerke sind Dreckschleudern.

      Kernenergie, Erneuerbare und Speicher sind die Zukunft und dringend nötig für KI und autonomes Fahren. Siehe gestrigen Teststart von Teslas FSD in Deutschland. Faszinierend. Ich sehe mich in 10 Jahren schon ohne Auto und nur noch das autonome E-Auto rufend, wenn ich mal weiter weg muss.

      Denn das vergessen viele. Was machen die Busfahrer, wenn die Pendler morgens auf der Arbeit angekommen sind?

      1. “Denn das vergessen viele. Was machen die Busfahrer, wenn die Pendler morgens auf der Arbeit angekommen sind?”
        Kann man das so verstehen, das die dann nix mehr zutun haben?

    2. @Rolf: Na, hier ist aber jemand als Troll unterwegs. Das behaupten ja noch nicht einmal mehr die RWE oder andere Stromkonzerne.

  3. Der CDU würde es sicherlich weiterhelfen, sich einfach mal im großen Deutschland etwas umzuhören. Dazu müsste natürlich auch der Wille da sein. Da bin ich mir bei solchen Statements wie oben nicht ganz so sicher.
    Hier ein schöner Praxisbericht, der zeigt, dass Landwirtschaft und PV sehr wohl zusammen funktionieren. Mit Vor- & Nachteilen.
    https://www.schwaebische.de/wirtschaft/landwirt-stellt-pv-anlage-auf-seinen-acker-und-macht-ueberraschende-erfahrungen-4124690

  4. Bevor Meinungsprozesse zum Thema Photovoltaik versus Ernährung in Gang gesetzt werden, sollte – um Spekulationen und Fehleinschätzungen vorzubeugen -, erst einmal gründlich informiert werden.
    Gründlich heißt vor allem, dass Daten und Fakten zu den Landwirtschaftsflächen und der Art der Nutzung von den Bewirtschaftenden kommuniziert werden. Dann gilt es, die unterschiedliche Solartechniken in den richtigen Zusammenhang zu setzen. PV ist nicht gleich PV, das dürfte sich herumgesprchen haben, selbst bei nichtgrünen Parteien.
    Sollten sich Doppelnutzungseffekte ergeben, könnte die Politik (welcher Colleur auch immer) wohlwollend im Sinne aller Beteiligten die entsprechenden Weichen stellen.
    In diesem Sinne: Wer nicht bereit ist, über den eigenen Schatten zu springen, wird eines Tages über ihn Stolpern.
    MfG Dieter Richter, Bergisch Gladbach

  5. “Über 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Kreis befinden sich nicht im Eigentum der Bauern, sondern werden gepachtet.”
    Quelle?
    Gruß

  6. Es ist ja grundsätzlich richtig (und völlig unstrittig), dass landwirtschaftliche Nutzung weiter Vorrang haben muss. Allerdings schließt das Photovoltaik keineswegs aus. Über Weideflächen und auch manchen Feldfrüchten können durchaus Solarpaneele installiert werden als sog. Agri-PV. Warum soll im RBK nicht möglich sein, was andernorts längst praktiziert wird? Eine Potenzialanalyse auf Kreisgebiet ist m.E. überfällig!

    Übrigens: In Deutschland dienen 50-60% der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Produktion von Futtelmitteln und ca. 20% der von “Bio”-Treibstoffen. Schon heute werden also Millionen Hektar Ackerland nicht für Lebensmittel, sondern für die Energieerzeugung genutzt. (Im RBK dürfte der Anteil geringer sein, ok.)

    1. Mit Agri-PV kann bei guten Bedingungen wohl sogar die Weidenwirtschaft verbessert werden. Es gäbe also gar keine Konkurrenz.

      Probleme sehe ich eher an anderer Stelle.

      Beispielsweise haben steigende Gaspreise zuletzt dazu geführt, dass Landwirte mehr Mais für ihre Biogasanlagen angebaut haben. Über diese Konkurrenz müsste man auch sprechen.

      Außerdem muss man bedenken, dass wir in einem Land mit Überernährung und Problemen mit Übergewicht leben. Bevor man das Fass der Konkurrenz PV-Lebensmittel aufmacht, müsste man über Maßnahmen zur Reduktion des Fleischkonsums sprechen.

  7. Muss man hier nicht differenzieren? Es gibt schließlich unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzflächen. Was hält die CDU denn von Agri-PV, etwa in Form von Kombination von Weidenwirtschaft und Photovoltaik? Sowas sieht man immer öfter, z.B. in den dicht besiedelten Niederlanden. Da scheint es auch für Landwirte eine Einnahmequelle zu sein, die sich nutzen lässt. Kommt das hier vor Ort auch in Frage?

    Und wenn das hier nicht in Frage kommen sollte: welche Flächen wären aus Sicht der CDU zu nutzen und noch nutzbar?