Bürgermeister Marcel Kreutz bei der Vereidigung im Stadtrat. Foto: Redaktion

Bei der ersten Sitzung des neuen Stadtrats ist Marcel Kreutz als neuer Bürgermeister vereidigt worden, sind seine vier (!) Stellvertreter gewählt und alle Ausschüsse besetzt worden. CDU, Grüne und SPD hatten sich vorab geeinigt, fast alle Beschlüsse fielen einstimmig aus. Kreutz leistete sich keine Fehler – und dennoch gab es zwei, drei bemerkenswerte Momente.

Bei der Kommunalwahl wird nicht nur der Bürgermeister neu gewählt, sondern auch der Stadtrat. Der war von 56 auf 72 Mitglieder angeschwollen und trat am Dienstag zum ersten Mal im prall gefüllten Ratssaal im Bensberger Rathaus zusammen. Nach der Vereidigung und Antrittsrede des neuen Bürgermeisters Marcel Kreutz und der Ratsmitglieder stand eine lange Liste von Personalentscheidungen an.

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Wir fassen alle Ergebnisse zusammen und richten den Blick auf ein paar bemerkenswerte Punkte.

Miteinander streiten, mit Respekt und Fairness

Eröffnet wird die Sitzung von Hans Josef Haasbach, dem dienstältesten Ratsmitglied. Er erinnert den deutlich verjüngten Stadtrat (30 der 72 Mitglieder sind neu) daran, dass es richtig und wichtig sei, um das beste Ergebnis zu streiten. Dabei gelte es aber, die Grundregeln des Miteinanders zu beachten: Fairness, Achtung anderer Meinung, Akzeptanz von Mehrheiten und Respekt der Minderheit.

„Wer andere Meinungen vertritt, ist kein Feind, sondern ein Mitbewerber um das beste Ergebnis“, sagt Haasbach. Der Stadtrat vertrete alle Bürger, in diesem gelte es, gut und diszipliniert zuzuhören.

Marcel Kreutz und Hans Josef Haasbach

„Jetzt musst Du gut zuhören!“

Nach seiner Vereidigung hatte der neuen Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) das Wort. Allerdings kam ihm seine zweijährige Tochter zuvor, die ihm von der Zuschauertribüne herab ein „Hallo, Papa“ zuruft. Kreutz reagiert pädagogisch: „Ich habe doch noch nicht einmal angefangen – jetzt musst Du gut zuhören.“

Foto: Carlo Rückamp

Er nehme das Amt mit Demut und Dankbarkeit, „aber auch Enthusiasmus, Freude und Tatendrang“ an, sagt der 38-Jährige. Er appelliert an den Saal, gemeinsam dafür zu sorgen, dass dieser nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ der größte werde, den Bergisch Gladbach jemals hatte. Ziel sei nicht nur eine Stadt, in der die Menschen gut leben könnten – sondern mit der sie sich identifizierten und für die sie sich engagierten.

Über die großen Aufgaben sei im Wahlkampf ausführlich geredet worden, ganz oben stehe für ihn die Umwandlung des Zanders-Areals, bei dem das geplante Bildungsquartier mit großen Schritten schnell voran gebracht werden müsse, sowie der Erhalt von Schulen, Kitas und Straßen.

Bei der Arbeit an Vorlagen, Anträgen und Beschlüssen dürfe die Lokalpolitik nie vergessen, worum es eigentlich geht, mahnt der Verwaltungsjurist: „Der Zweck unserer Arbeit ist es, dass die Bergisch Gladbacher eine bessere Stadt vorfinden.“

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„Der Stadt Bestes“: Bürgermeister Kreutz setzt auf Zusammenhalt

Der neue Bergisch Gladbacher Bürgermeister Marcel Kreutz feiert seine Amtseinführung mit einer multireligiösen Feier, zu der alle Bürger:innen eingeladen waren. Damit setzt er ein starkes Zeichen für Vielfalt, Zusammenhalt und Respekt – und sorgt für ein Novum in der Stadtgeschichte.

Als Beispiel führt er noch einmal das neue Schwimmbad Mohnweg an. In Refrath sei nicht nur eine Verwaltungsaufgabe frist- und kostengerecht abgearbeitet worden, sondern ein Bad entstanden, das den Nutzer:innen und den dort engagierten Ehrenamtler:innen sehr viel bessere Bedingungen verschaffe.

Wie Haasbach appelliert Kreutz an den Gemeinschaftssinn: „Bei diesen großen Aufgaben dürfen wir uns nicht auseinander dividieren lassen – lassen Sie uns für unsere Stadt das Beste machen!“ Der gesamte Saal applaudiert, nur bei den zwei Mitgliedern der Bürgerpartei rührt sich keine Hand.

Zur Person: Marcel Kreutz

Er wurde am 21. September 1987 in Köln geboren. Er ist in Bergisch Gladbach aufgewachsen, wo er heute mit seiner Familie lebt.

Politisch engagiert er sich seit vielen Jahren auf kommunaler und Kreisebene:
Seit 2020 ist er Kreistagsabgeordneter im Rheinisch-Bergischen Kreis und Vorsitzender des Umwelt- und Planungsausschusses. Von 2019 bis 2024 stand er an der Spitze der SPD im Rheinisch-Bergischen Kreis. Zuvor war er von 2009 bis 2020 Mitglied des Rates der Stadt Bergisch Gladbach, mit den Schwerpunkten Sozial-, Kinder- und Jugendpolitik.

Zuletzt war Marcel Kreutz als Referent für Kommunalfinanzen beim Landkreistag Nordrhein-Westfalen tätig. Zu seinen Aufgaben zählten insbesondere Fragen der Gemeindefinanzierung, des kommunalen Finanzausgleichs sowie die Begleitung des Landeshaushalts. In diesem Rahmen ist er regelmäßig als Sachverständiger in Ausschussberatungen des Landtags NRW zu Themen der Kommunalfinanzen für die Städte und Gemeinden des Landes tätig gewesen.

Zuvor war er von 2019 bis 2022 als Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Bau-, Planungs- und Kommunalrecht tätig. Nach seinem Referendariat am Landgericht Köln (2017–2019) schloss er seine juristische Ausbildung mit dem Zweiten Staatsexamen ab und ist seitdem Volljurist.

Bereits während seiner Studienzeit arbeitete er von 2014 bis 2017 an der Universität zu Köln als Leiter eines Weiterbildungsstudiengangs und Lehrbeauftragter an der juristischen Fakultät. Sein Studium der Rechtswissenschaften absolvierte er von 2008 bis 2014 an der Universität zu Köln, einschließlich eines Studienaufenthalts an der National Law School of India University in Bengaluru (Indien).

Seine schulische Laufbahn führte ihn von 1998 bis 2007 an das Otto-Hahn-Gymnasium Bergisch Gladbach, wo er das Abitur ablegte.

Bei der Wahl am 14. September trat Kreutz als Kandidat von SPD und Grünen an, am 28. September 2025 wurde er im zweiten Wahlgang zum neuen Bürgermeister von Bergisch Gladbach gewählt. Er trat dieses Amt am 1. November 2025 an.

Kreutz verlässt das Rednerpult, nimmt seinen Platz in der Mitte des Verwaltungstisches ein und steigt mit einem kräftigen „So!” in die lange Tagesordnung ein. Elf Jahre hatte Kreutz im Stadtrat gesessen, fünf im Kreistag. Er war Kreisvorsitzender der SPD und Finanzexperte beim Landkreistag NRW – diese Erfahrung merkt man ihm an.

Mit kräftiger Stimme führt er schnell (für manche der Zuschauer:innen zu schnell) und sicher durch die Sitzung. Nur an zwei oder drei Punkten holt er sich in Verfahrensfragen Rückendeckung aus der Verwaltung, hin und wieder blitzt sein Humor durch.

Trauer um Friedhelm Bihn

Eine der ersten Mitteilungen, die Kreutz als Bürgermeister im Stadtrat verliest, sei jedoch eine traurige: Friedhelm Bihn, seit acht Jahren Mitglied und Vorsitzender des Inklusionsbeirats, sei im Alter von 78 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Kreutz würdigt den Mobilitätsexperten und Kämpfer für Barrierefreiheit für sein ehrenamtliches Engagement.

Vier statt drei stellvertretende Bürgermeister

Bei der Wahl der (ehrenamtlichen) stellvertretenden Bürgermeister zeigt sich zum ersten Mal, dass CDU, SPD und Grüne in den vergangenen Wochen und Tagen eine gründliche Vorarbeit geleistet haben. CDU-Fraktionschef Michael Metten schlägt im Namen der drei Fraktionen vor, die Zahl der Vize-Bürgermeister (die v.a. repräsentative Aufgaben haben) von zuletzt drei auf vier zu erhöhen.

AfD-Fraktionschef Günter Schöpf widerspricht, angesichts der Finanznot der Stadt müssten zwei Repräsentant:innen reichen. Für den Vorschlag von CDU, SPD und Grünen stimmt die große Mehrheit, dagegen sind die 6 AfD-Mitglieder, die Bürgerpartei enthält sich.

Metten schlägt (erneut für CDU, SPD und Grüne) zwei Kandidatinnen und zwei Kandidaten vor, die in der Kommunalpolitik gut bekannt sind. In geheimer Wahl mit 63 Ja, 7 Nein und einer Enthaltung gewählt werden:

  • Brigitta Opiela (CDU)
  • Corvin Kochan (SPD)
  • Anna Maria Scheerer (Grüne)
  • Josef Willnecker (CDU)
Bürgermeister Marcel Kreutz mit seinen Stellvertreter:innen Josef Willnecker, Anna Maria Scherer, Corvin Kochan, Brigitta Opiela. Foto: Redaktion

Über mögliche Koalitionen oder Kooperationen im Stadtrat macht bislang keiner der Beteiligten konkrete Aussagen – aber bei dieser Wahl zeigt sich, dass die drei großen Fraktionen zur Zusammenarbeit gewillt sind, dass die CDU ihre Ansprüche aufgrund ihrer dominierenden Position umsetzen kann – und dass die kleinen Fraktionen / Gruppen bei dieser Konstellation kaum eine Rolle spielen.

Die Ausschuss-Vorsitze

Auch bei der Neuordnung und Besetzung der zehn Fachausschüsse gab es im Vorfeld Absprachen, bei diesem Thema allerdings im Kreis der Vorsitzenden aller Fraktionen und Gruppen. Daher kann das potenziell zeitraubende Verfahren deutlich verkürzt werden, alle folgenden Entscheidungen werden einstimmig und ohne Enthaltungen getroffen.

Alle Ratsmitglieder

CDUHenkel, HaraldDirektmandat im Wahlbezirk 001
CDUZapf, Friedrich DieterDirektmandat im Wahlbezirk 002
CDUSteinkrüger, VanessaDirektmandat im Wahlbezirk 003
CDUWillnecker, JosefDirektmandat im Wahlbezirk 004
CDUGleichmann, ThiloDirektmandat im Wahlbezirk 005
CDUGrabosch, JulianDirektmandat im Wahlbezirk 006
CDUMalek-Przemus, GabrieleDirektmandat im Wahlbezirk 007
CDUDr. Metten, MichaelDirektmandat im Wahlbezirk 008
CDURenneberg, OliverDirektmandat im Wahlbezirk 009
CDUGürster, UlrichDirektmandat im Wahlbezirk 010
CDUBecker, RolfDirektmandat im Wahlbezirk 011
CDUHaasbach, Hans JosefDirektmandat im Wahlbezirk 012
CDUHildner, ThomasDirektmandat im Wahlbezirk 013
CDUKindervater, MaxDirektmandat im Wahlbezirk 014
CDUWagner, Hermann-JosefDirektmandat im Wahlbezirk 015
CDUOpiela, BrigittaDirektmandat im Wahlbezirk 016
CDUKraus, Robert MartinDirektmandat im Wahlbezirk 017
CDUMeyer-Bialk, KerstinDirektmandat im Wahlbezirk 018
CDUBena, Martin HenrikDirektmandat im Wahlbezirk 019
CDUBillecke, GiannaDirektmandat im Wahlbezirk 020
CDUReiländer, FrankDirektmandat im Wahlbezirk 021
CDUHabrunner, ManfredDirektmandat im Wahlbezirk 022
CDUSchade, LutzDirektmandat im Wahlbezirk 023
CDULucke, MartinDirektmandat im Wahlbezirk 024
CDUBuchen, ChristianDirektmandat im Wahlbezirk 025
CDUDr. Schillings, OliverDirektmandat im Wahlbezirk 026
CDUKivilip, HelgaReservelistenplatz 27
GRÜNEMeinhardt, TheresiaReservelistenplatz 1
GRÜNEKirch, DavidReservelistenplatz 2
GRÜNEScheerer, Anna MariaReservelistenplatz 3
GRÜNEDr. Ufer, JonathanReservelistenplatz 4
GRÜNEDr. Steinmetzer, AnnaReservelistenplatz 5
GRÜNEDr. Bacmeister, FriedrichReservelistenplatz 6
GRÜNEAußendorf, AnkeReservelistenplatz 7
GRÜNESteinbüchel, DirkReservelistenplatz 8
GRÜNEKlupp, MartinaReservelistenplatz 9
GRÜNEEschbach, CollinReservelistenplatz 10
GRÜNERöhrig, BrittaReservelistenplatz 11
GRÜNEPaduch, WalterReservelistenplatz 12
GRÜNEKopner-Merky, HelenReservelistenplatz 13
SPDLeveling, ChristineReservelistenplatz 2
SPDWaldschmidt, Klaus WolfgangReservelistenplatz 3
SPDDr. Lübbecke, BarbaraReservelistenplatz 4
SPDKochan, CorvinReservelistenplatz 5
SPDWinkels, BeritReservelistenplatz 6
SPDEbert, AndreasReservelistenplatz 7
SPDStauer, UteReservelistenplatz 8
SPDKomenda, JannesReservelistenplatz 9
SPDHäusling, BettinaReservelistenplatz 10
SPDKlaas, DominikReservelistenplatz 11
SPDTscheuschner, AndreaReservelistenplatz 12
SPDDemircan, CemReservelistenplatz 13
SPDShakil, SarahReservelistenplatz 14
SPDSchütz, IngoReservelistenplatz 15
FDPWasmuth, DorotheeReservelistenplatz 1
FDPDr. Engel, Alexander-SimonReservelistenplatz 2
AfDSchöpf, GüntherReservelistenplatz 1
AfDFornoff, FlorianReservelistenplatz 2
AfDCremer, FrankReservelistenplatz 3
AfDNiemann, JürgenReservelistenplatz 4
AfDDr. Conen, Hermann-JosefReservelistenplatz 5
AfDKowacic, ChristianReservelistenplatz 6
AfDKaul, AlexanderReservelistenplatz 7
FWGRöhr, RainerReservelistenplatz 1
(FWG)Dr. Nuding, BennoReservelistenplatz 2
BürgerparteiKlein, ThomasReservelistenplatz 1
BürgerparteiSamirae, FrankReservelistenplatz 2
Die LinkeHäuser, MaraReservelistenplatz 1
Die LinkeSantillán, Tomás MarceloReservelistenplatz 2
Die LinkeVollmer, LeaReservelistenplatz 3
VoltBecker, Alexander JohannesReservelistenplatz 1
VoltReiff, BertholdReservelistenplatz 2

Hinweis der Redaktion: Auf Platz 1 der Liste der SPD stand Marcel Kreutz, für ihn ist Ingo Schütze nachgerückt. Benno Nuding war auf Platz 2 für die FWG angetreten, hatte die Wählergemeinschaft aber nach der Wahl verlassen und ist nun Einzelratsmitglied, ebenso wie Tomás Santillán.

Zunächst beschließt der Rat, die Mitgliederzahl der Ausschüsse auf 21 zu erhöhen. Das führt dazu, dass alle fünf Fraktionen (CDU, SPD, Grüne, AfD, Volt/FWG) in allen Ausschüssen vertreten sind. Kleiner sind nur der Rechnungsprüfungsausschuss und der Wahlausschuss, ihre Größe ist gesetzlich festgelegt.

Als Ausschussvorsitzende werden gewählt:

  • Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften: Hans Josef Haasbach (CDU)
  • Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen, Demografie und Gleichstellung: Sara Shakil (SPD)
  • Ausschuss für Anregungen und Beschwerden: Dirk Steinbüchel (Grüne)
  • Rechnungsprüfungsausschuss: Harald Henkel (CDU)
  • Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport: Frank Reisender (CDU)
  • Ausschuss für Schule und Gebäudewirtschaft: Anna Steinmetzer (Grüne)
  • Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss: Andreas Ebert (SPD)
  • Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen: Lutz Schade (CDU)
  • Ausschuss für Infrastruktur, Umwelt, Sicherheit und Ordnung: Hermann-Josef Wagner (CDU)
  • Wahlprüfungsausschuss: Günter Schöpf (AfD)

(Der Hauptausschuss wird vom Bürgermeister selbst geleitet.)

Damit gehen fünf Vorsitze an die CDU, zwei an die SPD, zwei an die Grünen und einer an die AfD. Das entspricht den Größenverhältnissen der Fraktionen im Stadtrat, nur die Fraktion Volt/FWG mit drei Mandaten sowie die zweiköpfigen Gruppen gehen leer aus.

Basis dieser Verteilung ist das sogenannte Höchstzahlverfahren nach d’Hond, das festlegt, welche Fraktion in welcher Reihenfolge Zugriff auf die jeweiligen Ämter hat. Allerdings hatten CDU, SPD und Grüne eine sogenannte Zählgemeinschaft gebildet und so dafür gesorgt, dass die AfD nicht an achter, sondern erst an neunter Stelle an die Reihe kam. Damit hatte sie die Wahl zwischen dem Wahl- und dem Rechnungsprüfungsausschuss, die beide nur sehr selten tagen; sie entschied sich für den Wahlprüfungsausschuss.

Für die Vergabe der Sitze in den Ausschüssen gilt das gleiche Verfahren, die entsprechenden Listenvorschläge werden einstimmig angenommen.

Eine Besonderheit spielen hier die Einzelratsmitglieder, die nur im Stadtrat selbst, aber nicht in den Ausschüssen vertreten sind – jedoch in einem einzigen Ausschuss als beratendes Mitglied teilnehmen dürfen.

Benno Nuding, der aus der FWG ausgetreten war, wünscht sich den Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss – und wird einstimmig bestätigt.

Tomás Santillán, der von den beiden anderen Vertreterinnen der Linke nicht in ihre Gruppe aufgenommen worden war, fehlt bei dieser Ratssitzung (als einziger unentschuldigt). Seinem Wunsch, im Hauptausschuss mitreden zu dürfen, trifft auf eine verhaltene Resonanz, nur sehr langsam heben sich bei der CDU die Hände. Dennoch wird er einstimmig bestätigt, bei einer ganzen Reihe von Enthaltungen in allen Fraktionen.

Begrenzung der Sachkundigen Bürger:innen

Auch bei der Zahl der sachkundigen Bürger:innen (mit denen sich die Fraktionen in der Ausschussarbeit verstärken können) hatte es im Vorfeld eine Verabredung gegeben. Künftig dürfen die Fraktionen je Ratsmitglied vier Sachkundige benennen, insgesamt aber höchstens 20. Bei den zweiköpfigen Gruppen sind es jeweils zwei Sachkundige, also maximal vier.

Die Sachkundigen Bürger waren auch in der BürgerAkademie ein Thema, mehr Hintergründe finden Sie in diesem Beitrag:

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Wie funktioniert Kommunalpolitik konkret? Wie arbeiten Stadtrat, Ausschüsse und Beiräte? In der BürgerAkademie beantwortete Christian Ruhe, Leiter des Bürgermeisterbüros, viele Fragen und gab einen spannenden Einblick in die praktische Ratsarbeit. Bei den Teilnehmer:innen weckte er Lust auf die erste Sitzung des neu gewählten Rates.

Anfragen: Afd, Weihnachtsmarkt, Santillán

Nach rund 90 Minuten hat der neue Bürgermeister die Tagesordnung unfallfrei abgearbeitet, Debatten gab es bei keinem einzigen der Punkte. Das ändert sich auch beim letzten Tagesordnungspunkt, den Anfragen der Ratsmitglieder, nicht wirklich.

Friedrich Bacmeister (Grüne) fragte an die Adresse von Günter Schöpf, ob sich die Tatsache, dass der AfD-Fraktionschef bei seinen Montagsspaziergängen eine Bundesfahne mit einer Banane mit sich führe, mit seinem Amtseid und der Wahrung der Gesetze vereinbaren lasse. Darauf würde Schöpf gerne antworten, was Kreutz aber unterbindet – da es sich ja um „Anfragen an den Bürgermeister“ handele und inhaltliche Debatten im Rat dabei ausgeschlossen sind.

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Wie die AfD zu Reichsbürgern (und zur Banane) steht

Günter Schöpf ist Fraktionschef der AfD in Bergisch Gladbachs Stadtrat und trägt bei Demos der Querdenker:innen häufig eine Deutschlandfahne mit einer auffälligen Banane. Ein Grund, nach seiner Einstellung zur Bundesrepublik sowie zur Reichsbürger-Bewegung zu fragen. Und die lokalen Bundestagsabgeordneten, wie sie das Verhältnis der AfD zu den Reichsbürgern beurteilen.

Günter Schöpf (AfD) will seinerseits wissen, wie hoch die Kosten der Stadt für die Sicherheitsmaßnahmen beim Weihnachtsmarkt sind – und ob dieser gefährdet sei. Die Verwaltung antwortet, dass der private Veranstalter für die Sicherheit verantwortlich sei; die Stadt unterstütze mit den eigenen Ordnungskräften, zusätzliche Kosten entstünden nicht, der Markt werde stattfinden.

Robert Kraus (CDU) erkundigt sich, ob Tomás Santillán, der nicht an der Vereidigung teilgenommen habe, jetzt eigentlich Ratsmitglied sei. Ja, antwortet Kreutz – die Vereidigung werde in der nächsten Sitzung nachgeholt.

Zudem fragt Kraus, wie hoch die externen und internen Kosten für die Hochglanzbroschüre zum Ende der Amtszeit von Frank Stein mit dem Titel „Verwaltungsbilanz“ waren. Diese Fragen will die Verwaltung schriftlich beantworten.

Damit ist die erste Sitzung des neuen Stadtrats beendet, nach noch nicht einmal zwei Stunden.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Haben wir nun eine ‘Ganz Große Koalition’ – eine GaGroKo?
    Wie es aussieht, spielen die kleineren Fraktionen und Gruppen für die Mehrheitsfindung in Rat und Ausschüssen nicht wirklich eine Rollte. Ich würde mir für den demokratischen Diskurs wünschen, dass ihre Ideen und Positionen dennoch berücksichtigt und ggf. aufgegriffen werden.

    @Redaktion: Der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport heißt Frank Reiländer (CDU).

    1. Träumer! Auch Stadtratspolitik ist eiskalte Machtpolitik – das zeigen schon die ersten Umbildungen der Fraktionen von CDU/FDP, VOLT/FWG, um mehr Sitze und die unpolitische Spaltung der Linken in der allerersten Ratssitzung.

  2. Ich frage mich ernsthaft, warum Gladbach jetzt 4 stellvertretende Bürgermeister braucht??? Ich denke die Stadt ist pleite aber wenn es um die Versorgung von Buddys geht, ist immer Geld da. Zur Not wird halt der Bürger im weiter zur Kasse gebeten.

    1. Die Stellvertreter sind Ehrenamtler. Sie bekommen eine Entschädigung für den durch ihre Tätigkeit verursachten Verdienstausfall und für den für die Amtsausübung zu betreibenden Aufwand. Das sind keine hohen Summen, und von „Versorgung“ kann da ganz sicher keine Rede sein.

  3. Der angekündigte Neuanfang der Linken im Stadtrat Bergisch Gladbach beginnt mit Spaltung: Zwei Mitglieder stehen gegen ein drittes. Das schwächt die politische Handlungsfähigkeit, und am Ende tragen die Linken Wähler:innen die Konsequenzen. Ein enttäuschender Tag für diejenigen, die sich von einem linken „Neuanfang“ viel erhofft hatten.

    1. Ich stand und stehe weiterhin uneingeschränkt, ohne Bedingungen, ohne persönliche Erwartungen oder Postenwünsche, für eine konsensuale Fraktionsbildung mit den drei Ratsmitgliedern Die Linke zur Verfügung. Das bedeutet, gemeinsam 12 sachkundige Bürger:innen zu benennen, alle Ausschüsse vollständig zu besetzen und das Antragsrecht für Die Linke und ihre Wähler:innen zu sichern – so, wie es die Menschen und linken Wähler:innen in dieser Stadt erwarten, wenn ihre Interessen im Rat vertreten werden sollen.

      Tomás M. Santillán
      Mitglieder im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke

  4. Die erste Ratssitzung war eine beeindruckende Demonstration von Zusammenhalt und Kooperation. Ich würde mir wünschen, dass CDU, SPD und Grüne vor den kommenden Rats- und Ausschusssitzungen weiterhin eine gründliche Vorarbeit leisten werden. Mit sachlicher Diskussion im Vorfeld und gemeinsam werden die besten Entscheidungen für das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger getroffen!

    1. Lieber Markus Bollen,
      in der Tat war es eine beeindruckende Sitzung, denn sie zeigte, was Politik sein soll: zum Wohle der Stadt und der Gesellschaft zu handeln. Ich war gestern mit meinen Schülerinnen und Schüler in einer konstituierenden Sitzung einer anderen Stadt, in der dies nicht gelang.

      ABER, was ich mir erhoffe, ist, dass die drei großen Fraktionen die kleinen Fraktionen bzw. Gruppen, die wirklich für die Stadtgesellschaft etwas verändern wollen, auch mit in diese Beratungen eingezogen, ihre Argumente gehört und nicht aus ideologischen Gründen verworfen werden.

      Liebe Grüße
      Ihr Willy F. Bartz

  5. Viele Bürger und Bürgerinnen wüssten gerne, wie viele Person mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad zur ersten Sitzung des neuen Stadtrats gekommen und später weggefahren bzw. nach Hause gefahren sind. Die Verteufelung des Autos und die Vernichtung von Parkraum auf der Strasse geht ja ungebremst weiter.

    1. Von Vernichtung des Parkraums war nichts zu sehen, eher das Gegenteil war der Fall. Ich kann nur sagen, dass der Innenhof des Rathauses zugeparkt war.

    2. Wie war denn die inhaltliche Antwort des Bürgermeisters zu der Frage nach der Fahne mit der Banane?

    3. „Viele Bürger und Bürgerinnen wüssten gerne“ – so, so? Ist es nicht eher so, dass Sie das Thema einfach mal aus der lockeren Hand dazwischen werfen wollten, um Ihre eigene Ansicht dazu kundtun zu können?