Kaisersch Baach: Gasthaus mit langer Geschichte an der Grenze zwischen Lückerath und Bensberg. Foto: Redaktion

Nach Renovierung und Wiedereröffnung steht das Kaisersch Baach an der Grenze von Gladbach zu Bensberg nun unter griechischer Leitung. Das macht sich auch auf der Speisekarte bemerkbar. Gyros gibt es dort allerdings nicht – und eine typische Taverne ist das Traditionslokal auch nicht geworden. Wir haben es uns angeschaut.

Es ist laut, es ist voll. Sehr voll. Wir bahnen uns einen Weg durch den langgezogenen Thekenraum des Kaisersch Baach vorbei an Menschen, die auf Barhockern an Stehtischen sitzen, in den hinteren Teil des Lokals, wo sich ein großer Gastraum befindet. Ein Kellner zeigt uns unseren rustikalen Holztisch.

+ Anzeige +

„Eigentlich sind wir heute Abend schon ausgebucht“, hatte ein freundlicher Mitarbeiter am Telefon gesagt, als ich am späten Nachmittag mein Glück versuchte, kurzfristig einen Tisch für drei zu reservieren – an einem Freitagabend. Hätte ich mir denken können. „Rufen Sie in zwei Minuten nochmal an, ich schaue mal, was ich machen kann.“ 

Und tatsächlich: Sollte uns auch eine halbe Stunde später als geplant passen, können wir gern um 19.30 Uhr kommen. Große Freude bei Lisa, Lisi und mir. Denn bis zuletzt war nicht klar, ob es mit unserem lange geplanten Treffen klappen würde. Winterzeit ist Infektzeit und keine gute Zeit für drei Mütter mit kleinen Kindern, sich zu verabreden. Irgendwer ist immer krank.

Mediterrane Kreationen

Und so betreten wir an diesem kalten Abend sehr hungrig das vor kurzem wiedereröffnete Traditionslokal, das am Fuße der steilen Gladbacher Straße kurz vor der Grenze von Lückerath zu Bensberg liegt. Ich muss gestehen, dass ich nur einmal vor vielen Jahren im Biergarten zu Besuch war. Auch Lisa und Lisi können keinen Vergleich zu früher ziehen. 

Nach Umbau- und Renovierungsarbeiten war das Kaisersch Baach Ende Oktober unter der Leitung von Stylianos Lamprianidis wieder eröffnet worden.

Geschichte des Kaisersch Baach

Die Wirtschaft wurde 1889 unter dem Namen „Wirtschaft zum Milchborntal“ eröffnet. Sie wurde 1906 nach einem Besuch von Kaiser Wilhelm II. in Bensberg umbenannt in „Kaisersch Baach“, weil in dieser Zeit eine „Kaiser-Begeisterung“ herrschte.

Ein Blick auf die Internetseite im Vorfeld hatte uns neugierig gestimmt: Dort werden „traditionelle kölsche Gerichte, mediterrane Kreationen“ sowie saisonale Angebote und „natürlich auch vegetarische Alternativen“ versprochen. Klingt nach einer interessanten Mischung. 

Griechische Vorspeisen

Obwohl tatsächlich alle Tische besetzt sind, ist ein sehr netter Kellner flott bei uns, um unsere Bestellung aufzunehmen. Auch im Laufe des Abends kommt er immer wieder an unseren Tisch, fragt, ob alles in Ordnung sei oder ob wir noch einen Wunsch hätten.

Beim Blick auf die Karte stellen wir überrascht fest: Es gibt kein Gyros – was mich als Vegetarierin nicht weiter stört. Aber das Kaisersch Baach ist eben auch kein typisch griechisches Lokal. Auch wenn unter anderem ein überdimensionales Foto der Akropolis, das sich über eine Wand des Gastraumes erstreckt, das vermuten lassen könnten.

Ein Großteil der Vorspeisen kommt tatsächlich Griechisch daher (abgesehen von Tomaten- und Gulaschsuppe). Wir wählen die Trilogie – Zaziki, Chtipiti und Auberginensalat (7,90 Euro) – sowie Feta Saganaki – gebackener Fetakäse mit Sesam und Honig (9,50 Euro).

Auch das Essen wird überraschend schnell serviert. Die Trilogie wird hübsch angerichtet mit  frischem Brot gereicht. Das Zaziki schmeckt frisch und nicht zu knoblauchig, das Chtipiti (ein Dip aus Schafskäse, püriert mit scharfer Paprika) „zum Glück nicht so scharf“, wie Lisi befürchtet hatte. Einzig der Auberginensalat ist nicht ganz unser Geschmack und „etwas matschig und säuerlich“, wie es Lisa auf den Punkt bringt.

Kaisersch Baach
Gladbacher Str. 72
51429 Bergisch Gladbach
Tel. 02204/ 9131935
Internetseite

Öffnungszeiten: Mo – Sa 17 – 23 Uhr (Küche bis 21.30 Uhr)
So und Feiertage 12 – 23 Uhr (Küche bis 21.30 Uhr)
Dienstag ist Ruhetag

Das Restaurant ist barrierefrei zu erreichen, ebenso der Biergarten. Zu diesem führt (neben wenigen Stufen) eine kleine Rampe. Über diesen Weg kann auch der im hinteren Teil etwas höher gelegene Gastraum stufenlos erreicht werden.

Der Feta Saganaki ist unser Vorspeisen-Highlight: außen knusprig, innen weich-schmelzend. Die Kombination von Feta, Honig und Sesam bewertet Lisi als „sehr stimmig“. Alles in allem: „Sehr lecker“.

Wir sind noch nicht ganz mit der Vorspeise fertig, als schon die Hauptgerichte kommen. Lisi hat sich – so gar nicht Griechisch – für ein Schnitzel Wiener Art mit Pommes (17,90 Euro) und Sauce Bernaise (kostet 4,50 Euro extra) entschieden. Das Schnitzel lobt sie als zart, dünn und kross. „Pommes, Fleisch, Soße: alles top. Ich habe überhaupt nichts zu meckern.“

Lisa lobt ihr Bifteki (gegrilltes Hacksteak) mit Pommes und Zaziki (17,90 Euro): Das Fleisch ist saftig und gut gewürzt, die Pommes goldgelb und kross. 

Ich habe mich für eine Folienkartoffel mit Zaziki und Salat (11,90 Euro) entschieden. Ehrlicherweise etwas aus der Not heraus, weil mich die beiden anderen vegetarischen Gerichte auf der Karte (Bratkartoffelpfanne mit zwei Spiegeleiern, 14,90 Euro und gebackener Camembert mit Preiselbeeren, Schwarzbrot und Butter, 11,90 Euro) weniger überzeugt haben. 

Dass das Zaziki gut ist, wusste ich ja bereits. Sonst gibt es nichts auszusetzen, aber auch nichts zu schwärmen. Der Salat ist bunt, frisch und in Essig-Öl-Dressing angemacht. Zusammen mit der Vorspeise bin ich satt und auf meine Kosten gekommen. 

„Ich gebe auf“, sagt Lisi und lehnt sich auf ihrem Holzstuhl zurück. Es sind noch viele Pommes auf ihrem Teller, „aber das Schnitzel war ja auch riesig!“ Bevor wir zahlen, serviert der Kellner noch drei eisgekühlte Ouzo aufs Haus.

Der rustikale Gastraum hat sich sich im Laufe des Abends geleert, es ist deutlich ruhiger geworden. Die beiden Räume können bei Bedarf durch eine Schiebetür voneinander getrennt werden. Vom Gastraum aus fällt unser Blick auf den beheizbaren Wintergarten und den ebenfalls umgestalteten Biergarten. Den schauen wir uns mal im Hellen und bei wärmeren Temperaturen an.


Hinweis der Redaktion: Wir testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben wir uns nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.