Die Stadthäuser aus den 1960er könnten für Wohnraum neu genutzt werden. Foto: Thomas Merkenich

Mit einer „Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung Bergisch Gladbach“ strebt der Initiator Johannes Ditsche ein gemeinwohlorientiertes Modell an, das bezahlbaren, generationenübergreifender Wohnraum sichert und stabile Nachbarschaften fördert. Zum Beispiel in den Alten Stadthäusern. Auf dem Weg zur Gründung werden nun Mitmacher:innen gesucht.

Wir veröffentlichen einen Beitrag von Johannes W. Ditsche

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Als Leuchtturmprojekt der geplanten Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung steht die Umnutzung der Alten Stadthäuser im Mittelpunkt – verbunden mit der Perspektive, auch darüber hinaus weitere Wohnprojekte im Stadtgebiet gemeinschaftlich zu entwickeln. Die Genossenschaft arbeitet nicht renditeorientiert, sondern langfristig, transparent und lokal verankert. Grundlage ist das genossenschaftliche Prinzip: eine Stimme pro Person. 

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Um diesen Ansatz dauerhaft tragfähig aufzubauen, sollen unterschiedliche Formen der Mitwirkung schrittweise sichtbar gemacht werden. In einer aufeinander aufbauenden Beitragsfolge werden daher in den kommenden Wochen drei Verantwortungsebenen vorgestellt: 

  • Begleitende und kontrollierende Verantwortung (Aufsichtsrat)
  • Operative Verantwortung (Vorstand)
  • Beratende Beteiligung aus den Stadtteilen (Stadtteil-Beirat) 

Den Anfang macht bewusst der Aufsichtsrat. Er steht für Kontrolle, Erfahrung und unabhängige Begleitung – und schafft die Grundlage für alles Weitere. 

Einladung zur Mitarbeit im Aufsichtsrat 

Die Frage nach bezahlbarem, generationengerechtem Wohnraum betrifft uns alle – direkt oder indirekt, heute oder morgen. Sie ist zu wichtig, um sie allein Verwaltung, Politik oder Investoren zu überlassen. 

Wer Gemeinwohl ernst meint, muss Beteiligung ermöglichen, nicht nur ankündigen. Deshalb wende ich mich mit einem bewussten Schritt direkt an die Stadtgesellschaft – mit der Frage: Was kann ich beitragen?

Startpunkt: der Aufsichtsrat 

Den Anfang macht bewusst der Aufsichtsrat einer geplanten Bürger-Genossenschaft zur Wohnraumschaffung in Bergisch Gladbach. 

Der Aufsichtsrat 

  • begleitet und kontrolliert den Vorstand, 
  • prüft zentrale wirtschaftliche und strukturelle Entscheidungen, 
  • achtet auf Transparenz, Zweckbindung und langfristige Tragfähigkeit, 
  • arbeitet nicht operativ und nicht im Tagesgeschäft. 

Rahmenbedingungen 

  • bis zu 5 Personen in der Aufbauphase 
  • ca. 4–6 Sitzungen pro Jahr 
  • zusätzliche Termine nur bei wichtigen Entscheidungen 
  • keine tägliche Verfügbarkeit erforderlich 

Wen sprechen wir besonders an? 

  • Menschen mit Berufs- und Lebenserfahrung 
  • Personen, die unabhängig und konstruktiv-kritisch begleiten können 
  • ausdrücklich auch Menschen im Ruhestand oder Übergang in den Ruhestand (Stichwort Babyboomer – Erfahrung statt Rückzug) 

Formale Vorkenntnisse im Genossenschaftsrecht sind nicht erforderlich

Wichtig 

Dies ist 

  • keine öffentliche Wahl 
  • keine Zusage 
  • kein Anspruch auf ein Amt 

Rückmeldungen werden vertraulich gesammelt, ausgewertet und persönlich besprochen. 

Interesse? Eine kurze, formlose Rückmeldung per Mail genügt: BGL-GfW@t-online.de 

Ein Satz reicht: „Ich könnte mir vorstellen, darüber zu sprechen.“ 

Wohnraum geht uns alle an. Und Gemeinwohl entsteht dort, wo Menschen Verantwortung anbieten – nicht delegieren. 

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ist in der Versorgungstechnik tätig und verfügt über mehr als 40 Jahre Berufserfahrung in der Planung größerer Bauprojekte, insbesondere im Krankenhausbau sowie im kommunalen und Wohnungsbau. Dabei hat er mit rund 60 bis 70 Architektinnen und Architekten zusammengearbeitet. Er befasst sich intensiv...

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