Magret Grunwald-Nonte befragte Georg Watzlawek auf dem Sofa im Begegnungscafé. Foto: Himmel un Ääd

Beim „Talk auf dem Sofa“ im Himmel un Ääd war Georg Watzlawek zu Gast. Als Journalist des Bürgerportals ist er es gewohnt, Fragen zu stellen – doch an diesem Abend waren die Stellen vertauscht: Er stand der Moderatorin Margret Grunwald-Nonte Rede und Antwort, gab Einblicke in seine beruflichen Aktivitäten und zu seiner Person.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Himmel un Ääd

Der Abend im Begegungscafé Himmel un Ääd in Schildgen begann mit persönlichen Fragen: „Was benötigten Sie für einen gelungenen Start in den Tag?“ Die knappe Antwort von Georg Watzlawek, der den täglichen Newsletter morgens ab sechs Uhr schreibt: „Wasser – weder Tee noch Kaffee“.

Einen Ausgleich zu seiner oft herausfordernden Tätigkeit schaffe er sich durch viel Bewegung: Zu Fuß geht er in die Redaktion im Zentrum von Bergisch Gladbach. Zu seinen Auswärtsterminen nutzt er das Lastenrad des Bürgerportals. Darüber hinaus verriet er, dass Kochen und Lesen für ihn einen guten Ausgleich zum Beruf darstellen.

Bergisch Gladbach beschreibt er als eine liebenswerte Stadt, in der Vieles in Politik und Verwaltung auch gut gelingt. Unabhängig davon sieht er noch „Luft nach oben“. 
Mit großer Leidenschaft arbeitet er als unabhängiger Journalist und sieht es als seine Aufgabe, kritisch-konstruktiv zu berichten, Missstände aufzuzeigen und Entwicklungen aufmerksam zu begleiten.

So informiere das Bürgerportal ausführlich und schnell, täglich von Montag bis Freitag über alles, was in unserer Stadt wichtig ist. Darüber hinaus biete es allen Interessenten und Akteuren eine Plattform.

Im Laufe seines Berufslebens hat Georg Watzlawek früher im In- und Ausland über das Weltgeschehen berichtet. Heute begeistert ihn der Fokus auf den „Kosmos Lokaljournalismus mit großer Themenvielfalt“, weil er hier ganz nah dran ist und Entwicklungen direkt mitverfolgen kann. Internationale Ereignisse interessieren ihn weiterhin, doch konsumiert er diese vor allem über Rundfunkbeiträge und Lektüre.

Im anschließenden Gespräch mit den Gästen wurden aktuelle Themen wie Social-Media-Hypes, emotionalisierende Berichterstattung und die rasche Entstehung aufgeheizter Stimmungen angesprochen.

Es sei auffällig, wie wenig gründlich sich Menschen heute noch informieren und dennoch bereit sind, sich mit komplexeren Themen auseinander zu setzen. Oft erschöpfe sich die Aufmerksamkeitsspanne bereits nach der Überschrift und den ersten Sätzen, während Meinungen und (Vor-)Urteile schnell gefällt würden.

Für ihn sei es von großer Bedeutung, unabhängig arbeiten zu können, Werte zu vertreten und Haltung zu zeigen. Zuversichtlich und motiviert möchte seine journalistische Arbeit in den kommenden Jahren mit seinem Team aus festangestellten und freiberuflichen Mitarbeitenden fortsetzen und noch einige neue Ideen umsetzen. 

Notwendig zur nachhaltigen Stabilität seiner journalistischen Aktivitäten und Angebote ist – wie sollte es auch anders sein – eine gesicherte Finanzierung. So wünscht er sich sehr, dass noch mehr (der rd. 20.000) Leser des kostenlosen Newsletters „Der Tag in GL“ freiwillig einen Obolus zahlende Mitglieder des Bürgerportal-Freundeskreises werden. Eine positive Reaktion aus dem Publikum folgte prompt.

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Zur Freiheit der Presse in Bergisch Gladbach

Auch für die Redaktion des Bürgerportals ist die Freiheit der Presse, die Unabhängigkeit der Journalisten und das Informationsrecht der Medien ein hohes Gut, um das wir immer wieder kämpfen. Aber wir definieren die Freiheit der Presse noch auf eine ganz andere Weise: Wir finden, dass Informationen für alle zugänglich und damit kostenfrei sein müssen.

Der Abend endete mit einem herzlichen Dank an Georg Watzlawek, verbunden mit einer Einladung zum Frühstück im H&Ä-Café.  Ein herzliches Dankeschön ging auch an Margret Grunwald-Nonte, die in gewohnt bewährter Form empathisch und professionell das Gespräch moderierte.

Himmel un Ääd ist das ökumenische Begegnungscafé in Schildgen. Sie finden uns auf der Alteberger-Dom-Str. 125

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  1. Seit ich “Wir amüsieren uns zu Tode” von Neil Postman gelesen hatte, lässt mich die spannende Frage nach der Entstehung von Meinungsbildern nicht mehr los.

    Tatsächlich hat die Möglichkeit, bereits per Handy am allgemeinen Meinungsbildungsprozess teilzunehmen, weltweit einen Paradigmenwechsel zur Folge. Von unserer Natur her sind wir Menschen ja eigentlich “Herdentiere” und folgen unserem “Hirten”, dem wir voll und ganz vertrauen können sollten.

    Die sozialen Medien haben uns jedoch Schwarmverhalten ermöglicht. Beobachten wir einen Schwarm Stare, wundern wir uns, dass er ganz sporadisch immer wieder neue Richtungen einschlägt, ohne ein eigentliches Ziel zu verfolgen. Wie kommt das? Ein beliebiger Vogel bricht aus der Flugrichtung aus und die anderen folgen ihm sofort, bis der Nächste ausbricht… Immer und immer wieder.

    Sollte uns das nicht zu denken geben?

    Nein, ein “Führer”prinzip ist selbstverständlich auch keine Lösung, selbst wenn es heutzutage an unseligen Angeboten hierzu nicht mangelt…

    Meinung ohne Wissen ist nichts wert. Echte Wissensbildung durch Lesen von wissenschaftlich fundierten Büchern ist nach meiner Erfahrung der einzig sinnvolle Weg, die eigene Meinungsfreiheit (auch i.S. des Grundgesetzes) fundiert zu pflegen. Informationen (und seien sie noch so wertvoll) werden überschätzt. Sie sind nur Kurzzeitimpulse, welche aus dem Alltagsleben heraus und der aufgrund politischer Entwicklungen entstehen. Eine korrekte Einordnung erfordert jedoch ausreichend fundiertes Hintergrundwissen.

    Aus dem Riesenwulst an Informationen die wirklich Relevanten heraus zu filtern, ist Aufgabe der Nachrichtenkultur. Also auch der regionalen “Tagespresse” und der in ihr tätigen Redaktionen. Nicht jeder Staat, nicht jede Stadt sind hierin gut aufgestellt. Selbst alteingesessen Demokratien fangen an zu Schwächeln… (Erschreckend, wie Trump massenweise Redakteure feuert!) .

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der RBK mit dem Bürgerportal überdurchschnittlich gut versorgt ist und kein Leser sollte dessen Unabhängigkeit als Selbstverständlichkeit nehmen…

    MfG Dieter Richter, Bergisch Gladbach