Das Gewerbegebiet Lochermühle: Zwischen den Hallen von Aldi, Lidl & Co sowie der Kürtener Straße soll das neue Gebäude auf voller Breite entstehen. Foto: Redaktion

Ein schmaler Grünstreifen und Parkplätze trennen die Kürtener Straße vom Gewerbe- und Einkaufszentrum „Strundepark“ am östlichen Ausgang der Innenstadt. Dort will ein Investor die Parkplätze überbauen, mit einem sehr langen und sehr hohen doppelten Wohnriegel. Und mit Hilfe des sogenannten Bau-Turbos alle Beschränkungen aufheben.

Dem Stadtplanungs- und Entwicklungsausschuss liegt in seiner nächsten Sitzung ein in jeder Hinsicht ungewöhnliches Bauprojekt vor. Zum ersten Mal will ein Investor bestehende Parkplätze nutzen, um darüber Wohnungen und Gewerbeeinheiten zu errichten. Dabei sollen, auch das ein Novum in Bergisch Gladbach, die erleichterten Regeln des „Bau-Turbos“ genutzt werden. Und das Doppel-Gebäude soll mit einer Länge von 100 plus 50 Metern und einer Höhe von 26 Metern ziemlich groß werden.

Wie aus den Unterlagen für den Ausschuss hervorgeht, soll sich das neue Gebäude vom Kreisverkehr am Ende der Hauptstraße, zwischen den Discountern Lidl und Aldi und dem Hochhaus Am Heiligenstock entlang der Kürtener Straße bis fast hinauf zur zweiten Einfahrt in das Gewerbegebiet Strundepark/Lochermühle ziehen.

Die beiden Gebäuderiegel werden lediglich von einer großen, 220 Jahre alten Blutbuche und einer Trafostation unterbrochen und sollen dem Antrag zufolge insgesamt acht Geschosse hoch aufragen: Das Erdgeschoss bleibt als Parkplatz offen, darüber kommt eine Parketage, dann vier Wohn- und Gewerbeetagen und zwei weitere Staffelgeschosse.

Angaben für die Flächen werden in der Vorlage nicht gemacht – aber bei einer Breite von gut 21 Metern wäre alleine die Grundfläche 3000 Quadratmeter groß. Ingesamt, so die Stadt, habe das Projekt eine Dimension, die nur von den Wohnparks in Gronau und Bockenberg übertroffen werden.

Nach den bisherigen Regeln, so die Stadt in einer ersten Einschätzung, wäre ein solches Gebäude nicht zu genehmigen. Weil es sich aufgrund seiner immensen Größe nicht in die Umgebung einfüge und Wohnungen in diesem faktischen Gewerbegebiet eigentlich nicht zulässig seien. Mit den deutlich gelockerten Auflagen des „Bauturbos“ aber womöglich doch.

Zur Sache: Bau-Turbo

In der Vorlage für den Ausschuss beschreibt die Stadtverwaltung, welche Möglichkeiten der sogenannte Bau-Turbo der Bundesregierung vorsieht:

„Seit der am 30.10.2025 in Kraft getretenen Novelle des Baugesetzbuchs (BauGB) sind eine Vielzahl von Wohnbauvorhaben, die vorher nicht genehmigt werden konnten, genehmigungsfähig. Durch die Novelle wurden die bekannten Instrumente der Befreiung vonFestsetzungen eines Bebauungsplans (§ 31 Abs. 3 BauGB) und des Einfügens in Bereichen ohne Bebauungsplan (§ 34 Abs. 3b BauGB) gelockert.

Darüber hinaus wurde in einer befristeten Regelung in § 246e BauGB – dem Kern des sog. „Bau-Turbos“ – die Möglichkeit geschaffen, Wohnzwecken dienende Vorhaben unter Abweichung von jeglichen Bindungen an das Baugesetzbuch und die Baunutzungsverordnung zu genehmigen. Dies gilt auch für an Siedlungsbereiche angrenzende Flächen im baulichen Außenbereich (§ 35 BauGB).

Der Einsatz dieser Instrumente ist an die ausdrückliche Zustimmung der Gemeinde, dass das Vorhaben mit ihren Vorstellungen über die städtebauliche Entwicklung des betreffenden Gebietes übereinstimmt, gebunden (§ 36a BauGB).“

In einer weiteren Vorlage für den Ausschuss formuliert die Stadtverwaltung eigene Bedingungen, unter denen der „Bau-Turbo“ in Bergisch Gladbach genutzt werden solle. Dazu gehört auch, ihn (eigentlich) nicht in Gewerbegebieten (wie der Lochermühle) einzusetzen.

Zudem sieht die Verwaltung die Gefahr, dass dieses bis zu 26 Meter hohe Gebäude für das gesamte Gebiet einen neuen Maßstab setzen könnte. Nachahmern könnte die Genehmigung für ähnliche Projekte kaum noch verwehrt werden. Ohnehin ist der Bereich am östlichen Stadteingang und dem Strundorf stark belastet, schräg gegenüber in der Hauptstraße soll zudem ein großes Flüchtlingsheim gebaut werden.

Einfluss auf die Gestaltung des Projektes hätte die Stadt auch unter den Bedingungen des „Bauturbos“, wenn sie den bislang unbekannten Investor zum Abschluss eines städtebaulichen Vertrags verpflichtet. Auch müsste das Projekt – wie im Baulandbeschluss vorgeschrieben – einen Anteil von mindestens 30 Prozent an Sozialwohnungen enthalten.

In einem ersten Fazit schließt die Verwaltung eine Genehmigung des Projektes nicht aus. Allerdings müsse der gewerbliche Anteil deutlich gekürzt oder ganz gestrichen werden. Bei einer Genehmigung plädiert die Stadt zudem dafür, das Gesamtvolumen zu verringern und den Gestaltungsbeirat zu beteiligen.

Die Entscheidung übergibt die Verwaltung an den politisch besetzen Stadtplanungsausschuss – mit den Optionen einer Genehmigung, einer Qualifizierung des Projektes, einer Verringerung des Volumens oder auch einer Ablehnung. Am 5. März steht das Projekt auf der Tagesordnung.


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Dokumentation

Stellungnahme der Verwaltung zum Antrag des Investors

Grundlegende Überlegungen der Verwaltung zum „Bauturbo“

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Grundsätzlich eine gute Idee, die bisher “verschenkten” Flächen sinnvoll zu nutzen.
    Ich frage mich schon länger, warum Super- und Baumärkte dieses Potential ihrer Parkplätze nicht erkennen: Mit Wohnungen lässt sich gutes Geld verdienen, und die Flächen sind ohnehin versiegelt. Eine Ausweisung als reines Gewerbegebiet lässt sich ändern, wenn der politische Wille da ist.

    Über die genaue Ausgestaltung sollte “man” nochmal reden.
    Acht Stockwerke erscheinen mir zu hoch – mit Mauer und Wald gegenüber droht eine laute, relativ dunkle Straßenschlucht. Auch der Einwand, dass der Ortseingang aus dem Bergischen kommend ein attraktives “Tor zur Stadt” sein sollte, ist m.E. berechtigt. Wenn entsprechende Auflagen gemacht werden, lässt sich hier sicher eine architektonisch ansprechende Lösung finden.

  2. Die aktuellen Mietpreise sind absolut unmenschlich, langfristig lässt es sich nur mit mehr Wohnraum lösen. Nachverdichtungen wie hier geplant sind die einzige Option, wenn man nicht Naturflächen bebauen möchte.

  3. Unmöglich, gibt es keine anderen Stellen?

    Was ist mit der Marktkauf Ruine !! Was ist mit dem Wachendorff Gelände, angeblich ist CG Elementum Pleite, das Gelände liegt seid langer Zeit schon brach. Was ist mit Nick`s Squashcenter, der Brandruine hinter dem Zanders, wo ja angeblich eine Schule geplant war? frei Flächen wären z.B. Die ecke Odenthaler Straße / Rommerscheider Straße. Was ist mit der Fläche hinter den Hochhäusern Marienhöhe ?? Dort kann man nicht mal mehr spazieren gehen, weil alle Bäume umgestürzt sind und es aussieht wie auf einer Müllkippe. Wir haben genug Schandflecke…warum ausgerechnet dort ??

    Warum muss man enge Stellen noch enger machen… macht weiter so, dann bekommt man gar keine Luft mehr in unserer Stadt. Auch Stadtmenschen brauchen etwas Luft und ein wenig Grün.

    Wohnungsbau muss sein !! Bezahlbarer Wohnraum auch, auch meinetwegen in die Höhe bauen aber doch bitte nicht so.

    Ich stelle mit gerade die Frage ob der Investor auch seinen Garten so überbauen würde, sähe bestimmt super geil aus. Finde es nur noch traurig, was meist ortsfremde Investoren aus unserer Stadt machen, und noch trauriger ist es , das die Verantwortlichen für unsere Stadt das auch noch zulassen.

    1. „Wir haben genug Schandflecke…warum ausgerechnet dort ??“ – Also, ehe man jetzt einen Wettbewerb der Schandflecke eröffnet, tut es dieser doch genauso gut wie alle anderen. Der alte Kernbereich von Bergisch Gladbach ist nicht umsonst als „schäbich Gläbbich“ bekannt, versauen kann man da nicht viel.

    2. Wir können noch so sehr durch Bergisch Gladbach laufen und leere Flächen, leerstehende Gebäude, Drecksecken aufzeigen. Solange die Eigentümer dieser Flächen und Gebäude diese nicht bebauen wollen oder können entsteht dort kein benötigter Wohnraum.

    3. Ich verstehe die Kritik nicht. Das Einkaufszentrum samt Parkplatz ist nun wirklich keine hübsche Ecke – viel lässt sich da nicht “versauen” Außerdem ist es relativ zentral/ verkehrsgünstig gelegen, und es würden keine Grünflächen wegfallen.
      Die Alternativen, die Sie nennen, sind z.T. ziemlich klein, teils müsste gerodet werden, bei Marktkauf stelle ich mir den Umbau zum Mietshaus extrem schwierig vor… Das sind keine realistischen Projekte, v.a. nicht kurzfristig!

  4. Schlimmer kann diese Ecke GLs nicht werden – meint man, bis solche Pläne kommen… Was für ein spekulativer Irrsinn! Und in 10 Jahren fragen sich alle, wie man so etwas zulassen konnte.

  5. Bauturbo, Bauturbo, Bauturbo,
    Unbekannter Investor,
    Unbekannter Investor,
    Unbekannter Investor.

    Marktkauf, Marktkauf, Marktkauf.,

    Glocken ich höre euch läuten.

    Isch lache mich kapott…..

    Märchensiedlung, Märchensiedlung,…..

    Was ist denn eigentlich mit der Bauruine Hauptstraße Odenthaler Straße….. Da ist ja schon Gras drüber gewachsen.

    Also das Motto für den Karneval 2027 …. Bauturbo..rauf und runter immer bunter….

    Alles klar .

    1. Am Ende der Häuserzeilen an der Hauptstraße käme als Eingang in das Naturschutzgebiet Strundetal ein gefühlter Tunnel mit 150 m langem und 8stöckigem Hochhaus direkt an der Straße – gegenüber erst ein etwas zurückliegendes Hochhaus, an das sich höhere dunkle Hügel direkt an der Straße anschließen, also wird es dort gefühlt weder Luft noch Sonne geben.

      Die neuen Mieter hätten von der vielbefahrenen Kürtener Straße vorne Autoabgase und Lärm, hinten heraus die Parkplätze von Aldi & Co und den lauten Lkw-Zulieferverkehr für die Unternehmen im Strundepark. Und das Tag und Nacht.

      Wer die täglichen Staus vom Aldi-Kreisel in die Stadt kennt, weiß, dass die Hauptstraße nicht noch mehr Autoverkehr (durch viele neue Einwohner) aufnehmen kann.

      Klar, der Eigentümer des Grundstücks will Geld verdienen – aber die Gladbacher erinnern sich auch an die jahrelange Bauruine des Hochhauses gegenüber. Da hatte es nicht geklappt mit einem (schnellen) Verdienst, da kam stattdessen die Pleite. Will die Stadt/Politik wirklich noch eine weitere große Bauruine riskieren und dann an so prägnanter Stelle?

      1. Alles berechtigte Bedenken, für die sich jedoch Lösungen finden lassen.
        Achtstöckig (bzw. von der Straße gesehen vier bis fünf) ist vielleicht etwas viel, also reduzieren. Wohnen zwischen Landstraße und Parkplatz ist nicht ideal, aber GL ist eben irgendwie doch Großstadt – da kommt so etwas vor. Bessere Bus- und Fahrradanbindung sorgt für weniger Autoverkehr. Und die Möglichkeit einer Unternehmenspleite mit entsprechenden Folgen gibt es bei jeder größeren Baustelle – also deshalb gar nichts mehr bauen?
        (Dass öffentlicher oder genossenschaftlicher Wohnungsbau besser wäre, versteht sich von selbst.)

  6. das klingt eigenltich nicht nach Ghetto, denn 2/3 der Fläche könnten ja Gewerbe sein, je nach Qulität des Gebäudes zieht das auch Büros an.
    Ich verstehe nur nicht, warum man das Gewerbe ggf. streichen will, wenn hier eigentlich keine Wohnungen entstehen dürften…seeeeltsam.

    Schluchtenbildung läßt sich ja mit deiner entsprechenden grünen Fassade verhindern.
    allerdings gibt es ein jahr mindestens keine Parkplätze bei dem Neubau für den Strundepark…

    1. In der Tat kompliziert. Einerseits sieht die Stadt Bergisch Gladbach den „Strundepark“ als faktisches Gewerbegebiet, Wohnungen sind daher eigentlich ausgeschlossen.

      Andererseits soll der „Bau-Turbo“ nach den Kriterien der Stadt nicht in Gewerbegebieten eingesetzt werden.

      Daher wäre es für die Stadt eine Option, dass der Ausschuss / Stadtrat das Gebiet per politischen Beschluss nun doch für Wohnungen öffnet und damit den „Bau-Turbo“ zulässt – wenn dafür die Nutzung für Gewerbe reduziert wird. Mehr Gewerbe wird ohnehin nicht gerne gesehen, weil damit die ohnehin bestehende Konkurrenz zum Einzelhandel in der Innenstadt verstärkt werden könnte.

      Das wird in der Verwaltungsvorlage ausgeführt, die wir am Ende des Textes dokumentieren.

    2. Wenn es so einfach wäre, ließe sich jede enge Straßenschlucht mit ein paar Rankpflanzen in eine Allee verwandeln – nur leider ändern Efeu und Kletterrosen nichts an Höhe, Länge und räumlicher Enge eines Baukörpers; eine Schlucht bleibt eine Schlucht.

  7. Jeck! Die Strundetaler (siehe alten Artikel in-gl) wollten wohl eher was anderes, oder?

    Gestern noch ein „schaun wir mal“ was mit Zanders-Gelände und Stadthäusern passiert. Jetzt so was.

    Die Mauer bei Pütz-Roth sollte, ebenso wie der Abriss und Neubau Hauptstr. 378 schon begonnen worden sein. Das EVK gestaltet das alte Feuerwehrgelände etc. neu. Die neue Bebauung Hauptstr. 284 (gegenüber frühere. Viktoria-Kino) wird aktuell um einen Neubau Hausnummer 288 ergänzt. Das Gelände gegenüber der Sander Str. (ehemals Löhe) wartet auf Bebauung, ebenso wie schräg gegenüber (ganz früher Arbeitsamt, später mal Stadtarchiv u. a. m.).

    Wenn das Strassenschluchten werden sollen, passen die bisherigen Ideen ja.

  8. Die Empörungswelle wieder:
    Klein Manhattan, Dämmergegend etc.

    ein paar nüchterne Fakten:
    – Das Haus am Kreisel ist bereits 7 Stockwerke hoch.
    – Die neuen Gebäude liegen nördl. der Straßen, also Sonnenseite zur Straße hin.
    – Durch die höhere Lage der Straße und die zurückliegenden oberen 2 Ebenen sieht man vom Auto aus wahrscheinlich nur 4 Etagen.

    Ob man das da braucht, ist eine andere Frage, aber optisch wird es nicht anders sein als andere Bauten an Hauptstraßen

    1. Ich vermisse den Fakt “Parkplatzbedarf” für die Bewohner des Wohnkomplexes.. Den Flächenbedarf sollte man einfach mal ermitteln…
      Selbstverständlich hat der Investor die Lösung bereits in der Schublade: Aufstockkung des Ganzen um noch einmal die gleiche Anzahl an Stockwerken im Parkhausstil. Von “Klein”-Manhattan kann dann wohl kaum noch die Rede sein.

      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass relativ viel Kommentatoren hier sich unserer demokratischen Freiheiten nicht bewusst sind, da sie sich nicht trauen, mit Klarnamen am Diskurs teilzunehmen. Woran liegts? Mangelnde Zivilcourage vielleicht? Mangel an Mut? Wir leben doch nicht im Iran, wie die Angehörigen von sehr guten Freunden von mir, welche uns gerade in ihren Verstecken um unsere Freiheiten beneiden.
      Jedenfalls bekommen Kommentare ein ganz anderes Gewicht, wenn sie nicht von sowas wie z.B. “Schnarchhahn” kommen… Denkt einfach mal darüber nach.
      MfG Dieter Richter, Bergisch Gladbach

    2. Zu den „nüchternen Fakten“ gehört vielleicht auch folgendes: Die höhere Lage der Straße relativiert sich deutlich dadurch, dass die Parkplätze überbaut werden und das Gebäude damit faktisch auf Straßenniveau beginnt. Auch das Argument, man werde vom Auto aus „wahrscheinlich nur vier Etagen sehen“, wirkt eher theoretisch. Bei acht Geschossen stellt sich schlicht die Frage, wie weit die oberen vier Ebenen realistisch zurückspringen sollen, um optisch kaum noch wahrnehmbar zu sein. Zumal die eigentliche Bebauung ja erst auf Straßenniveau einsetzt – dank der Überbauung der Parkplätze.

  9. Ein Klotz als Einfahrt in das schöne Strundetal. Unpassend und übertrieben. Es gibt wahrlich bessere Plätze für ein solches Bauwerk als die Natur zu bezwingen. Warum erarbeitet die Verwaltung nicht weitere Grundstücke als Alternative.

    1. Offen gesagt: Diese Ecke von Bergisch Gladbach ist sowieso schon so hässlich, da kann es eigentlich nicht schlimmer werden.

  10. Den kritischen Kommentaren zum geplanten Mammutbau am Strundepark kann ich nur ausdrücklich zustimmen. Wer aus Richtung Herrenstrunden kommend nach Bergisch Gladbach hineinfährt, erlebt schon heute keinen einladenden Stadteingang. Bedingt durch Hanglage und dichte Bebauung am Kreisel entsteht eine lange, dunkle Schlucht. Der östliche Zugang wirkt eher wie die Rückseite eines Gewerbegebiets als wie das Entrée einer Stadt.

    Ein bis zu 26 Meter hoher, über 100 Meter langer Wohnriegel würde diesen Effekt massiv verstärken. Das Ostende der Stadt bekäme endgültig das Gepräge einer Betonwand statt eines Willkommens. Stadtbild ist kein Nebenthema, sondern prägt Identität und Aufenthaltsqualität.

    Wenn man über Nachverdichtung spricht, sollte man zumindest vermeiden, dass aus einem ohnehin schwierigen Bereich ein städtebauliches Nadelöhr mit Dauer-Dämmerlicht wird. Ein Stadteingang ist Visitenkarte – und keine Kulisse für maximale Kubatur.

    Hier geht es nicht um Fortschrittsverweigerung, sondern um Maß, Proportion und um die Frage, welches Bild von Bergisch Gladbach wir künftig zeigen wollen.

  11. Was soll das werden? Eine Art “Weißenberger-Wohnblock” nach dem Motto “Klotzen, statt Kleckern”? Seriösen Wohnungsbau hatte ich mir bisher immer ein klein wenig anders vorgestellt. Und Vorsicht: Einem zweiten Renè Benko sollte man auf keinen Fall den roten Teppich ausrollen…

    Bevor man sich auch nur ansatzweise dem Diskurs stellt, gilt es der Öffentlichkeit gegenüber einige Grundsatzfragen zu beantworten:
    Zu allererst: Wer genau ist der Investor? Welchen Background bringt er mit? Welche Gewinnerwartung hat er und vor allem – welchen Bezug hat er zu Bergisch Gladbach?
    Als nächstes wäre eine Gesamtkonzept zu unterbreiten und dieses wäre auf seine Praktikalität hin zu diskutieren.

    Gilt nicht insbesondere für den sozialen Wohnungsbau, Chancen dort zu verwirklichen, wo sie sich de facto auch anbieten? Mit Luftschlössern sollte man jedenfalls nicht die kostbare Zeit von Politik und Gesellschaft verschwenden.

    MfG Dieter Richter, Bergisch Gladbach

  12. Die Frage ist, ob die “Genehmigung” dieses Bauvorhabens von der Prüfung der sich daraus ergebenden Verkehrssituation abhängig ist? Die obere Hauptstraße beginnend ab dem Waatsack ist bereits jetzt schon überlastet, und wird sich vermutlich mit diesem Projekt, aber auch anderen, z.B. EVK weiter verschlechtern… Wäre es möglich, dass sich dieser Ortsbereich (mit seinen Einkaufsmöglichkeiten) zum “No-go-Area” entwickelt? Für mich werden die Gründe, in Bergisch Gladbach zu leben, langsam weniger…

  13. kaum ist Aschrmittwoch, hat man den Eindruck als ob schon der 1. April im Kalender steht.
    “Der Einsatz dieser Instrumente ist an die ausdrückliche Zustimmung der Gemeinde, dass das Vorhaben mit ihren Vorstellungen über die städtebauliche Entwicklung des betreffenden Gebietes übereinstimmt, gebunden (§ 36a BauGB)”
    Wenn dem so ist und ein solches Vorhaben mehr oder weniger “durchgewunken” wird, dann muss man sich in der Tat Gedanken über die Vorstellungen der Stadt bzgl. der städtebaulichen Entwicklung machen.

  14. Wer ist der „Musterschüler des Bauturbos“?

    Der Bauturbo ist ein starkes Instrument.
    Er ermöglicht Wohnungsbau, der bislang nicht genehmigungsfähig gewesen wäre. Doch er ist ausdrücklich an die städtebaulichen Ziele der Kommune gebunden.

    Diese Ziele hat sich Bergisch Gladbach selbst gegeben:
    – Innenentwicklung vor Außenentwicklung.
    – Bestandsnutzung vor Neubau.
    – Nachverdichtung auf bereits versiegelten Flächen.
    – Schutz von Gewerbegebieten.
    – Beachtung von Klima, Hochwasser und Folgewirkungen.

    Gerade bei größeren Vorhaben geht es deshalb nicht nur um Genehmigungsfähigkeit – sondern um Maßstab und Richtung.

    Wenn wir die eigenen Grundsatzziele ernst nehmen, dann wäre das

    Projekt „Alte Stadthäuser“ der Musterschüler des Bauturbos

    – nicht ein großmaßstäblicher Neubau mit erheblicher Folgewirkung.

    – Dort wird Bestand erhalten.
    – Dort wird Innenstadt gestärkt.
    – Dort entsteht ein echter Freizug-Effekt für Familien.
    – Dort bleibt Identität bewahrt.

    Der Bauturbo darf kein Instrument zur Maßstabsverschiebung werden.
    Er sollte ein Instrument zur klugen, integrierten Stadtentwicklung sein.

    Danke!

    1. Diese Ziele hat sich Bergisch Gladbach selbst gegeben:
      – Innenentwicklung vor Außenentwicklung.
      + Ok, nicht ganz innen, aber immerhin gut versorgt und zu Fuß erreichbar
      – Bestandsnutzung vor Neubau.
      + Neubau ist in diesem Fall nicht schlimm
      – Nachverdichtung auf bereits versiegelten Flächen.
      + Oberhalb eines Parkplatzes, keine neu versiegelte Fläche
      – Schutz von Gewerbegebieten.
      + Nimmt nichts weg, bringt sogar noch Kunden.
      – Beachtung von Klima, Hochwasser und Folgewirkungen.
      + Keine weitere Versiegelung und vor Hochwasser geschützt durch die zwei Parkebenen

  15. @Thomas: da kann ich nur lebhaft zustimmen. Sozialer Brennpunkt vorprogrammiert. Schlimm! Darum letztlich auch kein Gewinn für die ansässigen Märkte, Cafés etc.
    Liebes GL: Bitte aus den Sünden der Vergangenheit lernen! Warum keine Möglichkeit finden, die dort bereits vorhandenen Bauten aufzustocken? Gerne in einem schönen Industrielook.

    1. Ivestoren möchten ja keinen Gewinn für Märkte, Cafés, Stadtbild, Gesellschaft oder ähnliches schaffen, sondern für sich selbst, logischerweise…

  16. Ich bin ja grundsätzlich dafür, nicht alles zu zerreden und im Zweifelsfall mal zu machen, aber das klingt, ganz ehrlich… ziemlich furchtbar! Schreit irgendwo nach Ghettobildung, riesiger Wohnblock im Gewerbegebiet.