Die Nelson-Mandela-Gesamtschule. Foto; Thomas Merkenich

Die Integrierte Gesamtschule Paffrath und die Nelson-Mandela-Gesamtschule konnten im vorgezogenen Anmeldeverfahren nicht alle Schüler:innen annehmen, die einen Platz haben wollten. Das betrifft auch etliche Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Sie müssen sich nun an einer anderen Schulform oder einer Schule außerhalb von Bergisch Gladbach anmelden.

Das vorgezogene Anmeldeverfahren an den beiden Bergisch Gladbacher Gesamtschulen ist abgeschlossen. Insgesamt 44 Kinder wurden abgelehnt und werden damit keinen Platz an der gewünschten Schulform erhalten. Das teilte die Stadt auf Nachfrage des Bürgerportals mit.

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Die Integrierte Gesamtschule Paffrath (IGP) musste demnach 30 Kinder ablehnen, davon drei mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie ein „gemeindefremdes“ Kind (siehe dazu Hintergrund weiter unten) Insgesamt kann die IGP 162 Fünfklässler:innen aufnehmen, davon 18 mit sonderpädagogischem Förderbedarf. 

Die Nelson-Mandela-Gesamtschule (NMG) musste 14 Kinder ablehnen, davon ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Das NMG hat Platz für 108 Fünftklässler:innen, davon 13 mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Gemeindeeigene und gemeindefremde Kinder

Die Stadt geht davon aus, dass unter den abgelehnten Schüler:innen auch solche sind, die in Bergisch Gladbach wohnen. „Gemeindeeigene“ Kinder haben gegenüber „gemeindefremden“ Kindern Vorrang. Bislang hat die Stadt von den Schulen aber noch keine Details über den Wohnort der angemeldeten und abgelehnten Kinder.

HintergrundGemeindefremde Kinder

… sind solche, die in einer Nachbarkommune wohnen und die gewünschte Schulform auch dort zur Verfügung haben. Gemeindeeigene hingegen sind dagegen solche Kinder, die in Bergisch Gladbach wohnen oder in deren Heimatkommune es die gewünschte Schulform nicht gibt. 

Ein Beispiel: Odenthaler Kinder gelten bei der Anmeldung an Bergisch Gladbacher Gymnasien und Realschulen als gemeindefremde Kinder, an Gesamtschulen oder der Hauptschule jedoch als gemeindeeigene Kinder.

Gemeindeeigene Kinder haben gegenüber gemeindefremden Kinder immer Vorrang. Schulen dürfen gemeindefremde Kinder nur dann aufnehmen, wenn nach Abschluss des Anmeldeverfahrens alle gemeindeeigenen Kinder zum Zug gekommen sind und danach noch Kapazitäten frei sind. 

Seit dem 23. Februar und noch bis zum 20. März läuft das Anmeldeverfahren für alle anderen weiterführenden Schulen in Bergisch Gladbach. Kinder, die im ersten Verfahren an den Gesamtschulen leer ausgegangen sind, können nun an einem Gymnasium, einer Real- oder Hauptschule angemeldet werden. 

Elternwille zählt bei Schulwahl

In NRW zählt der Elternwille bei der Wahl der Schulform. Die Empfehlung der Grundschulen ist nicht bindend. 

In diesem Jahr gibt es – wie es etwa in Köln seit Jahren gängige Praxis ist – ein vorgezogenes Verfahren für die Schulform Gesamtschule. Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung kurzfristig das Verfahren geändert: Obwohl die Bezirksregierung im Vorfeld ein vorgezogenes Verfahren für Gesamt- und Realschulen genehmigt hatte, entschied die Verwaltung sich für ein gemeinsames Anmeldeverfahren für alle weiterführenden Schulen. 

In den Jahren davor war es nicht einheitlich festgelegt. Neben der IGP hatte auch die Otto-Hahn-Realschule einige Male an einem vorgezogenen Verfahren teilgenommen, auch das Otto-Hahn-Gymnasium war einmal dabei. 

So lief es im Vorjahr

Im vergangenen Jahr hatten laut Stadt alle Gladbacher Schüler:innen einen Platz an der gewünschten Schulform erhalten – und meistens auch an der Wunschschule. Einzig das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) hatte bereits in der ersten Anmelderunde 48 gemeindeeigene Kinder ablehnen müssen.

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So unterschiedlich sind die weiterführenden Schulen ausgelastet

Im Vorfeld war die Aufregung rund um die Anmeldung für die weiterführenden Schulen groß. Die im laufenden Prozess veröffentlichten ersten Zahlen erhitzten die Gemüter zusätzlich. Nun ist das offizielle Verfahren beendet. Neben den Bergisch Gladbacher Schüler:innen konnten auch viele Kinder aus Nachbarkommunen aufgenommen werden. Damit sind einige Schulen voll, andere haben noch viele freie Plätze.

Genug Schul-Plätze für alle Gladbacher Kinder

Nach der Bekanntgabe der ersten Zahlen zu den Anmeldungen für die weiterführenden Schulen waren einige Fragen offen geblieben. Wir haben mit dem Leiter des AMG gesprochen und bei der Stadt nachgefragt. Dabei zeigt sich: Die Lage an den Schulen ist eigentlich ganz entspannt – mit einer Ausnahme.

Die übrigen vier Gymnasien verzeichnete nach der ersten Runde teilweise noch große freie Kapazitäten. Nach der zweiten Runde gab es 2025 lediglich am Gymnasium Herkenrath und am Albertus-Magnus-Gymnasium noch jeweils 5 freie Plätze. Die Gymnasien konnten (mit Ausnahme des DBG) sogar auch 88 gemeindefremden Schüler:innen einen Platz anbieten.

Die IGP musste im vergangenen Jahr in der ersten Runde 7 Gladbacher Kinder ablehnen. Gleichzeitig hatte es an der Nelson-Mandela-Gesamtschule (NMG) noch genau diese Anzahl an Plätzen gegeben. Nach der zweiten Runde waren beide Gesamtschulen voll ausgelastet. Gemeindefremde Kinder konnten sie daher nicht berücksichtigen. 

Die vier Realschulen (mit Ausnahme der Realschule Herkenrath) und die einzige Hauptschule hatten 2025 nach Abschluss des regulären Anmeldeverfahrens noch freie Plätze.


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ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Es ist längst Zeit, über die Umstellung vom dreigliedrigen Schulsystem (inkl. Exklusion an Förderschulen) zu mehr inklusiven Gesamtschulen zu diskutieren!

    Knapp zwei Schulklassen sind es, die die Gesamtschulen in Bergisch Gladbach zu wenig haben. 44 Schüler*innen (jede*r Siebte!), die gerne an eine Gesamtschule gegangen wären und jetzt ins dreigliedrige Schulsystem oder in die Exklusion müssen.

    Das zeigt, wie viel weiter Eltern und Schüler*innen mit ihren Wünschen für eine gute Schule sind als das Angebot derzeit hergibt. Politisch ist die Debatte leider kaum noch zu hören. Wird Zeit, dass wieder drüber diskutiert wird, damit Schüler*innen auch wirklich die Schule besuchen können, an die sie möchten.

    —-
    Joshua Vossebrecker, Co-Sprecher GRÜNE Bergisch Gladbach & Lehrer an der Nelson-Mandela-Gesamtschule