In letzter Zeit häufen sich erneut Anrufe von Betrügern, die ihre Opfer mit Schockanrufen massiv unter Druck setzen. Mindestens viermal haben sie es alleine am Mittwoch in Bergisch Gladbach versucht. Doch in allen diesen Fällen reagierten die Betroffenen richtig – lobt die Polizei und äußert einen Wunsch.

Vier ältere Menschen aus Bergisch Gladbach haben am Dienstag die Polizei Rhein-Berg informiert, dass Betrüger zuvor am Telefon versucht hatte, an ihr Vermögen zu gelangen. Doch alle Versuche scheiterten, berichtet die Polizei jetzt.

Bei drei Versuchen habe es sich um sogenannte Schockanrufe gehandelt: Die Betrüger gaben sich als Angehörige aus und täuschten vor, in einer Notlage zu sein. In einem weiteren Fall gaben sich die Betrüger am Telefon, indem sie sich als falsche Polizeibeamte ausgaben.

Mehr zum Thema

Polizei warnt vor Schockanrufen – und informiert

Der Betrug von meistens älteren Frauen und Männern mit Hilfe von Schockanrufen nimmt zu und ist immer wieder erfolgreich. Daher informiert die Polizei Rhein-Berg mit einem sehr realistischen Aufklärungsfilm und Infoständen in der Rheinberg Galerie. Ein Angebot, das auf eine riesige Resonanz stößt.

In allen vier Fällen beendeten die Angerufenen das Telefonat und informierten danach die Polizei Rhein-Berg. Diese Verhalten der vier Seniorinnen und Senioren sei vorbildlich, so die Polizei: Sie waren misstrauisch und reagierten richtig.

Angesichts der vielfachen (und häufig dann doch erfolgreichen) Betrugsversuche äußert die Polizei einen konkreten Wunsch: „Sprechen Sie offen über solche Vorfälle innerhalb der Familie und im Freundes- und Bekanntenkreis. Je mehr Menschen vorgewarnt sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Betrüger keinen Erfolg haben.“

Mit unserem Newsletter sind Sie lokal immer gut informiert, morgens um kurz nach 7 liefert Ihnen „Der Tag in GL“ die wichtigsten Nachrichten und Berichte aus Bergisch Gladbach und der Region, präzise auf den Punkt.

Mit dem Absenden erkläre ich mich mit den Datenschutzbestimmungen (in-gl.de/datenschutzerklaerung) einverstanden.

Das Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz der Polizei steht für Beratungen unter der Telefonnummer 02202 205-444 bereit. Ein kostenloser Termin lässt sich auch per Mail vereinbaren: gl.kriminalpraevention@polizei.nrw.de

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

5

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Meine 86-jährige Mutter wurde in Köln Opfer eines Anrufes, bei dem sich jemand als Polizist ausgab. Er hatte ziemlich genaue Ortskenntnisse bzgl. der Adresse und umliegender Strassen. Meine Mutter ist nicht drauf eingegangen und hat die Polizei gerufen, die auch in kürzester Zeit vor Ort war und das Telefon auf eingehende Nummern kontrolliert hat. Nur wie es weitergegangen wäre und was die Forderung der Betrüger gewesen wäre, konnte niemand so genau sagen. Vielleicht wäre das im Zuge der Prävention interessant, wie die Gespräche und Ziele der Anrufer aussehen, um gewappnet zu sein.

    1. Falsche Polizisten sondieren in der Regel, ob beim potenziellen Opfer etwas zu holen ist – Schmuck, Bargeld etc. Dann bieten sie an, die Wertsachen zur Sicherheit in Verwahrung zu nehmen, und schicken einen Abholer vorbei, der sich als Kriminalpolizist ausgibt. Darauf fallen genug Leute rein.

      1. Ergänzend noch ein Fall, der heute in der FAZ geschildert wurde: Da hatten Betrüger sich am Telefon als Polizisten ausgegeben und einer Rentnerin erzählt, man habe festgestellt, dass ihre Bankkarte nicht mehr funktionieren würde. Sie sollte dann die Karte samt einem Zettel mit der PIN vor ihre Haustür legen, damit sie von der Polizei abgeholt werden könnte. Das hat sie tatsächlich getan, in der Folge wurde ihr Konto um einen vierstelligen Betrag erleichtert.

    2. @Herr Hartmann
      ich kann auch 2 “Erlebnisse” beitragen.
      Fall Nr. 1
      Ich hatte einmal eine Frau am Telefon, die herzzerreißend geweint hat, mich Mama nannte, und laut schluchzend erzählte, sie habe gerade einen Unfall gehabt und dann, hysterisch, “die Frau ist tot” ins Telefon geheult. Sie sei jetzt bei der Polizei und wisse nicht, was sie jetzt machen solle.
      Ich: Um Himmelswillen wer ist denn überhaupt dran, wer sind Sie denn?
      Sie, immer noch laut schluchzend: na deine Tochter (keinen Namen)
      Das Gespräch wurde sofort beendet, nachdem ich sagte, dass ich überhaupt keine Tochter habe.

      Fall Nr. 2
      Tel. klingelt, ich gehe dran, ein Band läuft: hier ist die … (irgendeine übergeordnete Finanzbehörde) “Wir haben eine Frage/ oder Klärungsbedarf zu ihrem Aktenzeichen-Nr …”
      Ich muss meinen Man wohl wie ein Fragezeichen angeguckt haben, jedenfalls übernimmt er das Telefon. Nach einer Weile spricht eine Dame: Was kann ich für Sie tun?
      Mein Gatte: SIE haben hier angerufen.
      Dame: Oh ja, ich sehe es, das muss meine Kollegin gewesen sein, die ist jedoch gerade nicht am Platz. Wie war nochmal Ihr Name und Ihre Anschrift?
      Mein Man: Wissen Sie, sagen Sie Ihrer Kollegin doch bitte, sie möchte uns doch netterweise selbst nochmal anrufen.
      Er legt auf, Ende der Geschichte.

      1. Die Heulsuse hatte ich (ebenfalls ohne Tochter) auch schon mal am Apparat. Als ich anfing, laut zu lachen, hat sie beleidigt den Hörer aufgeknallt.