Foto (Symbolbild): Thomas Merkenich

In Köln hat die Polizei die Drogenkriminalität am Neumarkt ins Visier genommen – und zum Teil nach Bergisch Gladbach verdrängt. Mit dem Effekt, dass hier die Zahl der Diebstähle im öffentlichen Raum steigt. Jetzt reagiert die Polizei Rhein-Berg mit Schwerpunkteinsätzen.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Kreispolizeibehörde Rheinisch-Bergischer Kreis

In den vergangenen zwei Wochen hat die Polizei an mehreren Tagen gezielte Maßnahmen in Bergisch Gladbach durchgeführt. Damit reagiert die Polizei Rhein-Berg auf die besonders in der Innenstadt gestiegene Straßenkriminalität.

„Mit den ersten Schwerpunkteinsätzen in diesem Jahr haben wir ein sichtbares und spürbares Zeichen gesetzt. Die gezielten Maßnahmen waren aus polizeilicher Sicht sehr erfolgreich und werden fortgesetzt”, sagt Marc André Linden, Leiter der Direktion Kriminalität der Kreispolizeibehörde Rheinisch-Bergischer Kreis.

Mit Unterstützung von Kräften der Bereitschaftspolizei hat die Polizei Rhein-Berg in den vergangenen zwei Wochen ihre Präsenz in der Bergisch Gladbacher Innenstadt deutlich erhöht.

Straßenkriminalität steigt deutlich an

Vergangenes Jahr stieg die Straßenkriminalität im Rheinisch-Bergischen um 7,8 % im Vergleich zu 2024. Jede zweite Straftat ereignete sich in Bergisch Gladbach – viele davon im Innenstadtbereich.

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Kriminalität in Rhein-Berg zieht wieder an

Nach einem stabilen Vorjahr zeigt die neue Kriminalitätsbilanz für den Rheinisch-Bergischen Kreis und Bergisch Gladbach wieder einen Rückschritt: 2025 wurden deutlich mehr Straftaten registriert, zugleich sank der Anteil der aufgeklärten Fälle. Die Zahl der Delikte ist so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Hinter der Verschlechterung stehen unter anderem eine Verdrängung aus Köln – und weniger Personal in Rhein-Berg.

„Wir verstehen, dass diese Zahlen manche Menschen verunsichern könnten”, erklärt Marc André Linden. „Um es klar zu sagen: Der Rheinisch-Bergische Kreis gehört nach wie vor zu den sichersten Kreisen in ganz Nordrhein-Westfalen. Wenn wir von gestiegener Straßenkriminalität sprechen, dann reden wir vor allem von gestiegenen Fallzahlen bei Diebstählen im öffentlichen Raum. Darunter fallen zum Beispiel gestohlene Fahrräder oder aufgebrochene Pkw.”

Ein Grund dafür: Die Polizei Köln hat die Drogenkriminalität rund um den Neumarkt ins Visier genommen – mit Folgen für den Rheinisch-Bergischen Kreis: „Ein Teil der Drogenszene wurde dadurch in das gut erreichbare Bergisch Gladbach verdrängt. Und das merken wir eben an der gestiegenen Beschaffungskriminalität. Gestohlene Fahrräder werden verkauft, um damit die Betäubungsmittelsucht zu finanzieren”, so Linden weiter.

Aus diesem Grund wurde die „Präsenzkonzeption zur Bekämpfung der Straßenkriminalität” erarbeitet und wird durch gezielte Schwerpunkteinsätze in diesem Jahr umgesetzt.

Zwölf Strafanzeigen

Polizistinnen und Polizisten der Kreispolizeibehörde Rheinisch-Bergischer Kreis haben – unterstützt durch die Bereitschaftspolizei – offen und verdeckt seit dem 12. Mai 2026 an mehreren Tagen Schwerpunkteinsätze in der Innenstadt von Bergisch Gladbach vollzogen. Dabei wurden insgesamt 42 verdächtige Personen kontrolliert. Fünf von ihnen wurden vorläufig festgenommen.

In zwölf Fällen wurden Strafanzeigen geschrieben – unter anderem wegen Ladendiebstahls, des Besitzes gestohlener Fahrräder, des Besitzes von Betäubungsmitteln und Verstößen gegen das Waffengesetz. Außerdem wurden sieben Platzverweise ausgesprochen.

Druck auf Kriminell spürbar erhöhen

Die Maßnahmen der Polizei Rhein-Berg verfolgen mehrere Ziele. „Wir erhöhen spürbar den Druck auf Kriminelle. Wir machen ihnen klar, dass wir sie im Blick haben und wissen, wo und wie sie agieren. Unsere Botschaft ist klar: Für sie ist in Bergisch Gladbach kein Platz”, so Linden.

Gleichzeitig dienen die Schwerpunkteinsätze natürlich auch dazu, das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürgern zu stärken. „Mit diesen Aktionen unterstreichen wir, dass sich die Menschen in Bergisch Gladbach und auch im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis auf uns und unsere Arbeit verlassen können”, so Linden.

Viele Zivilkräfte im Einsatz

Die ersten Schwerpunkteinsätze im Rahmen der „Präsenzkonzeption zur Bekämpfung der Straßenkriminalität” waren sehr erfolgreich. Die Polizei Rhein-Berg war mit vielen Zivilkräften im Einsatz (auch mit Unterstützung aus anderen Behörden): „Das haben die Bürgerinnen und Bürgern vielleicht nicht direkt bemerkt – die Straftäter bis zur Festnahme aber auch nicht! Nicht jede Präsenz oder jede Maßnahme von uns ist sichtbar, wir sind aber trotzdem da!“, fasst der Direktionsleiter zusammen.

Geplant sind weitere Sonderkontrollen in diesem Jahr. Natürlich wird es auch außerhalb dieser Schwerpunkteinsätze Maßnahmen geben, um gegen die Straßenkriminalität vorzugehen.

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  1. Mich würde interessieren was gegen die Händlerszene unternommen wird und insbesondere bei wiederholtem aufgreifen.

    1. Da treffen Sie den Punkt, Herr Hagemann. Die Konsumenten sind im Grunde die “armen Teufel, die durchs Dorf getrieben werden”. Natürlich gilt es, die Bürger vor deren Straftaten zu beschützen.
      Aber der Verbreitung und Ausdehnung der Drogenringe müsste meines Erachtens unbedingt viel mehr Betrachtung zugemessen werden !

    2. @Joachim Hagemann,

      die Frage ist ja wieso wiederholt ?

      Beim ersten Handel eine angemessene Strafe und vielleicht nicht in ein JVA Hotel Zimmer sondern wie in anderen Ländern da gibt es auch bei Drogenhandel vernünftige Strafen.

      Wir leben in einer Täter-Schutz Gesellschaft.

  2. Die mittlerweile groß gewordene Szene darf sich legal bei uns mitten in der Stadt auf der ihr zugewiesenen Fläche aufhalten. Da braucht man sich über Zuwanderung nicht wundern. Irgendwo müssen diese Menschen ja hin. Der Drogenmarkt hat sich stark verändert. Abhängigkeiten bestimmter Betäubungsmittel bringt eine unweigerliche unumgängliche 24/7 Beschaffungskriminalität mit sich, da der Konsum auf andere Weise gar nicht bestritten werden kann. Da können wir noch froh sein, dass das Angebot der Substanzen in GL noch nicht ausreichend ist, so dass der Erwerb vorläufig zu einem Teil noch im Kölner Raum stattfindet.

    Was sich selbstverständlich jederzeit ändern kann und sehr wahrscheinlich auch wird. Angebot und Nachfrage. Bis dahin sind diese Menschen auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Ticketkontrollen haben höchstens zur Folge, dass durch ein mögliches Bußgeld noch mehr Geld beschafft werden muss. Diesbezügliche Anzeigen bewirken nachvollziehbar bei den Personen in der Summe ihrer Straftatbestände keine Verhaltensänderung. Die Justiz wird diesem Delikt ohnehin längst nicht mehr Herr, weswegen Stimmen von SPD, LINKEN + FDP schon diesbezügliche Straffreiheit forderten.

    Ich persönlich bin der Überzeugung, dass die polizeilichen Einsätze der Präsenzkonzeption das grundlegende und wachsende Problem nicht lösen können.

    1. @Sandra L.

      Straffreiheit ?

      für was alles in unserer Täterschutzgesellschaft.

      Vielleicht einfach mal aufhören mit dem Hotel JVA.

      Vielleicht einfach Strafen die auch gespürt werden.

      Ja das ging schon los als im Hambacher Forst die Polizei sich mit Fäkalien bewerfen lassen musste.

      Ich würde dann auch an ihrer Stelle mich nicht beschweren wenn sie am Abend nach Hause kommen die Wohnung ist leer geräumt.
      Ist ja Straffreiheit für die Drogenkriminalität….

    2. @: auf der ihr zugewiesenen Fläche aufhalten _
      die Menschen sind frei und halten sich überall auf .. so u.a. an der Villa Zanders, ringsrum auch auf der Terrasse hinten, während der Öffnungszeiten, sehr einladend,
      oder/und im angrenzenden Park, Grünstreifen aller Art, zum verstecken und zum “Klo” .. eine Freude dort langzugehen – Ekel,
      Spielplatz direkt nebenan,
      ebenso in weiteren Teilen der Fußgängerzone, dort wird sich öffentlich entleert .. am Denkmal, mehrmals gesehen, alles am hellen Tage;

      da schauen wir Passanten uns an
      und staunen _
      stumm, Fremdscham
      schwer vorstellbar, dass dies den Kräften des Ordnungsamtes nicht auffallen kann, die doch dort täglich unterwegs sind.
      hier wird ja viel über Müll diskutiert, Sauberkeit, Verantwortung

      es ist unwürdig für alle!

    3. @Sandra “Da können wir noch froh sein, dass das Angebot der Substanzen in GL noch nicht ausreichend ist”

      Die Aussage verstehe ich nicht. Alkohol z. B. in 1 Liter Weinflaschen, Bier, Schnaps kann man überall und für kleinstes Geld bekommen. Da braucht es nicht zusätzlich eine besondere “Händlerszene”. Alkohol gibt es in jedem Lebensmittelgeschäft (Aldi, REWE usw.) zu Kaufen.

      Auch Alkohol ist eine Droge/Betäubungsmittel. “Es gibt keinen Unterschied zwischen Alkohol und dem, was man landläufig unter Drogen versteht, also Kokain, Heroin, Cannabis. Alkohol ist genau das auch: eine Droge.”

      https://www.gebo-med.de/news/detailansicht/alkohol-zerstoert-das-gehirn

      1. Im Netz ist so viel Platz, da kann jeder alles veröffentlichen. Man muss es aber nicht glauben. Die von Ihnen verlinkte Seite ist nicht ganz auf der Höhe der aktuellen Forschung (oder der zitierte Mediziner neigt zu groben Vereinfachungen).

      2. Klar, ist etwas verkürzt dargestellt, da hier jemand von dort berichtet, wo die Suchtkranken schlussendlich ALLE landen, nämlich in der Suchtklinik.

        Die Wege dorthin sind sicher sehr unterschiedlich und nicht jede(r) ist so einsichtig, dass er/Sie dort hilfesuchend anklopft.
        Ich möchte nicht Kind oder Ehegatte von jemandem sein, der/die ein Alkoholproblem (häusliche Gewalt, Geldprobleme etc.) hat.
        Ich finde, dass, solange Alkoholkonsum legal und gesellschaftlich akzeptiert möglich ist und dagegen NICHTS unternommen wird, sollte man die anderen “Suchtmittel” oder gar die “Süchtigen” auch nicht undifferenziert weiter verteufeln.

        Und, haben wir vielleicht die “unappetitliche Verschmutzung” der Bahnen, öff. Raum etc. nicht insbesondere denjenigen zu verdanken, die es infolge von übermäßigem Alkoholgenuss nicht mehr bis auf die nächste Toilette schaffen?

  3. Man müsste einfach die Bahn grundsätzlich kontrollieren.
    Ich bin in letzter Zeit kein einziges Mal von Köln nach BG mit der 1 gefahren ohne dass sich irgendwer in der Bahn eingenässt, eingekotet oder mit sich selbst diskutiert hat. Und von denen hatte ganz sicher niemand ein Ticket.

    1. @Katharina s

      Schönen guten Morgen,

      Genau die 1 von Bensberg nach Köln recht früh am Morgen echt lecker.

      Ich fahre schon Jahre sehr oft die 1 / 9 ….. noch nie einen Kontrolleur gesehen.

      Aber sie haben das Essen vergessen welches sich der ein oder andere zweimal durch den Kopf gehen lassen hat.

      Die KVB kümmert sich leider nicht.

      Schöne Fahrt in und mit der Straßenbahn.

  4. „Ein Teil der Drogenszene wurde dadurch in das gut erreichbare Bergisch Gladbach verdrängt.”

    Finde den Fehler :-D

    1. @Thomas
      An dem Satz bin ich auch hängengeblieben.

      Der erhöhte Polizeidruck am Neumarkt sorgt zwar dafür, dass die offene Drogenszene dort weniger sichtbar ist, verschwunden ist sie aber nicht aus Köln. In der Vergangenheit hat sich die Händlerszene dadurch eher in angrenzende Viertel oder andere Orte in Köln verlagert (oder Belgisches Viertel, Ebertplatz, etc…) . Ich halte es für unrealistisch, dass die Händlerszene deshalb nach Bergisch Gladbach ausweicht – dafür ist die Stadt zu weit entfernt und Köln bietet weiterhin genug attraktivere Orte für Konsument:innen, etwa rund um den Ebertplatz oder den Hauptbahnhof.

      Die Polizei hat aber tatsächlich Erfahrung mit solchen Verlagerungseffekten und redet ganz bewusst von Beschaffungskriminalität der Konsument:innen, denn der Drogenhandel bleibt nach wie vor in Köln und die Konsumenten suchen ruhiger Räume. Der konkrete Drogenhandel bleibt aber in Köln.

      Es bleibt die Frage, ob die aktuelle Strategie der Polizei in Köln langfristig zielführend ist und statistisch nichts bewirkt, außer einer Verlagerung in die Vororte.

      Jane van Well vom Sozialdienst Katholischer Männer kritisiert, dass vor allem auf Verdrängung und Druck statt auf Hilfe gesetzt werde. Sie fordert mehr niedrigschwellige Angebote wie Aufenthaltsräume, medizinische Versorgung und soziale Betreuung rund um den Neumarkt.

      Auch Die Linke Köln unterstützt ein größeres Suchthilfezentrum, etwa in der ehemaligen Kaufhof-Zentrale oder am Perlengraben.

      1. Hallo Herr Santillan, Ihr Beitrag betrifft größtenteils die Kölner Problematik. Bei uns in GL finden die Konsumenten einen legalen Aufenthaltsbereich, ärztliche Versorgung sowie die Möglichkeit zur Beschaffungskriminalität.

        Seit einigen Monaten (der Zeitpunkt deckt sich ungefähr mit der Cannabis-Legalisierung) ist der Crack-Konsum rapide angestiegen. Diese Droge lässt sich nicht substituieren und hier liegt die Gefahr der weiteren Entwicklung. Der Markt verändert sich gerade zunehmend sehr schnell und lässt sich mit den geltenden exekutiven und juristischen Mitteln nicht aufhalten. Das Angebot ist in GL da, aber nicht ausreichend. Naturgemäß bewegt es sich dort hin, wo der Bedarf ist.

        Nach geltendem Gesetz besteht das Recht auf Konsum. Dieser Umstand bringt Begleiterscheinungen mit sich.

    2. Fiel mir auch auf. Öffentliche Verkehrsmittel werden damit wohl kaum gemeint sein.

      1. Warum nicht? 20 Minuten vom Neumarkt bis ins Stadtgebiet dürften wohl als „gut erreichbar“ gelten.

      2. Das Problem ist vielleicht, dass die Alkis und Drogis, die hier zu einem eigentlich nur geplanten Kurzbesuch mit der S11 gestrandet sind, nicht mehr wegkönnen und nun hier festsitzen.