Der Strundetalweg ist nur halbherzig gesperrt. Trotz der deutlichen Warnungen sind hier immer wieder Spaziergänger unterwegs. Foto: Redaktion

Der Fuß- und Radweg vom Papiermuseum Richtung Herrenstrunden ist ebenso beliebt wie gefährlich: Immer wieder wird er von der Strunde unterspült, plötzlich öffnen sich tiefe Löcher. Daher hatte die Stadt den Weg vor einem Jahr erneut gesperrt. Im Frühjahr verlangte der Stadtrat, ihn spätestens bis zum Strundetalfest an diesem Wochenende provisorisch aufzufüllen – doch daraus wird nichts.

Der Strundetalweg verläuft nicht einfach durch das Tal entlang der Strunde. Sondern wird auf einem künstlichen Mühlendamm zwischen Strunde und diversen Seitenbächen geführt. Sie waren in Zeiten angelegt worden, als die Strunde noch zahlreiche Mühlen antrieb.

Das hat zwei Konsequenzen.

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Der Weg wird nach starken Regenfällen immer wieder unterspült. Teile der Befestigung brechen ab, im Weg öffnen sich plötzlich tiefe Löcher. Aufgrund dieser Gefahr hatte die Stadt den Weg im Herbst 2025 ein weiteres Mal zwischen zwischen Igeler Mühle und Eulenburg abgesperrt – und gemahnt, die Warnungen ernst zu nehmen.

Zum zweiten ist eine Reparatur der Schäden alles andere als trivial. Im April schlug die Verwaltung dem zuständigen Ausschuss drei Optionen zur Lösung vor

  • Variante 1 sei einfach und für 2500 Euro rasch umzusetzen: Der Weg wird aufgegeben und künftig ein Stückchen weiter nördlich auf einer am Hang liegenden Trasse geführt.
  • Variante 2 wäre Variante 1 plus eine gründliche Analyse und Wiederherstellung des Damms. Das würde in einem ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie erfordern, die alleine schon 25.000 Euro kostet.
  • Variante 3: der Weg wird gesperrt und mit weiteren Schritten abgewartet, bis mehr Geld zur Verfügung steht.

Die Verwaltung selbst plädierte sowohl für die pragmatische Variante 1 wie für die gründliche Variante 2 – und stieß damit im Ausschuss auf empörte Ablehnung. Der beliebte und kulturhistorisch bedeutende Weg dürfe nicht aufgegeben werden, kritisierten die Grünen. Aber auf keinen Fall noch eine teure Machbarkeitsstudie, sondern einfach mal machen.

Es könne doch nicht sein, dass man die Löcher nicht rasch zuschütten könne, ergänzte die CDU. Zur Not mit Hilfe von lokalen Bauunternehmern.

Vergebens argumentierten die Fachleute der Verwaltung, die sich zum Teil seit Jahrzehnten mit der Strunde beschäftigen, dagegen an. Klar könne man die Löcher flicken – aber ob das dann fünf Tage oder fünf Monate halte, sei Glücksache. Eine nachhaltige Ertüchtigung des Weges erfordere eine gründliche geologische Untersuchung der Bodenformation und umfangreiche Befestigungsmaßnahmen. Nur bei Volt/FWG stieß das auf Verständnis.

Dokumentation der Schäden. Fotos: Ratsinformationssystem, ADFC

Mit den Stimmen von CDU, Grünen, SPD und Volt/FWG beschloss der Ausschuss ein klares Sowohl-als-auch: Die Verwaltung wird beauftragt, den Weg spätestens zum Strundetalfest im September provisorisch zu flicken. Und gleichzeitig nach einer langfristigen Lösung zu suchen. Aber ohne teure Machbarkeitsstudie.

Danach geschah, von außen betrachtet, nichts.

Zeitfenster für Notmaßnahme verstrichen

Tatsächlich aber hatte sich die Verwaltung auf den Weg gemacht – und festgestellt, dass die vermeintlich einfache Lösung keine ist.

Die Verwaltung war davon ausgegangen, dass der Aufwand für Genehmigungen für eine provisorische Beseitigung gering sei – weil es ja um einen durch ein Naturereignis entstandenen Schaden geht. Das wäre aber allenfalls als Notmaßnahme direkt nach dem Eintreten des Schadens möglich gewesen – aber nicht, nachdem viele Monate verstrichen waren.

Daher muss die Stadt jetzt das reguläre Genehmigungsverfahren durchlaufen und eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der unteren Wasserbehörde einholen. Dafür müssen – weil der Weg in einem Landschaftsschutzgebiet und neben einem Naturschutzgebiet liegt – diverse Umweltbehörden beteiligt werden.

Für die Behebung des aktuellen und akuten Schadens müsse der Mühlengraben auf einer Länge von ca. 15 Meter abgedichtet werden. Das sei mit umfangreicheren Erdarbeiten verbunden. Eine solche Reparatur könne dann aber auch langfristig halten. Allerdings nur an dieser Stelle.

Trotz kooperativer Abstimmungen mit dem Kreis seien die Genehmigungen dafür aber nicht rechtzeitig erreicht worden. Ziel sei es jetzt, den Weg „im Herbst“ wieder für den Fuß- und Radverkehr zu öffnen.

Daher ist klar: zum Strundetalfest ist der Weg gesperrt.

Statt dessen könnten die Besucherinnen und Besucher die Autoverkehr-freie Straße nutzen, ergänzt die Stadt. Aber nur an diesem einen Tag.


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  1. Welchen Trampelpfad meinen Sie? Von der Hauptstraße kommt man nur über Privatgrundstü
    cke an die Stunde. Da kann ich verstehen,dass Anwohner oder Eigentümer das mit Zaun sperren. Was soll in-gl.de da tun?

    1. Falls die Antwort an mich gehen sollte: Ich meine offensichtlich denselben, wie Sie. Und ob der gesamte Weg dort ein Privatgrundstück ist, ist mir nicht bekannt. Ihnen schon? Und es ist ja schön, dass Sie die Anwohner verstehen können. Dann sind wir da eben unterschiedlicher Auffassung. Mir fehlt da das Verständnis.

      1. @Bastian,

        das Thema Zaun & Privatgrund gab es schon vor längerer Zeit bei dem Wald von Schloss Lerbach .

        Jeder darf kann muss seinen Privaten Grund Einfrieden.

      2. Darf man das so verstehen, das es Ihnen egal wäre, ob man über Ihr Grundstück laufen würde?
        Als Grundstückseigentümer stellt man sich natürlich die Frage, wer haftet bei einen Unfall ? Sie würden das tun?

      3. @Schildgen, dass hieße ja, das dort jemand seinen Garten bisher NICHT umzäunt hatte. Kann man sich das tatsächlich vorstellen? Ich nicht.

        Was ich mir wohl vorstellen kann, da ärgern sich evtl. welche, dass Leute dort an ihrem Gartenzaun “entlang” gehen.

        Lt. Bastian war dort immerhin vorher schon ein Trampelpfad (durch einen Garten?).

        Da könnte/sollte man wirklich mal nachschauen, ob dort (ein?) “Anlieger” übergriffig geworden ist.

  2. Erschwerend kommt jetzt noch hinzu, dass Anwohner den Trampelpfad, der unmittelbar hinter der Sperrung von der Hauptstraße wieder auf den Wanderweg führt, mit einen Zaun abgesperrt haben, so dass sämtliche Spaziergänger jetzt einen noch größeren Umweg in Kauf nehmen müssen. Vielleicht mag sich das Bürgerportal dieser Sache auch annehmen?

    1. Spannend, wie die Antworten unter dem falsch platzierten Beitrag alle an der Sache vorbeigehen. Dass es sich tatsächlich um Privateigentum ohne jegliches Wegerecht handelt, wird einfach unterstellt. Angesichts der örtlichen Verhältnisse darf man daran allerdings durchaus zweifeln.

      Mal abgesehen davon, dass es selbst in dem Fall nicht zwingend erscheint, den wahrscheinlich seit Jahrzehnten offenen Weg gerade jetzt abzusperren, wo er wirklich gebraucht wird.

  3. An anderer Stelle sind Rohre im Damm verlegt worden, die bei hohem Wasserstand das Wasser kontrolliert ableiten. Dies hätte man mit minimalem Aufwand sofort machen können. Dieses ignorante Verhalten der Verwaltung spiegelt die Situation in Deutschland und Bergisch Gladbach perfekt wieder.

    Lieber nichts machen, dann machen wir auch nichts falsch. Alleine die Tatsache, dass der Damm für das Strundefest repariert werden sollte ist eine Frechheit. Die vielen Bürger die den Weg täglich nutzen sind eine Reparatur nicht wert??? Oder wie darf ich das verstehen. Sinnvoll wäre: einfach mal machen und nicht nur quatschen. Der Schaden hätte für einen Bruchteil der Kosten dieses irrsinnigen Gutachtens in wenigen Tagen repariert werden können. Aber wenn nur Diletanten am Werk sind…… Das ist alles unfassbar.

    1. Welches Gutachten? Und wie hoch sind die Kosten dafür? Und welche Summe würden nun einem Bruchteil davon entsprechen?

      „Dieses ignorante Verhalten der Verwaltung spiegelt die Situation in Deutschland und Bergisch Gladbach perfekt wieder.“ – Die Situation in Deutschland spiegelt viel eher der Eindruck wider, dass sich jeder social-media-gestählte Bürger im Besitz einer höheren Wahrheit fühlt, die die Expertise von Fachleuten deutlich übersteigt.

      Das ist so ähnlich wie bei einer Fußball-WM, bei der plötzlich 40 Millionen selbsternannte Bundestrainer vor dem Fernseher sitzen – nur dass inzwischen jeder seine Eindrücke mit wenig Mühe weltweit verbreiten kann, egal ob sie in irgendeiner Weise relevant sind oder nicht.

      1. @Drucker: Gut getroffen. Und wenn erstmal fast die Hälfte der Wählerinnen und Wähler glaubt, Politik und Verwaltung seien dumm, faul und nur auf eigenen Vorteil bedacht, wird eine Partei gewählt, die behauptet, alles besser zu machen.

      2. Nicht zu vergessen: Eine Partei, in der kaum jemand nennenswerte Erfolge in einem öffentlichen Amt vorweisen kann oder in irgendeiner Weise sonderlich durch politische oder Verwaltungskompetenz aufgefallen wäre, ganz zu schweigen von der Fähigkeit, Verantwortung für das Allgemeinwohl zu tragen. Wie man Verwandten oder den Verwandten von Parteifreunden auf Staatskosten eine Beschäftigung verschafft, das wissen sie hingegen ganz genau.

      3. @Drucker: Trotzdem bleibt es in Summe dabei, dass die Aktivität der Verwaltung dabei besteht den Vorgang intern hin und her zu schieben. Sichtbare Ergebnisse für den Bürger (Ausbesserung) oder das Tempo auf der Talstraße auf 50 km/h zu reduzieren bleiben auf der Strecke. Das diese zu Ärger und Frust führt ist Nachvollziehbar.
        Ich persönlich habe kein gutes Gefühl dabei, wenn ich Kinder mit dem Rad auf den Dreckstreifen entlang der Straße fahren sehe, während die Autos mit 100 vorbeidonnern. Aber bei der Betrachtung des Falles sind natürlich viele Dienstvorschriften auseinander zu nehmen, statt eine angemessene Entscheidung zu treffen.

    2. @Herr Wehn
      “An anderer Stelle sind Rohre im Damm verlegt worden”
      Ehrlich, über soviel Dummheit kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

      Das Wissen um den Unterhalt des Mühlengrabens bzw. des Damms ist uns irgendwann abhandengekommen, klar.

      Woraus der Damm besteht (Lehmschicht?, Statik? ) und wie man ihn instandhält, das lehrt man heutzutage nicht mehr und eine Art schriftliche “Gebrauchsanweisung” gibt es sicherlich auch nicht.
      Aber man kann sich doch, wenn man erstmal überlegt, zusammenreimen, dass man dem Mühlengraben bzw. dem Damm, wenn man ihn denn intakt halten will wie früher, mit viel mehr Aufmerksamkeit und Pflegeaufwand hätte behandeln müssen.

      So könnte ich mir vorstellen, das man früher, als die Erhaltung der Funktion sehr wichtig war, der Mühlenbetreiber z.B. regelmässig Tier-Gänge oder andere Beschädigungen wasserseits penibelst mit Lehm repariert/verschlossen hat oder darauf geachtet hat, dass, auch wg. der Statik der Gesamtanlage, an manchen Stellen eben keine Bäume wachsen, usw.

      Also, wenn man früher tatsächlich bereits des öfteren den Damm “durchbrochen” hat, nur um hier Betonröhren zu verlegen, sehe ich noch schwärzer für seine Zukunft.

      1. Frau Ulla, das hört sich ja nach unglaublicher Raketenwissenschaft an, die heute kein Handwerker mehr beherrscht. Ich bleibe dabei. Es hätte sich mit wenig Aufwand frühzeitig reparieren lassen.

        Waren Sie überhaupt schon mal vor Ort. Es sind nirgends Betonrohre verbaut sondern Kunststoffrohre. Und oh Wunder, es funktioniert!!!

        Auch wenn ich mich wiederhole. Einfach mal machen wäre ein tolles Motto für die Leute die das zu entscheiden haben. Und für eine Machbarkeitsstudie für so etwas 25.000 € dem Bürger in Rechnung zu stellen ist ja wohl der Gipfel der Dummheit. Es erinnert mich irgendwie an Schilda. Nur dass hier der gesunde Menschenverstand mal mit Eimern ins Amt getragen werden müsste.

      2. Durchstochen ist durchstochen, egal was da velegt wurde und womit zugeschüttet. Ich kanns mir vorstellen, genau so wie Sie sagen, immer nach dem Motto “einfach mal machen” ohne groß nachzudenken (das ist keine Wissenschaft).

        Und natürlich kenne ich den Weg (den an der Strasse entlang übrigens auch).
        Nur sind mir diese Rohre nicht aufgefallen oder in Erinnerung geblieben.

        Übrigens bin ich für die Verlegung des Weges, weil der (aufwendig z.T. am Hang angelegte) Damm, der Jahrzehnte lang nicht gepflegt wurde, nun langsam an allen möglichen Stellen nachgibt und, wie jeder selbst feststellen kann, nicht “mal eben” repariert werden kann.

  4. Ich habe Verständnis dafür, dass die Sanierung eines historischen Damms eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Wenig nachvollziehbar ist jedoch, dass das Problem über Jahre hinweg nicht aktiv angegangen wird und stattdessen immer wieder vertagt wird.

    Warum wird der Vorgang erneut über Monate hinweg weitergereicht, obwohl im städtischen Bauhof sicherlich fachliche Kompetenz und praktische Erfahrung vorhanden sind? Zudem dürfte Bergisch Gladbach nicht die einzige Kommune in Deutschland sein, die einen historischen Damm unterhalten muss. Ein Austausch mit anderen Städten, Wegepflegevereine und Gemeinden könnte daher wertvolle Erkenntnisse liefern.

    Meine Erwartung ist, dass mit den vorhandenen Ressourcen zunächst eine fundierte Analyse erfolgt und anschließend konkrete Maßnahmen ergriffen werden. Nicht jede Herausforderung muss durch externe Gutachten, Machbarkeitsstudien und langwierige Prozesse begleitet werden. Statt immer neue Machbarkeitsstudien in Auftrag zu geben, sollte der Fokus stärker auf einer pragmatischen und zeitnahen Umsetzung liegen.

    1. Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen! Allerdings scheint in der Verwaltung ein ausreichender Sachverstand ebenso zu fehlen wie die erforderliche Hands-On-Mentalität. Wie kann es sein, dass eine Notreparatur nur unmittelbar nach dem Eintritt des Schadens durchgeführt werden kann und es danach besonderer Genehmigungsverfahren bedarf (der Strundwweg ist seit Anfang 2025 gesperrt) und trotzdem die Politik ein gutes Jahr später den Beschluss fast, den Weg zum Strundetalfest provisorisch zu reparieren? Und die Stadtverwaltung dann überrascht ist, dass erst Genehmigungen eingeholt werden müssen, die aufgrund der bekannten Bürokratie und Kleinteiligkeit dann nicht mehr zeitgerecht eingeholt werden können?

      1. “Wie kann es sein,….. trotzdem die Politik ein gutes Jahr später den Beschluss fast, den Weg zum Strundetalfest provisorisch zu reparieren?”
        Ich vermute, dass sich keiner den Schaden so wirklich angesehen hat. Das war wohl so eine Art “Ferndiagnose” dieser Beschluss.

    2. @Werner Kurz ,

      Die Frage ist ja auch wer sind die externen Gutachter & Ersteller der Machbarkeitsstudien ?

      Wer bekommt das Geld ?, ich kann mich gerade bei der CSU & CDU,ist aber nicht Lokalpolitisch gemeint, in der Maskenzeit erinnern wieviel Geld verschwunden ist.

      Eine Baufirma hier vor Ort die hier ihre Steuern zahlt, hätte das schon lange erledigt.

      1. “Eine Baufirma hier vor Ort die hier ihre Steuern zahlt, hätte das schon lange erledigt.”
        Wissen Sie eine? Ich meine jetzt eine, die nicht nur das kann:
        –>Betonröhren o.ä. verlegen
        –>mit Kies oder Bauschutt auffüllen
        –>fertig
        Diese Art, “Einbauten” ins Erdreich/an Gewässern einzubringen, muss man nachher oftmals teuer wieder renaturieren, weil ökologisch mehr Schaden angerichtet wurde als gut/gesund ist.

        Der Hochbau mag im Bereich der Ökologie schon weit fortgeschritten sein, aber in der Tiefbaubranche? Ich glaube, da muss man sich woanders umschauen, wenn das ordentlich werden soll.

      2. @ Herr Niederwipper “ich kann mich gerade bei der CSU & CDU …. in der Maskenzeit erinnern wieviel Geld verschwunden ist.”

        Nein, einfach “verschwunden” ist das Geld nicht. Das könnte man noch entschuldigen.

        Das ganze Steuergeld ist nach dem beliebten Motto “einfach mal machen”, ohne Hirn, Verstand, und Gewissen zu haben bzw. einzusetzen, schlicht und einfach verbraten worden.

        Tragisch ist, dass Politiker häufig einfach nicht auf Fachleute hören, die sich mit derartigen Dingen, Beschaffungen und auch kommenden sozialen und demografischen Problemen und vieles mehr, besser auskennen. Deren Einwände und Mahnungen werden alzuhäufig einfach und frech ignoriert.
        M.E. insbesondere immer dann, mal ganz böse gesagt, wenn sich eine günstige Gelegenheit bietet und die “Spürnase” die nicht verpassen möchte, sich selbst in Szene zu setzen.

  5. Es gab nicht nur einen politischen Beschluss, den Strundeweg zum Strundetalfest zu reparieren sondern auch klare und deutliche Zusagen der Stadtverwaltung gegenüber dem Strundetal e.V., der das Fest veranstaltet. Man sieht also, wie wenig man auf politische Beschlüsse und verbindliche Zusagen der Stadtverwaltung geben kann.

    Dass die Stadtverwaltung dem Bericht zufolge das Genehmigungsverfahren nicht kannte und unterschätze, belegt eindeutig die mangelnde Kompetenz der Stadtverwaltung. Es wird aber auch aufgezeigt, dass die Politik ihrer Aufsichtsfunktion nicht nachgekommen ist.

    So verkommt unsere Stadt leider immer mehr, was ja überall zu sehen ist. Und das liegt nicht immer an fehlenden finanziellen Mitteln sondern am Versagen und der fehlenden Kompetenz von Stadtverwaltung und Politik. In der freien Wirtschaft würde ein solches Agieren nicht ohne Konsequenzen bleiben.

    Es wäre wirklich wünschenswert, wenn Politik und Verwaltung mit demselben hohen Engagement arbeiten würden wie ein Strundetal e.V., der das Fest durch ein hohes ehrenamtliches Engagement der Vorstandsmitglieder alle 2 Jahre organisiert. Aber ich weiß, damit würde man Verwaltung und Politik überfordern.

    1. Also in meinen Augen wurde ein Strundetalfest einzig und alleine für Werbezwecke eines Bestattungsinstituts ins Leben gerufen. Der Verein kümmert sich, anders als auf deren Seite beschrieben, komischer Weise nur alle zwei Jahre um das Strundetal. Gleichwohl ist das Fest als solches natürlich ein schönes und auch sinnvolles Fest für die Allgemeinheit.

      1. Als Gründungsmitglied und langjähriges aktives Vorstandsmitglied des Strundetal e. V. kann ich nur sagen, dass Sie völlig falsch liegen mit Ihrer Aussage über die Tätigkeit des Vereins und seine Aktivitäten. Der Verein wurde gegründet um die Aktivitäten im Tal zu bündeln und die Gastronomen, andere Unternehmen, das Museum, Vereine, Kunst, Kultur, Kirche und andere am Tal Interessierte an einen Tisch zu bringen. Daraus ist das Strundetal-Fest als EINE der Aktivitäten entstanden. Das von Ihnen angesprochene Bestattungshaus ist nur einer von ca. 70 Akteuren beim Fest!! Im Wechsel mit dem Fest findet zweijährlich das Strundetal-Forum statt, bei dem Bürger mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Naturschutz usw. zu Themen wie Tourismus-Entwicklung, Verkehr, Wasser, Denkmalschutz usw. diskutierten. Ein anderes Thema für den Verein sind z. B. die Förderung von Kunst und Kultur (3 Bücher dazu sind veröffentlicht!), diverse Ausstellungen, die Geschichte des Tales (Stichwort u. A. Ctenurella Gladbachensis) usw. Und das alles mit 6 ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitgliedern.
        Also erst mal informieren unter http://www.strundetal.com!

      2. „die Geschichte des Tales (Stichwort u. A. Ctenurella Gladbachensis)“ – Autsch! Als dieser Fisch lebte (vor mehr als 360 Millionen Jahren), gab es das Tal nicht. Und prähistorische Species existierten nun mal, ehe von „Geschichte“ die Rede sein konnte. Die Entdeckung der Ctenurella-Fossilien, das wäre schon eher Geschichte.

      3. Wie der Verein seinem Vereinszweck insgesamt nachgeht, sei einmal dahingestellt. Fakt ist aber, dass der Verein mit einem außerordentlich hohen persönlichen Einsatz seiner Vorstandsmitglieder und sehr begrenzten finanziellen Mitteln alle 2 Jahre das schöne und sinnvolle Strundetalfest für die Allgemenheit auf die Beine stellt. Neben Pütz Roth präsentieren sich auch andere Anrainer Firmen und das ist vollkommen in Ordnung so, denn sie sind alle fester Bestandteil des Strundetals.

    2. Hallo Dirk Mertens,
      wann und von wer (welcher Fachbereich/welche Person) hat dem Strundetal e.V. eine klar und deutliche Zusage gegeben? Und in welcher Form?

      1. @Drucker. Ja, der Abdruck des Fisches ist uralt, zu dessen Lebzeit war hier noch Ufer und Meer und es gab noch keine Menschen und kein Strundetal. Gerade darum ist er weltweit ein seltenes Fundstück und gehört zu seinem Fundort (der lag nicht am Radweg, aber im Strundetal!) nach Bergisch Gladbach.

        Sie ziehen die Tätigkeit (Bemühungen) des Vereins dazu ins Lächerliche und wissen sicher ganz genau, wann, wie und mit wem der Strundetal e. V. versucht hat, dieses Fundstück von seinem derzeitigen Ausstellungsort zurückzuholen nach Bergisch Gladbach.

      2. Ich ziehe überhaupt nichts in Lächerliche, wie kommen Sie darauf – der Verein ist mir völlig gleichgültig. Nur die Verbindung zwischen Strundetal und Ctenurella ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Der Fundort lag vielleicht zufällig im Tal, geologisch und paläontologisch ist jedoch allein bedeutsam, dass der Fund im Bereich der Paffrather Kalkmulde erfolgte.

  6. Vielleicht gibt es doch eine Lösung, an der bisher noch kein Mensch gedacht hat…? Wie wäre es, einen “Dünenweg” anzulegen? Dünenwege sind Holzstege, welche auf tiefem sandigen Untergrund eine stabilen witterungsbeständigen Geweg bieten.

    Dazu werden in einem fest definierten Abstand paarweise senkrechte Löcher gebohrt. Darin Pfosten eingesetzt, welche 10 bis 15 cm heraus ragen . Darauf werden Längsbalken verlegt. Darauf wiederum quer zum Verlauf so etwas wie Terrassendielen. Mit einer Wegbreite von 80 – 100 cm sollte man auskommen.

    Es gibt sicherlich Unternehmen mit know-how aus dem Küstenbereich, welche ganz heiß auf solch einen Auftrag wären.

    Nun höre ich bereits auch die Bedenkenträger… Ja, tatsächlich wird auch solch ein Weg nicht wartungsfrei sein. Mit laufenden Kosten ist zu rechnen – wie bei jeder normalen Straße auch.
    Nur sollte es der Strundeweg wert sein. Wegen seiner Historie und wegen seines Erholungswertes und überhaupt wegen seiner Einzigartigkeit. MfG Dieter Richter

    1. Die Idee, die ganze (bisher) unterspülte Strecke zu überbrücken ist nicht schlecht.
      Aber Holzpfosten in den matschigen Untergrund zu schlagen? Das hält bestimmt nicht lange.
      Man weiß nicht mal zu 100%, ob der gefährliche Bereich nicht noch grössere Ausmaße annimmt bei kommenden Starkregen und alles wieder wegspült.

      Die Küstenstädte finanzieren diese Stege in den Dünen sicherlich über die Kurtaxe, die über die Touristen eingenommen werden. Die sind mit Sicherheit sehr aufwendig und teuer, auch die Wartung.
      Außerdem bräuchte “unser” Steg auch einen Handlauf, denn Holz ist in Tal-Lagen häufig feuchter und rutschiger als in den Dünen, wo im Wind alles schnell wieder abtrocknet. Wenn man ausrutscht oder daneben tritt, dann fällt man eben nicht in weichen Sand sondern hier besteht immerhin die Gefahr, in ein tiefes Loch oder ins Wasser zu fallen.
      Ich halte die Idee, den Weg ein für allemal zu verlegen, also weg vom Damm, für die Beste.

      1. #Ulla, vielen Dank fürs Mitdenken. Sicherlich ist auch hierfür ein gut durchdachte Konstruktion wichtig. Die Stabilität hängt davon ab, wieviel Pfostenlänge der Untergrund erlaubt. Das wäre zu prüfen. Es gibt holzähnliche Recyclingmaterialien, welche nicht nur verwitterungsstabil und rutschfest, sondern auch kostengünstig sind z.B. WPC. Es geht um eine Wegstrecke von 600 m. Nach meiner Einschätzung ist der Damm auf Dauer nicht auf herkömmliche Weise zu stabilisiercn. Kurtaxe ist ein schönes Stichwort. MfG Dieter Richter

  7. Zwei, drei Anmerkungen zur Sache:

    In der lokalen Politik gibt es keine Spitzenpolitiker mit Diäten. Die Mitglieder des Stadtrats arbeiten ehrenamtlich und erhalten (in der Regel) nur geringe Aufwandsentschädigungen.

    Der Strundtalweg ist kein normaler Waldweg, sondern ein historischer Damm, der den aktuellen Naturbedingungen nicht mehr standhält. Wie schwierig wenig nachhaltig eine provisorische Lösung und wie komplex eine nachhaltige Lösung ist, hatte die Verwaltung in ihrer Vorlage erläutert – hier der direkte Link dazu:

    https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=35354

  8. Machbarkeitsstudie & die Diäten von unseren Spitzen Politikern.

    Da möchte ich Nichts Nichts zu schreiben.

    Gehört zum Politikversagen der letzten 20 Jahre.

    Ach ja, Wohnraum für alte Menschen und Behinderte… die bezahlbar sind…

    Ja ja, Studie..

  9. Ein schönes Beispiel, weshalb ich persönlich ein mittlerweile großes Problem mit der Politik auf kommunaler und auch Bundesebene habe: Anstatt auf Fachleute zu hören, Themen pragmatisch, gemeinsam im Sinne von uns Bürgern zu entscheiden und umzusetzen (so arbeiten wir zumindest seit 35 Jahren in der Industrie- wenn es anders wäre, hätten wir keine Industrie mehr), wird diskutiert, lamentiert und nichts entschieden- und wenn dann entschieden wird ist oftmals zu spät oder nur mit hohen Kosten umzusetzen.

    Das alles unter Missachtung der Wünsche des Souveräns und Arbeitgebers, nämlich uns.

    Passieren tut nichts, es wird Zeit und Geld verschwendet (auch unendliche Diskussionen kosten Geld). Ich habe ein großes Verständnis für all diejenigen, die den etablierten Parteien den Rücken kehren- viele biegen leider in die falsche Richtung ab, die Schuld dafür sehe ich zu einem sehr großen Teil bei den etablierten Parteien, die es leider immer noch nicht begriffen haben.

    1. „im Sinne von uns Bürgern zu entscheiden“, „unter Missachtung der Wünsche des Souveräns“ – Und Sie wissen, was im Sinne der Bürger ist bzw. was der Souverän wünscht? Fragen Sie ihn doch mal stichprobenartig. Allein zu den drei oben genannten Alternativen werden Sie ein paar Dutzend Meinungen hören.

      „die Schuld dafür sehe ich zu einem sehr großen Teil bei den etablierten Parteien“ – Seit wann haben die etablierten Parteien die Möglichkeit, den Rechtsabbiegern mehr Hirn in den Kopf zu blasen?

    2. Sie beschreiben sehr gut ein allgemeines Problem. Es erscheint immer mehr so, dass der Bürger “der Politik” ziemlich egal ist – es geht um irgendwelche “höheren Interessen”, die dem Bürger aber nicht deutlich werden.

      Es ist für einen”normal denkenden” Bürger vieles nicht zu verstehen – dass ein Weg, der über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte existiert, vor einigen Jahren für viel Geld saniert wurde, nun nicht in einem kleinen Stück in kurzer Zeit sondern erst nach Jahren !!! wieder repariert werden und begangen werden kann.

      Es handelt sich um einen Fuß- und Radweg und nicht um eine Straße mit Schwerlastverkehr! Nein, das dauert einige Jahre und erinnert in Gladbach stark an den Neubau des Supermarktes in Herkenrath, der seit ca. 14 Jahren mit immer neuen Argumenten von der Stadt behindert wird und den großen Stadtteil ohne nahe Lebensmittelversorgung lässt, besonders ältere Menschen und die ohne Auto. Auch das lässt für Gladbach den Schluss zu “die Bürger sind detr Verwaltung und Politik unwichtig”.

  10. Hallo zusammen,

    das Strundetalfest ist bereits an diesem Wochenende, 6. September, nicht Mitte September.

    Es wird schön und gibt wieder vieles zu entdecken!

    Mehr infos unter:

    http://www.strundetal.com

    Herzliche Grüße

    David Roth