Wann wird der Strundetalweg endlich repariert? Wie können große Bäume effektiver geschützt werden? Was kann gegen freilaufende Hunde im Wald unternommen werden? Wir fassen die wichtigsten Debatten und Beschlüsse des Ausschuss für Infrastruktur, Umwelt, Sicherheit und Ordnung (AIUSO) zusammen.

Der erneut gesperrte Strundetalweg soll so rasch wie möglich provisorisch geschlossen werden und spätestens zum Strundetalfest im Herbst wieder zur Verfügung stehen, beschloss der Ausschuss mit großer Mehrheit auf Antrag der Grünen. Dagegen stimmten nur AfD und Bürgerpartei. In einem zweiten Schritt soll die Verwaltung untersuchen lassen, wie der Mühlendamm langfristig gesichert werden kann. Dafür werden bis zu 25.000 Euro veranschlagt, die Reparatur vorweg soll mit eigenem Personal ohne zusätzliche Kosten erledigt werden.

Die Verwaltung hatte im Vorfeld drei verschiedene Varianten für die Lösung des Problems erarbeitet und dem Ausschuss vorgelegt. Sie erklärte in der Debatte, dass der Damm immer wieder unterspült werde und plötzlich tiefe Löcher entstünden; die Absperrung sollte daher ernst genommen werden. Ratsinfosystem, Hintergrund

Mit dem Antrag, die Baumschutzsatzung durch eine Baummehrungssatzung zu ersetzen, ist die CDU im AIUSO bei Stimmengleichheit gescheitert. Die aktuelle „repressive“ Satzung, so die CDU, führe dazu, dass Bäume vorsorglich gefällt würden, bevor sie so groß werden, dass sie erfasst werden. Besser sei es, auf die Genehmigungspflicht zu verzichten, Kompensation zu verlangen und den Bürgern zu vertrauen.

Grüne und SPD hielten dagegen, dass die Satzung derzeit ohnehin überarbeitet werde. Dafür solle man der Stadtverwaltung nun noch etwas Zeit lassen und dann auf Basis ihres Vorschlags entscheiden.

Laut Verwaltung werden Anträge im Rahmen der Baumschutzsatzung innerhalb von vier Wochen bearbeitet und in aller Regel genehmigt. Ratsinfosystem, Hintergrund

Zum Schutz des Wildes soll die Verwaltung beim Landesbetrieb Forst & Wald und beim Kreis darauf hinwirken, dass die Leinenpflicht für Hunde v.a. im Diepeschrather und Nussbaumer Wald besser durchgesetzt wird, beschloss der AIUSO auf Antrag der CDU. Sie reagiere mit dem Antrag auf Berichte von Jägern über wildernde Hunde und verletzte Tiere gerade in den genannten Wäldern.

Die Forderung nach Einrichtung einer Hundeslaufzone am Kombibad wurde im Lauf der Diskussion zurückgezogen. Die Verwaltung verwies darauf, für Kontrollen nicht zuständig zu sein und für weitere konsumtive Ausgaben kein Geld zu haben. Ratsinfosystem

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ist ja schön, dass der Strunderadweg bis zum Fest im September wieder nutzbar sein soll.
    Aber wäre es nicht langsam an der Zeit, “Nägel mit Köpfen” zu machen und eine grundsätzliche Ertüchtigung in Angriff zu nehmen? Ja, das kostet Geld – aber es ist immerhin die wichtigste Fuß- und Radverkehrsverbindung nach Herrenstrunden (und weiter Richtung Spitze, Kürten), um nicht zu sagen die einzige. Nebenbei könnte es auch den Strundepark (Geschäftszentrum) an die Innenstadt anbinden.

  2. Bei Anwohnern und Besuchern gibt es Irritationen, welcher Weg im Strundetal an der Strunde entlang repariert werden soll. Es handelt sich nicht um den Weg zwischen Strunde und Straße, der viele Schlaglöcher und bei jedem Regenguss dicke Pfützen aufweist, sondern um den Weg, der als “Radweg entlang der Strunde” im Rahmen der Regionale 2010 von Köln zur Quelle der Strunde erstellt wurde und der von der Straße aus hinter der Strunde im Wald liegt. Hier ist eine Brücke über die Strunde unterspült und teilweise zerstört worden. Dieser Weg durch den Wald ist ein sehr beliebter Spazierweg und derzeit teilweise gesperrt.

  3. Also haben SPD/ Grüne einen Antrag der CDU nur mit Stimmen der AFD verhindern können und haben dies dann gemacht?

    Das geht gar nicht!

  4. Irgendwie überkommt mich das klammheimliche Gefühl, dass zähes Ringen um eine nachhaltige Sanierung des Mühlengrabens tatsächlich nicht nur eine kleine regionale Lösung hervor gebracht hat, sondern für die Naturarena Bergisches Land sogar echte Zukunftsmöglichkeiten bei ähnlichen Projekten eröffnet.
    Qualifizierte Umsetzung braucht nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Den Zeitrahmen halte ich für vertretbar, ist hier doch kein Schnellschuss wie bei Straßenreparaturen angedacht.
    Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass die Deligierten von AfD und Bürgerpartei, wenn sie sich zutrauen, den Mühlenweg nach der Sanierung selber einmal zu erwandern, danach zu dem Schluss kommen, dass es etwas Positives mit sich bringt, auch einmal überstimmt zu worden zu sein ;O)
    Ist “gelebtes Leben” denn nicht immer minimal überzeugender als die wichtigste Ideologie… ?
    MfG Dieter Richter, Bergisch Gladbach

  5. Jetzt soll also Wald und Forst auf das einhalten der Leinenpflicht achten. Vor allem im Diepeschrather und im Nußbaumer Wald. Warum den nicht in allen Wäldern im Stadtgebiet? Anscheinend nur da wo aktive CDUler wohnen. Das kennen wir schon.
    Martin Freitag, FWG

    1. Mal darüber nachgedacht das man hier auf die Berichte der Jäger reagiert, welche sich auf nur auf diese Wälder beziehen ?

      S. Drögger , WTF

  6. Kurze Frage an die Redaktion:
    Wie genau sah die Stimmverteilung beim Antrag der CDU bzgl. Baumschutzsatzung aus ?
    Die Stimmen von Grünen und SPD alleine werden nach Adam Riese und Eva Klein nicht ausreichend gewesen sein.
    die haben doch nicht etwa….nein das würden die nie tun… oder doch…….?

    1. Die Afd hat mit SPD/Grüne gestimmt, ich weiss aber nicht ob diese Stimmem für das Scheitern des Antrags der CDU nötig waren.
      Ich hoffe nicht, ansonsten würden wir hier von einer klassichen Doppelmoral sprechen…was mich ziemlich enttäuschen würde.
      @Liebe Redaktiom: könnt ihr etwas Licht ins Dunkel bringen.

      Beste Grüße aus Gronau
      K. Lemke

    2. Für den Antrag der CDU haben die CDU und die Bürgerpartei gestimmt dagegen waren die SPD, Grüne und AfD. Mit einem Patt von 10 zu 10 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

      SPD und Grüne stimmten dagegen, weil sie die Baumschutzsatzung schützen wollten.

      Die AfD, weil sie eine Baumschutzsatzung und damit auch eine Baummehrungssatzung grundsätzlich für überflüssig halten.

      1. Fakt ist, ohne Afd Stimmen wäre es nicht nach Vorstellung der Grüne/SPD gelaufen!…hier ist es also ok die Stimmen der Afd zu nutzen ? Ich finde es sehr schade das sie @Redaktion hier versuchen zu relativieren, bleiben sie bitte bei ihrem stets zuverlässigem und obkektiven Journalismus wie ich ihn kenne und schätze.

      2. Wir relativeren nicht, sondern liefern den Kontext, der notwendig ist, um die Situation bewerten zu können.

    3. Das ist eine relevante Frage angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Rat und den Ausschüssen. Grundsätzlich sollte aus demokratischer Perspektive gelten, dass keine Anträge gestellt werden sollten, die nur mit den Stimmen der AfD eine Mehrheit bekommen würden. Wie realistisch das bei allen Abstimmungen in den Ausschüssen ist, kann ich nicht beurteilen.

      Ich sehe hier aber zwei gravierende Unterschieden zum Vorgehen der CDU vor ein paar Wochen:

      1. Ging es da um den Haushalt, die wichtigste Abstimmung überhaupt im Jahr mit den weitreichendsten Folgen.

      2. Ging es hier darum, dass ein Antrag abgelehnt wurde. Die CDU wollte eine bestehende Rechtslage verändern und hat dafür keine demokratische Mehrheit gefunden.

      1. Punkt 2 ist für mich der entscheidene Unterschied in diesem Fall. Man kann ja einem Antrag nicht zustimmen, nur weil die AfD dagegen stimmt.

        Allgemein könnte man noch anführen:
        3. Bei der Bekämpfung der AfD kommt der CDU eine Sonderrolle zu

  7. Zum Thema Baumschutzsatzung: Als diese einst aus Kostengründen verschwand, befürchtete man ein Kettensägenmassaker, welches auf Grund vernünftiger Bürger völlig ausblieb. Diese Satzung gängelt Eigentümer und schränkt diese ein. Zudem kostet sie den Steuerzahler viel Geld. Aus meiner Sicht wäre das Einstampfen der Satzung ein sofort spürbarer Bürokratieabbau und ein Kostengewinn für alle Bürger dieser Stadt. Denkt noch mal in Ruhe darüber nach…

  8. Provisorisch geschlossen werden? Wie lange hält das, bis zum nächsten Starkregen? Macht doch mal eine Sache von Anfang an richtig.

      1. Herr Maier, bedenken Sie doch bitte, dass, wenn man diese Art von “Dauerbaustellen” nicht richtig/von Grund auf angeht sondern sie alle paar Monate/Jahre nur behelfsmäßig flickt, uns dies in Summe viel teurer zu stehen kommt.
        Und, klugerweise, sollte man sich dabei von Unternehmen (natürlich für Geld) fachlich beraten lassen, die bereits viel Erfahrung bei ähnlichen Dingen/Baustellen stellen angesammelt haben.

        Solches Vorgehen wird uns insgesamt viel weniger kosten.
        Außerdem fördert man damit gleichzeitig die Wirtschaft.

      2. Hallo Ulla, ich gebe Ihnen da vollkommen recht. Fachleute sollten einbezogen werden und dürfen auch Geld kosten. Und ja, lieber einmal richtig als dreimal halb.

        Dennoch habe ich bei Bau- oder Instandsetzungsprojekten oft das (subjektive) Gefühl, dass der Planungsprozess und die Umsetzung nicht im richtigen Verhältnis zueinander stehen oder zumindest effektiver sein könnten. Ohne zu diskreditieren, geht es hierbei doch um einen befestigten Weg. Eventuell bin ich da aber auch zu oberflächlich in meiner Wahrnehmung nach dem Motto: “Machen ist wie wollen, nur krasser”

      3. Hallo Herr Maier, „Gefühl, dass der Planungsprozess und die Umsetzung nicht im richtigen Verhältnis zueinander stehen oder zumindest effektiver sein könnten”

        Ob das “Verhältnis” gefühlt stimmt, kann man doch erst wissen, wenn die Umsetzung erfolgt ist bzw. was Ihnen persönlich dieser vielgenutzte Wanderweg Wert ist.
        Wer diesen Weg überhaupt nicht als Naherholungsgebiet schätzt oder nutzt, dem wird das, naturgemäß, sowieso alles zu teuer weil egal sein.

        Dieser neben dem Weg verlaufende Bach hat nun mehrmals wieder den Weg unterspült, obwohl mehrmals vergeblich versucht wurde, ihn in sein Bachbett zurückzuzwingen.

        Vergleichbar mit einem faulenden Zahn, dem man bisher “nur” mit Tinktürchen bislang auch nicht helfen/retten konnte, muss man mit diesem Problem Weg/Bach auch endlich mal zum teureren Zahnarzt, wenn man den Weg nicht aufgeben will.

    1. Genau das wurde ja beschlossen: den Weg ohne große Kosten rasch wieder nutzbar machen und gleichzeitig etwas Geld in die Hand nehmen, um die Basis für eine dauerhafte Lösung zu legen.

      1. bis zum nächsten Strundetalfest
        welch überraschende Bewegung und die Thematik so neu
        das Murmeltier ..