Der Strundetalweg ist nur halbherzig gesperrt. Trotz der deutlichen Warnungen sind hier immer wieder Spaziergänger unterwegs. Foto: Redaktion

Der Fuß- und Radweg vom Papiermuseum Richtung Herrenstrunden ist ebenso beliebt wie gefährlich: Immer wieder wird er von der Strunde unterspült, plötzlich öffnen sich tiefe Löcher. Daher hatte die Stadt den Weg vor einem Jahr erneut gesperrt. Im Frühjahr verlangte der Stadtrat, ihn spätestens bis zum Strundetalfest an diesem Wochenende provisorisch aufzufüllen – doch daraus wird nichts.

Der Strundetalweg verläuft nicht einfach durch das Tal entlang der Strunde. Sondern wird auf einem künstlichen Mühlendamm zwischen Strunde und diversen Seitenbächen geführt. Sie waren in Zeiten angelegt worden, als die Strunde noch zahlreiche Mühlen antrieb.

Das hat zwei Konsequenzen.

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Der Weg wird nach starken Regenfällen immer wieder unterspült. Teile der Befestigung brechen ab, im Weg öffnen sich plötzlich tiefe Löcher. Aufgrund dieser Gefahr hatte die Stadt den Weg im Herbst 2025 ein weiteres Mal zwischen zwischen Igeler Mühle und Eulenburg abgesperrt – und gemahnt, die Warnungen ernst zu nehmen.

Zum zweiten ist eine Reparatur der Schäden alles andere als trivial. Im April schlug die Verwaltung dem zuständigen Ausschuss drei Optionen zur Lösung vor

  • Variante 1 sei einfach und für 2500 Euro rasch umzusetzen: Der Weg wird aufgegeben und künftig ein Stückchen weiter nördlich auf einer am Hang liegenden Trasse geführt.
  • Variante 2 wäre Variante 1 plus eine gründliche Analyse und Wiederherstellung des Damms. Das würde in einem ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie erfordern, die alleine schon 25.000 Euro kostet.
  • Variante 3: der Weg wird gesperrt und mit weiteren Schritten abgewartet, bis mehr Geld zur Verfügung steht.

Die Verwaltung selbst plädierte sowohl für die pragmatische Variante 1 wie für die gründliche Variante 2 – und stieß damit im Ausschuss auf empörte Ablehnung. Der beliebte und kulturhistorisch bedeutende Weg dürfe nicht aufgegeben werden, kritisierten die Grünen. Aber auf keinen Fall noch eine teure Machbarkeitsstudie, sondern einfach mal machen.

Es könne doch nicht sein, dass man die Löcher nicht rasch zuschütten könne, ergänzte die CDU. Zur Not mit Hilfe von lokalen Bauunternehmern.

Vergebens argumentierten die Fachleute der Verwaltung, die sich zum Teil seit Jahrzehnten mit der Strunde beschäftigen, dagegen an. Klar könne man die Löcher flicken – aber ob das dann fünf Tage oder fünf Monate halte, sei Glücksache. Eine nachhaltige Ertüchtigung des Weges erfordere eine gründliche geologische Untersuchung der Bodenformation und umfangreiche Befestigungsmaßnahmen. Nur bei Volt/FWG stieß das auf Verständnis.

Dokumentation der Schäden. Fotos: Ratsinformationssystem, ADFC

Mit den Stimmen von CDU, Grünen, SPD und Volt/FWG beschloss der Ausschuss ein klares Sowohl-als-auch: Die Verwaltung wird beauftragt, den Weg spätestens zum Strundetalfest im September provisorisch zu flicken. Und gleichzeitig nach einer langfristigen Lösung zu suchen. Aber ohne teure Machbarkeitsstudie.

Danach geschah, von außen betrachtet, nichts.

Zeitfenster für Notmaßnahme verstrichen

Tatsächlich aber hatte sich die Verwaltung auf den Weg gemacht – und festgestellt, dass die vermeintlich einfache Lösung keine ist.

Die Verwaltung war davon ausgegangen, dass der Aufwand für Genehmigungen für eine provisorische Beseitigung gering sei – weil es ja um einen durch ein Naturereignis entstandenen Schaden geht. Das wäre aber allenfalls als Notmaßnahme direkt nach dem Eintreten des Schadens möglich gewesen – aber nicht, nachdem viele Monate verstrichen waren.

Daher muss die Stadt jetzt das reguläre Genehmigungsverfahren durchlaufen und eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der unteren Wasserbehörde einholen. Dafür müssen – weil der Weg in einem Landschaftsschutzgebiet und neben einem Naturschutzgebiet liegt – diverse Umweltbehörden beteiligt werden.

Für die Behebung des aktuellen und akuten Schadens müsse der Mühlengraben auf einer Länge von ca. 15 Meter abgedichtet werden. Das sei mit umfangreicheren Erdarbeiten verbunden. Eine solche Reparatur könne dann aber auch langfristig halten. Allerdings nur an dieser Stelle.

Trotz kooperativer Abstimmungen mit dem Kreis seien die Genehmigungen dafür aber nicht rechtzeitig erreicht worden. Ziel sei es jetzt, den Weg „im Herbst“ wieder für den Fuß- und Radverkehr zu öffnen.

Daher ist klar: zum Strundetalfest ist der Weg gesperrt.

Statt dessen könnten die Besucherinnen und Besucher die Autoverkehr-freie Straße nutzen, ergänzt die Stadt. Aber nur an diesem einen Tag.

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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Machbarkeitsstudie & die Diäten von unseren Spitzen Politikern.

    Da möchte ich Nichts Nichts zu schreiben.

    Gehört zum Politikversagen der letzten 20 Jahre.

    Ach ja, Wohnraum für alte Menschen und Behinderte… die bezahlbar sind…

    Ja ja, Studie..

  2. Ein schönes Beispiel, weshalb ich persönlich ein mittlerweile großes Problem mit der Politik auf kommunaler und auch Bundesebene habe: Anstatt auf Fachleute zu hören, Themen pragmatisch, gemeinsam im Sinne von uns Bürgern zu entscheiden und umzusetzen (so arbeiten wir zumindest seit 35 Jahren in der Industrie- wenn es anders wäre, hätten wir keine Industrie mehr), wird diskutiert, lamentiert und nichts entschieden- und wenn dann entschieden wird ist oftmals zu spät oder nur mit hohen Kosten umzusetzen. Das alles unter Missachtung der Wünsche des Souveräns und Arbeitgebers, nämlich uns. Passieren tut nichts, es wird Zeit und Geld verschwendet (auch unendliche Diskussionen kosten Geld). Ich habe ein großes Verständnis für all diejenigen, die den etablierten Parteien den Rücken kehren- viele biegen leider in die falsche Richtung ab, die Schuld dafür sehe ich zu einem sehr großen Teil bei den etablierten Parteien, die es leider immer noch nicht begriffen haben.

    1. „im Sinne von uns Bürgern zu entscheiden“, „unter Missachtung der Wünsche des Souveräns“ – Und Sie wissen, was im Sinne der Bürger ist bzw. was der Souverän wünscht? Fragen Sie ihn doch mal stichprobenartig. Allein zu den drei oben genannten Alternativen werden Sie ein paar Dutzend Meinungen hören.

      „die Schuld dafür sehe ich zu einem sehr großen Teil bei den etablierten Parteien“ – Seit wann haben die etablierten Parteien die Möglichkeit, den Rechtsabbiegern mehr Hirn in den Kopf zu blasen?

    2. Sie beschreiben sehr gut ein allgemeines Problem. Es erscheint immer mehr so, dass der Bürger “der Politik” ziemlich egal ist – es geht um irgendwelche “höheren Interessen”, die dem Bürger aber nicht deutlich werden.
      Es ist für einen”normal denkenden” Bürger vieles nicht zu verstehen – dass ein Weg, der über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte existiert, vor einigen Jahren für viel Geld saniert wurde, nun nicht in einem kleinen Stück in kurzer Zeit sondern erst nach Jahren !!! wieder repariert werden und begangen werden kann. Es handelt sich um einen Fuß- und Radweg und nicht um eine Straße mit Schwerlastverkehr! Nein, das dauert einige Jahre und erinnert in Gladbach stark an den Neubau des Supermarktes in Herkenrath, der seit ca. 14 Jahren mit immer neuen Argumenten von der Stadt behindert wird und den großen Stadtteil ohne nahe Lebensmittelversorgung lässt, besonders ältere Menschen und die ohne Auto. Auch das lässt für Gladbach den Schluss zu “die Bürger sind detr Verwaltung und Politik unwichtig”.

  3. Hallo zusammen,

    das Strundetalfest ist bereits an diesem Wochenende, 6. September, nicht Mitte September.

    Es wird schön und gibt wieder vieles zu entdecken!

    Mehr infos unter:

    http://www.strundetal.com

    Herzliche Grüße

    David Roth