Wie lässt sich Künstliche Intelligenz in Unternehmen sicher, wirtschaftlich und verantwortungsvoll einsetzen? Beim gemeinsamen Tag der Forschung der Rheinischen Hochschule Köln und der FHDW Bergisch Gladbach standen die Möglichkeiten der Technologie ebenso im Mittelpunkt wie ihre Grenzen, ihr Ressourcenverbrauch und die notwendige Kontrolle durch den Menschen.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der FHDW.

Die Global Player der KI-Branche treten gerade mächtig auf die Bremse bei der Weiterentwicklung ihrer Modelle. Die Sorge vor zu viel Eigenständigkeit von Künstlicher Intelligenz wächst. Beim Tag der Forschung, die die Rheinische Hochschule in Köln und die FHDW Bergisch Gladbach gemeinsam veranstalteten, ging es genau um das: Die Frage, wie sich die Technologie in Unternehmen sicher, ökonomisch und ethisch vertretbar einsetzen lässt.

+ Anzeige +

OpenAI hat gerade erst den geplanten Börsengang wegen Sicherheitsbedenken für 2026 abgesagt, beim KI-Giganten Anthropic überlegt man, die Entwicklung besonders leistungsfähiger Systeme für ein bis zwei Jahre zu verlangsamen. Das zeigt, wie groß inzwischen die Befürchtungen beim Umgang mit KI sind. Der Einsatz der Technologien für Unternehmen wird immer bedeutender und damit auch die Frage nach ihrer Kontrolle, aber auch danach, wie man KI gleichzeitig ökonomisch sinnvoll sowie ressourcenschonend einsetzen kann.

In der Forschung ist das nicht erst seit den letzten Meldungen der Tech-Giganten zu möglichen Risiken ein Thema. „Wir wollen KI nicht nur feiern, sondern auch hinter die KI schauen“, sagt Prof. Dr. Susanne Rosenthal. Sie ist Studiengangsleiterin für den Fachbereich Informatik und Vizepräsidentin für Forschung und Transfer an der Rheinischen Hochschule Köln.

Die hatte gemeinsam mit der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach (FHDW) am Tag der Forschung zum Vortrags-, Präsentations- und Diskussionstag mit dem Titel „KI-Ansätze der Zukunft“ eingeladen. Die Veranstaltung, die jährlich im September stattfindet, bringt Forschung zusammen mit interessierten Unternehmerinnen und Unternehmen.

Neben Vorträgen und Diskussionen gab es auch Präsentationen möglicher Anwendungsbereiche. Studierende der FHDW Bergisch Gladbach zeigten ein KI Modell, das aufgrund von Pegelstands- und Wetterdaten zuverlässige Hochwasserprognosen erstellen kann.

„Wir schauen hier aber auch, welche Methodik dahintersteht, wo es welche Grenzen gibt und wie wir diesen Grenzen methodisch begegnen können“, so Rosenthal.

„KI ist ein Werkzeug“, sagt zum Beispiel Prof. Dr. Wilhelm Nüßer. Der Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Transfer der FHDW warnt: „Man sollte niemals ein Werkzeug mit dem Ziel einer Lösung verwechseln.“

Nüßer geht es neben der technischen Leistungsfähigkeit von KI-Modellen vor allem um deren Kontrolle durch den Menschen: „KI braucht den Menschen. Aktuelle KI hat prinzipbedingt kein Wissen um die Welt, kein eigenes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge und keine ethischen Beweggründe.“

Und das steht den Interessen der Unternehmen, die KI nutzen, entgegen: „Wenn man KI frei laufen lässt, kommen Systeme heraus, die weder wirtschaftlich, ökologisch noch human agieren.“

Nüßer stellt auch zur Diskussion, was man mit fehlerhaften Ergebnissen macht. Denn die gibt es natürlich. „Wir haben häufig Situationen, bei denen die KI-Lösungen zu einer Qualität von nur 85 Prozent kommen. Die Frage ist, was ist mit den restlichen 15 Prozent, die sicher falsch sind? Kann ich diese 15 Prozent wirtschaftlich und ethisch akzeptieren? Das ist eine Bewertungsfrage, die man nicht mehr technisch lösen kann.“

Auch der enorm gestiegene Ressourcenverbrauch, die damit verbundenen ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkte waren bei der Diskussionsrunde mit Rosenthal und Nüßer ein Thema: „Eine der großen Herausforderungen sind die steigenden Datenmengen und die damit verbundenen hohen Rechenaufwände der Modelle“, erklärt Rosenthal. „Da müssen wir Reduktionen vornehmen, weil wir sonst in ein ökologisches und ökonomisches Problem kommen. Entweder müssen wir die Energieproduktion hochfahren oder die Modelle kleiner machen.“

Nüßer sieht den aktuellen Stand in der wissenschaftlichen Diskussion so: „Es geht darum, die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz zu nutzen, aber gleichzeitig ihre Grenzen zu verstehen und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.“

FHDW Fachhochschule der Wirtschaft in 51465 Bergisch Gladbach, Hauptstr. 2, Mail info-bg@fhdw.de, im Web http://www.fhdw.de/

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.