Große Bäume kühlen: Ein Beispiel dafür ist die rund 150 Jahre alte Silberlinde an der oberen Hauptstraße, die RBN und BGV gerne als Naturdenkmal ausweisen möchten. Foto: RBN

Grünflächen bewahren und ausweiten, alte Bäume bewahren und pflegen, artenreiche Gärten mit Hecken statt Schotter und Zäunen: Angesichts der Hitzewelle und des Klimawandels setzt sich der Rheinisch-Bergische Naturschutzverein für Grünflächen in der Innenstadt und bebauten Gebieten ein.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins (RBN)

Die Hitzetage der letzten Woche haben ein weiteres Mal verdeutlicht: Unter Bäumen lässt es sich besser aushalten, im innerstädtischen Bereich, im eigenen Garten, auf Friedhöfen, in Parks und natürlich im Wald. Was nichts anderes heißt: Davon muss es mehr geben. Bäume in den bebauten Bereich – das muss die Devise sein!

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Selbst wenn die aktuelle Hitzewelle in Bergisch Gladbach und Umgebung ihren Höhepunkt überschritten hat – die nächste Hitzewelle wird genauso kommen wie das nächste Starkregenereignis. Der Klimawandel ist endgültig angekommen, und selbst wenn es immer wieder Wettereignisse gibt, die uns aus vergangenen Zeiten besser weil gewohnt vorkommen: Sie werden zukünftig immer weniger zu verzeichnen sein, die Extreme werden unseren Alltag beherrschen. 

Bäume haben kühlende Funktion

Und deshalb in Siedlungen, Innenstädten, bebautem Bereich: Bäume helfen, unter Bäumen sammelt sich immer, auch wenn die Luft bald steht, meist immer noch ein bisschen Wind, gerade alte Bäume erfüllen bei Hitze viele Kühlfunktionen und haben damit einen gesundheitlichen Faktor. 

Der (Rheinisch)-Bergische Naturschutzverein (RBN), mit 750 Mitgliedern ein starker seit 50 Jahren im Bergischen Land aktiver Verein, hat eine Reihe von Forderungen aufgestellt, mit denen eine nachhaltige, umweltgerechte Stadtentwicklung befördert werden kann:

  • Wir brauchen Grünzonen und regionale Grünzüge, um flächendeckend in der Stadt und ihren Stadtteilen die Temperaturen zu senken. 
  • Wir müssen Frischluftschneisen ausweisen, Kaltluftentstehungsgebiete im bewaldeten Süden und Osten der Stadt Bergisch Gladbach fördern, ausdehnen, erweitern.
  • Wir müssen jegliches vorhandene Grün in der Stadt bewahren, nicht reduzieren, sondern ausweiten.
  • Dazu zählen Parks und Grünanlagen, die ihren Namen auch verdienen und nicht nur ein großer Kirmes-Parkplatz sind wie der „Forum-Park“ in der Stadtmitte 
  • Dazu zählen auch die Friedhöfe, deren zukünftige freie Gräber mit Bäumen, Blumenwiesen, Hecken beibehalten werden müssen
  • Dazu zählen die Gewässer auch im bebauten Bereich, die breitere Uferrandstreifen benötigen, um niedrigere Temperaturen zu erzeugen. 
  • Dazu zählen in den Siedlungen artenreiche Gärten mit Blühpflanzen, um Insekten und Vögeln Lebensraum zu bieten, kein Kirschlorbeer und kein Thuja – und erst recht kein toter Schottergarten vor dem Haus
  • Und noch eins dazu: Hecken bieten  Sichtschutz und senken die Temperatur, im Gegensatz zu Drahtzäunen mit undurchsichtigem Plastik, das die Hitze nur noch weiter anschwellen lässt. Alle diese Maßnahmen lassen sich in Bebauungsplänen als unerwünscht verankern oder in den Baugenehmigungen regeln. 

Großkronige Laubbäume sind angesagt. Je eher sie gepflanzt werden, um so besser. Denn bis sie eine stattliche Größe mit ausladendem Kronenbild erreicht haben, vergehen Jahrzehnte.

Deshalb ist es so wichtig, gerade alte Bäume zu sichern, zu bewahren, besonders zu pflegen, da sie über eine Fülle an wichtigen Funktionen verfügen: Schattenspender, Wasserspeicher, „Klimaaktivist“, CO2-Speicher, Wohlfühlort, Treffpunkt, Bestandteil eines lebenswerten Stadtteils. 

Der (Rheinisch-) Bergische Naturschutzverein ist seit 1975 die Stimme des Naturschutzes im Bergischen Land. Ursprünglich entstanden aus einer Bürgerinitiative engagieren sich Ehrenamtler quer durch das Bergische Land für den Schutz von Natur und Landschaft. Kontakt: info@bergischer-naturschutzverein.de

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