Foto: Archiv

Lebensmittel, Klimaschutz und AG: Der Unverpacktladen Büggel in Paffrath ist seit sieben Jahren ein etablierter Treffpunkt für nachhaltigen Konsum. Durch eine frühzeitige Nachfolgeplanung soll seine Zukunft langfristig gesichert werden. Dafür engagieren sich Bürger:innen in verschiedenen Arbeitsgruppen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Büggel

In diesem Sommer haben sich 26 Menschen im Gemeindezentrum St. Clemens in Paffrath getroffen, um sich Gedanken über die Zukunft des Bügels zu machen. Gefolgt waren sie der Einladung von Inhaberin Steffi Marx-Bleikertz. Um es vorweg zu nehmen: der Unverpackt-Laden läuft stabil und hat sich seit 7 Jahren im Stadtbild von Bergisch Gladbach etabliert.

Es geht eher um eine Unternehmensnachfolge, die Marx-Bleikertz frühzeitig mit der Zukunftswerkstatt in diesem Jahr angestoßen hat. In den letzten 7 Jahren hat sie den Laden zu einem Treffpunkt für nachhaltigen Konsum aufgebaut. Und das Feedback der Teilnehmer auf die Frage: Was bedeutet dir der Büggel?“ war eindeutig: Ein Leben ohne den Büggel können sich alle nicht mehr vorstellen.

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Er bedeutet Heimat, Müllvermeidung, alternativer Ort, Nachbarschaft, schöne Atmosphäre, Beitrag zum Klimaschutz, Zugehörigkeit, Lebensmittelqualität, Spaß, sozialer Treffpunkt,
Gemeinschaft, entspanntes Einkaufen und in diesen Zeiten etwas Sinnvolles zu leisten.

Darum heißt es, die Zukunft des Büggels zu sichern! In den nächsten vier bis sechs Jahren geht es darum kurz- und langfristige Lösungen zu finden, wie noch mehr Menschen diesen besonderen Ort für sich nutzen können. Und wie der Laden auch ohne Marx-Bleikertz als Inhaberin weiter bestehen kann.

Suche nach alternativen Gesellschaftsformen

Als Impulsvortrag war Ilona Renner vom Köllektiv, einer Einkaufsgenossenschaft in Köln, eingeladen und hat vom Aufbau, den Organisationen und den Höhen und Tiefen des Köllektiv-Alltags berichtet. Das Köllektiv besteht seit sechs Jahren als Genossenschaft mit über 500 Mitgliedern und führt seit zwei Jahren einen eigenen Laden in der Südstadt.

Die Idee des gemeinschaftsbasierten Wirtschaftens ist nicht neu, es gibt verschiedene Unverpackt- oder Dorfläden, die sich zu einem Verein oder einer Genossenschaft umgewandelt haben.

Die Unverpackt-Branche ist eine verhältnismäßig junge Branche, die es seit 2014 gibt in Deutschland gibt. Sie besteht in dieser multiplen Krisenzeit mit ca. 140 Läden bundesweit und entwickelt sich stetig weiter. Der Einzelhandeln unterliegt seit Jahren einem Strukturwandel und der Lebensmitteleinzelhandel ist stark umkämpft. Und hier antwortet das Unverpackt-Konzept mit persönlicher Beratung, hoher Qualität und einer entschleunigten Einkaufsatmosphäre.

Im Büggel steht der Mensch im Mittelpunkt und die Produkte haben „wahre“ Preise – ohne versteckte Kosten für Umwelt, Klima und Mensch. Apropos Preise – das Vorurteil, dass die Produkte zu teuer sind, ist in den letzten Jahren widerlegt worden, denn in allen Lebensmittelläden sind die Preise enorm gestiegen, bei uns nur moderat und das, obwohl es zu 98 Prozent Bio-Produkte sind.

Foto: BÜGGEL

Für jeden was dabei

In der Tat gibt es einige Kunden, die ihren Einkauf zum großen Teil im Laden abdecken. Aber das ist gar nicht das unbedingte Ziel. Die Kundschaft des Büggels ist so unterschiedlich wie die Menschen nun mal sind.

Der eine kauft nur sein Lieblingsmüsli, die andere deckt sich mit ökologischen Reinigungsmitteln ein und die nächste bekommt die beste Olivenpaste und entdeckt bei jedem Einkauf weitere Produkte für sich. Und alle, die das erste Mal in den Laden kommen, sind überrascht, wie umfangreich das Sortiment ist. Eine Sortimentsliste kann zur besseren Orientierung mitgenommen werden. (findet sich auch auf der Website)

In der Tat ist es eine Umstellung im Einkaufsverhalten, aber das Team vom Büggel begleitet und berät jeden und wer sich auf den Weg macht, wird bald merken, dass es unkomplizierter ist, als erwartet.

Foto: BÜGGEl

Innovative Konzepte leben von Menschen, die neue Wege gehen wollen. Und das bietet der Büggel nach der Zukunftswerkstatt im Juli. Es haben sich verschiedene AGs gegründet, die sich regelmäßig online oder in Präsenz treffen:

  • „AG Familienfest September 2027“, will ein nachhaltiges und buntes Fest für Paffrath ausrichten
  • „AG Alternative Gesellschaftsform“ informiert sich über Vor- und Nachteile von verschiedensten Gesellschaftsformen, um die passende für den Laden zu finden. Sie wird zukünftig im Rahmen eines Förderprojekts begleitet.
  • „AG Ziele& Visionen“ diskutiert auf welcher Werte-Basis der BÜGGEL in Zukunft bestehen kann und welche neuen Ausrichtungen möglich sind.
  • „AG Kurzfristige Maßnahmen und Ziele“ berät den BÜGGEL dabei, wie neue Kund:innen gewonnen werden können und wie die Vorteile des Ladens an die Menschen vermittelt werden können.

Alle AGs sind offen für interessierte Bürger:innen. Weitere Informationen und Kontakt bietet das Forum auf der Website vom Büggel. Hier kann man sich registrieren und dann um den Zugang in einen geschützten Bereich für „BÜGGEL for future“ bitten.

Das Team freut sich über neue Kund:innen und Mitmacher:innen, denn Unverpacktläden sind Orte der Zukunft und eine Antwort auf langfristige ökologische Herausforderungen. Wer es also in den letzten 7 Jahren noch nicht geschafft hat, in den Laden zu kommen, für den wird es höchste Zeit, ein paar Gläser oder Dosen zu schnappen und den Büggel von innen kennenzulernen.

Stefanie Marx-Bleikertz, Inhaberin vom „Büggel – bergisch unverpackt“, hat Spaß an einfachen & nachhaltigen Lösungen für den Alltag.

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      1. Aber nicht am Foto orientieren, das ist ein Bild des alten Ladenlokals Nähe Konrad Adenauer Platz, nicht von dem in Paffrath (warum such immer…).