Offener Brief an die Fraktionen im Rat der Stadt Bergisch Gladbach

Ich weiß nicht, wie Sie die Veranstaltung am 20. März im Bergischen Löwen empfunden haben? Ich war besonders darüber enttäuscht, dass von Seiten der Verwaltung derartig voreingenommen und unsachlich mit unseren Argumenten umgegangen wurde.

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Dass die Verwaltung meinen ermittelten Zahlen eine komplette Seite ihres 8-seitigen Papiers widmet, zeigt, dass sie betroffen sind. Aber anstatt sich sachlich damit auseinanderzusetzen, wird mir von Herrn Bernd Martmann (Leiter des städtischen Immobilienbetriebes) entgegnet, sie wüssten besser Bescheid (tolle Argumentation).

Sehr interessant fand ich den Vortrag von Herrn Duda, der sachlich das Sanierungskonzept des von ihm vertretenen Architekturbüros vorstellte. Eine Kernaussage seines Vortrags war: Wir haben ein Konzept erarbeitet,  bei dessen Umsetzung eine attraktive Schule entstehen würde. Es müsse aber nicht alles umgesetzt werden.

Herr Duda hat fair zugegeben, dass sie weder für die Versorgungstechnik (Kostengruppe 400) noch für die Gestaltung der Außenflächen Fachleute wären. Diese Gewerke müssten im Falle der Umsetzung durch entsprechende Fachplaner noch im Detail geplant werden. Trotzdem werden aber Zahlen für diese beiden Gewerke angegeben (im Vergleich mit den Zahlen von Bayer Technology Services, die entsprechende Fachplaner für die Versorgungstechnik haben), die auch noch sehr hoch angesetzt sind.

Die beigefügte Ausarbeitung von Bayer Technologie Services, die für ein Leverkusener Gymnasium einen Energieeffizienz-Check durchgeführt haben, zeigt, dass sich die Kosten für eine sinnvolle energetische Sanierung in einem ganz anderen Kostenrahmen bewegen als im Sanierungskonzept von Bousset und Duda (Konzept ist nach Angaben von Herrn Duda lediglich im Status einer Vorplanung). Bei den 4 Ingenieuren, die das Konzept für die energetische Sanierung erarbeitet haben, handelt es sich um Bau- und Versorgungstechnik-Ingenieure, die als Gutachter gemäß Energie-Einsparverordnung (EnEV) auch berechtigt sind, Energieausweise auszustellen.

Besonders bemerkenswert finde ich den Ansatz des Ingenieur-Teams, nur solche Maßnahmen als umsetzungswürdig  zu empfehlen, die sich innerhalb eines angemessenen Zeitraumes amortisieren. Auf Basis einer solchen Einteilung der einzelnen untersuchten Maßnahmen würde die Sanierung des NCG (vor allem auf die energetische Sanierung wird ja im Konzept von Bousset und Duda intensiv eingegangen, wesentlich preiswerter realisiert werden können) als angegeben. Herr Duda hat selbst in der Veranstaltung zugegeben, dass ja nicht alle seine Vorschläge umgesetzt werden müssen.

Dokument 1

Die Vergleichszahlen, die Herr Duda auf Basis seines Zahlenwerkes präsentiert, treffen beinahe exakt meine Zahlen. Herr Duda hat errechnet, dass die Sanierungskosten pro qm Nutzfläche (NF) 1.521 €/m2 betragen würden. Ich hatte 1500 €/m2 veranschlagt. Der Grund, warum die Sanierungskosten bei ihm höher ausfallen, ist, dass er die sanierten Flächen, wie beispielsweise die Fachräume als nur teilsaniert ansieht, weil ja Fenster und Fassade noch nicht saniert worden wären.

Dass die sanierten Fachräume von den von Bousset und Duda als nur teilsaniert eingestuft werden, ist auch der Grund für die angebliche Differenz von 1000 qm. Vergleicht man das energetische Sanierungskonzept der Bayer Technology Services für ein Leverkusener Gymnasium in Bezug auf Fenster- und Fassadensanierung, dann wird deutlich, dass die Kosten für diese Gewerke weitaus geringer ausfallen können, als Duda angegeben hat. Beispielsweise sind Fenster bei denen die Rollos zur Verschattung der Räume zwischen den Scheiben geführt werden (Ausstattungsdetail, das von Herrn Duda vorgestellt wurde) sehr teuer und nicht notwendig.

Diese Aussage ist schlechtweg falsch. Die erwartete Schülerzahl ab 2016 beträgt 950 Schüler und ist in der Präsentation angegeben.

Das genannte Dokument ist die Kölner Schulbaurichtlinie:

Auf Seite 6 wird es dann ganz abenteuerlich, weil doch tatsächlich behauptet wird, dass der Unterschied bei den beiden Aulen nur 34 qm betragen würde, in Wahrheit sind es aber 444 qm, weil man weder die Bühnenflächen noch die Nebenräume  der jeweiligen Aula mit einbezogen hat.

Als ich die Zusammenstellung der Nutzflächen des NCG von Herrn Duda vergangenen Mittwoch auf die Leinwand projiziert sah, war ich doch sehr verwundert, warum bisher die veröffentlichten Flächenzahlen der Verwaltung so schlecht waren. Der Bürgermeister hat erst in der Presse von den “neusten Flächenzahlen” gesprochen, als ich auf Basis der Reinigungsflächen Flächenvergleiche zwischen den Schulen erstellt hatte. Es wäre für die Verwaltung doch weitaus einfacher gewesen, den Architekten nach den Flächenzahlen gemäß DIN 277 zu fragen. Mir hätten diese Zahlen auch viele Stunden Arbeit erspart. Wenn ich, anstatt alle Reinigungsflächen in Exceltabellen zu übertragen und nach DIN 277 zu strukturieren, die Zahlen in aufbereiteter Form zur Verfügung gestellt bekommen hätte.

Ich bitte Sie, diese Informationen in Ihrer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Das Konzept von Bayer Technology Services verdeutlicht, dass die sinnvolle Sanierung von Schulen, auch unter energetischen Gesichtspunkten, wesentlich günstiger sein kann, als die Verwaltung glaubt.

Im Übrigen hat die Verwaltung zugegeben, dass von den einzusparenden 900.ooo Euro Betriebskosten, 100.000 Euro für den Wegfall der beiden Hausmeisterstellen angerechnet werden. Diese Kosten entfallen – bezogen auf den Gesamthaushalt der Stadt – nicht, denn den Hausmeistern wird sicherlich nicht gekündigt, sondern sie werden lediglich an anderer Stelle eingesetzt.

Weitere Informationen

Als Vater für das NCG engagiert, mit einigen Erfahrungen in Sachen Gebäudesanierung.

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