Die IG Kindertagespflege setzt ein Zeichen für die Zukunft dieser Betreuungsform. Foto: Redaktion

„Rückenwind statt Gegenwind“ – so lautet das Motto eines Aktionstages, mit dem die IG Kindertagespflege Bergisch Gladbach auf ihre schwierige Lage aufmerksam machen möchte. Der Rückgang der Geburten und der Ausbau der Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren setzt der Kindertagespflege zu.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der IG Kindertagespflege

Unter dem Motto „Rückenwind statt Gegenwind!“ lädt die IG Kindertagespflege Bergisch Gladbach am Samstag, 13. Juni, von 10 bis 14.30 Uhr zum Aktionstag der Kindertagespflege in die Fußgängerzone am Trotzenburgplatz ein.

Mit Kinderschminken, Glitzertattoos und persönlichen Gesprächen möchten wir mit Familien, Politik, Verwaltung und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen und auf die aktuelle Situation der Kindertagespflege aufmerksam machen.

Die Kindertagespflege steht derzeit unter massivem Druck. Sinkende Geburtenzahlen, der anhaltende Ausbau von U3-Plätzen in Kindertageseinrichtungen und politische Entscheidungen, die die tatsächlichen Entwicklungen vor Ort nicht ausreichend berücksichtigen, führen dazu, dass immer mehr Kindertagespflegepersonen ihre Tätigkeit aufgeben müssen.

Mehr Plätze als Kinder

Gleichzeitig können bereits heute zahlreiche Kindertageseinrichtungen ihre vorhandenen Plätze nicht mehr vollständig belegen. Diese Entwicklung kommt keineswegs überraschend, sondern ist seit Jahren absehbar.

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Dennoch wurden weiterhin Anreize gesetzt, zusätzliche U3-Plätze zu schaffen, obwohl der Bedarf vielerorts längst erreicht oder sogar überschritten war. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Ausbau weiter vorangetrieben, während die tatsächliche demografische Entwicklung und die Bedürfnisse der Familien zu wenig berücksichtigt wurden. Die Folgen dieser Fehlsteuerung treffen nun insbesondere die Kindertagespflege.

Wir erleben seit Jahren, dass die Bedeutung der Kindertagespflege zwar regelmäßig betont wird, politische und verwaltungsseitige Entscheidungen jedoch häufig in eine andere Richtung wirken. Statt die bestehenden Strukturen zu stärken, werden Rahmenbedingungen geschaffen, die den Druck auf die Kindertagespflege weiter erhöhen.

Wunsch nach Anerkennung

Dabei wünschen wir uns keine Sonderbehandlung, sondern Anerkennung, Wertschätzung und verlässliche Rahmenbedingungen für eine Betreuungsform, die täglich einen wichtigen Beitrag für Kinder und Familien leistet.

Gerade für Kinder unter drei Jahren bietet die Kindertagespflege besondere Vorteile: kleine Gruppen, feste und verlässliche Bezugspersonen, eine familiäre Atmosphäre, individuelle Förderung und flexible Betreuungszeiten. Kinder erleben Kontinuität, Geborgenheit und eine Betreuung, die sich an ihrem Tempo und ihren Bedürfnissen orientiert.

Vorteile für Familien

Familien profitieren von kurzen Wegen, persönlichem Kontakt und einer hohen Flexibilität im Alltag. Diese Stärken machen die Kindertagespflege zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer vielfältigen Betreuungslandschaft.

Mit unserem Aktionstag möchten wir sichtbar machen, was auf dem Spiel steht, wenn die Kindertagespflege weiter geschwächt wird. Wo Kindertagespflege verschwindet, verlieren Familien Wahlmöglichkeiten, Kinder verlieren ein bewährtes und besonders geeignetes Betreuungsangebot für die ersten Lebensjahre, und Kommunen verlieren einen wichtigen Baustein ihrer Betreuungsinfrastruktur.

Wir wünschen uns deshalb endlich mehr Rückenwind statt Gegenwind. Rückenwind durch politische Entscheidungen, die sich an den tatsächlichen Bedarfen orientieren. Rückenwind durch eine Verwaltung, die die Kindertagespflege als Partnerin auf Augenhöhe versteht. Rückenwind für die Menschen, die tagtäglich mit Herz, Fachwissen und großem Engagement Kinder begleiten.

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