Rüter-Nork vor einem ihrer Werke in der Kleinen Rathausgalerie in Odenthal. Foto: Axel Radermacher

Die Bergisch Gladbacher Künstlerin Renate Rüter-Nork zeigt eine große Zahl ihrer Werk in der Kleinen Rathausgalerien in Odenthal. Die „Lichtblicke“ beeindrucken durch ihre Energie und Lebensfreude – und entstehen mit einer speziellen Technik.

Sie sucht und findet. Ihre abstrakten Werke entstehen meist in einem langwierigen Prozess. Am Ende kann es sein, dass die Bergisch Gladbacher Künstlerin Renate Rüter-Nork bis zu 20 Farbschichten übereinander gelegt hat, die mittels der Rakeltechnik zuvor teilweise wieder entfernt wurden.

Bis Ende Dezember sind 40 ihrer Rakelbilder in der Kleinen Rathausgalerie in Odenthal zu sehen. Die Ausstellung trägt zurecht den Titel „Lichtblicke“, denn eine Pracht an knalligen Farben erwartet den Besucher/die Besucherin in den Räumen der ehemaligen Schule in unmittelbarer Nähe des Kreisverkehrs im Zentrum.

„Die Künstlerin Renate Rüter-Nork beeindruckt durch ihre Energie, Lebensfreude, Kreativität und Schaffenskraft“, betonte Kunsthistorikern Maria Eicker bei der Ausstellungseröffnung Anfang November. Diese Eigenschaften spiegelten sich in ihren kraftvollen Bildern wider, fügte sie hinzu.

Seit 1998 arbeitet die ehemalige Lehrerin freischaffend und hauptberuflich als Malerin. Allerdings ist sie ihrer pädagogischen Arbeit treu geblieben. Denn sie erteilt auch Workshops und Malkurse für Kinder wie für Erwachsene und gibt dabei eine Menge ihres handwerklichen Könnens und Wissens weiter.

„Ich teile gerne meine Erfahrungen mit meinen Kursteilnehmern. Ist das Wetter sonnig und warm, halte ich die Malstunden in meinem Garten ab“, sagt die Künstlerin. Mehrere Sitzecken draußen im Grünen deuten an, dass hier Kreativität wächst und gedeiht. 

Sand und Asche

Ihre Leidenschaft für ihre bevorzugte Maltechnik entstand nach dem Besuch einer Ausstellung mit Rakelbildern des bekannten Künstlers Gerhard Richter. Bei dieser Art der Malerei, wie sie Renate Rüter-Nork pflegt, bleibt die Leinwand nie lange weiß. In meist schnellen Bewegungen werden von ihr die Farben in unterschiedlicher Stärke mit einer Spachtel oder einfach aus der Tube aufgetragen, „selten kommt der Malerpinsel zum Einsatz“, erläutert Maria Eicker. 

Die kleine Rathausgalerie in Odenthal, die vom Kulturbeauftragten der Gemeinde, Thomas Kricsfalussy, organisiert wird, hat folgende Öffnungszeiten: Von montags bis donnerstags zwischen 8 und 14 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 12.30 Uhr. Die Bilder von Renate Rüter-Nork sind dort noch bis zum 30. Dezember ausgestellt. 

Danach erfolgt mit Hilfe eines Rakels das teilweise wieder Abtragen dieser Schicht. Neue Farbschichten folgen, die wiederum mit unterschiedlichem Druck bearbeitet werden. Durch Ritzungen entstehen Linien, durch Abreiben bunte Strukturen. Auch Materialien wie Sand, Asche, Wachs oder Pasten kommen zum Einsatz.

Am Ende bleibt ein Teil des Bildes bunt, die größere Fläche erhält eine blaue, grüne oder rote Schicht. Renate Rüter-Nork: „Mein Bild ist erst dann fertig, wenn sich in mir das Gefühl der Stimmigkeit einstellt.“  

Amsterdam und Wien

Die Malerin kann in ihrer inzwischen 23-jährigen Schaffensperiode auf zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland verweisen. In Galerien in Köln, Hamburg, Homburg, bei Kunstmessen in Amsterdam, auch in Wien und Undine in Italien waren und sind ihre Werke zu sehen. Mehrfach wurde sie mit internationalen Auszeichnungen geehrt.

„Mir ist die künstlerische Weiterentwicklung wichtig; deshalb nehme ich ein- bis zweimal im Jahr an Veranstaltungen von Kunstakademien teil“, unterstreicht die Malerin.

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