Knie und Hüften sind sein Metier. Mehr als 400-mal im Jahr operiert Chefarzt Dr. Christian Piroth in den GFO-Kliniken Rhein-Berg Patientinnen und Patienten an diesen verschleißträchtigen Gelenken. Und zwar „so klein und schonend wie möglich“.

Der Gelenkersatz, die so genannte Endoprothetik, ist seit Jahrzehnten eine besondere Kompetenz der GFO Kliniken Rhein-Berg mit ihren beiden Standorten Marien-Krankenhaus in Bergisch Gladbach und Vinzenz Pallotti Hospital in Bensberg. Die künstlichen Gelenke werden auch als TEP bezeichnet. TEP steht für Total-Endoprothese, also den Komplettersatz eines Gelenkes.

„Für die operative Therapie der Gelenke habe ich schon früh ein besonderes Interesse entwickelt“, erzählt der 49-jährige Chefarzt. Besonders gut gefällt ihm an der Endoprothetik, dass sich die Lebensqualität seiner Patient:innen nach der Operation bereits in kurzer Zeit deutlich verbessert.

Denn die Menschen werden älter, haben mehr Zeit im Ruhestand und wollen ihn genießen, Patient:innen im Berufsleben möchten schnell wieder in die gewohnte Arbeitsumgebung zurückkehren. Dafür ist Mobilität eine entscheidende Voraussetzung. Doch besonders im höheren Lebensalter schmerzen häufig Hüfte oder Knie und lassen so manche Bewegung zur Qual werden. Denn der Knochen- und Knorpelverschleiß im Laufe der vielen Lebensjahrzehnte fordern Tribut. Dann können künstliche Gelenke helfen.

Was ist das Hauptkriterium für den Einsatz eines künstlichen Gelenks? Eindeutig der Erhalt oder die Verbesserung der Lebensqualität, betont Chefarzt Dr. Christian Piroth. Und deshalb ist ein künstliches Gelenk für viele Patient:innen oft das letzte Mittel für eine bessere Lebensqualität – immer vorausgesetzt, alle anderen Behandlungsmöglichkeiten haben keinen nachhaltigen Erfolg erzielt.

Zur Person: Christian Piroth ist in Köln aufgewachsen, hat dort seinen Wehrdienst geleistet und bereits in jungen Jahren ein Krankenhaus der Gesellschaft der Franziskanerinnen kennengelernt. So absolvierte er Anfang der 90er-Jahre im St. Josef-Hospital Troisdorf ein Freiwilliges Soziales Jahr. Trotz Medizinstudium in Frankfurt und Aachen und Praktischem Jahr in Würselen ist er dem Rheinland immer treu geblieben. Zwölf Jahre lang war Dr. Piroth in der Orthopädie am Eduardus Krankenhaus in Deutz tätig, neun Jahre davon als Oberarzt und einer der Senior-Hauptoperateure. 2019 ist er zu den GFO Kliniken Rhein-Berg in Bergisch Gladbach gewechselt.

Dabei sind die Erfahrung des Operateurs und das verwendete Material ausschlaggebend für ein gutes OP-Ergebnis. Dr. Piroth will grundsätzlich immer möglichst viel Substanz vom natürlichen Gelenk erhalten und „so klein und schonend wie möglich“ operieren, sowohl an der Hüfte als auch am Kniegelenk.

Rund 230.000 Patient:innen bekommen in Deutschland jährlich ein neues Hüftgelenk, bei Knien sind es rund 165.000. In der Regel gilt das für ältere Patient:innen. Aber auch junge Menschen brauchen manchmal ein künstliches Gelenk – zum Beispiel nach einem Unfall oder bei angeborenen Gelenkveränderungen.

Aber in der Regel sind die meisten Patient:innen schon älter. Häufig im Rentenalter. Befreit von beruflichen oder familiären Verpflichtungen, entdecken sie Hobbys neu, wollen ihre Zeit nutzen, gehen auf Reisen, treiben Sport und möchten vielfältig am sozialen Leben teilhaben.

Grundsätzlich, erklärt Dr. Christian Piroth, ist Alter erst einmal kein Hinderungsgrund für den Erhalt eines künstlichen Gelenkes. Weisen die Patient:innen aber zahlreiche Erkrankungen auf, ist immer auch das Operationsrisiko in besonderem Maße mit zu bewerten.

Bei den Patientinnen und Patienten gibt es häufig einen hohen Leidensdruck. Das ist dann auch eines der wesentlichen Kriterien für den Einsatz einer Endoprothese. Dafür stehen heute viele unterschiedliche Implantate von zahlreichen Herstellern zur Verfügung. Rund 55.000 insgesamt.

Wie behält man den Überblick, woran orientiert man sich? Zwei Aspekte sind da entscheidend: Es gibt internationale Register, die dokumentieren, wie lange welche Implantate halten und funktionstüchtig sind. Und dann stehen natürlich auch noch zahlreiche wissenschaftliche Studien und Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften zur Verfügung.

Mehr als 90 Prozent der Endoprothesen halten heute weit länger als 20 Jahre und sind noch voll funktionsfähig, erklärt Chefarzt Dr. Piroth. Aber dennoch: Je älter die Menschen werden, desto häufiger ist auch eine Wechseloperation erforderlich. Denn auch die besten künstlichen Gelenke halten nicht ewig.

Diese Wechseloperationen nehmen mit der Alterung der Gesellschaft daher stetig zu. Auch da befindet sich die Medizin in einer fortwährenden Entwicklung, so dass auch fortgeschrittene Defekte und Fehlstellungen bei gelockerten Prothesen mit modernen Implantaten versorgt werden können.

Die Patient:innen sollten sich aber nicht nur auf die moderne Medizin verlassen. Sie können auch selbst etwas für die Langlebigkeit ihrer Gelenkprothese tun: Zum Beispiel einen individuell angemessenen Sport treiben; Fallschirmspringen ist da eher wenig geeignet.

Aber Sport ist auch mit einer Endoprothese wichtig, insgesamt bestehen nach einer Operation nur wenige Einschränkungen für die sportliche Betätigung. Dabei geht es immer um die individuelle Balance von Lebensqualität und Lebensdauer der Endoprothese.

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GFO Kliniken Rhein-Berg

Die GFO Kliniken Rhein-Berg sind mit etwa 1.500 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Rhein-Berg. Dazu zählt das Marien-Krankenhaus (MKH) und Vinzenz Pallotti Hospital (VPH). Eine enge Kooperation besteht zum Geriatrischen Reha-Zentrum Reuterstrasse und der ambulanten, orthopädischen Reha...

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