Zwischen alten Lindenbäumen lässt es sich hier prima speisen, von Tapas bis zum italienischen Dessert. Auch Familien fühlen sich im Alten Lindenhof wohl, wie unsere Reporterin mit ihrem fünfjährigen Sohn feststellte. Apropos: Alle Speisen sind qualitativ hochwertig und selbst zubereitet – auch die Pommes auf der Kinderkarte.

Ein leichter Wind raschelt durch die mächtigen Linden um uns herum. Man könnte glauben, dass die mehr als haushohen Bäume etwas mit dem Namen des Restaurants zu tun haben, in dem wir sitzen: „Alter Lindenhof“. Doch nein, dieser geht auf die Bauernfamilie Linthen zurück, die hier früher einen landwirtschaftlichen Betrieb führte.

Schon um 1900 schenkte die Familie auf dem Hof Milch, Bier und Likör aus, heißt es auf der Webseite der Gaststätte. Als solche eröffnete der Lindenhof offiziell erstmals in den 1950er-Jahren und wurde bald zu einem beliebten Ausflugsziel zwischen Thielenbruch und Gierather Wald, für die Nachbarschaft, aber auch für Kölner:innen.

Von Bergisch Gladbachern wiedereröffnet

Nachdem sich die Gastgeberfamilie Krein aus Altersgründen zurückgezogen und der Lindenhof, nach der Führung durch verschiedene Pächter, drohte zu schließen, taten sich einige Bergisch Gladbacher zusammen, um „einem der letzten Traditionsgasthäuser der Gegend neues Leben einzuhauchen“.

So ist der Alte Lindenhof seit Mai 2017 wieder geöffnet und empfängt seine Gäste „mit ehrlicher Küche“, „einer großen Portion Herzlichkeit“ – und einem großen, wirklich schönen Biergarten.

Alter Lindenhof
Schlodderdicher Weg 13
51469 Bergisch Gladbach
Telefon 02202 51965
info@alter-lindenhof.de
www.alter-lindenhof.de

Montag, Mittwoch bis Samstag 17 bis 23 Uhr (warme Küche bis 21.30 Uhr), Sonn- und Feiertage 12 bis 23 Uhr (warme Küche bis 21.30 Uhr)
Dienstag ist Ruhetag

Ich bin spontan mit meinem fünfjährigen Kind gekommen. Als wir beim Eintreten feststellen, dass hier eine Hochzeit gefeiert wird, fürchten wir erst, wieder kehrtmachen zu müssen. Doch der Garten bietet Platz für alle: Die Festgesellschaft speist an einer langen Tafel unter dem Vordach des schönen, alten Fachwerkensembles, wir und ein paar andere Gäste besetzen die Tische am Rand des Geländes. Unter den prächtigen Lindenbäumen, deren Blätter so schön im Wind rascheln.

Es ist ein warmer Sonntagnachmittag. Die ausladenden Baumkronen spenden Schatten. Trotz der großen Festgesellschaft ist der Service auch bei uns aufmerksam, schnell und, wie mein Kind bemerkt: „super nett“.

Jackpot für Familien

Kinderfreundlich ist der Alte Lindenhof auch von der Location her, zumindest im großen Garten, wo die Kleinen zwischendurch herumrennen oder auf der Wiese zwischen den Loungesesseln toben können.

Eine Kinderkarte (bis 12 Jahre) gibt es ebenfalls. Darauf stehen die üblichen Klassiker: Pasta in Tomatensoße (8,50 Euro), Fischstäbchen (10,50 Euro) oder Schweineschnitzel (11 Euro) mit Pommes und Rohkost, zum Nachtisch Eis (3,50 Euro). Mein Kind entscheidet sich für das Schnitzel.

Glückliches Kind mit Mickey-Maus-Teller (der bald komplett leer gegessen ist). Alle Fotos: Laura Geyer

Als es (sehr schnell!) kommt, sind wir beide positiv überrascht: Mein Kind, weil das Essen in einem Mickey-Maus-Teller angerichtet ist. Und ich, weil offenbar alles hausgemacht ist. Die aus frischen Kartoffeln geschnittenen Pommes sind köstlich, knusprig und dabei leicht. Das Fleisch darf ich nicht probieren – scheint also besonders gut zu schmecken.

Die Küche

Die „Lindenhof-Küche“ steht für ein Konzept mit fast ausschließlich von Grund auf selbst zubereiteten Gerichten. Gute Qualität, Frische und (wo möglich und sinnvoll) regionale Herkunft sind die Grundpfeiler auf der Karte des „Alten Lindenhofs“. Unterstützt wird das Küchenteam dabei konzeptionell von Maximilian Lorenz, der es – aufgewachsen in direkter Nachbarschaft – in Köln zu einem der jüngsten Sterneköche gebracht hat.

Was auf der Webseite des Alten Lindenhofs steht, klingt gut. Sehr gut sogar. Mal sehen, wie sich die Speisekarte über das Kinderangebot hinaus präsentiert.

Für Erwachsene gibt es eine kleine, aber feine Tapas-Auswahl (ab fünf Euro), zwei Suppen (ab 6,50 Euro), Salat (ab 13,50 Euro), verschiedene Flammkuchen (15 Euro) und Hauptspeisen, vom Cut des Tages (33 Euro) oder Fang des Tages (30,50 Euro) über Geschmorte Ochsenbäckchen (24,50 Euro) bis hin zu frischen Tagliatelle mit Kikok-Hähnchenbruststreifen (21 Euro).

Ein eigener Abschnitt auf der Karte ist vegetarischen Gerichten gewidmet, von Trüffel-Pasta (21 Euro) über eine Ofenkartoffel (16,50 Euro) bis hin zu zwei fleischlosen Flammkuchen (15 Euro).

Ich wähle aus den Tapas den Gratinierten Ziegenkäse mit Honig für 6,50 Euro und einen großen Salat mit in Knoblauch gebratenen Garnelen für 25,50 Euro. Beides ist hübsch angerichtet und mit je zwei Scheiben Steinofenbaguette versehen.

Der Ziegenkäse hat genau die richtige Konsistenz. Der darauf karamellisierte Honig ergänzt perfekt den kräftigen Geschmack des Käses.

Auch der Salat ist köstlich, das Dressing herausragend, die knusprigen Croutons sorgen für einen schönen Crunch. Die Garnelen sind für meinen Geschmack einen Tick zu lange gebraten, aber trotzdem sehr lecker und eine tolle Ergänzung zum Salat.

Die Getränke

Dazu habe ich mir eine der hausgemachten Limonaden bestellt (5,30 Euro), die aus eingekochten Früchten gemacht werden, “infusioniert mit Kräutern, frei von Zusatz- und Aromastoffen” – so steht es in der Karte. Sehr zu empfehlen.

Die Limonaden sind übrigens auch als „Spritz“ zu haben, mit (alkoholfreiem) Sekt, für zwei Euro Aufpreis.

Was mir positiv auffällt: Die Anzahl alkoholfreier Aperitifs ist genauso groß wie die alkoholhaltiger, von Virgin Mojito über Sparkling Amalfi Spritz (wie Limoncello Spritz) bis hin zu Sparkling Juicy Tea (Darjeeling-Tee-Rose-Rhabarber, von Van Nahmen – Premium-Hersteller für hochwertige Obstsäfte und alkoholfreie Frucht-Seccos).

Darüber hinaus gibt es eine breite Auswahl weiterer Getränke, von Softdrinks über Bier bis hin zu Wein.

Die Innenräume

Auch bei schlechterem Wetter ist der Alte Lindenhof einen Besuch wert. Der große Gastraum ist stilvoll klassisch-modern eingerichtet, die breite Fensterfront lenkt den Blick in den schönen Garten. In einem Separee können größere Gruppen ungestört sitzen.

Die Schänke gegenüber bietet mehrere Hochtische und Zugang zum kleinen Innenhof, in dem heute das Buffet für die Hochzeitsgesellschaft aufgebaut ist. Von dort geht noch ein weiterer Gastraum mit Zugang zur Kegelbahn ab.

Wir beschließen unseren Biergarten-Besuch mit einem Dessert (Mango-Sorbet, eigentlich mit Sekt, geht aber auch ohne, sechs Euro). Zur Auswahl stehen außerdem selbstgemachtes Tiramisu (8,50 Euro), Pannacotta (7,50 Euro) und zwei Kugeln Vanilleeis (6,50 Euro).


Hinweis der Redaktion: Wir testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben wir uns nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.

ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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  1. Als wir vor Monaten mal dort waren, waren die Speisen alles andere als qualitativ hochwertig. Die Hollandaise schmeckte als käme sie aus der Tüte, das panierte Schnitzel sah aus und schmeckte wie aufgewärmt. Und mindestens bei einem Gericht war nicht ausgewiesen, dass Walnüsse enthalten sind. Stichwort Allergene. Mal abgesehen davon, dass wohl niemand in “Himmel und Ääd” Walnüsse vermutet.

  2. Uns hat die Atmosphäre dort gefallen, man sitzt im Grünen unter Bäumen, es gibt sogar Strandkörbe. Wir hatten eine sehr nette und fixe Bedienung, das Essen war super. Auf der Karte stehen viele Klassiker -aktuell mit separater Spargelkarte-, sehr charmant und zeitgemäß finde ich die zusätzlichen, spanischen Gerichte. Für Vegetarier würde ich mir mehr Auswahl wünschen, vielleicht einen Burger und Ramen? Wir kommen gern bald wieder.

  3. Mir ist die Speisekarte zu “bunt” und es fehlt mir eine Leitlinie in den Gerichten.
    Spanische Tapas, italienisches Brot und Dessert, deutsche Küche, österreichisches Wiener Schnitzel, französische Flammkuchen.

    Über die Qualität der Speisen und des Service kann ich nichts sagen, da ich nicht da war – es reizt mich aber auch nicht.

  4. Die Reporterin muss in einem anderen Lokal gewesen sein, als wir letztes Woche. Wir warteten 5 Minuten am Eingang des Lindenhof-Gartens, obwohl Tische frei waren. Wir warteten 20 Minuten auf das erste Getränk und 40 Minuten auf Brot (kalt) und Aiolli (mit “Haut”). Die Champignons waren trocken und zäh, die Remoulade, zum zu dick geschnittenen, sehnigen Roastbeef, geschmacklos. Einen auf der Karte aufgeführten Flaschenwein erhielten wir erst nach langes Diskussion und natürlich verspätet, und die Bedienung war nicht über die akzeptieren Kreditkarten informiert.
    Kurz, ein Restaurant Besuch zum abgewöhnen, aber genau so, wie wir den Service im Lindenhof seit Jahren leider immer erleben. Fatalerweise war diesmal auch das Essen schlecht….

  5. Wie die Wahrnehmung unterschiedlicher nicht sein kann… Wir waren zum gleichen Zeitpunkt im Lindenhof, haben aber weder das Essen noch den Service als gut und wiederholungswert gefunden. Wir kennen Geschichte und Vorpächter und betrachten uns als Wissende. Das muss besser werden!