Nach der großen Resonanz auf die erste Anti-AfD-Demo gibt es jetzt einen Anlauf, ein breites Netzwerk gegen Fremdenhass, Rassismus und Demokratie-Feindlichkeit in Bergisch Gladbach zu formen – über alle Parteien, Gremien, Gruppen und Interessen hinweg. Bis hinein in die Karnevalsvereine, Sportvereine und Schulen hinein. Alles weitere soll bei einer offenen Videokonferenz am 1. Februar besprochen werden.

Aktualisierung 2.2.2024: Am Gründungstreffen für ein Bündnis Demokratie haben gestern rund 80 Personen teilgenommen, aus Parteien, Vereinen, Sozialverbänden, der Kirche – und sehr viele ungebundene Personen. Im Konsens vereinbarten sie, ein nachhaltiges Bündnis zu organisieren, das der AfD mit einer positiven, demokratischen Haltung entgegen tritt. Interessenten können sich in einer Mail-Liste eintragen. Ein Arbeitskreis plant weiter eine Demonstration für den 16.2. (Aus unserem Newsletter „Der Tag in GL“ bit.ly/3HLodFM

Hinweis der Redaktion: Wir dokumentieren im folgenden einen Aufruf, der aus dem Kreis der Organisator:innen der Demo gegen Rassismus am vergangenen Wochenende heraus entstanden ist, unterzeichnet ist er von Haleh Bagherzadeh (Frauen Leben Freiheit), Frank Conrad und Patrick Graf (DGB-Netzwerk Rhein Berg) sowie Hartmut Schneider

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
liebe Freunde und liebe Bürger*innen und Bürger,

die „Demonstration gegen die AfD“ am 20.01.2024 mit mindestens 1200 Teilnehmer*innen war ein Erfolg. Einem breiten Bündnis in Bergisch Gladbach ist es gelungen, Menschen mit verschiedenen Weltanschauungen zu einem gemeinsamen Handeln zusammenzuführen.
 
Viele haben die Rednerinnen und Redner und uns nach der Demo angesprochen, weil sie genau das richtig finden, dass wir gemeinsam vorgegangen sind. Mehrere Gruppen und Organisationen haben sich während der Veranstaltung angeschlossen und ihre Bereitschaft erklärt, bei weiteren Aktivitäten mitzumachen. 

Dieses gemeinsame Moment und diese Chance wollen wir aufgreifen und versuchen ein Netzwerk oder Bündnis gegen Fremdenhass, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit aufzubauen. Über den Namen müssen wir uns alle gemeinsam verständigen, denn es könnte auch positiv besetzt werden, wie „Für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt“….

Die Organisationen, die sich an der letzten Demo am 20.01.2024 beteiligt haben, hatten in der Videokonferenz am 18.01.2024 vereinbart,  ein solche Konferenz am Donnerstag, 1.2.2024 zu wiederholen. Diese setzen wir mit dieser offenen Einladung um und hoffen auf rege Beteiligung.

Zweites Bündnis-Treffen in einer Video Konferenz 
Donnerstag, 1. Februar 2024 – 19:30 Uhr

Beitreten Zoom Meeting

Teilnahme auch mit Telefon (nur Ton) möglich
Schnelleinwahl mobil: 069 50500951
Meeting-ID: 848 9877 2662
Kenncode: 163782

Wir werden diese Einladung inklusive. Zugang breit streuen, um möglichst vielen die Gelegenheit zu geben, an einem offenen und transparenten Netzwerk oder einem möglichen Bündnis mitzuwirken. 

Raus aus den Hinterzimmern, rein in die Vereine

Um wirksam und sichtbar zu werden, müssen wir raus aus den Hinterzimmern und weg von internen Arbeitsgruppen, die darüber bestimmen, wer mitreden darf und wer nicht. 

Bitte geben sie diese Einladung an Partnerorganisationen, ihren Sportverein, ihren Chor, der Karnevalsgesellschaft, ihren Nachbarn, ihrer Schule oder dem Betriebsrat  weiter, so dass wir eine möglichst breite Basis aus allen gesellschaftlichen Bereichen aufbauen. Alle sollen ihre Meinung und ihre Ideen einbringen können. Wir wollen alle Demokratinnen und Demokraten über Weltanschauungen hinweg ansprechen. 

Wir begrüßen die aktuellen Beschlüsse des Integrationsrats der Stadt, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und anderen Initiativen und Gruppen, an und für solche regionale Bündnisse zu arbeiten.

Wir fordern alle auf, Arbeitsgruppen in ihren Zusammenhängen oder in ihren Stadtquartieren zu bilden, um eigene Vorschläge und Idee zu erarbeiten, die in eine gemeinsames, offenes und transparentes bürgerschaftliches Netzwerk eingebacht werden können. Unsere Einladung zum ZOOM-Treffen ist der zweite Aufschlag dazu.

Meinungsunterschiede in kleinen Schritten abbauen

Uns ist bewusst, dass dieses für Bergisch Gladbach ein sehr ambitioniertes Projekt sein könnte, denn in der Vergangenheit gab es auch viele Meinungsverschiedenheiten. Deshalb wollen wie in kleinen Schritten vorgehen, die dazu beitragen die Unterschiede und Vorbehalte durch gegenseitigen Respekt und Gemeinsamkeiten zu ersetzen. 

Wenn wir ernsthaft ein breites Bündnis wollen, bedeutet das auch, dass wir Kompromisse machen müssen und uns alle etwas zurücknehmen sollten und dann vielleicht auch zunächst mit kleinen und einfachen Projekten starten sollten. Dazu benötigen wir ein faires Miteinander und offenen Diskussionszusammenhang aller Beteiligten.

Mit der Videokonferenz am Donnerstag knüpfen wir wie zuletzt besprochen an das Bündnis vom 20.01.2024 an und wollen auch über Punkte sprechen, die bisher offen geblieben sind.

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„Breites buntes Bündnis“ ruft zur Demo gegen AfD am Samstag auf

Der Aufruf zu einer Demonstration gegen die AfD ist in Bergisch Gladbach auf breite Resonanz gestoßen. Nach der Linken haben sich auch CDU, Grüne, SPD und FDP angeschlossen. Zudem der Integrationsrat, Vereine und einzelne Personen. Die Versammlung gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass findet am Samstag ab 11 Uhr auf dem Trotzenburgplatz in der Fußgängerzone statt, gerechnet wird jetzt mit einigen hundert Teilnehmern.

Das sind u.a.:

  • Mögliche Form der Zusammenarbeit in einem informellen Netzwerk oder einem formalen Bündnis, Minimalkonsens, Name des Bündnisses usw.
  • Mögliche weitere Aktionen. Dazu liegen schon mehrere Vorschläge vor, z.B. regelmäßige Präsenz in der Fußgängerzone zunächst bis zur Europawahl am 9.6.2024.

Rückfragen an Rückfragen an Hartmut Schneider per Mail: lichtundschatten@gmail.com

Unterzeichner:in:

Haleh Bagherzadeh (Frauen Leben Freiheit) 
Frank Conrad (DGB-Netzwerk Rhein Berg)
Patrick Graf (DGB-Netzwerk Rhein Berg)
Hartmut Schneider


Transparenzhinweis der Redaktion: „Frauen Leben Freiheit“ ist eine Initiative von Frauen aus dem Iran, die gegen das dortige Unrechtsregime kämpfen. Haleh Bagherzadeh hat zudem ein Mandat für die Linke Internationale Liste im Integrationsrat der Stadt Bergisch Gladbach, sie ist die Ehefrau von Tomas Santillan, dem Ko-Vorsitzenden der Linken Rhein-Berg.

Hartmut Schneider ist ehemaliger Berufsschullehrer und Fotograf, seit vielen Jahren dokumentiert er Versammlungen von Rechtsextremen, zudem ist er Gastautor des Bürgerportals. Patrick Graf ist Sprecher des DGB Netzwerks Rhein-Berg und Ko-Vorsitzender des Ortsvereins der Linken Bergisch Gladbach. Frank Conrad gehört dem DGB-Netzwerk Bergisch Gladbach an.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Endlich ! Auch, dass sich ALLE demokratischen Parteien GEGEN die Demokratieverächter weiterhin und anhaltend ZUSAMMENTUN. Arsch huh, Zäng ussenander, eben auch in allen Vereinen . EIN positives Beispiel: die Karnevalsfreunde Schönenbach (Waldbröl) mit ihren Gelbwesten „Karneval ist bunt, nicht braun“.
    Gerne auch eine parteiübergreifende Initiative, überhaupt wieder wählen zu gehen.

  2. Gemeinsam, bunt, offen, transparent, demokratisch und fair für alle, die dabei sein wollen, etwas machen, dazu beitragen können und etwas sagen wollen . Raus aus den internen Arbeitsgruppen in den versteckten Hinterzimmern!…. Und rein ins Mittendrin … der vielfältigen Bergischer Gladbacher Zivilgesellschaft. Wir sind einfach mehr als die AfD!!! Sehr guter Aufruf!

  3. Bravo, das ist eine gute Initiative!
    Und ich bin gespannt, welche Vereine den Mut aufbringen, mitzumachen.