Das Berufskolleg Kaufmännische Schulen in Heidkamp ist jetzt auch offiziell eine „Schule ohne Rassismus“. Foto: Thomas Merkenich

Die Aufnahme ins Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat die Schulgemeinschaft des Berufskollegs Kaufmännische Schulen gefeiert – und bekennt sich zu einem respektvollen Miteinander ohne Diskriminierung und Rassismus. Timo Hübers vom 1. FC Köln übernimmt die Patenschaft.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Kaufmännischen Berufskollegs

Das Kaufmännische Berufskolleg Bergisch Gladbach ist in das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen worden. Damit bekennt sich die gesamte Schulgemeinschaft – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeitende – zu einem respektvollen Miteinander ohne Diskriminierung und Rassismus.

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Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in der Aula begrüßte Schulleiterin Nicole Schuffert alle Gäste sowie zahlreiche Schülervertretungen des Berufskollegs und freute sich über das eindeutige Statement der Schulgemeinschaft sowie über die offizielle Auszeichnung. „Und ist es wichtig, dass wir hier einen respektvollen Umgang haben, unabhängig von Nationalität, Kultur, Religion und Sexualität.“, betonte Schuffert in ihrer Rede. Die Auszeichnung solle nicht nur ein Schild am Schuleingang sein. „Wir wollen das Motto aktiv leben.“

Foto: Berufskolleg Kaufmännische Schulen

Das offizielle Siegel überreichte anschließend Regionalkoordinatorin Barbara Grünjes-Zeilinger an Schulleiterin Nicole Schuffert und Schülersprecher Philipp Mercier, welches ab sofort die unmissverständliche Einstellung der Schulgemeinschaft gegen Rassismus und für Courage bereits am Schuleingang zum Ausdruck bringen wird.

„Sie haben gezeigt, dass Sie als Schule in einer offenen Gesellschaft leben wollen“, sagte Grünjes-Zeilinger in ihrer Ansprache. „Sie sind jetzt Schule mit Courage – zeigen Sie weiter Ihrem Mut, aufzustehen und aktiv Verantwortung zu übernehmen, wenn es darum geht, für ein friedliches und vielfältiges Zusammenleben einzustehen.“

Auch Ulrich Heimann, Vertreter des Landrats, freute sich sehr über die Aufnahme der Schule in das bundesweite Netzwerk. „Diese Schule hat Power und setzt ein sehr starkes Signal für den gesamten Kreis.“, würdigte Heimann das Engagement des kaufmännischen Berufskollegs.

Als Paten für das Projekt konnte die Schule Fußballspieler Timo Hübers vom 1. FC Köln gewinnen. „Die Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der Wertevermittlung“, erklärte Hübers. Die Übernahme der Patenschaft sei für ihn daher eine klare Sache gewesen. „Mit dieser Selbstverpflichtung legen wir gemeinsam ein Fundament, das unsere Gesellschaft dringend braucht: Respekt, Toleranz und Mut. Tragt das in die Klassenräume und lebt das“, appelliert der FC-Spieler an die gesamte Schulgemeinschaft.

Für die Aufnahme des Berufskollegs ins Netzwerk votierte zuvor 88 Prozent der Schülerinnen und Schülern, Lehrkräfte sowie Mitarbeitenden.

Das Engagement am BKSB geht weit über das klare Votum hinaus. Denn das Motto “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” wird am BKSB gelebt:  Um von Anfang an ein gutes Miteinander zu erzeugen, starten alle Bildungsgänge mit Einführungstagen, die das Ziel haben, ein starkes „Wir-Gefühl“ zu schaffen – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion. In verschiedenen Unterrichtsprojekten setzen sich darüber hinaus die Schülerinnen und Schüler unter anderem intensiv mit den Themen Diskriminierung und Vielfalt auseinander, nehmen an Workshops zu den Themen “Mobbing” sowie “Interespekt – Umgang mit Alltagsrassismus” teil.

Auch Theaterbesuche, zum Beispiel zum Thema Diskriminierung, stehen auf dem Plan. Für ein echtes Gemeinschaftsgefühl sorgte im vergangenen Schuljahr das schulweite Fußballturnier, bei dem die Teilnehmenden mit ihren Unterschriften auf dem Turnierplakat “Fußball ohne Rassismus” ihre eindeutige Haltung sichtbar machten. So ließ sich Timo Hübers nicht nehmen, als Pate auch seine Unterschrift auf das Plakat zu setzen.

Das Kollegium des BKSB setzt sich seit Langem immer wieder mit dem Thema aktiv auseinander: So nahmen für einen interkulturellen Austausch rund zwölf Lehrkräfte die Einladung der muslimischen Gemeinden zum gemeinsamen Fastenbrechen an. Am diesjährigen Fortbildungstag besuchte das Kollegium die Sonderausstellung im Bonner Haus der Geschichte zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

Nach der offiziellen Übergabe des Siegels nutzten die Gäste aus Politik, Verwaltung, Eltern- und Ausbildungsvertretungen sowie Partner der Schule die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei wurde deutlich, dass die Aufnahme in das Netzwerk nicht nur die Schule stärkt, sondern auch in die Region hineinwirkt.

Neben der offiziellen Verleihung in der Schulaula stand auch der Festakt auf dem gesamten Schulgelände ganz im Zeichen von Vielfalt, Kreativität und Miteinander. Schülerinnen und Schüler gestalteten Taschen und Armbänder mit klaren Statements, setzten mit Sprayaktionen bunte Zeichen gegen Rassismus und boten ein internationales Buffet an. Zudem ging es sportlich zur Sache: Ein Aktionsstand lud zur sportlichen Begegnung beim „Kicken gegen Rechts“ ein oder man traf sich an einer überdimensionalen Tischtennisplatte. Zahlreiche weitere Aktionen zeigten eindrucksvoll, wie sehr die Schulgemeinschaft die Themen Respekt und Courage lebt.

Hintergrund Netzwerk “Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage”

Dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gehören bundesweit inzwischen mehr als 4.300 Schulen an. Alle beteiligten Schulen verpflichten sich, aktiv gegen Diskriminierung einzutreten und Projekte für ein respektvolles Miteinander zu gestalten. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass mindestens 70 Prozent der Schulgemeinschaft den Zielen zustimmen.

Mit dem Beitritt des Berufskollegs Kaufmännische Schulen in Bergisch Gladbach mit 88 % Zustimmung wächst das Netzwerk im Rheinisch-Bergischen Kreis weiter an, dem jetzt 22 Schulen angehören. Das Kommunale Integrationszentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises fördert den Austausch und die Vernetzung der Schulen im Kreisgebiet und berät diese auf ihrem Weg zu einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Weitere Informationen zum Netzwerk: schule-ohne-rassismus.org

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  1. Sehr gutes Zeichen, welches hier gesetzt wurde.
    Leider habe ich sowohl an dieser, als auch an anderen Schulen, die dieses Schild an der Tür hängen haben, viele Arten von Rassismus erlebt. Unter Schüler:innen, in der Lehrerschaft und auch Elternschaft.
    Daher sollte es nicht nur ein Aushängeschild sein, sondern ein stetiges Hinterfragen und kritisches Selbstreflektieren. U.a. habe ich am Berufskolleg als Bildungscoach und Kulturmittlerin zwischen einem Schüler und einem Lehrer so schlimme rassistische Äusserungen schlichten müssen, so dass ich vom Lehrer verlangt habe, sich bei seinem Schüler zu entschuldigen, da er sich unmöglich rassistisch gegenüber seinem Schüler verhalten hat. Daher freue mich sehr, wenn solches “Schild” Anlass dafür ist, dass die Sensibilisierung der gesamten Schulgemeinschaft stattfindet und stetig daran gearbeitet wird.
    Gutes Gelingen allen, die sich hier auf den Weg gemacht haben, um eine rassismusfreie Schulgemeinschaft anzustreben.

  2. Bravo! DAS ist die richtige Antwort auf die Versuche der Rechtsextremisten und Rassisten , die Jugend über TikTok und Instagram zu ködern.