An den beiden nächsten Wochenenden kommt auf den Verkehr in Bensberg, Overath und Rösrath sowie im weitem südlichen Umfeld eine große Belastung zu: Die A4 wird zwischen den Anschlussstellen Bensberg/Moitzfeld und Untereschbach komplett gesperrt, der Verkehr über Land geführt. Die Kommunen haben einige Vorkehrungen getroffen – dennoch befüchten einige Anwohner Schlimmes.

Die Arbeiten zur Abstützung der maroden Autobahnbrücke Untereschbach gehen in die letzte Phase, dafür wird sie von Freitag 22 Uhr bis Montag um 5 Uhr (12. bis 15.7.) komplett gesperrt. Am folgenden Wochenende (19. bis 22. Juli) wiederholt sich das Spektakel. Der Verkehr aus Richtung Köln muss also in der Anschlussstelle (AS) Bensberg die Autobahn verlassen, aus Richtung Olpe ist an der AS Untereschbach Schluss.

Dadurch wird vor allem die im Süden angrenzende Region bis in den Oberbergischen und in den Rhein-Sieg-Kreis belastet; aber auch im Nahbereich droht ein Verkehrschaos.

Die Autobahn GmbH organisiert gemeinsam mit den betroffenen Kommunen Umleitungen und eine Reihe von begleitenden Maßnahmen – räumt aber selbst ein, dass das kleinteilige Verkehrsnetz nicht in der Lage ist, größere Verkehrsmengen aufzunehmen. An den beiden Wochenenden sei „in einem großen Bereich (Bergisch Gladbach, Overath, Rösrath, Lohmar, Wiehl) mit vollen Straßen und Staus zu rechnen.

Weiträumige Umleitungen

Die erste und wichtigste Maßnahme ist es daher, den Verkehr schon weit vorher abzufangen und großräumig umzuleiten – lange Strecken über Landstraße und durch die betroffenen Orte eingeschlossen:

Wer aus Olpe kommt und Richtung Köln will, wird an der AS Bielstein mit einem rotem Punkt umgeleitet. Die Umfahrung erfolgt über die B56 bis Much, weiter über die L189 sowie B507 (Jabachstraße) und B56 (Zeithstraße) bis zur A3-Auffahrt Lohmar.

Wer aus Köln Richtung Olpe unterwegs ist wird vor dem Dreieck Heumar (A3/A4) sowie vor dem Kreuz Köln-Ost (A3) mit Wegweisern auf die Vollsperrung der A4 hingewiesen – und über die A3 in Richtung Frankfurt bis zur AS Rösrath geführt. Dort geht es dann runter von der Autobahn und über die L288 (Sülztalstraße) und B484 mitten durch Overath zur AS Overath und dort wieder auf die A4.

Lokale Umleitungen

Wer die weiträumigen Umleitungen ignoriert oder Ziele in der Nähe ansteuert, wird an den Vollsperrung ins lokale Netze geleitet.

Aus Köln kommend: Der Verkehr wird an der AS Bergisch Gladbach-Bensberg über die L195 (Friedrich-Ebert-Straße) und die K41 (u.a. Moitzfeld/Herweg/Löher Straße) zur L284 (Lindlaer Straße) nach Immekeppel geführt. Von dort aus können Ziele in Overath und Umgebung erreicht werden.

Aus Olpe kommend: Ab der AS Untereschbach führt die Umleitung über die L284 (u.a. Bahnhofstraße/Bergische Landstraße/Hauptstraße) in Richtung Rösrath-Hoffnungsthal.

Lokale Einschränkungen und Maßnahmen

Um den knappen Straßenraum optimal zu nutzen und Belastungen für die Anwohnerschaften zu reduzieren, haben die betroffenen Städte einige lokale Maßnahmen getroffen, die für den Nahverkehr wichtig sind:

Die K41 (u.a. Löher Straße/Herweg/Moitzfeld) wird auf Wunsch der Stadt Bergisch Gladbach zur unechten Einbahnstraße und ist nur von Moitzfeld in Richtung Immekeppel zu befahren. Zudem wird an beiden Wochenenden ein Halte- und Parkverbot eingerichtet.

Die Gemeindestraße Steinacker/Am Böckenbusch/Schmitzbüchel wird durch eine physische Sperrung für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Die L136 ist bis zum Abschluss der Arbeiten am Bauwerk weiterhin für den motorisierten Verkehr gesperrt. Zu Fuß und mit dem Rad bleibt die Unterquerung der A4 durch einen Fußgängerschutztunnel möglich.

Auch auf der Broicher Straße befüchten Anwohnende aufgrund von Erfahrungen von Sperrungen nach Unfällen ebenfalls eine Überlastung. Hier sind nach Angaben der Stadt Bergisch Gladbach aber keine Maßnahmen geplant – da sie nicht im Bereich der Vollsperrung oder der ausgeschilderten Umleitungsstrecken liege.

Um den Durchgangsverkehr von LKW fern zu halten wurden viele Straßen in Bergisch Gladbach und Refrath in den Navigationssystemen gesperrt.

Auch der Busverkehr in Overath und Bergisch Gladbach wird teilweise eingeschränkt, zudem sei mit Verspätungen zu rechnen – vor allem auf den Linien N47, 421, 454 und 455. Weitere Informationen gibt es kurzfristig beim RVK.

Hintergrund: Was genau wird an den Wochenenden gemacht?

Die Autobahn GmbH informiert ausführlich, wir dokumentieren die Informationen in Auszügen:

Seit März wird unterhalb des Bauwerks Untereschbach, welches die A4 über die L136 führt, eine Unterstützungskonstruktion aus Stahl aufgebaut. Das Traggerüst dient zur Abstützung der Brücke. Mit dieser kann sichergestellt werden, dass der Verkehr auf der Autobahn weiterlaufen kann und die Verkehrssicherheit gewährleistet ist.

An diesen Wochenenden wird das Gerüst final angepasst, um damit künftig die Lasten der Brücke aufnehmen zu können. Dazu muss das Bauwerk komplett schwingungs- und erschütterungsfrei sein. Das macht die Vollsperrungen der A4 notwendig.

Wieso finden die Sperrungen an (zwei) Wochenenden statt?

Die finale Einpassung der Unterstützungskonstruktion benötigt mehrere Tage. Um den Berufsverkehr auf der stark frequentierten A4 nicht zu beeinträchtigen, wurden in Abstimmung mit allen Beteiligten (Autobahn GmbH, Verkehrsbehörden, Kreise, Kommunen, Polizei und Rettungsdiensten) die beiden Wochenenden in den Sommerferien ausgewählt.

Was passiert mit der Brücke?

Die alte Brücke kann aus statischen Gründen nur als Ganzes abgebrochen werden. So sind insgesamt zwei Behelfsbrücken, eine je Fahrtrichtung, erforderlich. Die Errichtung der Behelfsbrücken erfolgt in zwei Schritten. Nachdem die Unterstützungskonstruktion steht, wird parallel zur alten Brücke die erste Behelfsbrücke aufgebaut. Auf dieser fährt grundsätzlich der Verkehr in Richtung Olpe. Für die zweite Behelfsbrücke muss zunächst die alte Brücke abgebrochen werden, damit die Behelfsbrücke für die Fahrtrichtung Köln eingehoben werden kann.

Die neue Brücke wird in zwei Hälften (zeitlich versetzt) gebaut, so dass die Behelfsbrücken nacheinander zurückgebaut werden können. Dadurch kann der Verkehr, abgesehen von den genannten Sperrungen, durchgehend während des Baus der neuen Brücke weiter auf der A4 verbleiben. Darüber hinaus werden während der kompletten Bauzeit mit wenigen Ausnahmen zwei Fahrspuren pro Fahrtrichtung auf der A4 aufrechterhalten.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Kann mich den anderen Kommentatoren nur anschließen!!
    Die K41 mutierte zur Rennstrecke. Wo 50 vorgeschrieben ist wurde – grade in den Abendstunden – mit mindestens 80 Sachen durchgeballert. Hier verstehe ich nicht, dass man es nicht schafft übers Wochenende an unterschiedlichen Punkten mal ne Blitze aufzustellen. Die Einbahnstraßenregelung wurde fröhlich ignoriert. Da hilft es auch nicht, dass ab und an mal die Rennleitung den mahnenden Zeigefinger gehoben hat.

  2. War ganz interessant.
    Keine zweispurigen Rennen, aber dafür bekamen Hauseigentümer im Stau vor der Haustür durch Wildpinkler kostenlos den Vorgarten gewässert.
    Umfahrung der Schranke in Immekeppel und Ignorieren der Einbahnstraßenregelung. Dummerweise gab’s für diese Schlauberger einen Stopp mit Belehrung und wahrscheinlich ein Scheinchen weniger im Portemonnaie.

    Viele meinten, die lärmgeplagten Anwohner mit ihre Super JBL Sound Stereoanlagen aus ihren Auto’ s erfreuen zu müssen. Vom Schlager über Disko und Orient war alles dabei.
    Teilweise klang es aber eher nach musikuntermalten Schmerzensschreien.

    Warum Motorradfahrer im Stau permanent mit dem Gasgriff, den Motor aufjaulem lassen müssen, erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich gehen die Dinger sonst aus, wenn die nur im Stand laufen.
    Interessant waren auch die Telefonate die aus den Freisprechanlagen dröhnten.
    Da, glaubte wohl eine eifersüchtige Ehefrau? nicht, dass der Ehemann? im Stau steht.
    War ganz lustig, unfreiwillig mithören zu dürfen.

    Den Geschwindigkeitsvogel schossen jedoch vor Staubeginn und nach Stauauflösung insbes. in der Nacht die schweren LKW ab. Da wackelten wortwörtlich die Wände wenn die befreit den Berg runter nach Immekeppel mal richtig laufen ließen.
    Aber Hut ab!
    Am allermutigsten fand ich die Radfahrer, die sich unter Umgehung des kombinierten Rad/ Fussweges mitten unter die genervten Autofahrer mischten und durch zeitweiliges Nebeneinanderfahren, wenn denn mal Bewegung in den Stau kam, die PKW wieder einbremsten.
    Mir tun echt die Menschen/ Anwohner in Lüdenscheid und Umgebung leid. Hier bei uns ist das teilweise lustige Trauerspiel nur an 2 Wochenenden, aber da…..

    1. Vielleicht sollten sich die leidgepglagten Anwohner mit einem Pittermänchen an die Straße setzen und den “Zoch” vorbeiziehen lassen. Laute und schräge Musik, vollgepinkelte Vorgärten. All das ist man doch hier von Brauchtumsveranstaltungen gewohnt. Mal von dem ganzen Müll der dabei in den Vorgärten landet abgesehen. Nur die Kamelle fehlen eben. Und es ist – hoffentlich – ein einmaliger Eingriff in die Ruhe der Anwohner. Da kann man es verschmerzen, wenn dann eben keine Kamelle fliegen (Ironiemodus aus!)

    2. Für die Wildpinkler könnte man eine Wildkamera aufhängen. Die hält dann alles fest, was man niemals wissen wollte. Oder gleich eine Webcam mit Lifestream, dann haben alle etwas davon.

  3. Dann warten wir mal, wie lange es dauert und die “unechte Einbahnstraße K41″ zur Ersatzautobahn bzw. zweispurigen Rennstrecke durch die Höhendörfer mutiert.

    Von der Autobahnrennleitung wurden ja dank Park- und Halteverbote sowie Einbahnstraßenregelung nun alle natürlichen Barrieren beseitigt.
    Sogar die Schlaglöcher, die seit Jahren keinen interessieren, wurden seltsamerweise endlich geflickt.

    Spannend wird’s dann, wenn ein Anwohner, für den die Einbahnstraßenregelung nicht gilt quasi als ” Geisterfahrer” entgegenkommt.

    Keine Ahnung, was sich bei den Planungen gedacht wird.
    Jedenfalls hat sich die Wunschplanung, dass die K41 nur den Verkehr aufnimmt, welcher die gesperrte L136 nicht über die A4 umfahren kann, in Luft aufgelöst.
    Die Leute stehen inzwischen lieber hilflos rumhupend im Stau auf der K41, weil sich ein Anwohner erdreistet hat, sich in eine Parkbucht zu stellen, als sich im langsam rollenden Verkehr auf der A4 fortzubewegen.

    Kleiner Tipp
    So eine mobile Radareinrichtung könnte an den beiden Rennwochenenden auf der neuen Rennstrecke K41 zur absoluten Gelddruckmaschine werden.
    Hab noch kein Schild im neuen Schilderwald gesehen, wo auch Temp 50 aufgehoben wird, damit der ” knappe Strassenraum optimal genutzt werden kann.”