Im internationalen Vergleich sind deutsche Anlegerinnen und Anleger zurückhaltend am Aktienmarkt. Welche vielversprechenden Renditechancen sie dadurch verpassen, erläutert Irina Masold von der Kreissparkasse Köln anhand des sogenannten Rendite-Dreiecks.

Nanu, was suggeriert denn da die Überschrift? Aktien, eine sichere Anlage? Ist das nicht eine gewagte These, zumal von einer seriösen Sparkasse? Was ist denn mit Kursschwankungen? Dem Insolvenzrisiko? Und dem Währungsrisiko?

Keine Sorge, niemals fiele es mir ein, Ihnen Risiken zu unterschlagen. Selbstverständlich gibt es Situationen, in denen Aktienanlagen die Verlustzone durchschreiten. Wer etwa den letzten Spargroschen an Seite legen möchte, diesen in Kürze aber wieder benötigt, wäre an der Börse wohl nicht optimal aufgehoben.

Breite Streuung und viel Zeit

Gleichwohl gibt es Konstellationen, in welchen Aktienanlagen ein hohes Maß an Verlässlichkeit für eine attraktive Rendite versprechen. Entscheidend dafür sind aus meiner Sicht vor allem zwei Faktoren: eine breite Streuung – und viel Zeit. Um das letztgenannte zu verdeutlichen, möchte ich Ihnen das Rendite-Dreieck vorstellen:

Diese Grafik wird jährlich vom Deutschen Aktieninstitut herausgegeben. Sie erschien erst vor wenigen Tagen druckfrisch für das zu Ende gegangene Börsenjahr 2024. Das Rendite-Dreieck veranschaulicht – in diesem Fall am Beispiel des deutschen Leitindex DAX – den durchschnittlichen jährlichen Ertrag bei einer monatlichen Geldanlage in DAX-Werte über einen beliebig kurzen oder langen Zeitraum innerhalb der vergangenen 50 Jahre.

7,8 Prozent beim „Führerscheinsparen“

Zur Verdeutlichung einige Beispiele: Wer das monatliche Sparen „auf den DAX“ 1996 begann und bis 2007 fortsetzte, erzielte eine jährliche Rendite von 7,1 Prozent. Wer 2003 ein Kind bekam und von da an bis zum klassischen Führerscheinalter im Jahr 2021 regelmäßig ansparte, kam sogar auf 7,8 Prozent. Wer hingegen 2008 begann und gleich 2009 – kurz nach der Lehman-Pleite – wieder ausstieg, machte ein Minus von 40,1 Prozent.

Auf diese Weise ist in dem Dreieck für jede mögliche Kombination von Start- und Endjahr seit 1975 die entsprechende jährliche Rendite abgebildet. Direkt ins Auge fällt dabei die Farbgebung: Negative Renditen sind rot, positive Renditen grün dargestellt.

Von tiefrot bis sattgrün

Wer die obere diagonale Seite des Dreiecks entlangfährt, wird hier sehr unterschiedliche Renditen feststellen: von tiefrot (-49,2 Prozent) bis hin zu sattgrün (+101,4 Prozent) ist alles dabei. Die Diskrepanz ist nicht verwunderlich, schließlich bildet diese Diagonale die Ein-Jahres-Zeiträume ab. Auf diesen sehr kurzfristigen Anlagehorizont bezogen, sind regelmäßig sehr hohe Schwankungen möglich.

Je weiter der Blick jedoch ins „Innere“ des Dreiecks wandert, desto konstanter grün werden die Renditen: Ab einem Anlagehorizont von 13 Jahren waren seit 1975 ausschließlich positive Renditen zu verzeichnen. Ab 20 Jahren Ansparen mitteln sich die meisten Renditen irgendwo zwischen 5 und 15 Prozent und ab 35 Jahren zwischen 6 und 8 Prozent.

Diese Beobachtung gilt übrigens nicht nur für die deutschen Börsenwerte: Bei den Dreiecken für den europäischen Index EURO STOXX 50 oder den Welt-Index für die Industrieländer MSCI World verteilen sich die Farben ganz ähnlich.

Das lässt den Schluss zu: Wer die eigene Geldanlage breit genug streut (der DAX etwa zählt derzeit 40 Unternehmen) und genügend Zeit mitbringt, hat sehr gute Chancen auf eine Rendite deutlich oberhalb von Spar- und Tagesgeldzinsen.

Vertrauen auf Wachstum und Innovation

Natürlich gilt: Diese Daten sind vergangenheitsorientiert und bieten insofern keine Garantie für eine entsprechende Renditeentwicklung in der Zukunft. Wer jedoch grundsätzlich auf ein funktionierendes Wirtschaftssystem vertraut, das weiterhin auf Wachstum und Innovation ausgerichtet ist und Krisen auf mittlere Sicht stets zu meistern versteht, für den- oder diejenige können Aktienfonds eine interessante Anlageform darstellen.

Zu beachten ist, dass es sich bei dem Rendite-Dreieck um eine vereinfachte Darstellung handelt, die zum Beispiel keine Kosten oder Steuern berücksichtigt. Welche konkrete Anlage zu jemandem passt, hängt daher letztlich immer von den individuellen Umständen ab. Wer sich näher für das Thema interessiert, ist herzlich eingeladen, sich bei unseren Beraterinnen und Beratern in den Filialen zu informieren oder auf einem beliebigen anderen Weg Kontakt aufzunehmen. Wir unterstützen Sie gern dabei, Ihre persönliche Geldanlage im „sattgrünen“ Bereich zu halten. 

Ihre

Irina Masold


Zur Person: Irina Masold ist Vermögensberaterin in der Regional-Filiale Bergisch Gladbach der Kreissparkasse Köln. 2017 startete sie bei dem Geldinstitut eine duale Ausbildung zur Bankkauffrau, bei welcher sie begleitend auch die Fachhochschulreife erwarb. Nach Stationen in verschiedenen Bergisch Gladbacher Stadtteilfilialen übernahm sie 2020 die Position als Privatkundenberaterin in der Regional-Filiale im Zentrum. Dort ist sie nach einer zwischenzeitlichen Weiterqualifikation zur Sparkassenfachwirtin nun in der Vermögensberatung tätig.

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  1. Oder man legt das Geld bei einer Direktbank an und erstellt einen Sparplan mit einem MSCI ETF oder etwas gestreut mit S&P und vielleicht dem Dax.

    Bei den Fonds muss immer berücksichtigt werden, dass dort eben aktive gemanaget wird, kann besser laufen, aber auch schlechter inkl. der manchmal 10-fachen Gebühr. (0,15 zu 1,5%)

    20 Jahre, 100€ pro Monat, 6% ergibt bei 24.000 Einzahlungen ca. 45.350 EUR
    1% Gebühr reduziert es bereits auf 40.600
    2% auf 36.400

    Ist die Marktrendite geringer als 6% vergrößert das den Unterschied nochmals, da die Gebühren bleiben.