Bürgermeister Frank Stein mit Andrea Habrunner und Sascha Keimer in der der Weihnachtsbäckerei. Das war der Auftakt zur Kampagne #verliebtinbergischgladbach. Foto: Stadt GL

Zum Valentinstag wird Bürgermeister Frank Stein auf dem Marktplatz ein Selfie-Herz enthüllen, zudem soll eine Menschen-Kette in Herzform gebildet werden. Hintergrund der Aktion ist eine Kampagne des Stadtmarketings unter dem Hashtag #verliebtinbergischgladbach. Sie ist vor allem in den sozialen Medien zu finden – dient aber einem strategischen Ziel.

Unter dem Motto „Die kleine Stadt mit dem großen Herzen“ lädt die Stadt Bergisch Gladbach dazu ein, am Freitag ab 16 Uhr gemeinsam auf dem Konrad-Adenauer-Platz zu feiern. Zum Valentinstag stünde in diesem Fall nicht die Liebe zweier Menschen im Mittelpunkt, sondern die Verbundenheit zur eigenen Stadt, so die Pressemitteilung der Stadt.

Für Begeisterung, so die Stadt, dürfte eine Enthüllung sorgen. Bürgermeister Frank Stein werde „ein großes Selfie-Herz“ präsentieren und damit ein sichtbares Zeichen der Liebe zu Bergisch Gladbach setzen. „Unsere Stadt besteht aus 25 Stadtteilen, die durch die Menschen, die hier leben, so lebenswert und liebenswert werden. Dieses Gefühl möchten wir am Valentinstag gemeinsam feiern“, erklärt Stein.

Ein „besonderes Highlight des Nachmittags“ werde die Bildung einer großen Menschenkette sein: Dazu werden alle Anwesenden eingeladen, das größte Herz der Stadt zu formen. „Dieses beeindruckende Symbol der Zusammengehörigkeit“ soll aus der Luft gefilmt werden – und so neuen Content für Instagram und andere soziale Medien liefern.

Für die Unterhaltung wurden die beiden Bands „Laut aber schief“ und „Zesamm“ gebucht, die mit „stimmungsvollen Klassikern und modernen Hits“ für Atmosphäre sorgen sollen. Auch das große und kleine Dreigestirn werden mitfeiern. Damit niemand das Happening verpasst, wird der Weg zum Markt in der Fußgängerzone ausgeschildert: „Für mehr Liebe hier entlang“.

Plätzenbacken und Selfies schießen

Diese Aktion ist das zweite sichtbare Ergebnis einer Kampagne des Stadtmarketings unter dem Schlagwort #verliebtinbergischgladbach. Bei der Premiere im Dezember hatte sich Bürgermeister Stein mit seinem eigenen Team und dem Social-Media-Team einen Nachmittag in die Backstube von Peter Lob gestellt, jede Menge Plätzchen und einige Videos produziert, die später auf der Instagram-Seite der Stadt zu sehen waren.

Hintergrund dieser Kampagne ist überraschenderweise ausgerechnet die kommunale Neugliederung – mit der vor 50 Jahren Bensberg und Schildgen zu Bergisch Gladbach gekommen waren. Da dieser Neuzuschnitt von Verwaltungsbezirken den meisten Bürgern fremd sei und gerade für Bensberg und Bergisch Gladbach eher schwierig war, habe sich die Stadt gegen eine herkömmliche Feier entschlossen, berichtet Daniela Fobbe-Klemm, die Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing.

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Zusammen, aber nicht vereint: Die Zwillingsstadt wird 50

Am 1. Januar 1975 ist Bergisch Gladbach um 42.000 Menschen größer geworden: Per Gesetz wurde Bensberg der Stadt zugeschlagen. Die 50 Jahren seither haben noch nicht gereicht, Bergisch Gladbach zu einer Einheit werden zu lassen. Aber die Fortschritte sollte man nicht kleinreden. Und Ideen entwickeln, wie sich die Zwillinge Gladbach und Bensberg noch näher kommen können.

Bei Überlegungen, was Bergisch Gladbach 50 Jahre nach der Neugliederung brauche, sei das Thema „Liebe zur Heimatstadt“ entdeckt worden, berichtet Fobbe-Klemm weiter. Das Team des Stadtmarketings habe die Kampagne #verliebtinbergischgladbach entwickelt, die dazu beitragen soll, die Verbundenheit der Bürger:innen mit ihrem Heimatort zu erhöhen. Bergisch Gladbach mit 25 Stadtteilen habe eine Menge zu bieten und sei eben nicht nur „ein Ort in der Nähe von Köln“.

Daher das Selfie-Herz, dass einige Wochen auf dem Konrad-Adenauer steht und dann durch die Stadtteile wandert. In der Hoffnung, dass sich jemand dadurch motiviert führt, ein Selfie zu schießen, ins Internet hochzuladen und damit auch für Bergisch Gladbach zu werben.

Harter Wettbewerb um Fachkräfte

Die Stadt verfolgt mit diesen Aktionen aber auch ganz handfeste Interessen. Im Wettbewerb um Nachwuchs- und Fachkräfte komme es immer mehr darauf an, dass die Stadt als Arbeitgeber in den sozialen Medien positiv besetzt sei, erläutert Fobbe-Klemm. Dafür müsse die Zahl der Follower auf den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen erhöht werden, was 2024 mit einer Verdoppelung der Nutzer-Zahlen bereits gut angelaufen sei.

Auf Facebook (8700 Follower) ist die Stadt schon lange präsent, seit gut zweieinhalb Jahren auch auf Instagram (3662 Follower) und seit wenigen Monaten auch im professionellen Netzwerk Linkedin (455)

Das Sachbudget für diese Aufgaben ist mit 95.000 Euro im Jahr relativ schmal, daher werden keine externe Aufträge vergeben. Für die Kampagne #verliebtinbergischgladbach sind in diesem Jahr rund 20.000 Euro eingeplant, die Kosten für das Event am Valentinstag sollen auf 1300 Euro für Gage, Luftballons und Werbematerial beschränkt bleiben.

Der Hauptaufwand für das Marketing ist somit der eigene Personaleinsatz. Insgesamt gibt es in der Abteilung Kommunikation und Marketing im Rathaus 6,5 Stellen: neben der Leitungsposition und dem Pressesprecher 1,5 Stellen in der Onlineredaktion und zwei halbe Stellen in der internen Kommunikation.

Und eben zwei halbe befristete Stellen für das Stadtmarketing und Social Media. Diese beiden Mitarbeiter:innen sind gut damit beschäftigt, die Kanäle vor allem mit bunten, positiv besetzten Inhalten zu bestücken.

In Sachen Pressearbeit und Marketing für die Stadt gibt es darüber hinaus vier weitere eigene Stellen in den Fachabteilungen: in der Personalabteilung, im Sachgebiet Mobilität, in der Stadtplanung sowie in der VHS.


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  1. Ich liebe an Bergisch Gladbach
    Die schnelle Erreichbarkeit von Köln und Umgebung. Mit einer guten Bus und Bahn Anbindung. Und sehr gute Krankenhäuser.

  2. Tolle Idee, das Selfie – Herz und die ganze Aktion “verliebt in Bergisch Gladbach”!
    Ich wohne seit 30 Jahren in dieser Stadt und sie ist mir als Heimat ans Herz gewachsen. Meine drei Kinder sind hier groß geworden und zwei von ihnen hat es nach dem Studium wieder hierher zurückgezogen. Das spricht ja nun für sich.
    Ich schätze an Bergisch Gladbach sehr, dass ich auf der einen Seite eine gute Infrastruktur habe mit Einkaufsmöglichkeiten, gute öffentliche Verkehrsanbindung innerhalb der Stadt und nach Köln, Schulen und ein vielfältiges Kulturangebot, auf der anderen Seite Grün und Wald direkt vor der Tür. Das ist für mich Lebensqualität.

  3. Besonders liebe ich an meiner Stadt die schöne Gronauer Waldsiedlung mit ihren vielen über 100 Jahre alten und zum Teil denkmalgeschützten Häusern, ihren schönen Gärten und vielen Bäumen.