Stephan Dekker wurde zum dritten Beigeordneten der Stadt Bergisch Gladbach gewählt. Foto: Thomas Merkenich

Der Streit um die Besetzung eines hochrangigen Postens in der Stadt hat sich in Luft aufgelöst: Stephan Dekker, der sein ganzes Berufsleben in der Verwaltung von Bergisch Gladbach verbracht hat, ist zum dritten Beigeordneten gewählt worden. Zum Schluss hatte der CDU-Mann keine Konkurrenz mehr – und wurde auch mit Stimmen von Grünen und/oder SPD gewählt. Und auch darüber hinaus gab es in der Ratssitzung einige personalpolitische Neuigkeiten.

Seit dem Rückzug von Harald Flügge (CDU) war einer von drei Posten in der Führungsebene der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach vakant – und eigentlich hatte Bürgermeister Frank Stein (SPD), unterstützt von Grünen und SPD, keine Chance gesehen, für eine Neubesetzung vor der Kommunalwahl im Herbst eine Mehrheit zu finden. Doch dann kam es anders.

Im vergangenen Herbst hatte die FWG, unterstützt von der CDU, die sofortige Ausschreibung des Postens durchgesetzt. Am Ende des formalen Bewerbungsverfahrens gab es offenbar mehrere geeignete Bewerber:innen – doch an diesem Dienstag stand nur ein einziger Kandidat im Stadtrat zur Wahl: Stephan Dekker, Mitglied der CDU, seit 37 Jahren Mitarbeiter der Stadtverwaltung, zuletzt Fachbereichsleiter und zudem von Stein eingesetzter kommissarischer Beigeordneter.

Zur Person: Stephan Dekker

… wurde vor 56 Jahren in Bensberg geboren und trat direkt nach der Schule 1988 in den Dienst der Stadt Bergisch Gladbach ein. Er ist seit 2007 Geschäftsführer der städtischen Service GL GmbH, war von 2010 bis 2020 zusätzlich Leiter des Büros des damaligen Bürgermeisters Lutz Urbach. Noch vor der Kommunalwahl 2020 war Dekker zum Leiter des Fachbereichs 7 (Umwelt & Technik) befördert worden. Vor acht Monaten war er von Stein zum kommissarischen Beigeordneten ernannt worden.  

Aus privaten Gründen wohnt Dekker zwar seit vielen Jahren in Montabaur und pendelt zur Arbeit nach Bergisch Gladbach. Er will jedoch in den nächsten Monaten seinen zweiten Wohnsitz in Bensberg nehmen. Ohnehin ist er hier auch ehrenamtlich vielfach engagiert: u.a. als Vorsitzender des Städtpartnerschaftsvereins Beit Jala und im Fußballverein FC Bensberg. 

Alle anderen Kandidat:innen hatten sich nach und nach aus dem Rennen zurückgezogen, der letzte Bewerber offenbar erst in dieser Woche.

Deutliche Mehrheit

Damit war die Wahl von Dekker nur noch eine Formsache, fiel in geheimer Abstimmung aber dennoch eindrucksvoll aus: 40 von 53 gültigen Stimmen entfielen auf den CDU-Mann, bei elf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Da die CDU selbst mit Unterstützung der FWG, AfD und drei Einzelabgeordneten nur auf maximal 27 Stimmen kommt, haben auch zahlreiche Vertreter:innen von Grünen und/oder SPD für Dekker gestimmt.

Damit ist Dekker nun als Dezernent für die Fachbereiche 4 (Bildung, Kultur, Schule und Sport), sowie 5 (Jugend und Soziales) auch regulär verantwortlich. Die Leitung des Fachbereichs 7 (Umwelt und Technik), die er bislang ebenfalls innehatte, wird er abgeben.

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Neuordnung der Stadtspitze mit Knalleffekt

Der Versuch der Opposition im Stadtrat, eine neue Verteilung der Verantwortlichkeiten der Beigeordneten zu erzwingen, hat eine überraschende Wende genommen: Bürgermeister Frank Stein kapert die Initiative und setzt den Umbau der Führungsetage der Verwaltung aus eigenen Stücken schon zum 1. November um. Dabei gibt der erste Beigeordnete Ragnar Migenda wichtige Fachbereiche ab.

Bürgermeister Stein gratulierte dem neuen Beigeordneten mit einer männlichen Umarmung und Lob: „Ich freue mich sehr für den überaus engagierten und fachlich versierten Kollegen, dass wir ihn heute zum Dezernenten gewählt haben. Ich kenne und schätze Stephan Dekker seit vielen Jahren und freue mich auf die Zusammenarbeit in meiner verbleibenden Amtszeit.“ Er wünsche Dekker im neuen Amt als Wahlbeamter „Erfolg, innere Ruhe und die Fähigkeit, auseinander zu halten, was man verändern kann und womit man klar kommen muss.“ 

Im Detail: Städtisches Spitzenpersonal und Verantwortlichkeiten

Bürgermeister Frank Stein ist für die Fachbereiche 2 (allgemeine Verwaltung) und 9 (Büro des Bürgermeisters) sowie die „Chefsachen“ Zanders und Großprojekte zuständig. Stein gehört der SPD an, war 2020 aber als gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen und FDP angetreten.

Stadtkämmerer Thore Eggert (Dezernat VV1) verantwortet FB 2 (Finanzen) und FB 8 (Immobilien mit Hochbau und StadtGrün) sowie zusätzlich FB 3 (Recht, Sicherheit und Ordnung) und FB 10 (Feuerwehr). Er ist auch für das Querschnittsthema Digitalisierung zuständig und leitet den städtischen Krisenstab. Eggert ist Mitglied der FDP.

Der 1. Beigeordnete Ragnar Migenda (Dezernat VV2) kümmert sich „nur“ noch um FB 6 (Stadtentwicklung, Bau und Mobilität) sowie neu um den FB 7 (Umwelt und Technik). Bei ihm liegt auch das Klimaschutzmanagement und die Kommunale Wärmeplanung. Migenda ist Mitglied der Grünen.

Stephan Dekker ist Leiter des Bürgermeisterbüros und Geschäftsführer der GL Service gGmbH

Stephan Dekker leitet das dritte Dezernat (VV2). Es wurde Ende 2024 neu gebildet. Er gab die bisherigen FB 3, 7 und 10 ab und beaufsichtigt nun die FB 4 (Bildung, Schule, Kultur, Sport) sowie 5 (Jugend und Soziales). Dekker ist Mitglied der CDU.

CDU sieht ihr traditionelles Recht bestätigt

Für die CDU ist die Wahl ihres Parteimitglieds Dekker „mehr als ein Achtungserfolg“, verkündete sie unmittelbar nach der Wahl in einer Pressemitteilung. Obwohl stärkste Fraktion im Rat, habe sie „in wichtigen Entscheidungen lange Zeit immer wieder das Nachsehen“ gehabt.

Mit der Wahl Dekkers ist die CDU nun wieder für weitere acht Jahre im Verwaltungsvorstand vertreten. Ein Recht, das der größten Fraktion traditionell zustehe, zuletzt aber von Rot-Grün in Abrede gestellt worden sei, erklärte die CDU.

Nach der Wahl von Stein zum Bürgermeister und dem Antritt der damaligen Ampel-Koalition 2020 war der Verwaltungsvorstand mit Thore Eggert (FDP) und dem neuen Beigeordneten Ragnar Migenda (Grüne) neu besetzt worden. Die CDU war weiterhin mit Harald Flügge in dem Vierer-Gremium vertreten; dieser hatte sich aufgrund seiner Erkrankung aber nach und nach zurückgezogen.

Dekker habe zurecht das Vertrauen der Mehrheit des Stadtrats erhalten, betonte Fraktionschef Michael Metten. Für ihn spreche nicht nur seine Expertise, sondern auch das große Vertrauen, das er sich im Rathaus und in der Politik erarbeitet habe. Dass er für seine Kandidatur auch die Unterstützung von Bürgermeister Stein erhalten habe, sei für Dekkers Erfolg wichtig, „aber auch folgerichtig“ gewesen.

„Die CDU-Fraktion ist stolz darauf, dass zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren ein Laufbahnbeamter aus dem städtischen Rathaus zum Wahlbeamten aufsteigt“, sagte Metten. Zuvor seien nur Externe zum Zuge gekommen.

Weitere Personalia aus dem Stadtrat

Zu Beginn der Sitzung gab Bürgermeister Stein einige weitere personelle Neuigkeiten aus Verwaltung und Stadtrat bekannt.

Sascha Inderwisch, Leiter des Bürgermeisterbüros und damit des Fachbereichs 9, verlasse die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach und arbeite künftig bei der Stadt Leverkusen, als Leiter des Fachbereichs Finanzen. Inderwisch gehörte wie Dekker dem nahen Umfeld von Ex-Bürgermeister Lutz Urbach an und war von Stein übernommen worden. Stein bedankte sich bei Inderwisch jetzt für die hervorragende Zusammenarbeit und zitierte Wolfgang Bosbach: „Wir gehören zwar unterschiedlichen Firmen an, arbeiten aber auf der gleichen Baustelle“.

Gabriele von Berg, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, habe ihr Ratsmandat und damit auch den Vorsitz des Sozialausschusses niedergelegt. Für sie rücke Frank Reiländer nach, den Ausschussvorsitz übernimmt Thomas Hildner. Stein lobte von Bergs Arbeit als Ausschussvorsitzende; ohne sie wären manche Dinge wie die Rettung des Cafés Grenzenlos nicht möglich gewesen.

Iro Hermann, teilte Stein weiter mit, habe im März die Fraktion der „Bergischen Mitte“ verlassen, die nur aus Hermann und Fabian Schütz bestanden hatte. Damit sei die Fraktion aufgelöst, Hermann und Schütz gehören dem Rat als Einzelmitglieder an, verlieren mit dem Fraktionsstatus höhere Aufwandsentschädigungen und das Recht, sachkundige Bürger zu benennen.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. “Traditionelles Recht der CDU”?

    Die CDU feiert ihre Personalentscheidung wie ein rheinisches Brauchtum – mit dem arroganten Verweis auf ein angeblich „traditionelles Recht“, als würde es irgendwo in der Verfassung oder Gemeindeordnung zwischen gläbbischer Karnevalsordnung und bergischem Zapfenstreich stehen.

    Doch was hier zelebriert wird, ist nicht “Tradition”, sondern die Kunst des politischen Filzes in Reinform. Hier wird offen zur Schau gestellt, dass es nicht um demokratische Prozesse, Sachfragen oder Kompetenz geht, sondern um den Erhalt alter Machtstrukturen – gewürzt mit einem kräftigen Schuss Selbstzufriedenheit und parteipolitischem Größenwahn.

    Auch wenn die CDU bei der letzten Wahl in Bergisch Gladbach noch ca. 32 % erreicht hat, hat sie offenbar nicht bemerkt, dass sie 2014 noch 10 % mehr nur in Bergisch Gladbach hatte (42,82 %). Auch ihre Umfragewerte sinken deutlich ab. Wenn wir dies auf Bergisch Gladbach umrechnen würden, würde sie bei der nächsten Kommunalwahl möglicherweise unter 30 % landen – was weit entfernt ist von den knapp 42 % bei der Kommunalwahl 2009. Damit ist die Union immer noch sehr stark, aber der Wind hat sich gedreht, der Ton wird schärfer, und die CDU ist weit davon entfernt, die “traditionelle Stimme des Volkes in Bergisch Gladbach” zu sein – denn diesen „mythischen“ Bonus hat sie längst verloren. Und trotzdem setzt die CDU auf „weiter so wie immer – schon aus Tradition“!

    Kleiner Hinweis: Ein „traditionelles Vorschlagsrecht für kommunale Beigeordnete“ steht in keinem Gesetz – aber wer braucht schon Demokratie, wenn man jahrzehntelange Gewohnheiten hat?

    Dass dann auch noch Personen mit umstrittenen Entscheidungen aus ihrer Vergangenheit und maximalem Vertrauensdefizit bei der Opposition in ein wichtiges Amt gehievt werden – manchmal auch mit den Stimmen von SPD oder Grünen – ist der eigentliche politische Offenbarungseid. Wer braucht noch andere Parteien, wenn sich die „mächtigen“ demokratischen Parteien beim Postenschach freiwillig selbst demontieren?

    Für viele Bürger:innen ist das sicher kein politischer Kompromiss, sondern ein Faustschlag ins Gesicht – und zwar einer, der das Vertrauen in die demokratische Kultur massiv beschädigt. Genau durch solche Entscheidungen, flankiert von selbstgerechtem Schulterklopfen, entsteht Politikverdrossenheit – und der Raum, in dem Rechtsextreme gedeihen.

    Diese Woche und diese schwere Hypothek sind damit wohl einer der Tiefpunkte in der jüngeren politischen Geschichte dieser Stadt. Viele Menschen wollen keine Machtspielchen im Hinterzimmer – sie wollen eine echte demokratische Erneuerung: transparent, verantwortungsvoll, “fundiert wertebasiert”. Denn wer sich weiter an alten „traditionellen“ Seilschaften festklammert, darf sich nicht wundern, wenn die nächste Kommunalwahl zum Denkzettel wird – und die AfD in bundesweiten Umfragen mehr Unterstützung als die CDU erhält.


    Um dem „Disclaimer“ der Redaktion zuvorzukommen, stelle ich fest, dass auch dieser Kommentar eine rein private und menschliche (ohne KI geschriebene) Meinungsäußerung und keine Pressemitteilung einer Partei ist. Über meine aktive Rolle bei der Partei Die Linke in der Region können sie sich durch Klick auf den Namen über den Kommentar umfassend inkl. Ämter, Mandate, politischen Lebenslauf und Daten informieren.

    1. Hallo Herr Santillán, welche Entscheidungen (ich zitiere: “Dass dann auch noch Personen mit umstrittenen Entscheidungen aus ihrer Vergangenheit”) meinen Sie? Und noch eine kurze Anmerkung: Entscheidungen können nie in der Zukunft liegen, dann sind es erstmal Absichten.

      1. @Anno Nüm
        Mit Herrn Stephan Dekker habe ich politisch und persönlich äußerst negative Erfahrungen gemacht. Es handelt sich dabei um eine ganze Reihe von Vorgängen, die teilweise auch in der Presse thematisiert wurden.

        Meine ersten Berührungspunkte mit ihm betrafen seine unwahren Aussagen zum Thema 1-Euro-Jobber. Damals war er Geschäftsführer der GL-Service gGmbH, und es ging um den Vorwurf, dass Menschen im Rahmen solcher Maßnahmen zum Plakateaufhängen für die CDU gezwungen wurden.

        Was folgte, waren einige weitere problematische Vorfälle – hier nur einige besonders gravierende Beispiele: Herr Dekker hat mich öffentlich einer Straftat bezichtigt, ohne dafür je Beweise vorzulegen. Seine Anschuldigungen waren offensichtlich aus der Luft gegriffen.

        Während meiner Zeit als Mitglied des Stadtrats hat er mich und meine linken Kolleg:innen aus unserem Büro im Rathaus verwiesen – in dem Moment, als er für seine CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel den roten Teppich vor dem Rathaus ausrollte. Dieser Vorfall wurde vor dem Verwaltungsgericht verhandelt. Das Gericht entschied gegen die Stadtverwaltung – eine klare Niederlage für den damaligen Bürgermeister und seinen engen Vertrauten Stephan Dekker.

        Dies war nicht die einzige juristische Auseinandersetzung. Auch darüber hinaus erinnere ich mich an weitere Vorfälle, die ein schlechtes Licht auf ihn werfen.

        Wenn Sie Informationen zu weiteren Vorgängen wünschen, können Sie mich gerne kontaktieren – auf Wunsch auch anonym. Ich bin bereit, meine Erfahrungen zu teilen.

        Um dem „Disclaimer“ der Redaktion zuvorzukommen, stelle ich fest, dass auch dieser Kommentar eine rein private und menschliche (ohne KI geschriebene) Meinungsäußerung und keine Pressemitteilung einer Partei ist. Über meine aktive Rolle bei der Partei Die Linke in der Region können sie sich durch Klick auf den Namen über den Kommentar umfassend inkl. Ämter, Mandate, politischen Lebenslauf und Daten informieren.

  2. Dann kann sich F. Schütz ja nun endlich mal auf eine ratsfreie Zeit einstellen und evtl. einen Job annehmen. Ein paar Jahre bis zur Rente hat er ja nun doch noch.

    Das sollte bei der Kommunalwahl wieder weniger Zerstückelung bei den kleinen bringen.
    CDU/Grüne/SPD/Linke/AfD/FWG/FDP, meine prognostizierte Reihenfolge.

    1. @Sam Urai
      Sie sollte das nicht unterschätzen. In der Vergangenheit haben sich manche politische Akteure als äußerst wandlungsfähig und kreativ darin erwiesen, ihr politisches Überleben zu sichern.

      Ein Beispiel ist Herr Schütz: Sein Weg führte von der “Kiditiative” über die “Demokrative” zur “AfD” – und zuletzt gemeinsam mit anderen ehemaligen AfDlern zur „Bergische Mitte“. Andere wechselten etwa von der FDP zu den Freien Wählern, oder von Die Linke über Bündnis 90/Die Grünen zur Bürgerpartei GL. Die Liste ließe sich fortsetzen.

      Gerade Herr Schütz hat sich hier besonders „flexibel“ gezeigt – und es tatsächlich fast geschafft, sein politisches Kapitel als AfD-Fraktionsvorsitzender und Mitarbeiter eines AfD-Bundestagsabgeordneten in weiten Teilen der Stadtgesellschaft fast vergessen zu machen. Als hätte es diese Zeit nie gegeben und alles sei “demokratische regionale Mitte” und der nette rechte Politiker von nebenan. Die “Bergische Mitte” war das nie!

      Dass andere Parteien bereit sind, solche Entwicklungen stillschweigend zu akzeptieren oder gar zu integrieren, ist bedenklich, aber natürlich geht es im Stadtrat manchmal nur eine eine einzige Stimme zur Mehrheit. Das vergessen einige gerne die politische Vergangenheit von diesen Stimmen.

      Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass wir Herrn Schütz nach der nächsten Kommunalwahl in neuen “Outfit” im Stadtrat wiedersehen.

      Ein kritischer Blick bleibt notwendig und sie können sicher sein, dass Die Linke den haben wird und die Ex-AfDler im Auge behalten wird, denn es hate ja einen Grund, warum sie nicht nur bei der AfD Mitglied waren, sondern auch zentrale Funktionen bekleidet haben.

      Um dem „Disclaimer“ der Redaktion zuvorzukommen, stelle ich fest, dass auch dieser Kommentar eine rein private und menschliche (ohne KI geschriebene) Meinungsäußerung und keine Pressemitteilung einer Partei ist. Über meine aktive Rolle bei der Partei Die Linke in der Region können sie sich durch Klick auf den Namen über den Kommentar umfassend inkl. Ämter, Mandate, politischen Lebenslauf und Daten informieren.

    2. @Sam Urai
      Wir können davon ausgehen, dass der Stadtrat von Bergisch Gladbach auch in Zukunft politisch vielfältig und bunt zusammengesetzt sein wird. Die Linke wird erneut zur Kommunalwahl antreten – motiviert durch ein respektables Bundestagswahlergebnis von 7,26 % in Bergisch Gladbach und derzeit steigende Umfragewerte.

      Diese Entwicklungen stimmen uns zuversichtlich, eine starke, junge und weiblich geprägte Fraktion in den Stadtrat bringen zu können.

      Voraussichtlich wird Die Linke auch mit einer eigenen Bürgermeisterinkandidatin ins Rennen gehen.

      Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass auch andere Gruppierungen versuchen werden, wieder in den Stadtrat einzuziehen – darunter womöglich bekannte alte Akteure aus AfD, „Bergische Mitte“ oder „Bürgerpartei GL“. Ob und in welcher Form sie erneut antreten, bleibt abzuwarten.

      Ein Blick auf die Bundestagswahlergebnisse zeigt: CDU, AfD und FDP kamen zusammen auf rund 49,5 %. Das deutet auf die Möglichkeit einer konservativen bis rechten Mehrheit hin – insbesondere, wenn wahrscheinlich die neue Partei BSW zusätzliche Stimmen beisteuert. Ihre 3–4 % könnten im kommunalen Kontext den Ausschlag geben.

      Doch eine Kommunalwahl folgt oft anderen Gesetzmäßigkeiten: SPD, GRÜNE und Die Linke kamen gemeinsam ebenfalls auf etwa 44 %. Dazu kommen regionale Parteien und Wählergemeinschaften, die bei lokalen Themen stark punkten können.

      Alles ist offen.

      Um dem „Disclaimer“ der Redaktion zuvorzukommen, stelle ich fest, dass auch dieser Kommentar eine rein private und menschliche (ohne KI geschriebene) Meinungsäußerung und keine Pressemitteilung einer Partei ist. Über meine aktive Rolle bei der Partei Die Linke in der Region können sie sich durch Klick auf den Namen über den Kommentar umfassend inkl. Ämter, Mandate, politischen Lebenslauf und Daten informieren.

  3. „Bürgermeister Stein gratulierte dem neuen Beigeordneten mit einer männlichen Umarmung“ – quoi?

  4. Ich hab jetzt 4 x Stefan Decker in verschiedenen Positionen. Derb 1. April ist doch eigentlich vorbei!?

    1. Welche Positionen meinen Sie?
      Wie ich den Text lese, ist Herr Dekker aktuell der Leiter des Fachbereichs 7 (Umwelt und Technik) und nimmt kommissarisch die Funktion eines “Beigeordneten und Dezernenten” wahr; damit unterstehen ihm die Fachbereiche 4 (Bildung, Kultur, Schule und Sport) und 5 (Jugend und Soziales). Folglich komme ich auf zwei Positionen.
      Künftig wird er ausschließlich als Beigeordneter und Dezernent tätig sein.

    2. Hallo Herr Havermann, was meinen Sie mit “Ich hab jetzt 4 x Stefan Decker in verschiedenen Positionen.” ?

    3. Im heutigen Newsletter gibt es vier Personal-Nachrichten, die sich alle im aktuellen Bericht aus der Ratssitzung befinden. Daher verlinken wir aus dem Newsletter viermal auf denselben Artikel. Wenn Sie etwas weiter runterblättern finden Sie nicht nur Stephan Decker, sondern auch die weiteren Personalia.

  5. Warum wollen Parteien im Verwaltungsvorstand vertreten sein?
    Beim Bürgermeister mag das vielleicht aufgrund repräsentativer Tätigkeiten vielleicht noch interessant sein.
    Aber die Bürger wollen doch einfach nur die besten Leute für diesen Posten, egal welcher Partei zugehörig.

    Ob man den anderen Kandidaten wohl freundlich mitgeteilt hat, dass sie eh keine Chance haben, weil der Partei-Kandidat gewählt wird?

    1. Die Beigeordneten sind kommunale Wahlbeamte (vgl. § 71 Abs. 1 Gemeindeordnung NRW), die durch den Stadtrat gewählt werden. Da wird jedes Ratsmitglied diejenige kandidierende Person wählen, die verspricht, die Interessen und Werte der eigenen politischen Richtung zu verfolgen bzw. zu vertreten.
      Eine Mitteilung an die übrigen Kandidatinnen und Kandidaten dürfte entbehrlich sein, weil sie über die sich abzeichnenden Mehrheitsverhältnisse ohnehin informiert sein sollten.

      1. Und genau aus diesem Grund zieht dann der eine oder andere Kandidat seine Bewerbung zurück. Eine Ablehnung in einer “Kampfabstimmung” ist ja auch keine Reputation für die eigene, derzeit innegehabte/ innehabende Position in einer anderen Kommune.