Das Areal am Stadion verfügt über zahlreiche Fläche, die nicht oder nur schlecht genutzt werden. Oben rechts das Belkaw-Stadion, unten rechts der Obi Baumarkt. Foto: Ratsinfosystem GL

Das Projekt, auf dem alten Ascheplatz an der Paffrather Straße ein Flüchtlingsheim zu bauen, ist vom Tisch. Stattdessen sollen auf dem Areal neben dem Belkaw-Stadion nun insgesamt fünf Sportflächen neu geschaffen oder ertüchtigt werden. Damit sollen nach Ansicht der Stadtverwaltung auch Flächen kompensiert werden, die beim Neubau der IGP für den Sport wegfallen.

Für den Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport hat die Stadtverwaltung sehr kurzfristig einen umfangreichen Beschlussvorschlag vorgelegt: Demnach soll zunächst der alte Ascheplatz nach der Schadstoffsanierung in ein normgerechtes Kunstrasenfeld verwandelt werden. Dabei bleibe aber noch Platz für einen multifunktionalen Bereich zum Beispiel für Basketball, Rollsportarten, Fahrradprüfungen oder ähnliche Aktivitäten erhalten. Dieser Bereich soll so gestaltet werden, dass er bei Großveranstaltungen auf dem Gelände als Stellfläche für 50 bis 60 PKW genutzt werden kann.

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Darüber hinaus soll ein vorhandener, aber nur schlecht zu nutzender Rasennebenplatz plus Nebenflächen ebenfalls in eine multifunktionale und allgemein zugängliche Sportstätte entwickelt werden. Und auch der vorhandene Basketballplatz mit einer zugehörigen Weitsprunganlage sowie eine Nebenfläche mit Kugelstoßanlagen sollen auf Vordermann gebracht werden.

Zur Erinnerung

Stein zieht Plan für Unterkunft am Stadion zurück – und schlägt Alternative vor

Angesichts der Vorbehalte der CDU und des Sports sowie eines neuen Angebots kassiert Bürgermeister Frank Stein den Plan für eine große Flüchtlingsunterkunft auf dem Ascheplatz ein – um eine Spaltung der Stadtgesellschaft und eine Eskalation der Debatte zu verhindern. Stattdessen will die Stadt ein leerstehendes Mietshaus an der oberen Hauptstraße anmieten und für Geflüchtete umbauen.

Aus dem Titel der erst am Mittwoch veröffentlichten Vorlage geht hervor, dass diese Maßnahmen auch einer Kompensation „zum temporären Verzicht auf die Sportstätten an der IGP zur Sicherung von Flächen für den Schulbau“ dienen sollen.

Für den Umbau des Ascheplatzes stehen im Haushalt der Sportverwaltung für das laufende Jahr bereits 600.000 Euro bereit, heißt es in der Vorlage. Zudem hätten sich Vereine, die von dem wieder nutzbaren Platz profitieren, eine Kostenbeteiligung in Aussicht gestellt. Dann noch fehlende Mittel sollten aus dem Haushalt 2026 oder aus Förder- und/oder Sponsorengelder kommen.

Die weiteren Projekte sollen Schritt für Schritt umgesetzt werden, finanziert ebenfalls entweder aus Drittmitteln oder dem städtischen Haushalt für die kommenden Jahre.

In der Vorlage beschreibt die Verwaltung die zur Verfügung stehende Fläche am Stadion und rund um die Gebäude des Rheinischen Turnerbunds wie folgt (siehe auch Foto oben):

Sportfläche A (Alter Tennenplatz) – ca. 8.500m²
Der belastete Tennenplatz soll im November schadstoffsaniert werden. Um die Sanierung möglichst effizient und für eine Folgenutzung förderlich durchführen zu können, benötigt die mit der Sanierung befasste Abteilung bis August eine Rückmeldung, welche Folgenutzung angedacht wird.

Sportfläche B (Rasennebenplatz) – ca. 5.500m²
Der Rasennebenplatz kann seit Jahren nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Aus Kostengründen konnte bei der Errichtung des Haupt-Kunstrasenspielfeldes der Aushub nicht vollumfänglich entsorgt werden, weshalb dieser Boden (unbelastet) auf dem Rasennebenplatz verteilt und mit einer neuen Einsaat versehen wurde. Bei dem Aushub handelte es sich aber nicht um reinen Mutterboden, weshalb der Boden teilweise uneben und mit Steinen versehen ist. Die Fläche verfügt über keine Möglichkeit zur Bewässerung, was den Betrieb in den Sommermonaten zusätzlich einschränkt.

Sportfläche C (Nebenflächen) – ca. 2.500m²
Hierbei handelt es sich um eine Wiese mit Böschung. Die Fläche dient überwiegend als Aufenthaltsfläche. Auf den 2.500m² befindet sich zusätzlich eine Kugelstoßanlage, die bei größeren Wettkämpfen zum Einsatz kommt.

Sportfläche D (Basketballplatz mit Weitsprung) – ca. 1.050m²
Die Freizeitsportfläche wird durch die Nutzenden täglich rege besucht. Insbesondere in den Abendstunden und an den Wochenenden treiben hier verschiedenste Gruppierungen zahlreich Sport. Auf der Fläche befindet sich neben dem Basketballspielfeld noch ein Fuß-Volleytisch und mehrere Weitsprunganlagen.

Die Vorlage wird in der Ausschusssitzung am Mittwoch (11.6.) vorgelegt und zum ersten Mal debattiert, bevor sie in weiteren Ausschüssen beraten und vom Rat Anfang Juli beschlossen werden soll.

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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Bei der Sanierung sollten die Wegebeziehungen rund um die Plätze verbessert werden. Es fehlt ein direkter (Fuß-)Weg vom S-Bahnhof zur Südseite des Stadions. Auch eine Anbindung des OBI-Parkplatzes sowie ein südwestlicher Eingang zum Gelände (Am Stadion Ecke Jakobstraße) wären sinnvoll.

    Sportflächen und die Unterbringung von Geflüchteten dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es ist gut, dass die Plätze (besser) nutzbar gemacht werden – und ich hoffe sehr, dass auch für die Errichtung neuer Unterkünfte geeignete zentrumsnahe Flächen gefunden werden!

  2. Breitensport gegen Flüchtlingsintegration… Hier sehen wir ein wahrhaft glänzendes Beispiel, wie die relevanten gesellschaftlichen Themen gegeneinander ausgespielt werden. Das nennt sich vielleicht politisches Geschick, führt jedoch unaufhaltsam zum Zerfall des sozialen Fortschritts. Fast hätte ichs übersehen: Der ist ja auch nicht wirklich gewollt. Oder? Jedenfalls nicht von den Mächtigen… MfG ein Untertan und Christ, Dieter Richter, Bergisch Gladbach