Tülay Durdu ist Landtagsabgeordnete der SPD. Foto: SPD

Die SPD-Landtagsabgeordnete Tülay Durdu zeigt sich enttäuscht über eine ausweichende Antwort der Landesregierung auf ihre Kleine Anfrage zum drohenden Stellenabbau beim Unternehmen Isover in Bergisch Gladbach. Nach Angaben des Unternehmens sollen rund 160 Arbeitsplätze abgebaut werden, um die Produktion von Glaswolle künftig nach Speyer zu verlagern.

Wir veröffentlichen einen Mitteilung von Tülay Durdu, MdL

„Die Antwort der Landesregierung zeigt leider sehr deutlich: Schwarz-Grün schaut in Düsseldorf einfach zu, statt den Menschen vor Ort zu helfen“, kritisiert die SPD-Landtagsabgeordnete Tülay Durdu. „Es ist ernüchternd, dass es weder Kenntnisse über frühere Förderungen gibt noch eigene Initiativen der Landesregierung zur Sicherung des Standorts oder zum Erhalt der Arbeitsplätze.“

+ Anzeige +

Laut Antwort der Regierung war das Land über die Verlagerungspläne nicht im Vorfeld informiert. Konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigten oder zur Sicherung des Industriestandorts Bergisch Gladbach wurden nicht genannt.

Mehr zum Thema

Isover: „Kämpfen für den Standort Bergisch Gladbach“

Auf einer Demonstration vor dem Isover-Werksgelände in Bergisch Gladbach wehren sich Mitarbeitende, Betriebsrat und Gewerkschaft gegen den angekündigten Verlust von 160 Arbeitsplätzen. Solidarität erfahren die Betroffenen dabei auch aus der Politik. In der Belegschaft herrscht eine Stimmung aus Wut, Trauer und Sorge. Schon Mitte Juli soll mit der Produktion von Glaswolle, die in Bergisch Gladbach erfunden worden war, Schluss sein.

Durdu betont, wie wichtig eine aktive Industriepolitik für die Region sei: „Nordrhein-Westfalen kann nicht Industrieland bleiben, wenn selbst langjährig erfolgreiche Standorte wie in Bergisch Gladbach aufgegeben werden. Der Verlust von 160 Arbeitsplätzen trifft nicht nur die betroffenen Familien hart – es ist auch ein Warnsignal für unseren Standort insgesamt.“

Die SPD-Abgeordnete fordert die Geschäftsleitung von Isover auf, Fördermöglichkeiten zur Standortsicherung zu prüfen und auszuschöpfen. „Alle Möglichkeiten zur Investitionsförderung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen müssen jetzt auf den Tisch. Die Landesregierung sollte dabei aktiv unterstützen, nicht nur abwarten.“

Durdu kündigte an, sich weiterhin für die Beschäftigten bei Isover starkzumachen. „Ich erwarte mehr Einsatz von der Landesregierung. Sie muss gemeinsam mit den Sozialpartnern nach Lösungen suchen. Gute Industriearbeitsplätze dürfen nicht einfach sang- und klanglos verschwinden.“

Dokumentation

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

8

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ich gehe davon aus Glaswolle kommt in Zukunft aus China.
    Das haben wir uns alle selber eingebrockt.
    Dafür ist Deutschland bald Klimaneutral.
    Die neue Seidenstraße macht’s möglich das es so kommen wird war schon lange zu erkennen.

    1. Mineralwolle für den hiesigen Markt wird nach wie vor hauptsächlich in Deutschland und Europa hergestellt, im Fall von Isover an den drei anderen deutschen Produktionsstandorten. Ähnliches gilt für die übrigen großen Anbieter von Mineralwolle wie Rockwool, Ursa und Knauf.

      Ein Import aus China dürfte auch wenig wirtschaftlich sein, da große Volumina mit verhältnismäßig geringem Wert pro Kubikmeter über sehr weite Strecken transportiert werden müssten. Deshalb achten die Hersteller (wie auch viele andere Baustoffhersteller) auf möglichst kurze Wege zwischen Produktion und Einsatzort. Die international agierenden Konzerne wie Ursa und Rockwool gründen in der Regel regionale Standorte, wenn sie in einen neuen Markt einsteigen. Wenn Mineralwolle importiert wird, dann meist aus Osteuropa.

      1. Dass die Chinesen Mineralwolle produzieren und auch hier anbieten, heißt nicht, dass sie in diesem Segment bedeutende Marktteilnehmer auf dem inländischen Markt wären.

  2. “Tülay Durdu kritisiert fehlendes Interesse für Isover”
    Ist es möglich, dass genau das Gegenteil zutrifft?
    Wenn wir Arbeitsplätze haben wollen, muss es Unternehmer (und Unternehmen) geben. Diese müssen unternehmerische/ wirtschaftliche Entscheidungen treffen und unrentable Bereiche aufgeben können.
    Was wäre die Alternative und das von Frau Durdu angestrebte Ergebnis?
    Soll ISOVER die unrentablen Bereiche bedingungslos behalten müssen und dadurch womöglich in die Insolvenz geraten? Oder soll es eine staatliche Förderung – und damit eine Wettbewerbsverzerrung – geben?

  3. Es wird Zeit, zum Thema Isover mal eine Bilanz aufzumachen.
    Habenseite: 160 Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen, welche sich nicht nur aus betriebswirtschaftlichen Gründen im Sinkflug befinden, sondern auch der Schere der Bundesfinanzpolitik zum Opfer fallen.
    Sollseite: eine der größten Dreckschleudern im Bergischen Land, welcher die höchste Lebensqualität des Menschen, nämlich gesunde Luft zum Atmen, seit Jahrzehnten auf eine Weise vermindert hat, dass es niemand mehr wahr nimmt. Windkrafträder werden als Sörungen des Landschaftsbildes empfunden, ein 100 m hoher Schornstein ist ok? Ich freue mich auf den Tag, wo dieser gesprengt wird.
    Danach tritt der Zanderseffekt ein: ein wertvolles Gelände in der Innenstadt wird wieder der Allgemeinheit zu geführt.
    Nun mag sich jeder selbst ausrechenen, wie eine Gewinn- und Verlustrechnung nach einer Schließung von Isover aussehen könnte. Was die 160 Arbeitsplätze anbetrifft, gibt es doch auch positive Beispiele, wie die Menschen dahinter, gut versorgt werden könnten. Gegen satte Abfindungen hatte bisher doch noch nie jemand etwas einzuwenden gehabt. Oder?

    1. Die wenigsten wissen, wie schädlich die Produktion ist. Hinter dem Werk Richtung Busbahnhof ist die Feinstaubbelastung mit eine der höchsten in NRW, das wird durch den Westwind alles schön in die Stadt geblasen. Gut, dass das bald vorbei ist. Das unrentable Werk wird wie bei Zanders in zwei Schritten geschlossen werden, wetten? Könnten wir bitte einen Central Park auf dem Gelände planen?