Die Zahl der Flüchtlinge, die in Bergisch Gladbach untergebracht werden müssen, bleibt nach Einschätzung der Verwaltung hoch. Allerdings fallen in den nächsten Jahren große Unterkünfte weg. Daher legt die Stadt jetzt einen Vorratsbeschluss vor, der vorsieht, schrittweise gut dreihundert neue Plätze zu schaffen. Wir stellen und beantworten die wichtigsten Fragen.

Die Stadtverwaltung hat einen Entwurf für eine „Strategie zur Unterbringung geflüchteter Menschen“ vorgelegt, mit der sie sicherstellen will, dass die aktuelle Zahl von Unterkünften auch in den kommenden Jahren zur Verfügung steht. Dabei sorgt vor allem das absehbare Ende der größten Flüchtingsunterkunft in Bergisch Gladbach für Handlungsdruck.

Die einzelnen Abschnitte der Containeranlage auf dem Carpark-Gelände in Lückerath haben nur eine zeitlich begrenzte Baugenehmigung und müssen schrittweise geschlossen werden. Die Bettenzahl sinkt damit von derzeit 300 in 2028 auf 250, in 2029 auf 100 und in 2030 auf 0.

Zwar soll die geplante neue Unterkunft an der Hauptstraße 378 schon im nächsten Jahr 90 neue Plätze bieten. Doch auch andere kleinere Unterbringungen fallen weg, weil zum Beispiel Mietverträge auslaufen.

Damit sieht sich die Verwaltung vor der Aufgabe, 302 weitere Plätze zu schaffen. Die will sie in einem „atmendem System“ nach und nach einrichten, durch den Ausbau bestehender Unterkünfte und die Errichtung neuer temporärer Anlagen.

Dafür soll der Sozialausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am 25. Juni grundsätzlich grünes Licht geben – in Form einer „strategischen Grundsatzentscheidung“. Nur so könne die gesetzliche Pflicht erfüllt und im schlimmsten Fall eineNutzung von Sporthallen verhindert werden, argumentiert die Verwaltung.

Wir stellen und beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wie groß ist der aktuelle Bedarf?

Seit 2021 hat sich – vor allem durch den Ukraine-Krieg – die Zahl der von der Stadt untergebrachten Flüchtlinge von 700 auf 1400 wieder verdoppelt. Im Moment ist die Zahl zwar leicht rückläufig. Rechnerisch müsste die Stadt aber auf Basis der landesweiten Zuweisungsquoten 419 weitere Menschen aufnehmen.

Zur Zeit verzichtet das Land zwar auf diese Zuweisungen und bringt die Menschen in eigenen Unterkünften unter; das kann sich aber jederzeit ändern. Vor allem dann, wenn es zu neuen Flüchtlingsbewegungen kommen sollte.

Wie hoch ist das aktuelle Angebot?

Im Augenblick verfügt die Stadt über 1504 Plätze in dauerhaften Unterkünften. Das sind neben den 300 Betten in den Carpark-Containern rund 140 im Lübbe-Haus, 155 in RBS-Wohnungen in der Märchensiedlung, vier weitere größere Objekte mit 60 bis 90 Plätzen, viele kleinere Einheiten und diverse einzelne Wohnungen im ganzen Stadtgebiet.

Den Status quo, diese 1504 vorhandenen Plätze, definiert die Stadt jetzt als Mindestzahl, die in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen müsse. Für die aktuelle Nachfrage eigentlich zuviel, angesichts der nicht erfüllten Zuweisungsquoten und möglicher neuer Krisen zu wenig – aber belastbare Zahlen für die Zukunft hat niemand.

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Wie die Flüchtlinge in den Hermann-Löns-Hallen leben

Sie wohnen zu viert in 18-Quadratmeter-Kabinen aus dünnen Spanplatten. Die Abteile sind nach oben offen, laute Heizgebläse pusten warme Luft hinein. Der Speise- und Aufenthaltsraum ist mit nackten Bierzeltgarnituren ausgestattet – der Brandschutz bremst jeden Versuch aus, die Flüchtlingsunterkunft in den Hermann-Löns-Hallen wohnlicher zu gestalten. Und dennoch sind viele der Menschen froh, eine Zuflucht gefunden zu haben. Wie geht es ihnen dort?

Hinzu kommen die 150 Plätze in den Hermann-Löns-Hallen – die für eine kurzfristige Unterbringung unter einfachsten Bedingungen für maximal vier Monate gedacht sind und gleichzeitig als Erstunterkunft sowie als Reserve- und Notkapazität dienen. Und nach Meinung der Stadtverwaltung auf jeden Fall weiter betrieben werden sollten.

Wie entwickelt sich das Angebot?

Unterschiedlich. Zunächst kommen Plätze hinzu. Vor allem durch das Projekt Hauptstraße 378, wo die Stadt nach aktuellem Stand 2027 einen neuen Wohnblock für 90 Personen anmieten will. Auch eine Unterkunft in der Buchenallee wird erweitert.

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Neubau für Flüchtlinge bereits fertig geplant

Die neue Unterkunft für Geflüchtete in der Hauptstraße will die Stadt bereits im kommenden Jahr in Betrieb nehmen. Dieser Zeitplan ist nur deshalb möglich, weil der Eigentümer den Abriss des alten und maroden Hauses sowie einen Neubau bereits komplett geplant hat. Die Stadt mietet sich in ein gut geeignetes Objekt ein.

Aber schon ab 2028 wird die Containeranlage auf dem Carpark-Gelände in Schritten zurückgebaut, damit fallen bis 2030 alleine dort 300 Plätze weg. Zudem laufen einige Mietverträge mit der RBS aus, womit weitere 100 Plätze weniger zur Verfügung stehen.

Unter dem Strich, so die Stadt, reduziert sich das Angebot von 1504 auf 1183 Plätze – wenn sie nicht gegensteuert und weitere 302 Plätze zusätzlich schafft.

Wo sollen die neuen Plätze herkommen?

Hier wird der Entwurf des Unterbringungskonzeptes vage. Es spricht von einem „atmendem System“, einem „Mix verschiedener Unterkunftsarten mit unterschiedlichen Laufzeiten“ und einer „permanenten Nachsteuerung“.

Damit sich der Stadtrat nicht bei jedem Atemzug, bei jedem Nachsteuern, immer wieder mit kontroversen Standortentscheidungen befassen muss, schlägt die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage jetzt einen sogenannten Vorratsbeschluss vor: Der Sozialausschuss soll pauschal beschließen, dass der Wegfall von 302 Plätzen „durch geeignete Maßnahmen“ ausgeglichen wird – und die Politik alles weitere der Verwaltung überlässt.

Zudem soll festgeschrieben werden, dass die Hermann-Löns-Hallen als Puffer und Reserve für den Katastrophenfall bestehen bleiben.

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Mobile Homes in Paffrath sind bald bezugsfertig

Wie angekündigt hat die Stadt auf dem Wohnmobil-Stellplatz am Kombibad in Paffrath eine neue Unterkunft für rund 100 Geflüchtete eingerichtet – und nennt nun einige Details. Der Wohnraum ist beengt, bietet aber bessere Bedingungen als etwa die Hermann-Löns-Hallen. Daher sollen dort vor allem Familien und besonders Schutzbedürftige wohnen.

Erst ganz am Ende des zehnseitigen Unterbringungskonzeptes deutet die Verwaltung an, wo und wie diese Plätze herkommen sollen: durch die Anmietungen von Monteuerswohnungen, durch die „Erweiterung bestehender Standorte (z. B. Borngasse)“ und/oder die „Errichtung neuer temporärer Unterkünfte (z. B. Containeranlagen) auf geeigneten verfügbaren Flächen“.

Wo das sein könnte, was geeignet wäre, bleibt offen.


Dokumentation

Beschlussvorlage für den Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen, Demografie und Gleichstellung von Frau und Mann

Entwurf für die „Strategie zur Unterbringung geflüchteter Menschen“


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  1. An Herrn Havelmann:

    Lassen Sie sich nicht von den Kommentaren der Damen/Herren T.Mellenthin, NieWiederIstHeute, Sebastian oder von der Dauerkommentarin in “allen Belangen”, uns >Ulla< beeindrucken.

    Sie haben die Situation sachlich richtig beschrieben, man braucht sich ja nur die im Internet leicht aufzurufenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes, Bereich Migration und Integration Schutzsuchende nach Schutzstatus, Ersteinreisejahr und Herkunftsländern – Stand 31.12.2025 – ansehen. Jedem der volkswirtschaftlich Ahnung hat, muss bei den Zahlen schon jetzt Angst und Bange sein – und was da noch – nach der gegenwärtigen geopolitischen Lage, an Flüchtlingsströmen auf uns zukommt – bekommen wir als Nation wahrscheinlich ohne nicht mehr gestemmt; innere Unruhen sind vorprogrammiert.

    Nicht zu Unrecht werden viele unserer steuerzahlenden Landsleute, vor allem aber solche mit niedrigen Einkommen und Rentner (von Arbeitslosen oder Bürgergeldempfänger ganz zu schweigen) sich fragen – das sind die nach Ulla's Sprachgebrauch "reinweißen deutschen Volkskörper"- wieso sie angedachte soziale Kürzungen oder Abstriche an Leistungen hinnehmen sollen. Zumal unsere wirtschaftliche Konjunktur auf Talfahrt ist – die guten Zeiten sind vorbei und kommen bei der weltweiten Konkurrenz auch nicht mehr wieder.

    Und das alles hat mit Ausländerfeindlichkeit nichts zu tun und da braucht man nicht immer wieder als Schreckgespenst die AFD (eine m.E. nicht wählbare Partei, siehe Höcke und Konsorten – das betone ich ausdrücklich!) oder eine sonstige rechte Ecke anzuführen, das wäre auch so das Volksempfinden, wenn es gar keine AFD gäbe!

    Natürlich bricht es einem fast das Herz, wenn man Bildern von Frauen mit Kindern sieht, wie sie in Krisengebieten dieser Welt hausen, mit oder ohne die Männer/Väter. Realistisch gesehen, können wir aber nicht Allen helfen und nicht die Welt retten.

    Ob man es wahrhaben will oder nicht, wir haben eine globale Völkerwanderung! Und bei den Völkerwanderungen der Vergangenheit gab es, wie man weiß, auch immer Verlierer. Und das wird auch diesmal so sein – und ich höre schon den Aufschrei der anderen Gutmenschen, ob meiner These. Ich werde mich dazu aber nicht äußern.

    Der Traum von einer friedlichen, völkerverbindenden Gesellschaft ist endgültig ausgeträumt, vor allen durch die Aktivitäten der Herren Putin, Trump, aber auch oder insbesondere durch den Kriegsverbrecher Herrn Netanjahu, der mit seinem Minister-Kumpel Herrn Katz ganz Palästina/Gaza und +/- 80.000 Palästinenser auf dem Gewissen hat, (…) und deshalb (es komme mir keiner mehr mit der nur von Frau Merkel und anderen Verblendeten erklärten Staatsräson zu Israel, zu der es Gott sei Dank recht still geworden ist, angesichts der Verbrechen der Regierung Israels).
    Und wem diese Aussage nicht gefällt: Das ist keine Antisemitische Äußerung! Ich habe Mitte 1990er Jahren, also in den Anfängen des deutschen, in Köln lebenden Künstler Gunter Demnig, schon einen Stolperstein finanziert und stehe als Überlebender des NS-Systems zu unserer deutschen Verantwortung für die Verbrechen, die im Namen unserer Nation geschehen sind. Ich habe das gefühlte 65-70 Jahre durchlebt und immer noch.

    Gruß – auch an alle anderen peripher Angesprochenen
    Manfred Meinhardt

  2. Es ist schon schade, dass man sofort in eine rechte Ecke gestellt wird, wenn man nicht der fast unreflektierten, fast romantischen Meinung der Gutmenschen folgt, die der These der ehemaligen Kanzlerin folgen, die die heute lieber nicht äußern würde. Wer will denn auf sich nehmen, der gängigen Praxis zu folgen, dass finanzielle Forderungen und Probleme der EU zunächst mal von Deutschland befriedigt werden und dann sehen wir mal weiter. Selbst im nun unter anderer Politik stehenden Ungarn lehnt der neue Staatsführer ab, sich größere Zahlen von Flüchtlingen anzutun. Die nordischen Länder machen das schon länger.

    1. Sie sprechen von “Gutmenschen”, pöbeln offensichtlich ohne Kenntnisse des EU-Haushalts darüber, dass die anderen EU Staaten Deutschland ausnutzen, unterstellen Geflüchteten, sie würden in großer Zahl nur “unser” soziales Netz ausnutzen, seien gewaltbereit und würden Mädchen und Frauen belästigen. Zu dem noch ihr an anderer häufig dokumentierter fast schon pathologischer Hass auf Radfahrende und den Grünen Beigeordneten.

      Vielleicht versuchen Sie mal zu reflektieren, warum andere den Eindruck gewinnen könnten, Sie wären “in der rechten Ecke”.

    2. Herr Havermann, von dieser Grossfamilie, an der sich die Ordnungsbehörden die Zähne ausgebissen haben, habe ich und bestimmt alle/viele andere auch gelesen. Und von der gleichen Sorte gibt es vielleicht auch noch die ein oder andere.

      Aber Sie müssten sich doch darüber im klaren sein, dass Sie, wenn auch vielleicht unbeabsichtigt, nur der AfD in die Hände spielen, wenn Sie hier deren Lieblingsthema bespielen vom kriminell seienden oder gewordenen und sozialschmarotzenden Ausländer, als wäre das deren allgemeines Natürell.

      Sie bestärken diese Leute doch in ihrer Glaubwürdigkeit, wenn sie dasselbe so ungefiltert weitererzählen, wie die das ständig tun, deren Bestreben es ist, den ursprünglichen reinweissen “deutschen Volkskörper” wiederherzustellen.

      Mir kommt der Angstschweiss, wenn ich Sätze höre “die haben hier alle nichts zu suchen” oder die Remigrationsfantastereien dieser Völkisch denkenden. Das kann doch nur mit Gewalttätigkeiten einhergehen, sollten die hier irgendwann glauben, Sie hätten die überwiegende Mehrheit irgendwie hinter sich versammelt.

    3. Lieber Herr Havermann,
      niemand stellt Sie in eine rechte Ecke, weil Sie Ihre Meinung hier frei äußern. Sie müssen aber damit rechnen, dass man auf Ihre Aussagen entsprechend reagiert.
      Sie stellen nun Behauptungen auf, die man ihrerseits wieder als unreflektiert bezeichnen könnte:
      1. kritisiert man Ihre bisherigen Aussagen, dann folgt man also einer “These unserer ehemaligen Kanzlerin”. Welche das ganz genau sein soll, erläutern Sie aber nicht. Werden Sie doch mal genauer! Mit Ihrer (abfälligen) Bemerkung zu sogenannten Gutmenschen begeben Sie sich leider schon wieder in die von Ihnen gefürchtete Ecke.
      2. “Deutschland ‘befriedigt’ die finanziellen Forderungen und Probleme der EU.” Bevor Sie solche Thesen (die übrigens jeglicher Grundlage entbehren) in den Raum stellen, machen Sie sich doch mal über die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge in der Europäischen Union schlau und Sie werden erkennen, dass Deutschland als exportorientiertes Land wesentlich stärker von der EU profitiert, als es Mittel für den EU-Haushalt zur Verfügung stellt.
      Der einzige Punkt, über den es sich wirklich zu diskutieren lohnt, ist die Verteilung von Flüchltlingen, die in die EU kommen, zwischen den einzelnen Staaten der EU. Wenn Sie die Medien aufmerksam studieren, werden Sie sehen, dass die EU dieses Thema (just seit heute) unter anderem angeht.
      Mit pauschaler Ablehnung und Verurteilung von Menschen wird man das Thema aber weder wegdiskutieren noch lösen können. Sie unterstützen (willentlich oder nicht) durch solche Aussage nur die Partei, die sich selbst als Alternative (für was auch immer) bezeichnet. Wollen Sie das?

    4. Sehr geehrter Rolf Havermann, mit Sätzen wie “sich größere Zahlen von Flüchtlingen anzutun” stellen Sie sich ohne Zutun anderer in die rechte Ecke.

    5. Ich stelle Sie nicht in irgendeine Ecke. Sie sind in dieser Ecke. Der neue “Staatsführer” in Ungarn, den sie erwähnen ist überigens auch kein Linker.

      Sie bringen einfach auch keine sinnvollen Argumente. Man kann sich ja gerne darüber austauschen, wie man mit Migration sinnvollerweise umgehen soll und wie eine Gesellschaft aussehen soll, in die man sich integrieren soll (nicht nur als geflüchtete Person, sondern auch als z.B queere Person oder als Frau). Fragen scheinen sie aber nicht zu interessieren, denn sie haben ja schon alle Antworten.

      In anderen Worten: Mimimi, hören sie damit auf, sich über Grenzen der Debatte zu beschweren, die SIE selbst gesetzt haben.

      BTW: Danke für das Kompliment, bin gerne ein “Gutmensch”.

    6. Da muss ich Herrn Havermann recht geben. Es gibt hier so einige Kommentatoren, die jeden Kommentar falsch verstehen wollen, um einen anderen Menschen flugs in die rechte Ecke zu stellen.

      Nicht wahr @ Ulla oder sind ihre Kommentare bei der Feuerwache schon vergessen.

      Solange wir nicht unterscheiden zwischen Kriegsflüchtlingen, die unsere Hilfe benötigen und Sozialflüchtlingen die unsere Sozialsysteme unterwandern oder teilweise ihren Lebensunterhalt mit krimineller Energie finanzieren, solange wird eine AFD erstarken.

      Ich selber durfte auch kürzlich eine Gruppe von ca 50 jungen Halbstarken, der Sprache nach aus den Balkanländern bewundern , die sich ganz schnell in Köln auf der Hohe Strasse um die Mittagszeit “Respekt” verschafften.

      In dem Alter war ich um die Mittagszeit arbeiten.

      Mir selber würden eher die Finger abfallen als bei der AFD mein Kreuz zu machen.

      Aber inzwischen outen sich immer mehr Menschen auch aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis die die Nase voll haben von den kriminellen Banden, Clans und hilflos den Politikern zuhören, wenn diese die Polizei beschimpfen, weil die Kriminelle als “Nafris” bezeichnet hat.

  3. Tolle Zeiten, sei Realist wie Herr Havermann und sofort kommst du aus der rechten Ecke. O tempora, o mores !

    1. So einfach ist es nicht lieber Earl. Konkrete!!! Mißstände anzusprechen und zu beanstanden ist vollkommen in Ordnung. Keine Toleranz gegenüber Kriminellen! Da sind sich die Meisten wohl einig.

      Wenn es dann aber über Aussagen wie “bei Weitem kein Einzelfall” oder beleglose Pauschalisierungen wie “wie viele….würden wir die Zahl kennen” in Richtung Generalverdacht gegenüber einer bestimmten sozialen Gruppe geht, wird es perfide.

      Würde es einen selbst betreffen, würde man wahrscheinlich kontern “wie kommst Du darauf? Hast Du dafür konkrete Belege?” Aber, wenn es schon mal ausgesprochen ist, dann wird es auch schnell zur gefühlten Realität.

      Da Sie ein Freund von Zitaten sind, mag ich eines von Wilhelm Busch beisteuern: “wehe, wenn ich an das Ende denke”.

  4. All die humanitären Kommentare hier haben z.T. ihre Berechtigung. Aber jeder, der kritikfrei Flüchtlinge geradezu anlocken wollen, sollte mal mit Mädchen, Frauen und auch Männern reden, die von Einzelnen oder ganzen Pulks angegangen wurden (siehe ehemals Karneval) und nicht nur dort, bis die Polizei besser durchgegriffen hat. Oder das Treiben dieser Großfamilie, von der jetzt 2 Männer zu über 10 Jahren Haft verurteilt wurden. Das hat Jahr gedauert, obwohl die Behörden das Treiben kannten. Ein eklatanter Fall von Wegsehen, wie er nicht vorkommen darf und natürlich bei Weitem kein Einzelfall.

    Natürlich hat die überwiegende Zahl der Flüchtlinge das Recht und wir die Pflicht, Hilfe zu bekommen bzw. zu geben. Aber wer will verlässlich hinter die Stirn von Flüchtlingen sehen können, ob sie gewaltbereit sind oder nicht. Wie viele dieser Flüchtlinge bereit sind, das engmaschige deutsche Sozialnetz auszunutzen, würde und entsetzen, würden wir die Zahl kennen.

    1. Wild. An Karneval habe ich tatsächlich beobachtet, dass MÄNNER Frauen und Mädchen angegangen haben, auf Flüchtlinge habe ich nicht besonders geachtet (vielleicht auch, weil ich einfach grundsätzlich wenig Kontakt zu Geflüchteten habe).

      Außerdem werden Geflüchtete nicht “geradezu angelockt”. Das ist eine komplette Misdarstellung von Flucht.

      Hör halt einfach auf, rechte Narrative von “den Sozialschmarotzern” nachzuplappern, das ist einfach unfassbar unsolidarisch, angesichts dessen, dass Geflüchtete meist noch immer in Notsituationen leben. Tatsächlich sind die Menschen, die die Gesellschaft am meisten kosten die reichesten, einfach dadurch, wie unser System numal funktioniert.

      Aber gut, davon will wohl ein Mensch in einer rechten Echokammer nichts wissen

      1. Und ich war ein einziges Mal in Köln (nie wieder) da hat mich einer an der Schulter gepackt, umgedreht und einfach geküsst, diese Fahne, ekelhaft war das.

      2. Danke …. Sie nennen es beim Namen. Dieser ewige Whataboutismus “natürlich…. und grundsätzlich….ABER!!!….wir wären entsetzt, würden wir nur die Zahl kennen”.
        Ja, es gibt kriminelle Menschen in unserem Land! Prozentual gesehen lassen sich vermutlich nur wenige Unterschiede machen, ob hochgelobter Biodeutscher (was soll das eigentlich sein?…..schon mal was von Völkerwanderung in der Geschichte gelesen?) oder migrierter Mensch. Und ja, dafür haben wir Gesetze, an die sich bitte alle zu halten haben. Und, wenn nicht, muss eine unabhängige Justiz dafür sorgen, dass Verstöße geahndet werden.
        Kümmert Euch ohne Ausnahme bitte darum und lasst das rechte Gedankengut auf dem Müllhaufen der Geschichte. Haben wir denn nichts gelernt in den letzten 80-90 Jahren?

      3. Erstaunlich, wie schnell Männer, die sich sonst nicht sonderlich für Frauenrechte interessieren, den Schutz “unserer (!) Frauen und Mädchen” fordern, wenn gegen Geflüchtete Stimmung gemacht werden soll. Deutet auf ein patriarchalisches Frauenbild hin. :(

  5. Diesen Ansatz der Stadtverwaltung, das Ganze strategisch anzugehen und einen Beschluss anzustreben, durch den sich bei Bedarf mit geringerem bürokratischen Aufwand einigermaßen schnell Plätze schaffen lassen, finde ich hervorragend. Auch wenn das Unterbringungskonzept noch nicht alles komplett abdeckt, sind doch einige Pflöcke eingeschlagen, und die Kosten dürften sich so auch besser kalkulieren lassen.
    Und zu dem ganzen sonstigen Gerede, das bei Themen wie Hilfe für Geflüchtete immer kommt : “Mitkommentator” hat hier alles Wesentliche geschrieben”.

  6. ich finde es super, dass Bergisch Gladbach sich nicht drückt und wir Menschen Schutz beiten, so wie es unser Grundgesetz will. Wir sind ein Land der Menschenrechte. Alle Menschen haben Würde und brauchen Schutz, wenn sie fliehen müssen! Danke :)

    1. “Alle Menschen
      haben Würde, brauchen Schutz” _
      liest sich total schön, stimme vom Grundgedanken zu,
      aber,
      ich stelle mal (extra provokant) eine Frage:
      Haben wir Menschen, alle, in unserem Land Würde, leben wir alle hier im Schutz,
      werden von unserer Stadt geschützt, von unserem Land
      ?
      Leben hier alle, in diesem unserem Land geborene Menschen in Würde und erhalten Schutz?

      eine wirklich ehrliche Antwort, ein offener Blick, für die Zustände in denen wir ‘akzeptieren’, hinnehmen wie Menschen hier ‘leben’.

      Dankeschön

      1. @Mia – auch ich finde es schlimm, wie manche Menschen in Deutschland leben (müssen). Dann sollten wir auch etwas dafür tun, daß es denen besser geht. Und nicht nur, wenn es gerade paßt, eine Gruppe gegen eine andere ausspielen. Mensch ist Mensch. M. M. ist genug Geld in unserem Land vorhanden, es sollte nur anders und gerechter verteilt werden.

      2. Man sollte das mal ins Verhältnis setzen: Den Menschen, die hierzulande unter der Armutsgrenze leben, geht es natürlich relativ schlecht. Aber verglichen mit dem, was eine Zahl von Menschen, die hoch in die dreistelligen Millionen geht, weltweit haben, geht es allen hervorragend.

        Und natürlich kostet Migration Geld. Aber musste nicht irgendwann die Rechnung dafür kommen, dass wir es uns Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhundert lang auf Kosten anderer Weltregionen haben gutgehen lassen?

        Es wird gerne von den Privilegien der Superreichen gesprochen und davon, dass man sie an der Finanzierung der Bedürfnisse aller anderen stärker beteiligen sollte – aber im Weltmaßstab gehören wir alle gemeinsam mit den anderen Industrienationen zu den Superreichen. Denken Sie mal darüber nach.

  7. Alle Gazetten melden rückläufige Flüchtlingszahlen und Bergisch muss Vorsorge für die Zukunft treffen? Das passt irgendwie nicht.

  8. Auch wenn jedes Einzelschicksal von Geflüchteten als solches Unterstützung und Hilfe unter humanitären Aspekten rechtfertigen würde, ist klar zu erkennen, dass Deutschland alleine die Welt nicht retten kann, sondern droht, selbst daran unterzugehen. Statt die Zahl zu reduzieren, sollen nun weitere Plätze und Unterkünfte ausgebaut werden.

    Wann lernt die Politik endlich, sich den Fakten zu stellen? Was machen die anderen EU-Länder? Bei uns ist kein Geld mehr da, um die Ersatzinvestitionen und Reparaturen der Infrastrukur bezahlen zu können. Der Staatsapparat weitet sich ohne weitere Hemmungen aus. Diese Politik ist in Deutschland und Bergisch Gladbach nicht mehr zu bezahlen!!!! Sie führt alle in den Abgrund und dann haben die Flüchtlinge davon auch nichts mehr.

    1. Ihre Ausgangsbehauptung, dass weitere Plätze gebaut werden sollen, ist nicht richtig. Die Stadt beabsichtigt, den Wegfall von Plätzen durch neue auszugleichen, die Gesamtzahl würde damit bis 2030 auf dem aktuellen Stand gehalten.

      Zudem handelt es sich um einen Vorschlag der Verwaltung. „Die Politik“ (also die Fraktionen im Stadtrat) haben darüber bislang noch nicht einmal beraten.

      1. Aber der Kern der Sorge des ursprünglichen Verfassers wird nicht angesprochen. Die Kosten. Warum schließen wir ein gut funktionierendes Wohnheim und investieren Geld, das wir nicht haben, in den Bau eines neuen? Weil die Baugenehmigungen abgelaufen sind? Wer entscheidet darüber?

      2. Wir wollen hier nicht diskutieren, sondern die Fakten liefern. Ob das Projekt sinnvoll und die Kosten tragbar sind, darüber muss der Stadtrat entscheiden.

        Die Containeranlagen müssen zurückgebaut werden, weil die Baugenehmigungen abgelaufen sind, das steht ja auch im Text. Sie beruhen auf Ausnahmegenehmigungen, die befristet sind. Die Regeln hat der Gesetzgeber gesetzt, also Landtag und Bundestag.

    2. Herr Putzmann, sie haben meine Erwartungen erfüllt. Nach der Veröffentlichung des Artikels war mit einem solchen Kommentar zu rechnen. Das war nur eine Frage der Zeit.
      Es geht im Artikel um den Ersatz von mittelfristig wegfallenden Unterkünftsplätzen.

    3. Unterschiedle Meinungen und auch persönliche Wahrnehmungen jederzeit, aus meiner Sicht bringt uns das vollständige Lösen von Fakten und Panikmache aber nicht weiter.

      Weder Deutschland noch Bergisch Gladbach gehen gen Abgrund, der Umgang mit Geflüchteten ganz sicher nicht unsere größten Herausforderungen. Die Menschen dahinter können in der Regel sowieso gar nichts für ihr Leid.

      Und Deutschland leistet weder weltweit einen übermäßigen Beitrag zur Geflüchtetenhilfe noch versucht die aktuelle Außenpolitik die Welt zu retten, ganz im Gegenteil. Ob das langfristig clever ist, wie viel Einfluss die deutsche Politik überhaupt auf Fluchtbewegung auslösende Ereignisse von Kriegen über Klimafolgen hat, andere Diskussion.

      Zu allem gibt es viele seriöse Quellen, Zahlen und Expertise und natürlich nicht immer einfache Antworten. Für den Erfolg des zugespitzt beschriebenen Ansatzes alle Geflüchtete raus und alles inklusive der Finanzen wird besser, gibt es meines Wissens nach aber gar keine Anhaltspunkte.

      1. Deutschland geht vermutlich nicht gen Abgrund. Dennoch sind die Kosten für die (notwendige!) Flüchtlingshilfe nicht von der Hand zu weisen. Gerade in den letzten Wochen gibt es ständig neue Schlagzeilen, in welchen Bereichen wie gekürzt werden soll und diese angedachten Reformen, gerade im sozialen Bereich, sind nichts anderes als Leistungskürzungen.

        Das betrifft natürlich die Bundespolitik, aber auch Bergisch Gladbach. Sollte z.B. die Pflegereform so umgesetzt werden, wie der jetzige Entwurf vorsieht, würden dadurch viele Menschen wirklich in Not geraten und nicht mehr zuhause pflegen können. Wenn mehr Menschen in Pflegeheimen gepflegt werden, wird es dort mehr Sozialhilfefälle geben. Derzeit liegt der Eigenanteil für einen Pflegeheimplatz in Pflegegrad 2 in Bergisch Gladbach bei rund 4250 Euro im Doppelzimmer bzw. rund 4550 Euro im Einzelzimmer.

        Kosten, die sehr viele Menschen nicht aufbringen können. In diesen Fällen springt dann die Sozialhilfe ein, die wiederum unsere Stadtkasse belastet.

        Ich finde es eher fraglich, dass Kosten für neue Plätze für Flüchtlinge entstehen, weil “irgendwelche Regularien” festlegen, dass die Flüchtlingsunterkünfte, die mit viel Geld aufgebaut wurden, nach einem bestimmten Zeitraum nicht mehr betrieben werden dürfen. Das ist für mich Geld- und Ressourcenverschwendung.

    4. Klar, alles muss irgendwie bezahlt werden. Notfalls müssen wir mal überlegen die zahlreichen wohlhabenden Bürger unserer Stadt stärker in die Verantwortung zu nehmen. Bergisch Gladbach ist eine reiche Stadt mit vielen tip top ausgebauten Wohngebieten, unzähligen freistehenden Einfamilienhäusern. Vor vielen dieser Häuser stehen ein oder mehrere moderne Fahrzeuge und ich sehe hier vor Ort bei den Einwohnern keinen Mangel an Geld. Es muss ja nicht einer Alles bezahlen.
      Wer nicht viel hat, muss wenig oder gar nichts geben, wer viel hat, muss eben mehr geben. Dann wird sich so eine überschaubare Anzahl von Menschen sicherlich in Würde unterbringen lassen.

      1. Das ist ja eine tolle Idee. Und wenn alle Bürger dann gleich arm sind, welches Geld verteilen wir dann?

        Wie wäre es denn, mal die Ursachen anzugehen, warum alle nach D wollen?Deutschland muss endlich seine Leistungen für Flüchtlinge an andere Länder in der EU nach unten anpassen. Hier wird zuviel Geld ausgegeben, was wir mittlerweile nicht mehr haben.

        Und wer sich nicht benimmt bekommt gar nichts mehr.
        Wenn allerdings der EUGH jedesmal einschreitet, darf man sich über EU-Verdrossenheit nicht wundern.

      2. @Mika
        Wenn jeder sparsamer und genügsamer leben und nicht all sein ganzes verdientes Geld wie unter Zwang in Autos und andere überflüssige Dinge versenken würde, könnten viele ihre Heim- oder Pflegekosten im Alter selbst aufbringen oder zumindest einen wesentlich höheren Beitrag leisten.

        Das neue Geschäftsmodell ist der Handel/Dienstleistung mit Pflegepersonal und den Plätzen in Alters- und Pflegeheimen und wird, wie kann es anders sein, immer lukrativer. Und für die Allgemeinheit bzw. die Erwerbstätigen wird es sowieso bald unbezahlbar werden, diese Kosten zu übernehmen.
        Nicht nur, weil der Bedarf bzw. die Nachfrage immer höher werden wird, sondern auch, weil uns die Leute ausgehen werden, die ihr Dasein/Berufsleben als Pflegepersonal fristen wollen.
        Ich kenne keine(n), der/die diesen schweren Job freiwillig machen will.
        Oder würden Sie das etwa wollen?
        Und das Problem mit der zunehmend alternden Gesellschaft haben die anderen EU-Mittgliedsländer auch.
        Vielleicht werden wir EU-Bürger uns in ein paar Jahren noch um Zuwanderer prügeln, wer weis das schon.

      3. @Ulla Ich bin völlig dagegen, anderen Menschen vorzuschreiben, wie sie leben und wieviel sie konsumieren. Und dazu wieder der Hinweis auf Autos. Was würden Sie sich denn wünschen, ein Leben voller Verzicht auf alles, was das Leben für denjenigen lebenswert macht?

        Um die Maximalrente zu erhalten, müsste ein durchgehendes Einkommen von rund 100000 Euro im Jahr vorliegen und selbst damit würde sie nicht ausreichen. Das dürften eher wenige Menschen erreichen.

        Menschen mit Wohneigentum verlieren ihr Vermögen (=der Wert des Hauses) durch die Pflege jetzt schon häufig. Sie haben meist viele Jahre dafür gearbeitet, auf viel verzichtet und es bleibt nichts.

        Ich habe übrigens viele Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet und rund 30 Jahre davon in der Pflege, dazu kam noch jahrelange häusliche Pflege. Reicht das, 24 Stunden Einsatz an 7 Tagen in der Woche an 365 Jahren im Jahr?

        Mittlerweile bin ich selber erkrankt, pflegebedürftig und Rentner. Von einem Einkommen und einer Rente in o.g. Höhe war und bin ich sehr weit entfernt.

        Ich habe auch ein Auto, es ist schon 10 Jahre alt und ein neues könnte ich mir gar nicht leisten, ich hoffe es hält noch sehr lange. Es gibt mir die wunderbare Möglichkeit, soweit ich kann, ein wenig teilzuhaben und ich bin sehr dankbar, dass ich dadurch Ärzte usw erreichen kann, was mir ohne Auto gar nicht möglich wäre.

        Es wäre schön, wenn Pflegeheimträger nicht gewinnorientiert arbeiten würden. Die Realität sieht aber anders aus und die Realität sagt auch, dass die angedachten Reformen die Stadt und Gemeindekassen belasten werden.

        Bzgl der geplanten Flüchtlingsplätze, sie sind notwendig. Ich finde es nur unnötig etwas einzustampfen, was bereits da sind, nur weil mal festgelegt wurde, dass nach xy Jahren Schluss damit ist. Vielleicht sollte man die vorhandenen Wohncontainer nach Leerzug einfach kurz per Kran anheben, damit sie nach erneutem Absetzen als Neubau gelten und dann xy Jahre weiter betrieben werden können.

      4. Mika, “Menschen vorzuschreiben, wie sie leben und wieviel sie konsumieren” kann und wird man sicherlich nicht. Jede(r) muss selbst wissen, ob er oder sie das verdiente Geld für immer neue Verschleissartikel (KFZ u.a.) ausgibt oder werterhaltend z. B. in Wohneigentum investiert.
        Erstere haben am Ende/im Alter eben NICHTS mehr.
        Die anderen (m.E. die Glücklicheren) jedoch haben einen Grundstock, den sie zur Not wieder in Geld verwandeln können für evtl. anfallende Bedarfe im Alter.
        Meine Eltern (90 Und 93) beschäftigen sich z. Zt. auch ernsthaft mit der Frage, ob/wann sie ihre Immobilie, (die mittlerweile eine beträchtliche Wertsteigerung erfahren hat) losschlagen und in eine Alten-Wohnanlage umziehen sollen.

        Die beiden haben in meinen Augen alles richtig gemacht.

      5. @Ulla – Natürlich ist es eine Art Vorschreiben, wenn man kritisiert, dass andere Menschen ihr Geld “verleben” anstatt Vermögen zu bilden, um im Alter keine Kosten zu verursachen. Ich kann auch Ihre Abneigung gegen Autos nicht nachvollziehen. Jeder hat, meiner Meinung nach, das Recht selber zu entscheiden wie er sich fortbewegt. Abgesehen davon, dass ich es nicht kann, würde ich den ÖPNV auch nicht nutzen wollen. Verspätet, oft gar nicht vorhanden, verdreckt, laut, voll und eng usw. Sie vergessen bei Ihren Vorstellungen auch, dass viele Menschen ohne Auto gar nicht klarkommen würden. Familie x wohnt in GL, Vater arbeitet Richtung Kürten, Beginn 6.30 Uhr – keine Verbindung um diese Uhrzeit. Mutter arbeitet in Köln, muss aber zuvor noch das Kind in die Kita bringen, es müssen Arzttermine eingehalten werden, es muss eingekauft werden und man möchte auch noch etwas Sozialleben haben und Freunde treffen, die nicht direkt um die Ecke wohnen. Ohne Autos ziemlich schwer. Immobilien kosten heute ein Vermögen und selbst ein kleines Reihenhaus liegt schon um die 500000 Euro, damit man die finanzieren kann, muss man zuvor schon eine hübsche Summe angespart haben. Die Immobilie als Altersfinanzierung scheidet heute für viele Menschen aus, weil man sie nicht mehr finanzieren kann. Wer mit zwei Kindern mietet muss für eine 4 Zimmer Wohnung heute schon in GL mit gut 1500 Euro oder mehr rechnen. Auch bei zwei Gehältern bleibt bei ständig steigenden Kosten und Mieten kaum was übrig. Es läuft nicht überall so, wie bei Ihren Eltern, die bereits ein stolzes Alter erreicht haben (ich wünsche ihnen noch ein langes und gesundes Leben!) und scheinbar noch recht recht selbständig sind.
        Ich verstehe auch völlig diejenigen, die im Rentenalter sagen, dass sie sich jetzt, nach einem Leben voller Arbeit, wenn sie es noch können, etwas leisten wollen, die letzten Jahre genießen möchten, anstatt sich überall einzuschränken um nur ja keine gesellschaftlichen Kosten zu verursachen. Ich verstehe auch diejenigen, die sagen, dass sie es nicht einsehen, auf alles zu verzichten, nur um später nicht zum Sozialfall zu werden, während es gleichzeitig sehr viele Menschen gibt, die nie/kaum zum Sozialsystem beigetragen haben und deren Pflege letztlich aus der Sozialhilfe finanziert wird. Dem Staat, den Stadt- und Gemeindeskassen werden immer mehr Lasten auferlegt und diese trägt jeder Bürger. Insofern verstehe ich es einfach nicht, um zum eigentlichen Thema zurückzukehren, warum man als Stadt, Gemeinde, Land nicht seinen politischen Einfluss geltend machen kann, um solche unsinnigen Dinge wie eine vorgeschriebene Nutzungsdauer abzuschaffen. Eine Neuschaffung der wegfallenden Plätze für Flüchtlinge wird Geld kosten – viel Geld. Es scheint, als komme da nur ein “die Bestimmungen sind so – da können wir nichts machen”. Es wird zukünftig ja vermutlich auch andere Plätze für Flüchtlinge betreffen, deren Nutzungsdauer irgendwann erreicht ist. All das hat enorme Kosten verursacht. Die Container in Paffrath an der IGP musste nach rund 3 Jahren weg. Hintergrund waren vermutlich irgendwelche baurechtlichen Bestimmungen – Millionen Euro, die wir alle zahlen, versenkt. Lückerath hat irgendwas um die 5 Millionen gekostet – Betriebsdauer erreicht, weg damit. Neuschaffung der wegfallenden Plätze, vermutlich wieder so eine Summe, wenn nicht noch höher, da sämtliche Kosten mittlerweile gestiegen sind. Das kann so einfach nicht laufen.

      6. Ich habe nichts kritisiert, nur geschildert, was wovon kommen kann.
        Und meine Eltern haben sich damals für Wohneigentum entschieden, nicht, um später keinem zur Last zu fallen, sondern um ggf. nicht Opfer eines Vermieters zu werden, der jederzeit die Miete erhöhen oder die Familie wg. Eigenbedarf o.ä. vor die Tür setzen kann, sozusagen um ein schönes Gefühl von Sicherheit zu haben.

        Einen (immer bescheidenen kleinen) PKW hatten meine Eltern seit ich 7 war, natürlich auch immer, bis heute.
        Und ich selber übrigens auch, seitdem ich 18 geworden bin, aber immer möglichst kleine, preiswerte und, bis auf den letzten, immer Gebrauchte, weil mir schon auch immer bewusst war, dass das nur ein Geldfresser/Verschleissartikel ist, den ich da kaufe.

      7. @Mika, ” Ich verstehe auch diejenigen, die sagen, dass sie es nicht einsehen, auf alles zu verzichten, nur um später nicht zum Sozialfall zu werden”

        Ich will mal hoffen, dass “diejenigen” die das so sehen oder gesehen haben nicht allzu Zahlreich sind.
        Ansonsten wäre ja nun klar, warum u.a. wir grosse Defizite in den Sozialkassen haben, bei den hohen und stetig steigenden Kosten für Alten- und Pflegeheim- Unterbringung.

      8. „Die Immobilie als Altersfinanzierung scheidet heute für viele Menschen aus, weil man sie nicht mehr finanzieren kann. Wer mit zwei Kindern mietet muss für eine 4 Zimmer Wohnung heute schon in GL mit gut 1500 Euro oder mehr rechnen.“ – Wenn man 1500 € im Monat sowieso fürs Wohnen ausgibt, kann man damit (ohne Eigenkapital) einen Immobilienkredit von ca. 400.000 € bedienen*, und für dieses Geld findet man auch Objekte.

        *https://www.sparkasse.de/rechner/budgetrechner.html

      9. “Wenn man 1500 € im Monat sowieso fürs Wohnen ausgibt, kann man damit (ohne Eigenkapital) einen Immobilienkredit von ca. 400.000 € bedienen”
        Ob das wirklich stimmt? Dazu würde ich keine vom Kreditgeschäft lebende Bank fragen oder als Quelle nennen. Besser mal in Büchern wie “Kaufen oder mieten” von Herrn Kommer reinschauen. Was bedeutet eigentlich “fürs Wohnen”? Kaltmiete? Da wären die als allgemein günstig geltenden 25 Jahreskaltmieten als Kaufpreis aber höher als 400.000. Und dazu kommen noch die hohen Kaufnebenkosten.

      10. Das kann ein paar tausend Euro rauf oder runter gehen, das spielt aber keine Rolle. Das Beispiel diente eher der Illustration des Umstands, dass man ebenso gut ans Kaufen denken kann, wenn man monatlich horrende Summen an den Vermieter überweist, von denen man nachher garantiert überhaupt nichts mehr hat – dann ist das Geld besser angelegt, wenn man damit in Immobilienbesitz investiert. (Die 1500 Euro waren im übrigen ja auch nur so eine aufs Geratewohl in den Raum geworfene Zahl.)

      11. „Das kann ein paar tausend Euro rauf oder runter gehen, das spielt aber keine Rolle“. Doch, wenn man Berechnungen betreibt spielen die Zahlen eine entscheidende Rolle.

        „von denen man nachher garantiert überhaupt nichts mehr hat“ Selbstverständlich hat man von gezahlter Miete nachher überhaupt nichts. Darauf wird auch jeder Banker hinweisen. Dass das gleiche für gezahlte Zinsen gilt, wird ein Banker eher nicht hervorheben.

        „dann ist das Geld besser angelegt“ Wie im Buch von Herrn Kommer dargelegt, war diese Aussage in der Vergangenheit praktisch immer falsch.

        „nur so eine aufs Geratewohl in den Raum geworfene Zahl“ Aber diese Zahl hat doch Mika genannt? Aber auch hier: bei Berechnungen kann man nicht einfach aufs Geratewohl Zahlen in den Raum werfen. Da muss man sein Zahlenwerk parat haben und dann emotionslos rechnen. Fazit: der Kauf einer selbst genutzten Immobilie ist eher eine Lifestyle-Entscheidung. Für die Altersvorsorge gibt es besseres.

      12. Mika hat aber nicht das Problem einer heutigen jungen Familie, sondern er ist ein bereits älterer, Pflegebedürftiger, der zum Sozialhilfeempfänger zu werden droht, weil er all sein im Leben verdientes Geld für Vergnügen welcher Art auch immer (teure Autos?, Reisen? o.A.) ausgegeben hat, so wie ich ihn verstanden habe. Und nun hat er Angst, zum Sozialfall u werden, und das wird bzw. ist für uns alle ein Problem.

        In 2014 mussten die Kommunen noch 3,5 Milliarden, in 2024 bereits 5,3 Milliarden für zu pflegende über die Sozialämter finanzieren. Und der dicke, überwältigende “demografische” Bauch ist noch längst nicht an der Tür der Alten- und Pflegeeinrichtungen angekommen.

        Es ist letzten Endes auch egal, ob man sich heute Wohneigentum kauft oder einen Teil seines vedienten Geldes auf andere Art Werterhaltend anlegt, die Hauptsache ist doch, dass die Bürger, wenn sie nicht im Alter zum Sozialfall werden wollen überhaupt etwas sinnvoll angespart haben, was sich versilbern lässt, um als Heimbewohner mehr zur Verfügung zu haben als nur ein geringes Taschengeld von EUR 152,00 im Monat.
        Und wenn sich erweist, dass die Bürger das Sparen von sich aus nicht tun, muss die Regierung sich ganz schnell etwas überlegen, damit wir hier keine ganz schlimme Bauchlandung vollziehen.