Gerade erst hatten die Fans über die Schließung des Traditionsimbisses getrauert, jetzt sind die Türen wieder auf. Seit dieser Woche ist die Paffrather Frittenbude geöffnet, das Angebot wird langsam wieder hochgefahren. Hinter der Theke gab es einen Wechsel – Stammkunden werden die Frau aber wiedererkennen.

In der wechselhaften Geschichte der Paffrather Frittenbude beginnt ein neues Kapitel. Anja Parsch, die Tochter der Gründer Gerta und Helmut Parsch, hat den Imbiss nach wenigen Tagen Leerstand wieder selbst in die Hände genommen.

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Derzeit läuft der Betrieb auf kleiner Flamme; Montag und Dienstag sind weiterhin Ruhetage, Personal wird gesucht, noch sind nicht alle Gerichte wieder im Programm. Schon bald werde es aber auch das Nierenschaschlik und den beliebten Gurkensalat wieder geben, sagt Anja Parsch. Sie hatte viele Jahre lang mit ihrer Mutter Gerta hinter der Theke gestanden, kennt das Geschäft und alle Rezepte.

2018 hatte die Familie den Imbiss zunächst an einen Pächter abgegeben, der glücklos agierte. Ab Sommer 2022 stand das Lokal an der zentralen Kreuzung in Paffrath leer – bis die ehemalige langjährige Mitarbeiterin Sonja Grell den Imbiss Anfang 2023 wieder aufschloss.

Auch sie setzte – im Einverständnis mit der Familie Parsch – auf die Tradition und die Orginalrezepte. Was in der Anhängerschaft weit über Paffrath hinaus gut ankam.

Gerta und Helmut Parsch gründeten die Paffrather Frittenbude 1969. Zunächst mit einem Verkaufswagen, drei Jahre später mit einem Kiosk auf dem Paffrather Dorfplatz. Im Juni 1985 zog die Paffrather Frittenbude am heutigen Standort in der Dellbrücker Straße 272 ein. 

Im Frühjahr dieses Jahres gab es dann einen Wasserschaden – und in der Folge einige Streitigkeiten mit der Familie Parsch als Vermieterin. Vor drei Wochen endete dieses Kapitel, Sonja Grell musste kurzfristig schließen – und bedauerte sehr, sich nicht richtig von ihren Kunden verabschieden zu können.

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Die Paffrather Frittenbude hat eine lange Geschichte, seit 1969 hat sie den Stadtteil und die Stadt mit Currywurst, Schaschlik, Fritten und Hähnchen versorgt. Nach einigen Jahren des Leerstands übernahm die langjährige Mitarbeiterin Sonja Grell den beliebten Bergisch Gladbacher Imbiss Anfang 2023 und wagte den Neuanfang unter altem Namen. Seit Sonntag ist der beliebte Betrieb mit dem gelben Hahn geschlossen. Nun für immer.

Mit Anja Parsch wird nun eine neue Seite aufgeschlagen. Nachdem ihre Kinder herangewachsen sind, habe sie jetzt wieder die Zeit und die Kraft, die Frittenbude selbst zu führen. So wie früher.

Sonja Grell hat ganz in der Nähe eine neue berufliche Heimat gefunden – sie ist jetzt in der Diepeschrather Mühle von Nelson Müller beschäftigt.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ich sage mal so…..
    Eine Chefin, die ihre Mitarbeitenden anschnauzt, obwohl Kundschaft im Laden ist, ist keine gute Chefin.

    1. Auch wenn ich zuviele Beiträge am Stück für kontraproduktiv halte, deine Aussage finde ich nicht gut.
      Hier müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, Bestand Gefahr für Mitarbeiter und Kunden = Gerechtfertigt, war Sie schlecht drauf = Ungerechtfertigt, das ganze können wir noch weitermachen.

    2. Ich sage mal so: Eine Chefin, die ihre Mitarbeitenden anschnauzt ist keine gute Chefin. Egal ob Kundschaft im Laden ist oder nicht. Umgekehrt gilt es natürlich gleichfalls.

  2. Hat ja etwas Geschmäckle, wenn der Eigentümer jetzt selber den Laden wieder schmeißen will.
    Aber wenn sie ja jetzt Zeit hat….

    1. Frau Grell war toll, Sie war stehts freundlich und ich habe selten jemanden gesehen, der sich so über Trinkgeld freut (Sie wirkte dabei Ehrlich, gab einem ein schönes Feedback). Anderseits, wir leben nicht auf einem Ponyhof und das ein vernünftiger Nachfolger den Laden übernimmt und nicht der 131ste 0815-Imbissladen freut mich sehr, ich komme wieder :)

    2. @ “werden die Frau aber wiedererkennen” / “Personal wird gesucht” –
      – die Eigentümerin.. die zuvor…
      .
      Sonja schön mit Freundlichkeit, Herzlichkeit, Ehrlichkeit, Risiko und Verantwortung vorgelegt hat .
      und dann rollten die Steine, die beständig in den Weg gelegt wurden .. peu à peu ..
      DAS hat weit mehr
      als ‘Geschmäckle’ _ das ist sozusagen ziiiiiemlich schaaaaaal
      # hausgemacht. nun ist es offiziell, (die seichte Variante dessen was wir erfahren)
      .
      na – wer so ‘freundlich und fair’ mit der sehr erfolgreichen Pächterin umgeht .. und bekannt ist als Chefin … #