Nach einer sehr gründlichen Renovierung geht die Bensberger Gaststätte Klausmann Ende des Monats wieder an den Start. Unter der Haube ist alles neu, aber für die Gäste soll es sich anfühlen, so aussehen und so schmecken wie früher. Wir haben uns vor Ort umgeschaut, mit dem neuen Pächter Daniel Schmidt gesprochen und einen ersten Blick in die Speisekarte geworfen.

Noch ist der Klausmann in Teilen eine Baustelle, aber zwischen all dem Werkzeug und Baumaterial lässt sich gut erkennen, dass die schon fast verloren geglaubte Kultgaststätte an der Kölner Straße 100 eine echte Wiedergeburt erlebt.

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„Ein Stück Heimat zurückgeben“, das hatten die neuen Eigentümer, das Ehepaar Ruth Schmidt-Schütte und Helmuth Schmidt, den Bensbergern versprochen – und sie haben Wort gehalten. Die Technik ist nun auf dem neuesten Stand, das Gebäude hochwertig saniert, einiges an Gerümpel aus vergangenen Jahrzehnten verschwunden – aber es ist der alte Klausmann.

Daniel Schmidt, Sabrina Koll, Isabelle Schmidt; Foto: Thomas Merkenich

Die Zapfanlage aus Kupfer musste zwar der Hygiene geopfert werden, aber die alte Holztheke und die Rückwand wurden behutsam aufgearbeitet. Tische und Stühle sind neu, aber im alten Stil. Der große Biergarten wurde komplett neu angelegt und soll zusammen mit der großen Terrasse wieder ein wichtiger Bestandteil der 140 Jahre alten Gaststätte werden, berichtet Daniel Schmidt. Er ist das neue Gesicht des Klausmann, betreibt das Haus mit einem Kompagnon.

Die Gesellschaftsräume im ersten Stock haben einige Trennwände verloren, bieten mit den roten Wänden und dem offenen Fachwerkgebälk jedoch die bekannte Atmosphäre und stehen wieder den Vereinen, Karnevalsgesellschaften und vor allem auch für Familienfeiern zur Verfügung. Drei große Räume und eine Theke gibt es hier, für kleinere Feste bis hin zu Gesellschaften mit 100 Personen.

Die wichtigste Veränderung – neben Komplett-Erneuerung der Toilettenanlagen und der energetischen Sanierung – hat die Küche erlebt. War es früher ein winziger Raum, so ist es jetzt eine großzügige und moderne Restaurantküche mit allen Schikanen.

Tobias Bormes ist der zweite Mann in der neuen Küche. Foto: Thomas Merkenich

Das war auch notwendig, denn der neue Klausmann bietet vielen Gästen Platz. In den Schankraum passen gut 50 Personen, im Obergeschoss können ebenso viele sitzen – und auf der überdachten Terrasse sowie im Biergarten noch einmal 90. Dort sollen ab dem kommenden Jahr auch die beliebten Klausmann-Konzerte wieder stattfinden.

Die Speisekarte ist zwar noch streng geheim, Daniel Schmidt lässt uns aber dennoch einen ersten Blick hinein werfen. Im Zentrum sollen weiterhin die „Klausmann-Klassiker“ stehen, inzwischen natürlich deutlich teurer als vor drei Jahren, aber weiterhin bezahlbar: die Currywurst mit Pommes für elf Euro, der Klausmann-Burger für 21 Euro. Es gibt weiterhin die Frikadelle, die Bergische Kartoffelsuppe, Flammkuchen und auch das Kalbsschnitzel. „Wir wollen alle abholen – die Karnevalisten und Sportler genauso wie die Veganer“, sagt Schmidt.

Daher zollt die Speisekarte modernen Entwicklungen Tribut: Neben Fleischspezialitäten wie Kalbs- und Rinderrücken wird eine Reihe von vegetarischen und veganen Gerichten serviert. Einen Teil des Gemüses baut der Klausmann selbst an, im hinteren Teil des Gartens wurde ein großzügiger Nutzgarten angelegt, der schon jetzt Kräuter, Paprika, Zucchini und Tomaten liefert.

Auch der Mittagstisch orientiert sich am Publikum

Mittwochs bis freitags und am Sonntag gibt es einen Mittagstisch, mit Gerichten zwischen 10 und 15 Euro. „Wir werden einiges ausprobieren und uns am Publikum orientieren“, verspricht Schmidt. Am Herd stehen mit Küchenchef Alexander Brings und Tobias Bormes zwei Männer, die einige Jahre im Irish Pub in Schildgen und im Café Extrablatt gekocht haben und sich vor Ort gut auskennen.

Die Öffnungszeiten: Am Montag und Dienstag bleibt der Klausmann geschlossen, mittwochs bis freitags ist die Küche bis 21:30 Uhr, am Freitag und Samstag bis 22 Uhr und am Sonntag bis 20 Uhr geöffnet. Wann der Zapfhahn geschlossen wird, so Schmidt, hänge auch von den Gästen ab, der Biergarten darf bis Mitternacht geöffnet bleiben.

In die Klagen über Personalmangel stimmt Schmidt nicht ein, mehr als 30 Leute habe er bereits eingestellt. Er selbst kümmert sich um den operativen Betrieb, ein Kompagnon übernimmt im Hintergrund die administrativen Aufgaben. Beide zusammen führen bereits seit fünf Jahren das Billiard-Café Pool and Blues an der Britanniahütte, mehr oder weniger nebenbei. Denn Daniel Schmidt ist eigentlich Erzieher und hat noch bis vor wenigen Tagen in einer Kita gearbeitet. Familienfreundlichkeit ist daher für ihn ein großes Thema.

Strammer Zeitplan zur Eröffnung

Bis zur Eröffnung muss in Haus und Hof noch einiges getan werden, doch die Küche arbeitet bereits mit einigen Probedurchläufen. Und spätestens am 28. August muss alles parat sein – denn dann wird Klaus-Dieter Klausmann, der letzte echte Klausmann, hier seinen 80. Geburtstag feiern.

Am 29. August gibt es ein Pre-Opening vor allem für die beteiligten Handwerker und am Samstag, den 30. August, wird der neue Klausmann mit einem Sommerfest eröffnet. Schmidt rechnet mit einem großen Andrang, schon jetzt würden jeden Tag 10 bis 20 Bensberger vor und in der Tür stehen, um schon mal rein zu spinksen.

Reservierungen für das erste Wochenende nimmt Schmidt daher gar nicht erst an, danach kann man im Innenbereich Tische buchen, aber nicht in der Gartenwirtschaft. Dort heißt es, wer zuerst kommt, mahlt zuerst.


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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Prima, ich wünsche als alter Stammgast vom Anbeginn mit Mark bis Ende mit Jan das Beste, dieses traditionelle Lokal wieder zu altem Glanz zu führen. Ich wohnte 2 Grundstück weiter rechts und konnte nach wenigen Schritten an der Klausmann-Theke sitzen, habe manchen Geburtstag dort gefeiert und meiner Karnevalsgesellschaft ein Stammquartier verschafft. 2012 War der Klausmann sogar die Hochburg des Bergisch Gladbacher Dreigestirns, wofür Mark eine Burg vor dem Eingang gebaut und platziert hat.

    Bensberg hat dann ab 30.08. wieder ein prächtiges Lokal, was auch nötig war. Damit ist das Kneipensterben beendet und die Grosse Bensberg KG Rut Wiess von 1968 e.V. und ich haben wieder eine Stammkneipe.