Günther Schöpf im Stadtrat. Foto: Thomas Merkenich

Er stammt aus Regensburg, ist Informatiker und Lokalpolitiker der AfD in Bergisch Gladbach – als Vorsitzender des Ortsverbands und der Fraktion im Stadtrat. Zum zweiten Mal kandidiert Günther Schöpf für das Amt des Bürgermeisters. Im Fragebogen stellt er sich persönlich vor. Und beantwortet die Frage, warum er sich ausgerechnet in dieser Partei engagiert.

Seit 2020 vertritt Günther Schöpf (55) die AfD im Stadtrat, seit dem Austritt von Fabian Schütz Ende 2021 ist er auch Chef der jetzt noch zweiköpfigen Fraktion. Im Stadtrat präsentiert sich der „bergische Bayer aus Bensberg“ seriös und pragmatisch, er ist aber auch dafür bekannt, seit der Corona-Zeit die „Spaziergänge“ der wenigen verbliebenen Querdenker mit einer Bananen-Flagge anzuführen.

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Im Stadtrat und Hauptausschuss tritt Schöpf in Anzug und Krawatte auf, in den Fachausschüssen lassen sich die AfD-Ratsmitglieder durch Sachkundige Bürger vertreten. Auf eigene Anträge verzichtet die rechtsextreme Partei dort schon seit langem, die meisten Redebeiträge sind unauffällig und sehr oft stimmt Schöpf mit der Mehrheit. Es sei denn, es geht um den menschengemachten Klimawandel (den Schöpf leugnet) oder Migration.

2020 hatte Schöpf 4,16 Prozent der Stimmen erreicht, im Stadtrat hatte die AfD mit 4,6 Prozent drei Ratsmandate gewonnen, eins davon durch Austritt verloren. Bei der Wahl am 14. September wolle die AfD ihr Ergebnis verdreifachen, hatte Schöpf angekündigt.

Im Rahmen unserer Fragebogen-Aktion hat hier Günther Schöpf wie die anderen Kandidat:innen selbst das Wort. Er hatte die Fragen bereits 2020 beantwortet und jetzt ohne Änderungen erneut frei gegeben.

Die Spielregeln: Alle Kandidaten bekommen 21 Fragen, von denen mindestens 17 möglichst knapp beantwortet werden sollen. Außerdem gibt es eine Bonusfrage. Los geht’s.

Wie starten Sie in den Tag?
Aufstehen, Kaffee, Hund füttern und spazieren gehen.

Was wollten Sie als Kind werden?
Computerprofi

Was sind Sie geworden?
Computerprofi

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen?
Mit den Hunden in den Königsforst.

Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Gutes Essen, gute Freunde, gutes Wetter und gute Unterhaltung.

Was ist für Sie das größte Unglück?
Krankheit in der Familie.

Bitte ergänzen Sie: Bergisch Gladbach ist …
… die grüne Oase vor den Toren Kölns, wo das Leben noch lebenswert ist.


Was ist Bergisch Gladbachs größter Pluspunkt?
Die Natur und Unberührtheit vor den Großstädten Köln und Leverkusen als Ort zum Arbeiten.

Was ist Bergisch Gladbachs größtes Problem?
Die Finanzen und damit die Abhängigkeit bestimmte Projekte und Entscheidungen nicht selbständig treffen zu können. 

Wenn Sie drei Wünsche für Bergisch Gladbach frei hätten, würden Sie …
… unsere Schulden auf 0 setzen. Unsere Einnahmen ins Unendliche steigern und damit alles umsetzen, was die Bürger von Bergisch Gladbach brauchen und wollen. Den dritten Wunsch hebe ich mir für schlechte Zeiten auf. 

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie wünschen …
… Gesundheit für meine Freunde und Familie.

Unser Chatbot zur Wahl in GL: Wir haben eine Künstliche Intelligenz mit den vollständigen Programmen der Parteien in Bergisch Gladbach gefüttert. Nun können Sie in einem Chat Ihre Fragen stellen. Probieren Sie es aus, fragen Sie nach Übereinstimmungen mit eigenen Präferenzen, lassen Sie die Aussagen der Parteien zu bestimmten Themen vergleichen, …

Was war Ihre größte Leistung?
Das müssen andere beurteilen. Persönlich, dass ich mein Leben bisher gut gemeistert habe.

Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler?
Menschen vertraut zu haben, die mich ausgenutzt haben.

Mein großes Ziel ist es, …
dabei zu helfen, dass Deutschland sich wieder auf das besinnt, was uns stark gemacht hat. Ehrgeiz, kompetentes Wissen und Vernunft.

Alle Bewerber für das Amt des Bürgermeisters können Sie beim „Kandidaten-Karussell“ des Bürgerportals kennenlernen, am 8. September ab 18 Uhr in der Redaktion des Bürgerportals. Hier sichern Sie sich einen Platz.

Am 3. September diskutieren die Favoriten Marcel Kreutz und Alexander Felsch mit Elternvertretungen über das Thema Schule, bereits am 29. August geht es im THEAS Theater um die Kulturpolitik. 

Was ist Ihre Stärke?
Entscheidungen treffen. Abwägen, entscheiden, umsetzen.

Was ist Ihre Schwäche?
Zu gutmütig und vertrauensselig

Worüber können Sie sich aufregen?
Ignoranz, Rechthaberei und Egoismus.

Wer ist Ihr Vorbild im Beruf?
Steve Jobs, weil er innovative Ideen hatte und diese von der Garage bis zum Weltunternehmen umgesetzt hat. Und Dietmar Hopp. Ähnlich wie Steve Jobs ein Weltunternehmen aufgebaut, aber Mensch geblieben. Ich würde aber mit keinem tauschen wollen.

Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben?
Meine Eltern. 

Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben?
Akzeptiere, was du nicht ändern kannst und mach das Beste daraus.

Welchen Ratschlag würden Sie Ihren Kindern erteilen?
Sei kritisch und hinterfrage. Lerne und bilde dich weiter so viel du kannst.

Welche Frage wurde nicht gestellt, würden Sie aber gerne beantworten?Warum sind Sie Mitglied der AfD?
2018 habe ich für mich entschieden, dass es nicht mehr reicht, nur sein Kreuz bei Wahlen zu machen, sondern dass man selbst aktiv werden muss, um auf Missstände hier in Deutschland aufmerksam zu machen. Die Tatsache, dass man als Nazi beschimpft wird, nur weil man eine andere Meinung hat, ist für mich ein Alarmzeichen. Alle Parteien machen einvernehmlich nur noch linke Politik und eine Oppositionspartei wird diffamiert und ausgegrenzt, obwohl begründete und gute Anträge gestellt werden. Das waren für mich Gründe in die Politik und zur AfD zu gehen.

Hinweis der Redaktion: Wir haben den Beitrag von 2020 aktualisiert, daher finden Sie unten auch ältere Kommentare, die sich auf den Wahlkampf 2020 beziehen.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Es wurde hier mehrfach die politische Agenda von Herrn Schöpf bzw. deren Unsichtbarkeit angesprochen.
    Am 31.8.2020 beschrieb ich hier im Bürgerportal die damaligen Spitzenkandidaten der AfD für die Stadtratswahl. Herr Schöpf war damals einer von ihnen.
    Er macht sich relativ unsichtbar in der Öffentlichkeit, abgesehen von seiner montäglichen “Privatdemo”, bei der er eine mit einer Banane verunstaltete Deutschlandfahne einer Gruppe von 3 bis 4 Personen voranträgt, die Resteverwertung der Corona-Querdenker, deren damalige Anführer teilweise inzwischen erhebliche Probleme mit der Justiz haben. Es geht u.a. um die Veruntreuung von Spendengeldern.
    Meine Auswertung der Aktivitäten von Herrn Schöpf ergab, dass er gegenüber dem rechtsextremistischen MdB Sichert völlig unkritisch jedem Beitrag, wenn er extremistisches Potenzial enthielt, ein Like schenkte.
    Schöpf ist ein treuer Besucher der vom Kreisparteivorsitzenden Waniczek organisierten AfD-Vorträge mit Vertretern des äußersten rechten Randes der AfD, was thematisch durch völkische und rassistische Vorstellungen begründet ist. Herr Schöpf bestreitet ebenfalls wie der selbsternannte Klimaexperte Waniczek die Klimakrise.
    Mein damaliges Resumee lautete: “Zusammenfassend lässt sich über den Bürgermeisterkandidaten der AfD sagen, dass er sich selbst eher selten artikuliert, eher auf Vorgedachtes zurückgreift, insbesondere wenn es von Sichert stammt. Offenbar neigt er zur Projektion von Feindbildern und seine unzähligen einseitigen Postings weisen darauf hin, dass er über ein rechtsradikales Weltbild verfügt”.

    1. Das hilft mir zur Einordnung von Herrn Schöpf mehr, als dass er mit seinen Hunden in den Königsforst geht. Ich fühle mich an „Biedermann und die Brandstifter“ erinnert.
      „bei der Herr Schöpf eine mit einer Banane verunstaltete Deutschlandfahne trägt“ , sind das nicht wie auch Teilen von extremistischen Postings Straftatbestände, die gegen das Grundgesetz und unsere Demokratie verstoßen ?

    2. Einer der damaligen Anführer heißt Michael Ballweg. Er saß 9 Monate in Untersuchungshaft und aufgrund einer Steuerhinterziehung von Euro 19,51. In den ungeschwärzten RKI Protokollen können Sie alles nachlesen welche politischen Entscheidungen getroffen wurden. Herr Schneider, überdenken sie bitte ihr Feindbild.
      Sachkundiger Bürger der AfD-Fraktion.

  2. @ Herr Schöpf: ich zitiere Sie:
    Gutes Essen, gute Freunde, gutes Wetter und gute Unterhaltung.

    Was sind gute Freunde? Freunde sind immer gut, denn sonst sind es keine Freunde. Oder was meinen Sie mit gut?

    1. Hallo Hr. Nüm,

      ich denke der Begriff falsche Freunde sollte bekannt sein. Speziell zu Corona Zeiten hat sich gezeigt wer wirklich dein Freund ist und wer es nur vorgibt es zu sein und dich im Stich lässt und wie einen Aussätzigen behandelt wenn es mal schwierig wird.

      1. Hallo Herr Schoepf, ich habe nicht gefragt was falsche Freunde (für Sie) sind sondern was Sie mit guten Freunden meinen.

        Was in dem Bezug die Coronazeit gezeigt hat (wie von Ihnen geschrieben) ist mir nun auch nicht klar.
        Jedoch kann ich nachvollziehen, wenn man sich von Menschen abwendet die eine komplett andere Weltanschauung haben. Von solchen Bekannten habe ich mich in meinem Leben auch schon verabschiedet. Vielleicht ist es Ihnen so ergangen und die Leute konnten mit Ihrem Denken und Handeln nichts anfangen. Ob es dann aber ein “im Stich” gelassen war? Und ein Behandeln wie einen Aussätzigen?

  3. Die schriftlichen Antworten geben leider kaum bis keinen Aufschluss über die politische Gesinnung von Herrn Schöpf, zB wie er sich zu rassistischen und menschen-und demokratieverachtenden Positionen innerhalb der AfD verhält (die es erwiesenermaßen zu Hauf gibt).
    Deshalb sind die Fragen für eine Wahlentscheidung wenig hilfreich. Hilfreicher, als dass Herr Schöpf mit seinen Hunden in den Königsforst geht (na und…), wäre es, wie er zB zu Gaulands (hoher AfD Funktionär) zynischer Beurteilung steht , die Nazizeit mit 50 Millionen Weltkriegstoten seinen „nur ein Fliegenschiss“ gewesen.

    1. Hallo Hr. Thiel,

      die Fragen waren vorgegeben und haben sich auf den privaten Menschen Günther Schöpf bezogen.
      Die politischen Aussagen können sie in den 9 Fragen sehen die Herr Watzlawek hoffentlich hier bald veröffentlichen wird.

  4. Liebe Redaktion, ich erinnere mich, dass Sie in einem Zoom-Call während der Pandemie mal sagten, dass Sie die AfD nicht wie jede andere Partei behandeln wollen. Ich war damals hin und hergerissen. Nach den zahlreichen Einstufungen von Verfassungsschutzbehörden seither, in verschiedenen Ländern und zuletzt im Bund, bin ich nun aber auch der Meinung, dass die AfD klar ausgegrenzt gehört. Deshalb überrascht mich, dass Sie hier ein Wohlfühlinterview mit dem AfD-Kandidaten veröffentlichen und zur Normalisierung dieser rechtsextremen Partei beitragen. Ich kenne Herrn Schöpf nicht und habe erst mal nichts gegen ihn persönlich. Er tritt aber für eine Partei an, die der Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem einstuft. Auch die NRW-AfD trägt zu diese Einstufung bei, ganz vorne natürlich das “freundliche Gesicht des Nationalsozialismus” Matthias Helferich: https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/afd-gutachten-nrw-partei-100.html

    1. Dieser Grundsatz gilt nach wie vor. Wir ignorieren sie aber auch nicht, zum Beispiel wenn sie bei Wahlen antritt. Wir ordnen sie aber immer ein – so auch in diesem standardisierten Fragebogen (der kein Interview ist).

  5. Danke für dieses Interview. Ein sympathischer Mensch. Leider besteht keine Möglichkeit an Wahlveranstaltungen teilzunehmen, ohne von einer lauten Minderheit angefeindet und bedroht zu werden. Nehmen wir unser demokratisches Recht wahr und wählen wir, vorurteilsfrei, den für uns Besten.
    Im übrigen sollte man prüfen, ob einige Kommemtare hier nicht strafrelevant sind.

    1. Wenn eine rechtsextremistische Partei sich nicht in Ruhe treffen kann, ist das eine gute Nachricht für Deutschland. Wenn Sie strafrechtlich relevante Tatbestände sehen, dann bringen Sie die bitte zur Anzeige. Wenn AfD-Anhänger aber angefeindet werden, dann würde ich Menschen, die das tun, erst mal für Freunde des Grundgesetzes halten.

      1. Anfeindung ist grundsätzlich eine eine agressiv-böswillige Aktion. Wer dagegen klare Worte findet, um die miserablen Zustände in Deutschland aufzudecken, und das tut die AFD, sollte unbedingt unterstützt werden!

      2. @ Bernd
        Die AfD sollte nicht unterstützt, sondern verboten werden. Denn ihre Politikvorschläge und die öffentlichen Äußerungen ihrer Mitglieder und Funktionäre verstoßen gegen die Prinzipien des Grundgesetzes. Das können Sie ohne weiteres in den geleakten Gutachten verschiedener Verfassungsschutzbehörden nachlesen. Wenn das zu viel Aufwand ist, hier hat der Spiegel das letzte geleakte Gutachten sehr schön durchsuchbar gemacht: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-ist-rechtsextrem-hier-sind-die-belege-des-verfassungsschutzes-a-b5fa40e4-a54e-410a-8cc7-ade35d09f77c

        (Aber vermutlich wissen Sie das alles und es ist Ihnen egal, bzw. unterstützen Sie diese Positionen)

      3. “die miserablen Zustände in Deutschland aufzudecken”
        Welche meinen Sie? Erklären Sie!

        Warum sollte man den Herrn Schöpf (oder die AfD) aus Ihrer Sicht wählen?

      4. @Ulla:
        Gehen Sie mal nach Einbruch der Dunkelheit durch Bergisch Gladbach (z.B. am S-Bahnhof), dann sehen Sie, was sich in Deutschland seit 2015 verändert hat.

      5. Bernd, ich genieße das, wenn mit mir nach Einbruch der Dunkelheit noch viele andere Menschen unterwegs sind.
        Und ich mag es gar nicht bzw. finde es unheimlich, ganz alleine in der Dunkelheit durch die Stadt zu gehen.

  6. Eigentlich paradox daran ist, dass nicht zuletzt der an gedanklichem Aufwand eher sparsame Umgang mit besagter Partei seitens ihrer Konkurrenz gerade eine verlässlich mobilisierende „Vitaminzufuhr” derselben sicherstellt (über deren Effekt man sich hinterher auch noch fassungslos wundert).

    Das mutet in etwa an (bei aller Gewagtheit der Analogie),
    als würde behauptet, Schuld an Corona seien die (und darüber auch noch „besorgten”) Infizierten bis Erkrankten,
    ein Virus gäbe es gar nicht oder wenn, dann sei es doch gar kein Problem, sondern eine großartige Chance,
    die eben nur von den Infizierten bis Erkrankten nicht verstanden würde bzw. werden wollte (weil sie eben zu simpel gestrickt, „unmodern“ seien oder dem Virus gegenüber die, noch harmlos ausgedrückt, falsche Einstellung hätten).

    Vulgo: Würden die nicht wenigen Probleme unserer Zeit in der Sache „problemlos“ benannt, in barrierefreier Intelligenz offen diskutiert, inklusive verschiedener Lösungsmöglichkeiten frei erwogen,
    statt immer wieder ignoriert, bagatellisiert oder (und dann wechselseitig) ideologisiert zu werden,

    dann hätten einschlägige und bei wachsendem Druck auch hyperventilierend politische Abgreifeffekte jedenfalls entschieden weniger Volumen …

  7. Den Worten von Herrn Schöpf kann ich mich nur anschließen – auch ich wähle die AfD wegen verschiedener Missstände in Deutschland. Und im ganz Besonderen, weil ich es perfide finde, wie die AfD von den anderen Parteien diffamiert und ausgegrenzt wird! Darum unterstütze ich erst recht mit meiner Stimme (und aus Überzeugung, das Richtige damit zu tun) die AfD, dass sie die Chance bekommt auch ihre Ideen und Anregungen umsetzen zu können!

    1. Wer aus Überzeugung eine rechtsextreme Partei wählt, ist rechtsextrem. Hoffe das gibt jetzt nicht wieder Tränen.