Ein neuer Container ging in Betrieb, drei vielen jedoch aufgrund von Schimmel kurzfristig aus. Foto: Stadt GL

In den Ferien wurde der Fahrplan für die letzte Etappe der Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums erneut durcheinander gewirbelt. In drei großen Containern fand sich Schimmel, damit fehlten plötzlich zwölf Räume. Zwar einigten sich Stadt und Schule auf eine Übergangslösung, doch erneut rücken die Schüler:innen zusammen. Auch die Musikschule muss bluten, die Sanierung des Mitteltraktes wird aufgeschoben.

Zum ersten Schultag veröffentlichte die Stadtverwaltung eine Pressemitteilung, die nach einer Erfolgsmeldung klingen soll: „Übergangslösung für Schulcontainer gefunden“. Während der Sommerferien hätten die Schulleitungen des NCG und die Stadtverwaltung dafür gesorgt, dass der Unterricht an der Schule in der Reuterstraße „trotz einiger Probleme fast wie gewohnt“ weitergehen kann.

Fast wie gewohnt, das heißt: Die Schülerinnen und Schüler rücken in der Baustellen- und Containerlandschaft mindestens bis Mitte November erneut hin und her und auch zusammen.

Der Hintergrund: Für die letzte Etappe der Generalsanierung sollte eigentlich der Mitteltrakt komplett geräumt werden, damit auch dieser Bauteil saniert werden kann. Dazu waren die Physik-, Chemie- und Biologieräume vor den Ferien mit all ihrer Ausrüstung in neue naturwissenschaftliche Räume gezogen.

Dann wurde in den Sommerferien (wieder einmal) Schimmel in drei großen Containern mit insgesamt zwölf Klassen- und Nebenräumen entdeckt, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Nicht in den Räumen selbst, sondern innerhalb des geschlossenen Deckenaufbaus. Zwar seien die Container zu sanieren gewesen, das hätte sich aber wirtschaftlich nicht gerechnet.

Daher musste nun ad hoc eine Zwischenlösung für zwölf Kursräume her. Die sei in enger Abstimmung zwischen Schulleitung und Stadtverwaltung auch gelungen, so die Stadt. Und sieht so aus:

  • Fünf Räume werden im Mitteltrakt in den ehemaligen naturwissenschaftlichen Räumen genutzt. Dafür muss die Sanierung jedoch zurückgestellt werden.
  • Drei Räume gehen in einen anderen Container, der in den Ferien fertig ausgestattet worden ist. Dieser C-Container soll „zeitnah“ für den digitalen Unterricht ausgerüstet werden.
  • Ein Raum der Schul-Sozialpädagogin wurde in einen Kursraum umgewandelt.
  • Zwei Räume stellt die benachbarte Musikschule zur Verfügung. Und zwar das eigene Studio sowie den Kammermusiksaal, die damit für eigene Zwecke nicht zur Verfügung stehen.

Unter dem Strich, so die Stadtverwaltung, müsse das NCG damit nur auf einen Raum verzichten. „Dank der Bereitschaft aller Beteiligten, Lösungen zu finden, konnten wir sicherstellen, dass die Einschränkungen möglichst gering gehalten werden“, gab Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen zu Protokoll.

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Ursprünglich sollte die Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums 2023 abgeschlossen sein. Da das nach wie vor nicht der Fall ist, wird Jahr für Jahr ein Update erforderlich. In einer neuen Vorlage für den Schulausschuss heißt es jetzt relativ vage, das Projekt solle „zum Schuljahr 2027/2028“ fertiggestellt werden. Bei weiter kräftig steigenden Kosten. Wir haben nachgefragt.

Die Elternschaft war bereits vor einer guten Woche von der Schulleitung informiert worden. Dennoch habe es am ersten Schultag noch viel Durcheinander gegeben, heißt es aus der Schulgemeinschaft.

Mit Hochdruck und Vorrang werde jetzt an der Aufstellung von zwei weiteren neuen Containern gearbeitet.  „Wir gehen davon aus, dass Mitte bis Ende November die Phase des Zusammenrückens vorbei sind wird,“ sagt Meuthen.

Wird dieser Zeitplan eingehalten, könne Mitte November auch die Sanierung des Mitteltraktes beginnen. Ob sich diese Verschiebung um drei Monate auf den Fertigstellungstermin auswirkt, blieb am Mittwoch auch auf Nachfrage offen. Nach dem letzten Zeitplan sollte der Mitteltrakt – und damit das gesamte erneuerte Gymnasium – zum Beginn des nächsten Schuljahres zur Verfügung stehen.

Bis dahin müssen allerdings neben dem Mitteltrakt auch der neue Nordtrakt, der Verwaltungsbereich und die Aula fertiggestellt werden. Zudem muss der Südtrakt abgerissen und ein doppelstöckiger Container für den ersten G9-Jahrgang aufgestellt werden.



Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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