Marcel Kreutz. Foto: Philip J. Bösel

Der Bürgermeisterkandidat von SPD und Grünen, Marcel Kreutz hat ein Positionspapier zum Thema Stadtentwicklung vorgelegt. Darin legt er dar, wie er Bergisch Gladbach zu einer Stadt der kurzen Wege umbauen und bezahlbaren Wohnungsraum fördern will.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung des Teams Marcel Kreutz (SPD/Grüne)

Mein Leitbild ist klar: Bergisch Gladbach soll eine Stadt der kurzen Wege sein. Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeit und Nahversorgung müssen näher zusammenrücken. Das spart Zeit, reduziert Verkehr, stärkt den Klimaschutz – und macht das Leben einfacher.

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Grün, urban und kompakt – so stelle ich mir die Zukunft unserer Stadt vor. Stadtteile mit Veedels-Charakter, lebendige Zentren, gute Erreichbarkeit, starke Nachbarschaften. Bergisch Gladbach ist eine polyzentrische Großstadt. Ich will die Nebenzentren gezielt stärken und die ländlicheren Bereiche besser anbinden.

Nachverdichtung statt Zersiedelung bleibt das Prinzip. Auch wenn es auf der „grünen Wiese“ einfacher wäre, setze ich primär auf die kluge Nutzung bereits erschlossener Flächen. Die Verdichtung soll dabei immer einem durchdachten städtebaulichen Konzept folgen, das den Charakter unserer Stadtteile erhält und weiterentwickelt. Die notwendige Infrastruktur in Form von Bildungseinrichtungen und Mobilitätskonzepten muss bei jedem Projekt stets mitgedacht und mitgeplant werden.

Der Erhalt des Charakters unserer Stadtteile, der Klimaschutz und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums sind für mich die drei wichtigsten Handlungsfelder auf dem Gebiet der Stadtentwicklung. Stadtentwicklung muss dafür sorgen, dass eine Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt. Dazu gehört vor allem, dass sie ihre Kapazitäten und Strukturen dafür einbringt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Als Bürgermeister hat dieses Thema für mich oberste Priorität.

Den bestehenden Runden Tisch Wohnen möchte ich zu einem echten Bündnis für bezahlbaren Wohnraum weiterentwickeln. Alle relevanten Akteure sollen hier dauerhaft zusammenkommen und partnerschaftlich an Lösungen arbeiten. Ich mache mir keine Illusionen: Hier sind dicke Bretter zu bohren. Aber genau dafür muss ein Bürgermeister bereit sein – und ich bin es. Dazu gehört für mich auch ein klarer Blick nach innen: Ich will gemeinsam mit der Verwaltung prüfen, wo Abläufe beschleunigt, digitalisiert und der Wohnungsbau innerhalb der Verwaltung stärker priorisiert werden kann. 

Die Stadt muss handeln, wo sie es kann. Ich setze mich dafür ein, dass Bergisch Gladbach sein Vorkaufsrecht konsequent nutzt, um Flächen in städtischen Besitz zu bringen. Bei der Weitervergabe sollen gemeinwohlorientierte Bauträger bevorzugt werden – Genossenschaften, städtische Gesellschaften, engagierte Initiativen. Dabei denke ich an Mehrgenerationenhäuser wie in Refrath, kleine Wohnungen für Auszubildende oder Studierende, und andere Gruppen, die auf dem Wohnungsmarkt oft übersehen werden.

Bei neuen Bebauungsplänen, die unter den Baulandbeschluss des Rates fallen, werde ich dafür sorgen, dass mindestens 30 % geförderter Wohnraum entsteht. Das ist für mich kein „nice to have“, sondern soziale Mindestanforderung an eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung. 

Die Klimakrise ist Realität – auch hier bei uns in Bergisch Gladbach. Deshalb muss eine Stadtentwicklungspolitik auf der Höhe der Zeit ökologisch sein.  Die Stadt hat mit dem Ratsbeschluss zum Integrierten Klimaschutzkonzept Ende 2023 das Ziel bekräftigt, bis spätestens 2045 treibhausgasneutral zu sein. Ich halte uneingeschränkt an diesem Ziel und den Maßnahmen im Klimaschutzkonzept fest. Klimaschutz ist kein Symbolthema – sondern eine konkrete, kommunale Aufgabe.

Ökologische Stadtentwicklungspolitik ist kein Schlagwort. Konkret bedeutet es für mich, 

  • Mehr Begrünung in der Stadt – zur Lärm- und Feinstaubreduzierung 
  • Nachhaltige Bewirtschaftung der städtischen Waldflächen, z. B. rund um Schloss Lerbach
  • Fortführung und Weiterentwicklung der Baumschutzsatzung

Die Fortschreibung der kommunalen Wärmeplanung ist für mich ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Ich unterstütze Maßnahmen, die eine Abkehr von fossilen Energien und eine zukunftsfähige, erneuerbare Wärmeversorgung fördern. Dazu gehören neue Wärmenetze, Energieberatung, Quartierskonzepte und städtische Vorbildprojekte.

Gleichzeitig müssen wir beim Ausbau von Photovoltaik deutlich schneller werden. Die Stadt muss hier vorangehen – auf öffentlichen Gebäuden, auf Schul- und Kitadächern, auf Parkplätzen. Bergisch Gladbach muss ein echtes Klimavorbild werden.

Die Klimakrise ist nicht nur eine Frage von CO₂-Reduktion. Sie ist längst spürbar – durch Hitze, Trockenheit und Starkregen. 

Deshalb setze ich mich für eine gezielte Klimaanpassungsstrategie ein:

  • Schwammstadt-Prinzip: Regenwasser speichern, anstatt es schnell abzuleiten – mit grünen Dächern, Versickerungsflächen, Begrünung und kühlenden Wasserelementen.
  • Umsetzung des beschlossenen Hitzeaktionsplans. Dazu gehören für mich vor allem mehr Trinkwasserbrunnen und kühle Orte im öffentlichen Raum 
  •  Starkregenvorsorge: Wir müssen die städtischen Konzepte zur Rückhaltung und Abführung von Regenwasser überarbeiten und Retentionsflächen für Starkniederschlägen erhalten und schaffen. 
  • Flächen entsiegeln: Schulhöfe, Parkplätze und andere versiegelte Flächen sollen dort, wo es möglich ist, schrittweise entsiegelt werden, um das Mikroklima zu verbessern.

Hier werden gemeinsame Pressemitteilung von Bündnis 90 / Die Grünen und der SPD in Bergisch Gladbach veröffentlicht.

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  1. Ich möchte eine Korrektur zu meinem Kommentar abgeben: In Zeile 7 muss es heißen: bis 2045

  2. Die Klimakrise ist Realität – auch hier bei uns in Bergisch Gladbach. Einen solchen Satz habe ich schon lange nicht mehr gehört. Es klingt zunächst negativ, schon wieder Krise. Viele Menschen wollen und können das nicht mehr hören. Das Wort Klimaschutz ist schon fast zum Unwort geworden. Seit Monaten wird verdrängt, verleugnet, in die Versenkung geschoben. Als Klimafreund freue ich mich, dass dieses Postionspapier nicht bei der negativen Beschreibung stehen bleibt. Es nennt konkrete, aktive Handlungsmaßnahmen, die sich aus dem 2023 verabschiedeten IKSK ergeben. Ebenso ist das Bekenntnis zur Klimaneutralität bis 2025 wichtig, weil es eine verbindliche, gesetzliche Vorgabe aus Klimaschutz-Gesetz, Pariser Klimaabkommen 2015, Verfassungsgerichts-/EuGH-Urteilen ist. Das gilt ebenso für die Ziele der kommunalen Wärmeplanung, die eindeutig fossil-frei erfolgen soll. Der BM-Kandidat benennt die zwei Seiten einer Medaille – aktive Klimaschutz und konkrete Klimaanpassungs-Maßnahmen. Jetzt ist keine Zeit für Nörgler und Bedenkenträger – alles schon gehört, nichts neues, Zweifel an der Umsetzung. Die Energie- und Wärmewende ist nicht aufzuhalten, auch wenn die fossilen Dinosaurier noch kräftig brüllen. Worum geht es? Um nichts weniger als um eine enkeltaugliche Zukunft. Als Bürger der Zivilgesellschaft nehme ich meine Verantwortung wahr, mische mich ein, mache aktiv bei den bürgerschaftlichen Beteiligungs-Möglichkeiten mit, z.B. bei der Energiekarawane oder Solar-und Wärmepumpen-Partys oder bei der kostenfreien BürgerSolar Beratung. Der Bürgermeister wird wie ein Fisch im Wasser schwimmen, wenn wir BürgerInnen ebenso im Wasser sind. Die enormen Herausforderungen werden wir nur gemeinsam stemmen können. Ich erinnere an den alten Kennedy-Spruch: “Frage nicht, was der Staat für Dich tut, sondern, was Du für den Staat tun kannst.” Im Sinne von “Global denken- lokal handeln” können wir viel erreichen, ganz einfach, ohne Druck und Zwang. Es liegt an uns, ob wir mehr dem preußischem Hörigkeits-Prinzip von oben nach unten anhängen (Die da oben, wir da unten) oder dem modernen Demokratie-Verständnis (wir alle gemeinsam) Platz schaffen wollen. Ein Bürgermeister und seine Partei braucht im Stadtrat eine Mehrheit, um die ambitionierten Pläne zum Klimaschutz umzusetzen. Bei der CDU, FDP, AfD, teilweise FWG und Bürgerpartei sehe ich große, weiße Flächen. Bei der Wahl wird sich zeigen, wie ambitionierter Klimaschutz geht. Für mich als Klimafreund endet mein Engagement jedenfalls nicht am Wahlsonntag, wenn ich meine Kreuze gemacht habe. Der Einsatz für eine klimagerechte Zukunft, in Solidarität mit “Klimagerecht leben” geht weiter. Am 14.09.2025 beginnt im Grunde für mich ein neuer Anlauf, den Kampf für eine enkeltaugliche Zukunft mit Energie- und Wärmewende fröhlich und entschieden fortzuführen.

  3. Vielleicht beantwortet Herr Kreutz dann auch diese konkreten Fragen, die er per Mail leider nicht beantwortet:
    “1. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass Bärbroich in Zukunft auch Sonntags per Bus an die Außenwelt angeschlossen wird? Bisher gibt es Sonntags hier keine Busverbindung, wie auch in Oberkülheim nicht.

    2. Werden Sie sich für eine Umbenennung des Hindenburgplatzes in Wilhelm-Marx-Platz einsetzen? Bisher konnte ich dafür nur die Fraktion der Grünen gewinnen. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen gerne meinen Artikel über diese Umbenennung zukommen lassen.

    3. Werden Sie sich für eine Versetzung der Ampel an der Ecke Straßen/Bärbroicher Straße einsetzen? Das Abbiegen an dieser Kreuzung ist für alle Fahrzeuge aus Richtung Bärbroich und Oberkülheim schwierig und gefährlich.

    4. Werden Sie sich verstärkt für eine baldige Baugenehmigung der Nahversorgung durch Edeka/Hetzenegger in Herkenrath einsetzen? Unser nächster Nahversorger ist zur Zeit leider ja erst in Sand.

    5. Werden Sie sich für eine öffentliche Toilette auf dem Marktplatz in Bergisch Gladbach einsetzen? M.E. kann das relativ leicht durch einen Zugang ins Bürgerhaus Bergischer Löwe erreicht werden. Dort ist im Keller eine öffentliche Toilette. Für Menschen wie mich ( werde im September 85) ist das besonders wichtig.

    Mit freundlichen Grüßen, Engelbert Manfred Müller

    1. Hallo Herr Müller, auch wenn Sie die Fragen explizit an Herrn Kreutz richten, erlauben Sie mir hoffentlich ein paar interessierte Rückfragen:

      1. Wie stark wird der Bus an den anderen Tagen genutzt – und halten Sie den Stundentakt unter der Woche für ausreichend?

      2. Können Sie sich auch eine Umbenennung des Deutschen Platzes vorstellen, gewissermaßen als “Gegengewicht” zum (historisch belasteten) Hindenburgplatz?

      3. Wohin soll die Ampel versetzt werden – zurück, nehme ich an?

      4. Natürlich braucht Herkenrath so bald wie möglich wieder einen Supermarkt. Allerdings frage ich mich als Nicht-Herkenrather, ob das geplante neue Einkaufszentrum für den Stadtteil nicht (stark) überdimensioniert ist. Was denken Sie?

      5. Außerhalb der Öffnungszeiten des Bürgerhauses ist das m.W. schwierig, da es keine Möglichkeit gibt, nur einen Teil des Gebäudes zugänglich zu machen.

  4. @A.M.Klein: Neu oder nicht, es hört sich alles wunderbar an und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nämlich die Hoffnung auf Umsetzung! DIE fände ich jedenfalls überaus wünschenswert!

  5. Das Positionspapier von Marcel Kreutz zur Stadtentwicklung zeigt viele wichtige und zukunftsgerichtete Ansätze – insbesondere in den Bereichen Wohnen, Klimaschutz und Mobilität. Der Anspruch, Bergisch Gladbach zur „Stadt der kurzen Wege“ zu machen, ist ein sinnvolles Leitbild, das eine nachhaltige und lebenswerte Stadtentwicklung ermöglichen kann.

    Allerdings fällt auf: Das Thema Bildung, das in der Überschrift ausdrücklich erwähnt wird, bleibt im Text selbst eher unterbelichtet. Zwar wird betont, dass „Bildungseinrichtungen bei jedem Projekt mitgedacht und mitgeplant“ werden sollen – eine durchaus wichtige Feststellung. Doch eine darüber hinausgehende inhaltliche Ausführung fehlt völlig. Grade im Bezug auf die Kita Krise oder die OGS Platz Not.

    Wie soll das Bildungsangebot konkret gestärkt werden? Welche Rolle spielen Schulen, Kitas und Weiterbildungseinrichtungen in der Vision einer „Stadt der kurzen Wege“? Wie will Herr Kreutz sicherstellen, dass steigende Einwohnerzahlen durch neue Wohnbauprojekte nicht zu Lasten der Bildungsqualität gehen?

    Gerade in einer wachsenden Stadt wie Bergisch Gladbach ist die Bildungsinfrastruktur ein zentraler Faktor für soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und langfristige Stadtentwicklung. Hier wäre eine klare Positionierung notwendig gewesen – nicht nur als Randnotiz, sondern als integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts.

    Eine nähere Ausführung zu diesem wichtigen Themenfeld wäre daher sehr wünschenswert.

  6. Wow, das sind mal Aussagen, die durchaus enkeltauglich sind und in die richtige Richtung gehen. Ich hoffe mal sehr, es gibt dann auch die notwendigen Mehrheiten im Stadtrat, die zur Umsetzung notwendig sind. Ein Stillstand oder “weiter so” darf es nicht geben. Es wandelt sich gerade so viel positiv in der Stadt, viele Bürger engagieren sich für die Gemeinschaft. Da sollte es auch ein passendes, gutes Umfeld dafür geben.